Beiträge von vantast

    Beide Gebäude wurden 1937 als "Neumarkt-Passage" (alles schonmal dagewesen ;) errichtet. Innenliegend befand sich eine Filiale der Sparkasse, zur Straße hin waren Geschäfte angesiedelt, wie z.B. Rosenthal (wie gesagt, alles schonmal...). Das Gebäude hat den Krieg recht gut überstanden und zeigt sich bis heute noch in einem fast originalgetreuem Zustand :).
    Durch den Umbau wird die Fassade am Neumarkt offenbar einen überhöhten Eingang erhalten :Nieder:. Dennoch finde ich es schön, dass die damals geplante Passage nun wieder geöffnet wird.


    Architekt war übrigens W. Riphan, der noch einige weitere Geschäftshäuser auf der Schildergasse plante. Die Infos stammen aus einem ausführlichem Katalog über den Architekten.


    Kleine Anekdote: Wie alle Architekten in der NS-Zeit musste auch Riphan seinen Häuser ein Satteldach verpassen. Offensichtlich war er kein Fan davon, so dass er durch Staffelgeschosse und z.T. sehr flache Satteldächer versuchte, die Wirkung eines Flachdachs zu erzeugen. In den Visualisierungen des Neumarkt-Gebäudes wurde übrigens auf die Satteldächer verzichtet. Schicksal?!

    @ YARU: Ich habe nichts gegen Mülheim, aber ein Späßchen wird man sich doch erlauben dürfen?
    Angenommen, Du kommst mit dem ICE aus dem schönen Dresden nach Kölle, dann landest Du mit hoher Wahrscheinlichkeit am Hauptbahnhof. Und ja, ich weiß, dass man da mit der S-Bahn und der U-Bahn ganz gut hinkommt. Aber aus Sicht eines Touristen ist Mülheim ab Hbf eine Randlage - im Gegensatz zum Gereonsviertel. Oder liege ich falsch?

    @ RainerCGN: Bin in Bayenthal zur Schule gegangen. War immer ne Randlage für mich ;)


    Und Mülheim....gehört das inzwischen zu Köln? Also Mülheim ist definitiv eine Randlage.

    Ich hoffe sehr, dass das oben gezeigte Eckhaus "Budengasse 1-3" seine alte Fassade zurückerhält. Mir hat das Gebäude immer sehr gut gefallen. Ein bisschen Hoffung macht die Gerüstwerbung, die auf einen Naturstein-Anbieter hinweist.

    @ Bau-Lcfr: Römische Häuser finden sich wirklich genug in Köln, geh mal in die Vorstätte ;) Da hat´s zahlreiche Römische Villen aus den 90er Jahren und Landhäuser im "mediterranem Stil". Ist nur Spaß.


    Ich kann abekoeln in vielen Punkten zustimmen. Auch ich bin der Meinung, dass man den Inneren Grüngürtel anstelle der Kleingärten mit gescheitem Wohnungsbau rondieren sollte. Die Kleingärten machen wahrscheinlich ca. 100 Leute glücklich, Wohnbebauung würde an gleicher Stelle sicher über 1.000 Menschen glücklich machen.


    Was die Qualität angeht: viele hier im Forum scheinen der Auffassung zu sein, dass alles, was Vorkrieg ist = gut ist. Bereits um die Jahrhundertwende (1900) haben sich allerdings Architekturkritiker über die unangemessene Bebauung der Kölner Ringe echauffiert. Vor allem der falsch zitierte Historismus stand auf dem Pranger, gerade auch die alte Oper hatte keinen guten Stand und galt vielen als schwülstig (Die neue Oper steht nun übrigens genau so lange wie die alte Oper: jeweils 56 Jahre).
    Bevor mich ein shit storm ereilt: mir gefallen die alten Häuschen ja teilweise auch, die Gründerzeit-Viertel wie Neuehrenfeld, Klettenberg oder das Agnesviertel sind toll und funktionieren noch heute sehr gut. Wohne ja schließlich selbst in einem Altbau…sogar mir Erker ;)


    Zu jeder Zeit wurde Schlechtes gebaut, daneben aber auch gute, vielleicht sogar herausragende Architektur. Für mich persönlich ist es entscheidend, ob eine architektonische Idee zu erkennen ist. Ein lange pensionierter Bauingenieur meinte mal zu mir, dass er sich wundere, wieviele der "Baracken", die sie in den 50er-Jahren geplant und notdürftig hochgezogen hatten, heute noch stehen würden. Da war die Idee, dass die Bauten provisorisch seien und nach 15 Jahren zurückgebaut werden. Der alte Mann ist nachwievor der Auffassung, dass die Bauten weg gehören, auch, weil die Grundrisse nicht angemessen sind, das waren schließlich Notbauten für Menschen, die kein Dach über dem Kopf hatten. In den Vorstädten (z.B. Lindenthal) wurde zur gleichen Zeit bereits eine ganz andere Qualität gebaut: Villen, die durchaus erhaltenswürdig sind. Und Opernhäuser bzw. Museen (z.B. Museum für Angewandte Kunst), die eine neue Zeit einleuteten und auch heute noch glänzen - Gebäude mit einer gut ablesbaren architektonischen Idee. Ich finde das spannend.


    Die Diskussion über Rekonstruktionen würde ich nicht so dogmatisch führen. Meist dreht es sich ja nur um den Stuck. Und Stuck ist Dekoration. Dekoration wiederum ist Geschmackssache und unterliegt der Mode. In der Nachkriegszeit hat man ihn abgeschlagen, heute wollen einige ihn wieder drankleben. Wo ist das Problem? Gut gemachter Stuck kann eine langweilige Fassade gliedern, was bei vielen Altbauten oftmals sinn ergibt (z.B. hohe Fläche zwischen Ladenlokal und erstem Stock). Für Oldtimer-Fahrer gilt übrigens: nur original ist genial ;)


    Gute Architektur findet sich auch bei neuen Wohngebäuden. Anders als bei den "hübschen Altbauten" gibt es aber keinen Konsens - den einen gefällt´s den anderen nicht. Hier ein Paar Beispiele, die mir gefallen: http://www.koelnarchitektur.de…/de/home/aktuell/2774.htm oder http://bauwatch.koelnarchitekt…uehrer/96.quartier_21.htm
    http://bauwatch.koelnarchitekt…gewerbehof_huhnsgasse.htm
    http://bauwatch.koelnarchitekt…rfuehrer/83.wohnwerft.htm


    Wow, bis hierhin gelesen? Danke!

    Ich bin bei dem Raffeisen-Gebäude gespannt, wie die neue Fassade gelöst wird. Die ersten Etagen beherbergen einen Hochbunker, der aktuell von der Glasfassade versteckt wird.

    Gute Nachricht für alle Freunde von Rekonstruktionen. Das Eckhaus an der Bismarkstraße/Kamekestraße ist derzeit eingerüstet.
    Im ersten und dritten Stock sind neue Fenster eingesetzt worden, die sich offenbar an die ursprüngliche Gestaltung des Gebäudes vor Nachkriegssanierung orientieren. Die Fenster sind nun deutlich höher, teilweise mit Rundbögen.


    Ich bin gespannt, ob die Fenster auch in den anderen Etagen ausgetauscht werden und inwieweit die Fassade verändert wird.


    So sah das Gebäude bislang aus: http://www.bilderbuch-koeln.de/Fotos/22450


    Und, sorry, wie kann ich hier Fotos einfügen?


    Du musst die Fotos bei einem Bilderhoster wie z.B. imageshack hochladen und dann die Bild-URL zwischen einsetzen (es gibt auch einen Button in der Befehlsleiste über deinem Textfeld). Du kannst das sehr gut nachvollziehen, wenn Du bei einem Beitrag mit Bild den Zitieren-Button betätigst.


    Dann nur noch die Quelle angeben ("Bild: xyz" z.B.), damit wir Mods wissen, dass keine Urheberrechtsverletzung vorliegt und fertig. Vorausgesetzt natürlich, Du hast das Urheberrecht oder der Rechteinhaber hat die Verbreitung freigegeben (als Pressemitteilung z.B.).


    Die Richtlinien für das Einbinden von Bildern findest du übrigens hier. rec

    Das Dreifaltigkeits-Krankenhaus an der Aachenerstraße in Braunsfeld wird derzeit aufwändig saniert, das Gebäude ist bereits eingerüstet. Die Front erhält eine dunkle Klinkerfassade und neue Fenster. Ausgehend von Ist-Zustand kann man hier wirklich überhaupt nichts falsch machen.


    Hier eine Info zu den Baumaßnahmen: http://www.dfk-koeln.de/aktuel…tigkeits-krankenhaus.html


    ....hier sollte eigentlich noch ein Foto vom aktuellen Zustand gezeigt werden. Im Netz findet sich aber kein Foto - offensichtlich einfach zu hässlich zum Fotografieren.

    Ich finde die Ausführung echt spitzenmäßig! Noch besser als die ursprünglichen Visualisierungen. Leider werde ich mir da wohl kein Büdchen drin leisten können, denn auch die Quadratmeterpreise sind spitzenmäßig. Totzdem, toll.

    @CGNRainer "Ich finde diese ständige Rekonstruktionsdebatten sehr ermüdent und ob gerade Sprossenfenster dem Gebäude so viel besser zu Gesicht stehen wage ich zu bezweifeln."


    Ich bin nicht zwingend ein Freund von Rekonstruktionen, schon in diesem Post hatte ich Verständnis für die aktuellen Pläne geäußert.
    Ich frage mich allerdings, ob man langfristig glücklich sein wird mit einer "zeitgeistigen" Lösung für die historische Fassade. Beim Hauptgebäude der Central Versicherung hat man den historischen Teil ja auch (ja, mit Sprossenfenstern) rekonstruiert und den Rest neu gebaut. Gelungen, wie ich finde: http://www.bilderbuch-koeln.de…4ude_teil_b%C3%BCro_39460

    Und bei der "denkmalgeschützten historischen Fassade" wird jetzt auf Sprossenfenster verzichtet?!


    Die Definition, welche Baubestandteile den Denkmalschutz umfassen erschließt sich mir nicht. Geht wohl nach dem Motto: was raus ist, ist raus. Wie sich die Veränderungen auf den Charakter des Gebäudes auswirken, ist offenbar nachrangig.

    Einerseits finde ich die Lage direkt am Ring ganz passend, schließlich geht es hier ja hauptsächlich um Amüsement - und Rund um den Rudolphplatz ist immer was los. Auf der anderen Seite: wer will sich nach einem verlustreichen Casino-Besuch auch noch von Betrunkenen auf die Lederschuhe kotzen lassen?
    Im Ernst, die Situation in diesem Teil der Ringe kann an Wochenenden schon mal heikel werden.


    Bei den anderen beschriebenen Objekten kann es m.E. nur um folgende gehen:


    Erftstr: http://www.bilderbuch-koeln.de/Fotos/170091 (vielmehr ist da nicht)


    KW-Ring: http://www.bilderbuch-koeln.de/Fotos/170091#1005 (wird gerade saniert)


    Hufeisengebäude im Gerling-Viertel: http://www.bilderbuch-koeln.de…zern_im_klapperhof_264159 (passt m.E. am besten)

    In Neuehrenfeld gab es in der Vergangenheit ein Paar wenige Rekonstruktionen bzw. Rettungen von Fassaden. Ich vermute dahinter wohlhabende und ambitionierte Eigentümer, die selbst im Haus wohnen.


    Bsp. 1
    Vorheriger Zustand im "Kölner Grau" (aber schon eingerüstet und mit neuen Fenstern):
    http://www.bilderbuch-koeln.de…tr_19_ehrenfeld_neu_73085


    Während der (energetischen) Sanierung:
    http://www.bilderbuch-koeln.de…hrenfeld_ottostr_19_98325


    Diese Aufnahme zeigt das Haus ganz rechts und lässt die aufwändige gelungene Sanierung erahnen (andere Fotos habe ich nicht gefunden im Netz):
    http://www.bilderbuch-koeln.de…uehrenfeld_ottostr_266328


    Bsp. 2
    Vorheriger Zustand (rechtes Haus!)
    http://www.bilderbuch-koeln.de…enkmal_konservator_274093


    Nach Rekonstruktion (in den 90ern?)
    http://www.bilderbuch-koeln.de…feld_landmannstr_29_71177


    Bsp. 3
    Eine "Fassaden-Rettung"
    Früher
    http://www.bilderbuch-koeln.de/Fotos/161479#281890


    Heute (nach den 90ern)
    http://www.bilderbuch-koeln.de…ubbelrather_str_221_87820


    In der Zeit hat sich nicht jeder für eine Erhaltung entschieden (und das, obwohl dieses Haus nachweislich schon damals unter Denkmalschutz stand:
    Früher:
    http://www.bilderbuch-koeln.de…enkmal_konservator_278385


    Heute:
    http://www.bilderbuch-koeln.de…feld_fridolinstr_70_86259

    Schon sehr erstaunlich, dass sich Behelfs-Klassenräume in Containern z.T. seit den 60er Jahren halten (z.B. Grundschule an der Nußbaumerstr.) und bei einem Justiz-"Palast" aus den 80er ein Abriss in Erwägung gezogen wird.
    Da wäre eine Unterbringung in Containern künftig wirklich konsequenter.


    Eine Verlegung in die Südstadt fände ich fatal, bietet sich dort doch endlich mal eine Innenstadtfläche mit Grünzug, in der man ein lebendiges Wohnviertel etablieren könnte. Stattdessen wäre dann der gesamte Grüngürtel, angefangen beim alten Justizzentrum, ummantelt mit öden Zweckbauten in denen die Mitarbeiter mitten in der Stadt Parkblick genießen. Verschwendung!


    Verschwendung auch von Steuergeldern - 90 Mio. Euro Steuergelder wurden für die Grundstücke ausgegeben. Das wurde den Bürgern dann als Investition verkauft. Mit einer Verlegung des Justizzentrums wird dieses Geld nicht mehr reinkommen. Die Adenauers wissen halt genau, wie es in Köln läuft.

    Das Delfter-Haus gehört zu den wenigen originalen Häusern der Altstadt. Es ist von 1620 und hat den Krieg mehr oder weniger gut überstanden. Wenn Du mal auf Bilderbuch-Koeln.de schaust, erkennst du aber, dass die Zinnen zum Rhein hin vor dem Krieg/oder der 30iger-Jahre-Sanierung nicht (mehr?) existierten.