Beiträge von Mafri

    Bahnhofsbunker

    Hallo,
    nun kann ich auch einmal einige Bilder beisteuern. Ich habe sie alle selbst geknippst und bitte meine teils unzulänglichen Fähigkeiten in Sachen Fotografie zu entschuldigen.


    Noch bis 11. Januar veranstaltet der Förderverein Nürnberger Felsengänge Führungen durch den Atombunker unter dem Hauptbahnhof. Zum Gedenken an die schlimmste Bombardierung Nürnbergs am 2. Januar 1945 wird jedes Jahr ein sonst nicht zugänglicher Bunker geöffnet. Dieses Jahr ist es ein Atombunker, der in den 70er Jahren für mehr als 3 Milliarden DM gebaut wurde (Kapazität: ca. 2500 Personen)- während der Errichtung des U-Bahnhofs, der auch als Tarnung diente. Zuvor war an selbiger Stelle bereits ein kleinerer Schutzbunker der Reichsbahn, vermutlich war dieser mit seinen "nur" 300 Plätzen vor allem für die 1. Klasse gedacht. Der Atombunker war zum Schutz vor Strahlung und biologisch-chemischer Verseuchung gedacht; die Betondecke ist nicht dicker als 80 cm. Bis Anfang der 90er Jahre wurden die Vorräte für 14 Tage Aufenthalt ergänzt und die Technik gewartet, seit der Übergabe vom Bund an die Stadt steht das Bauwerk aber leer (neben der VAG und der Bahnhofsmission hat aber die Berufsfeuerwehr Rechte zur Nutzung als Lagerraum).


    Nun aber die Bilder:


    Die Kapazität beträgt zwar ca. 2500 Personen - jedoch müssen diese in zwei Schichten á acht Stunden schlafen. Acht Stunden Schlafen, acht Stunden sitzen - und die restliche Zeit...naja, Luft holen geht nicht. ;)



    Aber an Kopfstützen haben die deutschen Zivilschützer natürlich gedacht,



    Ordentlich beschriftet ist auch Alles.




    Legehennen halten das noch länger als 14 Tage aus.



    Der Dieselmotor. Das Abgasrohr kommt in einer Litfassäule auf dem Bahnhofsvorplatz nach oben, leider habe ich die nicht fotografiert.



    Den Menschen, die in den ausgehöhlten Bahnsteigen Schutz gesucht hatten, haben diese bei so einem Bombardement nichts mehr genutzt.



    Lag des Bunkes zwischen U-Bahn und Verteilerebenen.

    sehr interessant! vielen dank!!


    ich finde es auch schade dass man alles hat so verfallen lassen. denn geschichte ist geschichte und sollte bewahrt werden- auch wenn sie an schreckliches erinnert. oder vielleicht gerade dann !?


    Es gab in den 50er und 60er Jahren Überlegungen, die Kongresshalle fertigzustellen oder ein Einkaufszentrum einzurichten. Irgendwo im Internet gibt es auch ein Bild von Wettbewerbsmodellen.


    Insgesamt bin ich aber froh, dass es nicht zu einem Abriss oder Umbau gekommen ist. Ein "Masterplan" für das Gelände wäre wohl keine gute Sache gewesen, und es ist gut, dass man heute bei jedem einzelnen Baukörper diskutiert, was wie und wo geändert oder genutzt wird (siehe Burger King im Trafohaus).


    Wünschenswert wäre aber in der Tat eine Nutzung z.B. der Kongresshalle, die das Gebäude nicht verfallen lässt. Meines Wissens wird nur das nötigste repariert; da aber die Lagerräume größtenteils im unteren Stockwerk sind, vermute ich, dass die oberen Etagen wohl in keinem besonders guten Zustand sind.

    Zur kulturellen Bedeutung Nürnbergs, wenn mir die Abschweifung niemand übel nimmt: Freilich taucht unsere Stadt bei weitem nicht so oft in den Kulturtipps der Zeit, Süddeutschen usw. auf - und ich weiß auch nicht, warum. Die Truppe des Staatstheaters braucht sich nämlich sicher nicht verstecken vor viel gerühmten kleineren Häusern, die interessanterweise aber den Ton angeben in Sendungen wie Kulturzeit oder Foyer. Ein Hoffnungsschimmer: Eine Ausstellung zu Dürer (ja, unser Mann! :lach: ;) ) wurde gestern in Aspekte beworben.

    Mit Bildern kann ich (noch) nicht dienen, allerdings fallen mir auch ein paar dieser sehr optimistischen Projekte ein:

    • Die Kongresshalle sollte nach einem Architekturwettbewerb in den 50/60er Jahren beispielsweise ein großes Einkaufszentrum werden
    • Es wurden diverse U-Bahn-Netze durchgespielt; bei mindestens einem hätte Nürnberg heute fünf oder mehr Linien mit einigen größeren Bahnhöfen.


    Ich recherchiere mal nach Fotos, zur Kongresshalle habe ich irgendwo mal eines gehabt.

    Ich kann mir vorstellen, dass das so ein "Rahmen" auf Rädern ist - etwas ähnliches hat die Leipziger Messe zur zusätzlichen Verbindung von Hallen auch ohne Durchquerung des Foyers. Diese "Rahmen" werden mit Rädern einfach in den Ladehof gefahren und genau an zwei Tore angeschlossen - so können Besucher trockenen Fußes und in halbwegs warmen Verhältnissen in die andere Halle kommen. Allerdings sind, jedenfalls nach meinem Eindruck, damit nur gerade Verbindungen möglich - die Nürnberger Lösung scheint also einigermaßen besonders zu sein. Leider hat die Seite von Glöckner Architekten seit Juni keine Aktualisierung mehr erlebt.... http://www.gloeckner.de/flash_deutsch/home.html

    Naja, die bestehende Anschlusstelle bei Tennenlohe würde über die B4 auch eine Zufahrt zum Flughafen ermöglichen. Das sind allerdings einige Kilometer mehr und würde mehr Vororte belasten als die Tunnelführung. Allerdings ist ja ein Hauptargument gegen die Tunnekkösung neben dem Naturschutz auch die Behauptung, der Airport hätte gar kein so hohes Aufkommen - damit wäre die Lösung mit der B4 ja eigentlich ein Kompromiss. Nur ist diese Strecke für die zahlreichen Anreisenden aus dem Süden unattraktiv.

    Denke aber daß dieses Projekt den geplanten Messetower gefährdet.
    Oder es passiert wundersamerweise das Gegenteil und es existieren bald zwei große Hotelketten in Messenähe.


    Das war mein erster Gedanke, als ich das gerade gelesen habe.
    Aber wenn diese beiden nicht gerade ansehnlichen Türme jetzt hergerichtet werden, ist das schon einmal ein Zugewinn.

    Das sehe ich überhaupt nicht so. Im Gegenteil, gerade der Altstadtring ist einer der besten Standorte. Leider entspricht eben die Bebauung weitgehend nicht dem ausgezeichneten Standort gegenüber der einzigartigen Stadtmauer, der verkehrsreichsten Straße zwischen Plärrer und Hauptbahnhof, prädestiniert für repräsentative Großbauten.


    Dann hatte ich mich missverständlich ausgedrückt; ich wollte eigentlich andeuten, dass das Potenzial nicht genutzt wird.

    Wird Zeit das dieses Tote Eck belebt wird, ich hoffe auf einen mutigen Entwurf, einen gelungen Kontrast zur Staatsoper.
    Dürfte spannend werden.


    Dito. Architektonisch ist der Altstadtring ja leider kein herausragender Standort, aber gerade diese Zeile in Nachbarschaft zum GNM, zur Oper, in Sichtweite des Bahnhofs etc. könnte man sehr aufwerten. Und allein durch die Infrastruktur in der Lagedürfte dieses Grundstück doch sehr attraktiv sein.

    Wieso werden in dieser Stadt immer irgendwelche Tower präsentiert und dann doch nicht gebaut ?


    Naja, die Franken an sich reden sowieso lieber alles kleiner als es ist, als einmal übers Ziel hinaus zu schießen. Nun ist die GFK ja aber ein internationales Unternehmen, sollte sich also über die vorherrschende (Klischee-)mentalität erhaben zeigen...




    ....Anlass zur Hoffnung gibt doch das Statement des Berichts, der Tower hätte nicht genügend Kapazität. Vielleicht baut die GFK dann an anderer Stelle einen größeren Turm?

    [Sanierung und Teilrekonstruktion] Hotel Deutscher Hof

    Nach diesem Artikel in den Nürnberger Nachrichten sollen auf ca. 20.000 Quadratmetern gegenüber des Staatstheaters Gewerbeflächen entstehen. Der Immobilienentwickler Kochinvest will offenbar die Gebäude des ehemaligen Arbeitsamtes abreißen und den denkmalgeschützen Bau des Deutschen Hofes integrieren.

    Ich könnte mir auch eine halboffene Station, ähnlich der am Opernhaus, im Burgberg vorstellen....;), also eine Verlegung der Tram in den Untergrund. Aber gut, dazu braucht man natürlich Geld. Aber oberirdisch könnte eine Tram auch das Bild bereichern, nur müsste man den Streckenverlauf und das Aussehen dementsprechend auswählen.