nothor:
Welche drei Konzerthäuser denn? Momentan gibt es ein halbes, nämlich die für Konzerte geeignete und dafür oft (aber nicht ausschließlich) genutzte Mehrzweckhalle Meistersingerhalle, und zukünftig gibt es ein richtiges Konzerthaus und dazu weiterhin die MSH, die aber wohl vermehrt für andere Veranstaltungen wie Kongresse genutzt werden soll (dazu hat es meiner Erinnerung nach ja eine Bedarfsstudie gegeben; ob diese realistisch war oder nur ein gewünschtes Ergebnis geliefert hat, das kann ich freilich nicht beurteilen). Großzügig gezählt sind das dann zwei Konzerthäuser, aber nie und nimmer drei.
Und gerade um Synergien zu nutzen und das laufende Defizit zu minimieren baut man ja bei der MSH. Für mich wäre der ideale Standort anstelle der AOK gewesen, wo vor dem Krieg schon im Kulturverein Konzerte stattgefunden haben, aber angeblich war da nicht genug Platz. Wenn ich mir aber bspw. das Konzerthaus Dortmund anschaue, dann kommen mir so meine Zweifel. Freilich wäre das Grundstück sicher sehr teuer gewesen, wohingegen der Parkplatz an der kleinen MSH der Stadt ja schon gehört.
Die MSH selbst - naja. Das Foyer ist gut, wenngleich sicher auch nicht jeder etwas damit anfangen kann, aber den Saal empfinde ich als nicht sehr angenehm. Er ist auch zu groß, sowohl in Bezug auf das Platzangebot (viele leere Plätze in vielen Konzerten) als auch in Bezug auf den Wohlfühlfaktor. Nach meinem Empfinden ist die Halle ziemlich ungemütlich, ganz besonders im Parkett hinten unter dem Rang; im Gegensatz zum Rest der Halle, wo ich mir etwas verloren vorkomme, ist es dort eher bedrückend und ich vermeide deshalb möglichst, dort zu sitzen. Konzerte in Bamberg bspw. empfinde ich als angenehmer (wobei dort das Foyer die Schwachstelle bildet), und damit meine ich nicht das höhere Niveau des dort heimischen Orchesters.
Außerdem ist zu bedenken, daß sowohl Oper als auch MSH sanierungsbedürftig sind und deshalb über längere Zeit ein Ausweichquartier notwendig ist, erst für die Oper, dann für die MSH. Auch deshalb ist der Gedanke aufgekommen, statt viel Geld in ein Provisorium zu stecken lieber gleich einen richtigen Konzertsaal zu bauen. Das kostet natürlich noch mal erheblich mehr, aber zumindest für die Stadt ist das kein Problem, weil den Konzertsaal über Zuschüsse hauptsächlich der Freistaat bezahlt. Und wenn die MSH wie prognostiziert genügend von anderen Veranstaltern angemietet wird, dann sollten auch die laufenden Kosten kein Problem sein.
Die 1500 Plätze halte ich allerdings auch für etwas wenig. 1700 wären nach meinem Empfinden richtig gewesen, aber vielleicht rechnet man ja mit mittel- bis langfristig etwas sinkenden Zuschauerzahlen und will vermeiden, daß man in einiger Zeit das gleiche Problem hat wie jetzt mit der MSH, nämlich daß der Saal oft deutlich zu groß ist.



