Beiträge von T. W.

    Tja, scheint sich leider zu erledigen. Laut FAZ wird der Abriß fortgesetzt - Heimat- und Jugendstil hin oder her:

    https://www.faz.net/aktuell/fe…hussong-bau-17267522.html


    Hier gibt es noch weitere Informationen:

    https://www.baukultur-kaisersl…rojekte/drk-geb%C3%A4ude/


    Den Bebauungsplan gibt es hier:

    https://www.kaiserslautern.de/…nte-tp-ost-aend2_begr.pdf


    Das Neubauprojekt wird hier vorgestellt:

    https://www.iwg-kl.de/


    (Wenn die Seite das jetzt geplante Gebäude zeigt, möchte man heulen.)

    Die Lage ist sicherlich wichtig. Ich vermute, ohne Näheres zu wissen, dass die Architekten sich am bestehenden Justizzentrum orientiert haben. Das hat auch eine strenge Wirkung, aber es ergeben sich durchaus interessante Sichtachsen, wenn man durchläuft. Dennoch stimmt es auch, dass das Ende des inneren Grüngürtels insgesamt ausgefranst wirkt. Es dürfte schwierig sein, dort ein Stadtarchiv hinzustellen, das jeden überzeugt. Der jetzige Bau ist mir trotzdem zu dunkel und zu streng.

    Vielen Dank für die Photos. Das Gebäude sieht für mich aber eher trist aus - wie ein Sarg. In früheren Zeiten hätte man wohl auch durch bauliche Merkmale auf Besonderheiten der Stadtgeschichte hingewiesen. Aber das würde voraussetzen, dass diese bei Architekten und Betrachtern überhaupt bekannt ist, sonst kann man sich das natürlich sparen.

    Ich stimme cpcgn und pzkoeln zu. Man wird sich darauf einigen können: Egal welcher Entwurf es wird, es wird eine Schachtel. Der architektonische Anspruch ist erschreckend bescheiden. Insbesondere eine Auseinandersetzung mit anderer Kasinoarchitektur findet offenbar nicht statt. Dabei wäre eine originelle bzw. verspielte Lösung für Köln (Karneval) durchaus angebracht – warum also nicht gleich etwas von dem mondänen Glanz von Monaco, Las Vegas oder Macau (als Zitat) ins Rheinland holen? Die Entwurfsbauten könnte man dagegen – wahlweise – auch als Schauspielhaus, Stuttgarter Hbf oder gleich als Berliner Flughafen verwenden. Eine Auseinandersetzung mit dem baulichen Umfeld fehlt auch einmal wieder völlig (in Köln offenbar chronisch).


    Nach meinem unmaßgeblichen Eindruck wird in Köln erneut ein Tiefpunkt ästhetischer Gestaltung ausgelotet.

    Nachdem ich einige Zeit das DAF nur aus dem Off begleitet habe, möchte ich zum Erweiterungsbau des Wallraff-Richartz-Museums doch nochmal etwas schreiben.


    Ich stimme allen zu, die die Entwürfe neben dem Siegerentwurf für enttäuschend halten. Man muss seine Ansprüche schon sehr niedrig halten, um das, was bei diesem Wettbewerb herausgekommen ist, als anspruchsvolle Architektur anzuerkennen.


    Der Siegerentwurf selbst ist für mich jedoch ebenfalls eine Zumutung. Der Bau ist fensterlos, viereckig, nur durch waagerechte Linien gegliedert, hat keine Bezüge zur historischen Bebauung an diesem Ort (wobei das alles natürlich auch auf den Hauptbau zutrifft)...


    Die "Inspiration" durch das Gürzenich beschränkt sich außerdem wohl darauf, dass der Bau eckig ist und Naturstein verwendet werden soll. Warum wird überhaupt das Gürzenich zitiert, warum nicht gleich der Kölner Dom?


    Der Schriftzug mit den Stiftern auf Ebene des Erdgeschosses erscheint mir zuletzt als ziemlich abgedroschene Idee.


    Das ist jetzt mein persönliches Urteil, aber Geschmack gehört zur Architektur meines Erachtens dazu, auch wenn man drüber streiten kann.

    Tarsis: Danke für den Hinweis, korrigiert. Wenn Du meinen letzten Beitrag für verklärend hältst, wüßte ich schon gern, wie Du "Metropole" definierst.


    hoeppel: Die Bausubstanz fehlt nicht völlig, siehe meine Photos. Die ergänzenden Informationen zu Königsberg sind interessant, aber weiterhin kein Beleg dafür, daß die Stadt eine Metropole war oder ist. Der Vergleich mit Leipzig ist insofern unpassend, weil auch Leipzig kaum als Metropole bezeichnet werden kann. Eine Universitätsstadt zu sein, hebt Königsberg auch nicht heraus.


    Den Vergleich mit Bielefeld und Wuppertal meinte ich natürlich provokativ - aber Autobahnen und Flughäfen hatten und haben viele Städte in Europa, Königsberg hat andererseits keine Schwebebahn.


    Rexer: It's tragic indeed, in particular as regards the center of Kaliningrad/Königsberg. But consider how Breslau looks today, and how some other cities look like that still belong to Germany (e.g. Cologne, Mannheim, Kassel). In comparison, I think that Breslau is quite okay, and even Kaliningrad might be nicer than some German cities that were "reconstructed" after the war!

    Hallo Hoeppel,


    vielen Dank für die ergänzenden Informationen zu Königsberg. Allein, für die Bezeichnung der Stadt als Metropole dürften sie nicht reichen.


    Zugegebenermaßen ist der Begriff vage, und heute steht inflationär in fast jeder Werbung für Städtereisen, man besuche eine Metropole. Bei Städten mittlerer Größe ist das m.E. aber völlig unangemessen, ja wirkt zum Teil sogar abstrus: Wie gesagt, ist das Vorkriegs-Königsberg von der Größe her mit Städten wie Wuppertal oder Bielefeld (heute) zu vergleichen. Wer käme da auf die Idee, von Metropolen zu sprechen (zumal bei einer Stadt, die es angeblich gar nicht gibt...)


    Natürlich hatte Königsberg immer schon eine weitaus höhere regionale Bedeutung als diese beiden Städte. Das ist einerseits unbestritten, dürfte andererseits aber nicht ausreichen. Von einer Metropole sollte man nur bei Städten sprechen, die über ihre regionale Bedeutung hinaus internationale Zentren von Politik, Wirtschaft o.ä. sind. Eine solche Stadt gibt es im ganzen ehem. deutschen Osten nicht. Die nächsten Städte, die man als Metropole bezeichnen könnte, sind Berlin oder vielleicht Riga.

    Sorry wegen der längeren Pause. Die Arbeit hat mich abgehalten.


    Außerhalb der größeren Ortschaften gibt es verstreute Siedlungen, die oftmals aus vielleicht fünf bis zwanzig Häusern bestehen (immer ähnliche Häusertypen).




    Ein etwas größerer Ort auf der Fahrt war Jantarnyj (Palmnicken). Hier ein Bild von dem Denkmal am Ortseingang:



    Wie einige Orte im nördlichen Ostpreußen hat auch dieses Dorf noch mehrere Blöcke mit kleinen Einzelhäusern oder Doppelhaushälften, die vor dem zweiten Weltkrieg errichtet worden zu sein scheinen. Sie sind hier in keinem sehr gepflegten Zustand.



    Der Ort scheint wegen des nahen Bernsteintagebaus aber relativ wohlhabend zu sein. Die in den 1890er Jahren errichtete Kirche ist tadellos renoviert, ebenso die umliegenden zentralen Gebäude des Dorfes.




    Orte, in denen es nichts besonderes gibt, sind dagegen oft stark heruntergekommen. Das folgende Bild ist aus einem kleinen Dorf mit dem Namen Romanowo (dtsch. Pobethen) auf dem Weg nach Cranz zeigt nur die Kirche, die die Sowjetzeit in sehr schlechtem Zustand überdauert hat, ebenso wie der ganze Ort.



    Mittlerweile werden auf dem Land übrigens auch neue orthodoxe Kirchlein gebaut. Sie sind häufig rund und blau:



    Diese kleine Kirche steht unweit von Swetlogorsk (Rauschen), das heute als Wohn- und Ferienort neben Selenogradsk (Cranz) sehr beliebt ist. Cranz verfügt übrigens interessanterweise seit einiger Zeit auch wieder über ein deutsches Ortsschild. Ich war leider nur kurz durchgefahren, dabei fielen mir aber einige schön restaurierte Häuser auf:



    Auch die Kirche ist offenbar in gutem Zustand:



    Am Ortsrand gibt es eine auffallend umfangreiche Bautätigkeit von Investoren, die in großem Umfang Wohn- bzw. Urlaubs-Appartements errichten:




    Auch hier erinnert vieles vom Aussehen entfernt an die deutsche Bebauung (die freilich tlw. in Sichtweite verfällt).


    Demnächst werden Bilder von der Kurischen Nehrung und Memel (Klaipėda) folgen.

    ^ Schöne Bilder und interessante Infos. Aber warum nicht in der Galerie?


    Danke. Der Thread ergänzt den Kaliningrad/Königsberg-Thread, der auch nicht in der Galerie ist. Ich möchte es allen Interessierten am Kaliningrad Oblast ermöglichen, den Thread schnell zu finden und ihn um weitere Informationen zu den gezeigten Orten oder andere Kommentare zu ergänzen. Da gibt es sicher einige, die was beitragen können.


    Wenn ich hier länger der einzige bleiben sollte, der Beiträge postet, kann der Thread aber auch gern in die Galerie verschoben werden.

    Oblast Kaliningrad (Land)

    Hier mein neuer Thread für Bilder aus dem nördlichen Ostpreußen, v.a. aus dem Oblast Kaliningrad. Der alte Kaliningrad-Thread erscheint mir zu sehr auf die Stadt zentriert zu sein, als daß die Bilder dahinein passen.


    Diese Region bildet mit dem südlichen Ostpreußen, das heute in Polen liegt, kulturhistorisch eine Einheit. Wer heute über die Grenze fährt, meint aber tatsächlich, in ein anderes Land zu kommen: Das nördliche Ostpreußen ist nur noch dünn besiedelt. Bei einer Fläche von etwa der Größe von Schleswig-Holstein hat es nur ca. 1 Mio. Einwohner (Schleswig-Holstein: 2,8 Mio.). Die größten Städte sind Kaliningrad (420.000 einwohner), Sowetsk (Tilsit, 43.000 Einwohner) und Tschernjachowsk (Insterburg, 41.700 Einwohner). Ansonsten sind noch die Badeorte Swetlogorsk (Rauschen) und Selenogradsk (Cranz) beliebt. Das Militär unterhält einen großen Standort in Baltisk (Pillau), wo die russische Baltische Flotte liegt. Viele kleine Orte sind dagegen kaum noch besiedelt. Da die meisten Felder brachliegen, wirkt das Land naturbelassen, teilweise aber auch öde.


    Eine besondere Situation besteht im nördlichen Teil des nördlichen Ostpreußens, dem Memelland. Da es seit 1923 (abgesehen von 1939-45) litauisch ist, hat es sich anders entwickelt. Dort fühlt man auch noch recht stark eine Verbindung zur deutschen Vergangenheit, denn die Litauer verwenden noch die alten litauischen Ortsbezeichnungen der ostpreußischen Städte, etwa auf Schildern (z.B. “Tilse” für Tilsit). Ich nehme das Memelland in diesen Thread mal großzügig mit auf, obwohl es nicht zum Oblast gehört.


    Ich habe bei meiner Fahrt weder Tilsit noch Insterburg gesehen, allerdings Pillau, Palmnicken, sehr kurz Cranz und Rauschen, und natürlich Memel (Klaipėda).


    Hier zunächst Bilder der Strecke von Kaliningrad nach Baltisk, dem früheren Pillau. In der Landschaft sieht man hin und wieder kleine Häuschen und, bevor man auf die Straße nach Baltisk abbiegt, einen markanten Aussichtsturm o.ä.:



    Baltisk selbst ist Sperrgebiet und kann nur mit spezieller Zutrittserlaubnis angefahren werden. Der Ort besteht heute aus zwei Teilen: dem alten Teil mit dem Hafen und einem neueren im Landesinneren mit Wohnsilos und neueren Militärbauten. Hier Bilder vom alten Teil.


    Das Wahrzeichen ist der von Schinkel erbaute Leuchtturm (mit dem neuen Denkmal von Peter d.Gr.):



    Neben diesem steht ein altes Gasthaus, das wie vor dem Krieg “Zum Anker” heißt. Es ist ein ganz typischer schlichter Bau, wohl aus den 20ern:



    Der alte Ortskern ist leider weitgehend weg. Es sind aber noch einige militärisch genutzte alte Gebäude vorhanden:



    Dicht am Ortskern befindet sich auch eine Kaserne mit einem auffallenden Wasserturm:



    Ferner gibt es noch eine schwedische Festung im Ort:



    ... und deutsche Bunkeranlagen:


    Morgen eröffne ich den neuen Thread zum nördlichen Ostpreußen. Hier noch zwei Bilder von Kirchen in Kaliningrad, die nicht richtig in den Zusammenhang oben gepaßt haben.


    Die ehem. Kirche "Zur heiligen Familie" (heute Philharmonie) wird gerade restauriert:



    Die ehem. St. Adalbert-Kirche in Amalienau habe ich nur kurz im Vorbeifahren gesehen (und schlecht photographiert, sorry) und dann nicht mehr wiedergefunden. Sie enthält heute ein Forschungsinstitut:



    Und zum (endgültigen) Abschluß ein Bild von Börse u. Dom aus einer etwas ungewöhnlich niedrigen Perspektive:



    Der Dom scheint hier recht nah hinter der Börse zu stehen (auch, weil es zwischen beiden Bauwerken keine Gebäude mehr gibt). Dies ist aber in Wirklichkeit nicht der Fall. Er steht wohl 100-300 Meter weit entfernt.


    Vielen Dank allen Interessierten!

    So, hier wie angekündigt die Bilder von einigen Stadttoren und anderen sehenswerten Bauten, die man sieht, wenn man einen Ring entlang um das Stadtzentrum fährt. Zunächst das Sackheimer Tor, das noch nicht restauriert ist (beachte die abgeschlagenen Statuen über dem Torbogen):



    Von dort ist es nicht weit zum Königstor, das bereits restauriert wurde (wie zuvor ein Schnappschuß aus dem fahrenden Wagen):



    Hier noch eine Detailansicht desselben Tors.



    Auf der Straße vom Königstor zum Oberteich lockert die Bebauung auf, ohne ihren großstädtischen Charakter zu verlieren. Links der Straße sieht man bald die noch militärisch genutzte Kronprinzen-Divisions-Kaserne:



    Rechts befindet sich dann, von Bäumen umgeben, direkt gegenüber die Grolman-Bastei:



    Neben der Divisions-Kaserne stehen auf der linken Seite leider wieder einige unvermeidliche Plattenbauten, und zwar diesmal besonders graue:



    Auf der rechten Seite ist ein bewaldeter Damm. Nach vielleicht fünfiz Metern erreicht man dann eine große Straßenkreuzung. Auf der linken Seite dieser Kreuzung schließt sich ein Platz an, dessen Rückseite von der Kaliningrader Wodkafabrik ausgefüllt wird, welche auf dem folgenden Bild von Bäumen gnädig verdeckt ist (insb. rückseitig stark verfallen, z.T. Ruine).



    Rechts von der Kreuzung befinden sich das Roßgärter Tor...



    ...und anschließend, bereits am Oberteich (aber von diesem durch einen kleinen Wall getrennt) der Dohnaturm, ein gewaltiger Turm der Stadtbefestigung:



    Wenn man am Gelände der Wodkafabrik (links) bzw. Dem Oberteich (rechts) ein kurzes Stück entlangfährt, erreicht man schon den Markt von Kaliningrad. Diesen habe ich leider nicht photographieren können, sondern nur – schnappschußmäßig - einen daneben stehenden Nutzbau:



    Wenn man hier links abbiegt, erreicht man bald den Hansaplatz und in der Verlängerung das Haus der räte und den Dom.


    Habe ich was vergessen? Ja, richtig: das in jedem Reiseführer gezeigte Brückenwärterhäuschen (östlich vom Dom u. nördlich des Leninskij Prospekts am Pregel). Hier ist es:



    Und damit endet mein Beitrag zum frühern Königsberg - Kaliningrad.


    In etwa 2 Wochen möchte ich einen Thread zum nördlichen Ostpreußen außerhalb von Kaliningrad eröffnen. Dort werden sich natürlich keine spektakulären Bilder finden. Die Photos werden aber beispielhaft Bebauung einiger kleiner Ortschaften im Kaliningrad Oblast und Memel (Klaipėda) zeigen und sollen die Bilder von Kaliningrad in einen größeren Kontext einfügen.

    Nun der ehem. Südbahnhof, der heute die Funktion des Hauptbahnhofes hat. Es handelt sich um eine größere Bahnhofsanlage mit Haupt- und Nebengebäuden, das vor der 750-Jahrfeier der Stadt umfassend saniert wurde. Ich habe nur den 1929 eröffneten Passagierbahnhof (heute: Bahnhof Kaliningrad Passaschirski) photographiert.


    Hier das Eingangsportal:



    Wer über die alten Straßenbahnschienen vor dem Eingang stolpert, kann auf einem alten Gullideckel landen (Alte Gullideckel finden sich überall in dieser Stadt... - wie heißt sie noch gleich?):



    (Ach ja, und es ist nun ja wohl klar, daß Preußen noch lebt!)


    Die Empfangshalle wurde mit repräsentativen Lüstern ausgeschmückt:



    Die Erwartungsfreude von Berlinreisenden steigt auf dem Weg zu den Gleisen sicher spürbar an, wenn sie das Schild lesen...



    Auf dem Bahnsteig muß man dann u.U. Feststellen, daß der Zug wohl schon abgefahren ist:



    Das kann schon deshalb leicht passieren, weil alle Bahnhofsuhren des russischen Riesenreiches nach der geltenden Regelung die Moskauer Zeit anzeigen, während die Züge natürlich nach lokaler Zeit abfahren.


    Abgesehen von dieser Besonderheit erlebt man selten so einen großen, öden Bahnhof, der noch in Betrieb ist. Neben den – meines Wissens täglichen - Zügen nach Deutschland (mitteleuropäische Normalspur) fahren übrigens v.a. Regionalzüge ins Samland hier ab, aber auch Züge nach Rußland (jeweils Breitspur).

    Zwischenspiel: Nachfolgend noch einige Bilder von Wohnbebauung in der übrigen Innenstadt östlich des Hansaplatzes (Platz des Sieges), bevor es mit dem Südbahnhof und den Stadttoren weitergeht.


    Auf dem Rückweg von Amalienau bin ich vom Leninskij Prospekt (testweise) zwischen Hansaplatz und dem ehemaligen Schloßplatz nach rechts abgebogen. Und siehe da, zwischen stillen Zweckbauten die ehemalige Augenklinik der Universität:



    Heute sind darin offenbar Wohnungen, ebenso wie in einigen daneben stehenden Komplexen, die ebenfalls zur Universitätsmedizin gehört haben könnten. Beispielhaft ein weiteres Bild:



    Es scheint, daß die Verluste an Altbauten besonders die normalen Stadthäuser betreffen (von denen in den zerstörten Vierteln nur ganz vereinzelt welche verstreut stehengeblieben sind):



    (Nahe der Jugendstil-Stadthalle)



    (An der Luisenschule, eher ein Verwaltungsgebäude o.ä.)



    (Am Sackheimer Tor)


    Dagegen sind nach meinem Eindruck relativ viele große und repräsentative Gebäude (abgesehen von der Gegend unmittelbar um den Dom) stehengeblieben, wenn auch als Wohnhäuser umgenutzt. Das überrascht eigentlich, weil ja gerade solche Gebäude vom sowjetideologischen Standpunkt her oft problematisch waren (zu “feudal”). Weiteres Beispiel:



    (Zwischen Börse und Brandenburger Tor am Leninskij Prospekt)


    Nur damit keine Mißverständnisse aufkommen: Es bleibt natürlih dabei, daß in den zerstörten Vierteln östlich vom Hansaplatz (hin zu Dom, Börse etc.) natürlich die Plattenbauten absolut stadtbildprägend sind . Als Ergänzung zu den Bildern aus meiner ersten Serie oben noch ein Bild vom Moskovskij Prospekt, der zweiten großen Verkehrsachse, die den Lensinskij Prospekt kreuzt:


    So, nachdem ein paar Probleme mit dem Zugriff auf meinen Image Host behoben sind, können wir nun die Tour durch Königsberg fortsetzen.


    Wir biegen hinter der Luisenkirche mit einem letzten kurzen Blick auf die weiterführende Straße...



    ....nach links ab und kommen in ein ruhiges Villen- und Wohnviertel (ehemals) namens Amalienau.



    Mit seinen kleinen Plätzen und ruhigen Seitenstraßen wirkt es ähnlich wie bspw. Dresden-Blasewitz.



    Typisch für die Altbauten sind hier Tontafeln neben der Tür, die auf den Namen des Hauses und das Jahr der Erbauung hinweisen:



    In diesem Viertel ist alte und neue Architektur harmonisch verbunden. Bei diesem Gebäude erscheint es mir schwierig, die Bauzeit zu bestimmen:



    Einige – auch größere - Gebäude sind noch nicht restauriert.



    Insbesondere bei kleineren wirkt dies durchaus malerisch:



    ...und bisweilen auch ein bißchen verträumt:



    Die Sanierung dieser Gebäude ist aber gewiß nur eine Frage der Zeit, wie sich aus den vielen frisch restaurierten Bauten schließen läßt:



    Neben repräsentativen Wohnhäusern, die nach Fertigstellung oder Sanierung häufig ein kräftig farbiges Dach ziert...



    ...und die durch Zäune und Wachthäuschen gesichert sind,



    ...gibt es auch verschiedene kleinere - ebenfalls z.T. schon sanierte -...



    ...und natürlich auch etwas größere Mehrfamilienhäuser aus der Sowjetzeit:


    Dies war wegen der Nachkriegsgeschichte des Stadtteils übrigens zu erwarten: Die Häuser in dem Viertel wurden in kleine, preiswerte Sozialwohnungen aufgeteilt.


    Auch zuvor gab es aber immerhin schon Häuser für das nicht ganz so reiche und kleinere Bürgertum:



    Heute werden viele Häuser für einzelne Nutzer und Familien hergerichtet, wie man auf den Bildern oben sah. - Wer also wohl heute hinter diesen Wänden hier wohnt?...



    Nächstes Mal werde ich die verstreuten übrigen Bilder aus Kaliningrad einstellen, die ich auf dem Rückweg in dem Viertel südlich des Leninskij Prospekts (z.B. Augenklinik) und am Rande der Innenstadt (Südbahnhof, Stadttore) gemacht habe.