Beiträge von T. W.

    Der dritte Bewerber, der die Pläne nicht originalgetreuer umgestalten wollte/konnte, hat laut der Märkischen Allg. Zeitung seine Beschwerde vor einigen Tagen zurückgezogen. Damit ist ein rechtliches Hindernis für den Landtagsbau beseitigt. Die beiden übrigen Entwürfe sollen nun übrigens kurz nach den Landtags- und Bundestagswahlen der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

    Link: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11…esentation.html

    Die Finanzierung des Stellabaus ist nach dem unten verlinkten Artikel der Westfälischen Nachrichten offenbar gesichert. Der Usrprungsentwurf sei allerdings "um 4.000 qm gekürzt", unter anderem durch ein abgespecktes Untergeschoß. Weiß jemand genauer, was wegfallen soll?

    Link: http://www.westfaelische-nachrichten.de/aktuelles/kult…er_Schloss.html

    Auch der Architektenvertrag mit Stella ist inzwischen laut Berliner Morgenpost unterschrieben.
    Link: http://www.morgenpost.de/printarchiv/be…rschrieben.html

    Ta-daa! - Neuigkeiten vom Schloß!

    Da mußte ich ja schon anfangen zu suchen, um diesen Thread wieder hervorzukramen.

    Die FAZ berichtet von einer Podiumsdiskussion gestern (war zufällig jemand da?), bei der HG Merz (Sanierung d. Staatsoper) die Entwürfe von Stella und Kuehn Malvezzi einmal mehr gegenübergestellt bzw. gegeneinander ausgespielt hat.

    Nach Meinung des Autors (A. Kilb) zielte Merz dabei aber mehr auf die vorgeschlagenen Lösungen zum Innenausbau ab, insbesondere auf die Problematik um den Großen Schloßhof. Stellas Vorschlag dürfte nach seiner Meinung gute Chancen haben, als Kompromiß umgesetzt zu werden.
    (scil.: Aus Kostengründen aber wohl ohne die Schloßhoffassaden, die im Kontrast mit den - so Kilb - "schmucklosen Kuben" gerade den Reiz des Stella-Entwurfs ausmachten.)

    In der weiteren Diskussion sei wieder stärker über die Fassaden gestritten worden. Diese Debatte ist der reinste Wiedergänger. :nono:

    Link: http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154…n~Scontent.html

    Neue Aufgabe für Philipp Oswalt

    Der wohl bekannteste Gegner des Berliner Schlossprojekts aus der Architektenschaft soll Chef des Bauhauses werden. Dazu veröffentliche Spiegel Online das verlinkte Interview.
    http://www.spiegel.de/kultur/gesells…,608850,00.html

    Philipp Oswalt hatte sich insbesondere gegen die Aktivitäten des "Fördervereins Berliner Schloss" um Wilhelm v. Boddien gewendet, teilweise allerdings mit Äußerungen, die über faire Kritik sehr deutlich hinausgingen.
    http://www.welt.de/print-welt/art…tschlosses.html

    Eine allerdings durchaus interessante, wenn auch natürlich kritische Begleitung des Schlossprojekts erfolgt unter Verantwortung P. Oswalts auf der Seite:
    http://schlossdebatte.de/

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    Nachtrag (23.02.09): Eine "Arbeitsgemeinschaft Schlossplatz" hat nun erneut angebliche "merkwürdige Auffälligkeiten" (sic!) beim Förderverein Berliner Schloß festgestellt. Es handelt sich letztlich um alte Vorwürfe (Vereinsname, Spendenpraxis). Begründung dafür, daß das DZI-Spendensiegel vor diesen Vorwürfen nicht schützt: UNICEF sei auch gemeinnützig, und auch da habe es Ungereimtheiten gegeben.
    Link: http://www.openpr.de/news/284719/Ba…geschaltet.html

    Treverer:
    Der Verzicht auf die Rekonstruktion der Fassaden des Großen Schloßhofes wurde schon kurz nach der Wettbewerbsentscheidung vom Bundesbauministerium gefordert, das damit freilich auch der Jury in den Rücken gefallen ist (siehe Beiträge #466 ff.).

    Die Überschreitung der Kostengrenze war zwar abzusehen. Ob die Berechnung des AIV belastbar ist, kann man aber wohl bezweifeln. Die Innengestaltung des Neubaus steht ja noch nicht fest, und auch die Details der Außenfassaden und die Materialien sind noch nicht im Detail bekannt.

    Ich gehe auch davon aus, daß Stellas Entwurf noch empfindliche Abstriche erfahren wird, weil der Mut zu einer konsequenten Umsetzung des Schloßprojekts fehlt (sonst würde man sowieso den Neubau "Schloß" nennen und nicht "Humboldtforum" - AvH würde sich im Grabe herumdrehen).

    Dekoratives Anführungszeichen

    Die Laves-Fassaden jetzt auf einen Neubau zu übertragen fände Ich unter allen Alternativen eigentlich die schlimmste. Für mich muss ein Landtagsbau zuallerserst ein Symbol sein, denn nur mit Symbolen repräsentiert sich eine (Staats)macht. Daher kommt ja auch der Wunsch nach symbolischer Transparenz in Form von Glas bei den Herren Bullidigern. Würde man die klassizistischen Fassaden nachahmen wäre das wohl die (symbolische) Bankrotterklärung unseres Landes.

    Natürlich kommt es letztlich drauf an, wie die Sache durchgeführt wird, aber ich kann einer Transparenzlösung grds. nicht viel abgewinnen. Wenn schon Symbolik, dann nicht so platt und unoriginell. Für mich sollte ein öffentlicher Bau in zeitloser Form repräsentieren. Das läßt sich mit klassizistischen Fassaden gut erreichen. Für die Symmetrie würde wohl ohnehin eine Frontfassade genügen. Die anderen Seiten dann modern zu gestalten und mit einer solchen Fassade zu verbinden, scheint mir angesichts der durch das ganze Land gehenden Rekonstruktionsdiskussionen auch nicht von gestern zu sein. Dagegen sollte die Mode der Glasfassaden allmählich mal zuendegehen.
    - Aber ich lehne mich als Ortsfremder hier zu weit aus dem Fenster!

    Dekoratives Anführungszeichen

    @T.W.: Der Oesterlen-Bau fällt finde Ich auch kaum auf, wenn man aus Richtung "Altstadt" kommt. [...] Das ist so aber auch von Oesterlen gewollt, da er den Portikus (über)betonen wollte und dessen optischen Eindruck nicht verändern wollte.

    Danke für die Klarstellung.

    Hallo Dortmund NEU: Danke für die Bilder. Ich kenne Dortmund nicht, aber es scheint wie in meiner Heimat Köln zu sein: unerträgliche Verluste und doch noch immer mehr schöne Ecken, als man erwarten würde. Das Ärgerlichste ist für mich die Austauschbarkeit der Nachkriegsbauten. Auf Deinen Bildern sieht man gut, welchen besonderen Charakter Dortmund durch die Vorkriegsbebauung hatte. Der dürfte alles in allem dahin sein.

    @ Schorse:
    Vielen Dank für die umfassende Klarstellung. Um das Leineschloß herum scheint es, gemessen an dem Übersichtsbild aus den 60er Jahren, noch Vorkriegsbausubstanz zu geben (oder zumindest in der Nachkriegszeit gegeben zu haben).

    Wenn man eine Bildersuche zum Landtag/Leineschloß macht, fällt auf, daß der Oesterlen-Anbau kaum abgebildet wird, meist aber der Portikus und der stehende Flügel des Schlosses. Außerdem scheint der Anbau recht kurz zu sein.

    Ein naheliegender Kompromiß wäre es daher nach meiner Ansicht, das Leineschloß wie usprünglich geplant zu ergänzen. Wenn der Oesterlen-Bau so erhaltenswert ist, könnte man lediglich die vordere Fassade ergänzen und im übrigen etwas Neues bauen, in das sich der Österlen-Bau integrieren ließe. (Vielleicht können auch die Wiederaufbaubefürworter dieser Flußwasserkunst mit so einem Vorschlag leben, da immerhin alte Pläne umgesetzt werden...)

    Mal wieder Neuigkeiten: Die Architektenschaft ist nach dem unten verlinkten Artikel bzgl. der Schloßrekonstruktion gespalten. Erst dachte ich: ach was! - seit wann sind in D. bei irgendwas alle einer Meinung.
    Dann fiel mir auf: Es geht um die A r c h i t e k t e n s c h a f t, deren Sprachrohr (BDA) doch das Recht auf eine moderne Lösung - gerade auf dem Schloßplatz - immer eingefordert hatte.
    Die öffentliche Diskussion hat mit stetem Tropfen also auch diesen Stein gehölt.

    Link: http://www.openpr.de/news/279626/Be…umstritten.html

    In der FAZ findet sich heute ein längerer Artikel von Dieter Bartezko, in dem er sich kritisch mit der nicht vollständig originalgetreuen Rekonstruktion des Potsamer Stadtschlosses auseinandersetzt. Die FAZ vertritt ja einen rekonstruktionsfreundlichen Standpunkt.

    Mit dem Artikel erweist sie dieser Sache aber einen Bärendienst. Denn immerhin geht es nach den Vorgaben des Bauherrn zuerst darum, einen funktionsfähigen Landtag zu erhalten, und erst in zweiter Linie um die - sicher wünschenswerte - Rekonstruktion eines Stadtschlosses. Es wäre doch Pech, wenn der Bauherr durch den Artikel "geläutert" wird. Dann erteilt er den Zuschlag im Sommer einem rekonstruktionsfreien Entwurf, weil das Original nach den Vorgaben ja leider nicht erreicht werden kann.

    Sonderbar (mal vorsichtig gesagt) ist schließlich auch die Aussage, es handle sich um das "Hauptwerk des Baumeisters Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff und Friedrichs des Großen". Sind das nicht die Baumeister des Weltkulturerbes Sanssouci? Entweder, ich habe da etwas nicht verstanden, oder es hat jemand anderes nicht ausreichend nachgedacht.

    Quelle: http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154…n~Scontent.html

    Stimme Timmi bei.

    Eine saubere Rekonstruktion braucht ihre Zeit. Wenn man auch die Innenräume nicht nur ganz bescheiden wiederherstellen will, sollte man m.E. besser in -zig Jahren rechnen (30 für den Anfang). Bei dem bisher angepeilten Fertigstellungsdatum wird mir eher mulmig zumute.

    Dasselbe gilt mit Blick auf den Kostenrahmen. Irgendwo habe ich eine Schätzung gelesen, daß eine vollständige Rekonstruktion des Schlosses € 20 Mrd. kosten könnte. Da keine weiteren Angaben gemacht wurden, läßt sich natürlich nicht absehen, wie belastbar diese Schätzung ist. Wenn man aber den jetzigen Kostenrahmen ansieht, ist für mich fraglich, ob damit im Inneren mehr als nackte, weiße Wände machbar sind.

    In jedem Fall stört, daß nach Verbauung von € 552 Mio. im Jahr 2013 alles vorbei und fertig sein soll. Realistischer wäre es, zu sagen: 2013 steht nach Verbauung von € 552 Mio. + X (aber nicht zuviel...) ein (hoffentlich) funktionsfähiges Museum mit noch nicht ganz gewisser Fassade, an dem (jedenfalls) die künftigen Generationen weiterbauen werden.

    Noch eine Aktualisierung:
    ddp meldet nun weitere Einzelheiten: Errichtung unter Beachtung der funktionalen Anforderungen eines LT mit 150 Abgeordneten für Berlin & Brandenburg, Plenarsaal im Mittelrisalit mit Süd-Ausrichtung (Fläche rd. 600 qm). Wegen des Raumbedarfs soll der Südflügel 10-20 m. tiefer werden, die Seitenflügel je 4 m tiefer in den Innenhof kragen.

    Allerdings kommen komplett historische Fassaden aus Sandstein und Zinkblechdach (Mitteschön begeistert), Investitionskosten 120 Mio. EUR, dafür Anmietung durch das Land für 30 Jahre, private Sammlung des Geldes für die Skulpturen.

    Quelle: http://www.ad-hoc-news.de/potsdam-bekomm…olitik/19982091

    Hoffentlich werden die Entwürfe ins Netz gestellt. Ein Wermutstropfen ist natürlich das Abweichen der jetzt favorisierten Lösung vom Original (denn so stand das Schloß da ja nie), aber man muß natürlich bedenken, welche Anforderungen der Bau erfüllen muß und daß das Statdtschloß mächtige politische Gegner hatte (und wohl noch hat). Der Neubau wird sicher zufriedenstellen.

    Gegenbeispiel für einen relativ modernen Schloßlandtag:
    http://de.wikipedia.org/w/index.php?ti…=20070415150942

    Oh, oh, was kann uns da in Potsdam entgangen sein...