Beiträge von Aleon

    Ich gebe Dir Recht. Der aktuelle Zustand ist natürlich unbefriedigend und ich plädiere nicht für ein Beibehalten. Es ist jetzt eine Fußgängerzone und das ist auch der Grund, warum es Nachts (und tagsüber leider auch vielfach) sehr verlassen ist - es fehlt das städtische Leben.


    Mir geht es auch nicht darum Dortmund mit Paris zu vergleichen, sondern darum, was einen gut funktionierenden, zeitlosen und schönen Boulevard ausmacht. Den gibt es in vielen Europäischen Städten in groß und klein. Solche Boulevards zeichnen sich durch ein funktionierendes Miteinander der Verkehre aus sowie eine Mischnutzung der anstehenden Häuser. Der Raum wird dann durch regelmäßige Baumreihen geordnet und in Bereiche für Fußgänger, Autofahrer und zukünftig auch Radfahrer geteilt. Es kommt dort nicht zu einer Zonierung in entweder Autostraße oder Fußgängerzone. Und genau diese Konzeption einer großzügigen Stadtraße hat den Vorteil gegenüber Zonen, dass sie städtisches Leben bzw. urbanität hervobringt und daher äußerst attraktiv ist. Solche Straßen sind ebenfalls beleuchtet. Ob das nun mit einzelnen Laternen, hist. Kandelabern oder einem Lichtband, also einer zusammenhängenden Beleuchtugnsanlage, realisiert wird ist dabei nebensächlich.


    Genau diese Merkmale hat man bei der (südlichen Kleppingstraße) angewendet und das mit großem Erfolg. Dort ist Urbanität entstanden ganz ohne Triumphbogen oder Prachtbauten. Im Fußgängerbereich (Bürgersteig) hätte auch ein Lichtband sein können anstatt der Laternen - das ist letztlich unerheblich.


    An solchen best practice Beispielen hätte man sich orientieren können. Von mir aus auch mit Lichtband, Brunnen und Wasserlauf.


    Das man stattdessen ein Gestaltungsexperiment solcher Größe durchführt kritisiere ich.


    Hinzukommen was Dortmund angeht drei weitere Punkte:


    1. Fußgängerzonen brauchen hohe Passantenfrequenzen um attraktiv zu sein. Da in Dormtund bereits die halbe Innenstadt eine solche Zone ist und der Westenhellweg als wichtigste Fußgängerstraße parallel zur viel breiteren Kampstraße verläuft, ist kaum mit einer besonders belebten bzw. urbanen Kampstraße zu rechnen.


    2. Das Konzept Fußgängerzone ist in den letzten Jahren in Schwierigkeiten gekommen, weil der Onlinehandel zugenommen hat. Das ist auch in Dormtund ein Thema. In anderen Städten wird bereits darüber diskutiert Fußgängerzonen wieder zu gemischt genutzten Stadtstraßen umzubauen. der sog. Boulevard Kampstraße wurde vor dieser Entwicklung geplant. Warum reagiert man jetzt nicht darauf?


    3. Ist Dormtund zwar an vielen Orten, insbesondere den Stadterweiterungen der Jahrhudnertwendezeit eine tatsächlich urbane und attraktive, oft sogar schöne Stadt. Auch der Phönix See ist vermutlich eine der - wenn nicht sogar die - beste/n Stadtplanung dieser Größenordnung in Deutschland in den letzten Jahren (auch wenn viele behaupten das sage mehr über die Qualität unserer Stadtplanung als die des Sees aus). Das Aushängeschild einer Stadt bleibt aber immer ihr Zentrum und dort gibt es in Dormtund erhelbliche qualitative Defizite. Das festzustellen hat nichts mit "Dormtundbashing" zu tun, sondern ist eine realistische Bestandsaufnahme. Auch als Lokalpatriot kann man sich dazu einmal durchringen. Vor diesem Hintergrund plädiere ich für eine Gestaltung und Mischnutzung der Straße im Sinne eines echten Boulevards, wie es ihn hunderfach gibt, nicht nur in Paris, sondern mit der südlichen Kleppingstraße auch in Dortmund.


    Auf erfolgreiche Konzeptionen zurückzugriefen halte ich keineswegs für eine veraltete Denkstruktur. Ein moderner Boulevard kann ja gerne entsprechende Laternen (Lichtbänder), Pflaster, Bänke, und verrückte oder minimalistische Brunnen haben. Für das jetzt stattfidnende Experiment ist Dormtund meiner Mienung nach aber der falsche Ort.

    Die genannten gemischten Stadtquartiere befinden sich nicht neben den Fußgängerzonen. Aber gibt es neben letzteren überall Lichpromenaden usw.? Außerdem hast Du eine Fußgängerzone quasi zur Voraussetzung für Wohnen in der Innenstadt erklärt.


    Und wie gesagt, ich würde gerne mal ein erfolgreiches Beispiel einer vergleichbaren Planung sehen. Kennst Du eins? Wo ist das? Und wenn es das nicht gibt, glaubst Du Dortmnd hat es nicht nötig sich an best practice Beispielen zu orientieren? Warum nicht?


    Sein wir doch mal ehrlich, Städte zu zonieren war nicht besonders erfolgreich, weil es kein städtisches/urbanes Leben schafft. Tagsüber ist eine Fußgängerzone voll und nachts nahezu ausgestorben. Das gleiche gilt für auomobilorientierte Straßenplanung - tagsüber voller Autos, nachts gähnende Leere (siehe Wallring). Was Du alles aufzählst sind doch bislang nur Hoffungen oder wo sind das studentische Leben und die Außengastronomie jetzt? Ein Haus mit Mikroapartments für Studenten macht noch längst kein studentisches Leben. Und seit wann gibt es Außengastronomie nur in Fußgängerzonen? Auf dem Champs-Élysées fahren täglich 60.000 Autos und trotzdem werden die Leute lieber dort ihren Kaffee trinken als auf der Kampstraße.


    Gegenüber dem jetzigen Zustand wird es sicher eine Verbesserung sein, aber es bleibt ein Experiment. Im ganzen Land wird darüber diskutiert, dass Fußgängerzonen in der Innenstadt in der Krise sind, weil der Onlinehandel so boomt. Anstatt darauf zu reagieren wird in Dortmund die größte neue Fußgängerzone (übrigens keien verkehrsberuhigte Zone) in der Republik seit den 70er Jahren umgesetzt, die auch noch vor über zehn Jahren geplant worden ist.


    Es ist ja in Ordnung, dass Du das gut findest. Aber dass Du Kritik nicht gelten lassen möchtest oder Dich nicht versuchst sachlich damit auseinander zu setzen sondern persönlich wirst, finde ich sehr schade. Dafür ist das Forum doch da. Darüber hinaus sehe ich nicht an welcher Stelle ich ganz generell "Wasserläufe, Brunnen, alte Bäume, Gastronomie, Außengastronomie, studentisches Leben inmitten der Innenstadt, Dortmund, die in Dortmund lebenden Dortmunderinnen und Dortmunder sowie Städte, die auf irgendwelchen Listen der abgehängten Regionen landen" kritisiert oder schlecht gemacht habe. Da Gegenteil ist der Fall. Meine Kritik galt ausschließlich der Planung für die Kampstraße. Persönliche Anspielungen ("Mami und Papi") finde ich hier auch fehl am Platz. Beschränk Dich doch bitte auf Inhaltliches.

    Wasser, alte Bäume, Lichtpromenade(was ist das eigentlich?) sind doch alles nur irgendwelche Schalgworte oder Marketingsprech. Das muss dann auch in eine sinnvolle Gestaltung gebracht werden und nicht irgendwie zusammgerührt.


    Ist ja nett, dass da jetzt das Basecamp gebaut wird. Hast Du Dich mal umgeschaut was andernorts gebaut wird? Willst Du das Basecamp als archtektonisches oder investives Highlight verkaufen? Ja, da baut nach Jahren des Wartens jetzt endlich mal einer ne Bude hin, in der dann Studenten in überteuerten 1-Zimmerwohnungen leben. Damit kann man gutes Geld machen. In den meisten Städten, die nicht auf irgendwelchen Listen der abgehängten Regionen landen, wurden solche Vorhaben ausschließlich außerhalb der Innenstädte, meistens sogar am Stadtrand gebaut. In Dortmund muss man das halt direkt am wichtigsten Denkmal der Stadt hinnehmen, weil man dort nichts besseres bekommt.


    Die nördliche Kleppingstraße ist tatsächlich eine Fußgängerzone, zumindest ein ganz kurzes Stück. Dieses kurze Stück ist aber nicht die größte und längste Straße mitten durchs Zentrum.


    Ich würde hier gerne inhaltlich diskutieren, aber auf Aussagen mit "alte Leier" und "vielmehr verharrst du in veralteten Strukturen und Denkweisen" würde ich gerne verzichten. Die bringen niemanden weiter.

    ^^


    Hier muss ich kurz polemisch werden und zur Ironie greifen: Deine Visu vom "Boulevard" zeigt leider genau das Probelm, einen grauselig geplanten Raum. Dass das in Dormtund so nicht gesehen wird, spricht Bände über die Verantwortlichen in der Stadt. Nur weil hier eine "neue" Gestaltung ausprobiert wird, bedeutet noch längst nicht, dass Fortschritt stattfindet. Kennst Du ein vergleichbares und erfolgreiches Beispiel? Daran wäre ich sehr interessiert. Zeig doch mal ein Foto.


    Bzgl. alte Denkmuster: Wenn die ganzen alten europäischen Stadtboulevards so wahnsinnig von gestern sind, warum halten sich da täglich so viele Menschen so gerne auf? Oder glaubst Du die kommen bald alle nach Dortmund, weil die Kampstraße demnächst in einem Atemzug mit dem Champs-Élysées genannt wird. Aber ich denke Dortmund hat es auch gar nicht nötig sich schöne Stadträume zum Vorbild zu nehmen. Die Dortmunder Stadtverwaltung ist in gestalterischen Fragen schließlich schon lange Avantgarde. In welchem Kunstgeschichtsbuch wird sie nicht genannt? Eine "Lichtpromenade" ist ohnehin der letzte Schrei. Und da Dortmund deutschlandweit - ach was sage ich - weltweit als schöne Stadt bekannt ist, kann man sich solche Gestaltungsexperimente ja leisten. Und wer es wagt das zu kritisieren ist halt von gestern. Inhaltlich will man sich der Kritik lieber nicht stellen.


    Außerdem, seit wann kann man in einer Stadt nur dann Wohnen wenn vor der Tür eine Fußgängerzone mit Lichtband verläuft. Mein Eindruck war zuletzt, dass in Fußgägngerzonen eher wenig gewohnt wird, wohingegen gemischt genutzte Stadtstraßen häufig sehr beliebt sind. Aber vielleicht habe ich mich in den beliebten Berliner Kiezen oder in Münschen Schwabing, dem Frankfurter Nordend oder Köln Ehrenfeld einfach nicht genau genug umgeschaut, um die ganzen Fußgägngerzonen nebst Lichtpromenaden zu entdecken. Zum Glück hat das die Dortmunder Stadtverwaltung gemacht. Da muss man sich ja um die Stadt keine Sorgen mehr machen.

    Im Übrigen ist die Realisierung doppelt bitter, weil ausgerechnet die Kleppingstraße, die zur gleichen Zeit und mit dem gleichen Gedanken wie die Kampstraße nach dem Krieg als Autoschneise durch die Innenstadt geschlagen wurde, doch als lokales Beispiel hätte dienen können. Die Kleppingstraße wurde mit großem Erfolg zu einem echten Boulevard umgebaut. Die dort realisierte Freiraumgestaltung ist so gut gelungen, dass die architektonische Mittelmäßigkeit der anstehenden Häuser kaum mehr wahrzunehmen ist. Anstatt sich bei solchen erfolgreichen Beispielen einen Scheibe ab zu schneiden, wird nun so ein Firlefanz realisiert.

    Wo wird denn da ein Boulevard gebaut?

    Dass diese Mittelstück des sog. Boulevards nun nach so vielen Jahren umgesetzt wird halte ich für einen sehr großen Fehler. Die Kampstraße ist heute eine große klaffende Stadtraum-Wunde in der Innenstadt - ein riesiger toter Raum. Was das Wort Boulevard mit der Planung zu tun hat bleibt wohl ein Rätsel. Scheinbar waren die Beiteiligten noch nie in Paris oder haben Bilder des Walls vor dem Zweiten Weltkrieg gesehen. Das sind und waren Boulevards mit echter Funktion und Aufenthaltsqualität und einer Gestaltung, die nicht alle 20-30 Jahre erneurt werden muss. Welche Funktion soll denn dieser Raum haben? Wir haben heute mit sinkenden Fußgängerzahlen in der Innenstadt zu kämpfen und machen nun aus der größten Straße der Innenstadt die näcfste Fußgängerzone. Anstatt diese Straße als gemsicht genutzte Stadtstraße mit zeitloser Gestaltung dauerhaft zu einem echten großstädtischen Boulevard umzubauen, wird dort eine Freiraummode von vor 15 Jahren realisiert. In spätestens 20 Jahren werden wir dann wieder dort stehen um die Planungsfehler von vor 20 Jahren zu beseitigen. Man kann nur hoffen, dass bis dahin ein Lernprozess stattfindet. Schade für Dortmund, eine Stadt, die bessere Qualität so dringed nötig hätte.

    Ich finde, dass die Meldungen im Internet dazu undurchsichtig sind. Es gibt zwar auf Straßen NRW die Info zu den Planungen, die allerdings ruhen, auf der anderen Seite wird auf der Seite der Initiative B1 Plus über einen Planungsdialog von Oktober 2018 berichtet, indem es um Planungen der B1 geht, die mit einem Autobahnausbau nichts zu tun haben. Dort ist sogar von Alleesanierung sie Rede.


    Vl, kann der sehr kundige Kreuzviertel genaueres zum Stand der Dinge berichten?

    Welches sind denn die treibenden Kräfte bzw. Akteure hinter diesem Ausbau? Ist die Stadt Dormtund daran beteiligt? Oder machen das ein paar Verkehrsplaner in Düsseldorf und Berlin?

    Leider keine Panikmache, sondern bittere Realität! Immer wenn Stadt und Land von "dem B1 Tunnel" sprechen, ist damit eigentlich die zur Autobahn A40 umgewidmete B1 gemeint, die aber nicht zwischen B236 und Wittekindstraße komplett unterirdisch verlaufen soll. Dagegen müssen wir Dortmunder Bürger uns wehren!


    Könntest Du das bitte mit Quellen verifizieren. Ich habe dazu nirgends eine Meldung finden.


    Den Ausbau zwischen A1 und B236 halte ich für ebenso unnötig wie katastrophal. Hat das wirklich die Stadt Dortmund (mit) vorangetrieben oder wird das gegen den Willen der Stadt umgesetzt?

    Aleon


    Ich möchte Dir zustimmen! Bislang das beste Beispiel für städtebaulich hochwertige Schaffung von Wohnraum auf Dortmunder Stadtgebiet. Das Berswordt-Quartier knüpft daran an, auch wenn der Block nicht ganz geschlossen ist. Beim HSP-Gelände bin ich noch einigermaßen zuversichtlich. An anderen Stelle ist leider alles zu spät...


    Mich erstaunt immer wieder, dass trotz dieses gelungenen Stücks Stadt an anderer Stelle Rückfälle in die 60er Jahre möglich sind. Das absurdeste Beispiel wird gerade in der Adelenstraße in Schüren fertiggestellt. Zeilen wie im Wiederaufbau und das in direkter Nähe zum See. Weitere Beispiele sind das Kronprinzenviertel und über den Ostbahnhof brauchen wir nicht zu sprechen. Das ist übrigens in anderen Städten nicht anders.


    Beim HSP Gelände will ich dann auch erstmal guter Hoffnung sein. Der bisherige Entwurf (keine Ahnung wie konkret der ist?) lässt aber eher nicht vermuten, dass richtiger Blockrand entsteht. Bisher sieht es nach geknickten Zeilen/Winkeln aus, die so angeordnet sind, dass sie viereckige Strukturen ergeben, durch die der Raum aber genauso hindurchfließt, wie im Zielenstädtebau üblich. Das führt zu besser gefassten Straßen, aber echte Stadt entsteht so leider nicht.

    Hier bin ich ganz Deiner Meinung. Bei allem was man noch besser machen könnte, halte ich genau diese Blöcke zwischen See und Alt-Hörde für äußerst gelungen. Das ist echter Blockrand, der nicht durchwegt ist, sondern öffentlichen und privaten Raum klar voneinander trennt (anders als beim Entwurf für das HSP-Gelände, wo sich der vermeintliche Blockrand bei genauem Hinsehen als abgeknickte Zeilen entpuppt). Darüber hinaus ist eine gewisse Kleinteiligkeit zumindest fiktiv gegebeben, auch wenn es kein echter Parzellenstädtebau ist. Auch der öffentliche Raum ist teils vernünftig, teils richtig gut geworden. Mir fällt spontan kein anderes aktuelles Beispiel aus Deutschland ein, bei dem so viel richtig gemacht wurde. Nicht spektakulär, aber richtig guter Alltagsstadtbau.
    Für mich ist dieses kleine Quartier die Messlatte für weitere Entwicklungen in der Stadt.

    Versteh mich bitte nicht falsch. Ich bin der Meinung, dass Dortmund tatsächlich deutlich besser ist als sein Ruf. Insbesondere in Zeiten einer merkbaren Überhitzung der sog. A-Standorte hat eine Stadt wie Dortmund eine große Chance wieder richtig auf die Beine zu kommen und das wünsche ich der Stadt sehr. Gerade deshalb halte ich es für eine gute Idee, dass Dortmund alles daran setzt neue Entwicklungsgebiete besser zu machen als zurzeit in Deutschland üblich. Am Phönix See ist das auch abseits des Sees gelungen und zu Recht wurde das Projekt mit dem Städtebaupreis ausgezeichnet.


    Zurück zum KPV: Meines Wissens nach wirkt der BDA Dormtund-Unna auf eine Anpsassung des städtebaulichen Entwurfs für das Quartier. Hoffentlich findet das Gehör. Vl weißt Du dazu mehr?


    Grüße aus Berlin!

    Das Übliche wird er sich schon gedacht haben. Rechtlich nicht anecken, gleichartige Belichtung aller Wohnungen usw. Dazu kommt eine gewisse Routine. So machen wir Stadt ja nunmal seit einigen Jahrzehnten landauf-landab. Man kann das auch so machen. Qualität im Sinne ansprechnder öffentlicher Stadträume, in denen man sich gerne aufhält und die man auch aufsucht, wenn man nicht zufällig dort wohnt oder jemanden besucht entsteht so aber nicht. All das bietet aber das Kaiserstraßenviertel, das direkt daneben liegt. Ich finde, dass sich eine neue Bebauung damit messen lassen muss. Ich finde sogar, dass sie besser sein müsste, schließlich sollte eine Bebauung unserer Zeit besser sein (schöner, funktionaler, dauerhafter) als eine von vor 100 Jahren. Dahingehend habe ich beim Kronprinzenviertel meine Zweifel. Und ja, wenn eine Stadt im Ruhrgebiet, die städtebauliche allgemein nicht als besonders attraktiv gilt, sich nicht bemüht etwas anders und besser zu machen, dann finde ich das schade. Das ist wieder sehr grundsätzlich und soll auch so sein.

    Ich gebe zu, dass mein Kommentar sehr grundsätzlich war, aber dass ist auch gelegentlich nötig. Leben kann ich auch mit dem Städtebau auch, aber mies finde ich ihn trotzdem, an dieser Stelle deplatziert und auch unnötig. Guter Städtebau kostet nicht zwangsläufig mehr Geld. man muss nur mal was anderes wollen als irgendwelche Baukörper, die ohne besondere Beziehung zu einander in der Gegend rum stehen.

    Natürlich gibt es immer noch schlechteres zeug. Das kann aber nicht der Anspruch Dortmunds sein. Hier muss leider gegen das teils falsche, teils aber auch wahre Image einer hässlichen Stadt angebaut werden. Vor München wuden in den letzten 10-15 Jahren zig Quadratkilometer mit städtebaulicher Einöde vollgestellt. Dort kann man sich das erlauben, in Dormtund nicht.

    Was genau ist das Problem daran, dass eines der schönsten und traditionsreichsten Häuser in Dortmund, eine Ikone der Stadt, in seiner Erlebbarkeit nicht durch einen Neubau beeinträchtigt wird, der nicht schlecht ist, aber doch nur einer von vielen ist, die so oder so ähnlich aussehen?