Beiträge von million

    Dekoratives Anführungszeichen

    Leckagen bei Flachdächern

    Ich kann auf Anhieb nur von einem Beispiel aus dem Neubau berichten. Wir hatten Feuchtigkeitsschäden in der Decke des Treppenraums und an der Abhangdecke im obersten Geschoss. Bei Letzterem haben wir ein Stück der Decke abgenommen und ein feuchtes Rohr ausmachen können. Letztlich hatte sich daran Kondensat gebildet, sodass der Schaden mit einer Dämmung des Rohrs behoben werden konnte. Der Schaden im Treppenraum wurde vom Dachdecker nach Öffnung der Dachbegrünung in diesem genau lokalisiert. Dort wurde dann die Abdichtung ausgebessert. Beides keine großen Probleme und leicht zu beheben. Daher auch keine besonderen Verfahren. Vielleicht hilft es trotzdem ein Stück weiter.

    Im erweiterten Sinne gibt es mal wieder eine Meldung zu diesem Thema:

    A100 führt Berlin Verkehrsverdunstung vor

    Der BUND schreibt von einer "Verdunstung" des Verkehrs nach Sperrung/Abriss der A100-Brücke in Berlin. Die durch den Verkehr bedingen Verzögerungen auf der A100 und der A115 lägen wieder auf dem Vor-Sperrungs-Niveau. Es gäbe zwar deutlich mehr Verkehr in den Anrainerstraßen zur Umgehung, nicht aber in derselben Höhe wie der vorher gemessene Verkehr auf den Brücken. Die Meldung ist sicher mit Vorsicht zu genießen, da weder Anwohner zur Sprache kommen, noch konkrete Zahlen genannt werden. Zudem ist klar, in welche Richtung der BUND argumentiert. Die Beaobachtung des halbwegs fließenden Verkehrs auf der A100 kann ich aber zumindest subjektiv bestätigen. Auf eine Änderung beim Wiederaufbau braucht man wohl aber beim schwarz-roten Senat nicht zu hoffen.


    Und bei der Gelegenheit ein Update zu Niklas Post von 2013:

    Wir sind laut Statista mittlerweile bei 43,6 Millionen auf private Haushalte zugelassene Pkw. "Ziel" waren bis 2030 44,8 Mio. Pkw (bei einer auf 77,4 Mio . gesunkenen Bevölkerung...)

    ^^Danke für die Bilder, Theseus. Einene schönen Ansatz finde ich die "Möbel", die im vorletzten Bild zu sehen sind. Auf der Website von AFF-Architekten kann man sehen, dass hier einfach Betonreste in mit Folie ausgepolsterten Bottiche gefüllt wurde und diese dann umgedreht auf dem ganzen Gelände als Sitzmöbel verteilt wurden. Schöne Idee, um die Reste noch sinnvoll zu verwerten. Und in der Färbung denkt man auch erstmal nicht an Abfall.

    ^^ Jared, vielleicht haben wir ja nicht so sehr ein Architektenproblem, als eher ein Bauherrenproblem. Wenn ich mir die Neubauten in den Deutschen Vorstädten so ansehe, wo sich jeder Einzelne mehr oder weniger nach seinen Vorstellungen ausleben könnte, dann sehe ich dort wenig "klassische" oder gar klassizistische Architektur. Im angelsächsischen Raum, auf den sich die (sehr interessante) verlinkte Studie hauptsächlich bezieht, gibt es meiner Meinung nach ein größeres Kontinuum, gerade bei "Häuslebauern". Andersrum kann man auch an Architekten, wie Ludwig Hoffman, Bruno Taut, vielleicht auch Hans Poelzig sehen, dass "moderne" Architektur (fast) ohne Ornament äußerst beliebt und für Laien teilweise gar nicht von "klassischer" Architektur zu unterscheiden ist. Qualität hängt nicht so sehr vom Stil ab, würde ich sagen. Zumal das Äußere ja letztlich auch ein Spiegel des Inneren ist, und dort dominieren leider Ikea und noch mindere Ausstatter, die weder besonders klassisch noch qualitativ hochwertig daherkommen. Und da reden wir noch nicht mal von dem Laminat, den PVC-Belägen und den Plastik-Fenstern, die sich "90 Prozent der Menschheit" freiwillig ins Haus holt.

    Ich bin auch mit vielem was gebaut wird unzufrieden, würde aber die Verantwortung dafür wirklich eher bei den Bauherren suchen. Und damit wären wir natürlich auch wieder bei der Bauakademie. Hier bin ich vielleicht sogar reaktionär, wenn ich fordere, das Gebäude in einer Art Jugendbauhütte ganz klassisch Stein auf Stein wieder hochzumauern. Erst dann entsteht aus meiner Sicht wieder der historische Wert, den das Gebäude hat und auch erst dann können die technischen Fähigkeiten und Besonderheiten der Entstehungszeit wirklich nachvollzogen werden. Eine moderne Seite spräche dem Ansatz dann aus meiner Sicht gänzlich entgegen.

    Die Quadratmeter kann ich an sich auch nicht einschätzen, aber wenn man schon mit dem roten Rathaus vergleicht, dann sollte man auch beachten, dass dort lediglich der Sitz des Bürgermeisters und die Senatskanzlei angesiedelt sind. Die einzelnen Senatsverwaltungen verteilen sich dann auf diverse Häuser. Allein das Neue Stadthaus hat eine Grundfläche von fast 10.000 m² bei mindestens vier Vollgeschossen. Ein Schlanker Staat bemisst sich aus meiner Sicht auch weniger an der Brutto-Grundfläche seiner Gebäude als an effizienten Verwaltungsstrukturen und verantwortungsbewusstem Personal. Hier sehe ich tatsächlich in der Bauverwaltung und in den vorliegenden Bauvorschriften erhebliches Potential (gerne in einem anderen Thread...).

    ^^ Ich kann mir vorstellen, dass das die Begründung war. Aber ehrlich gesagt, sind das die gleichen Behörden, die bei jedem kleinen Bauantrag involviert sind. Natürlich in diesem Fall ungleich aufwändiger, aber es ginge ja auch um ungleich mehr als um einen einzelnen Neubau. Naja. In Berlin erwarte ich leider keine Initiative mehr von Politik oder Ämtern...

    ^^ Zur Einordnung, ohne Wertung: Dieses Foto stammt aus der Zeit nach dem S-Bahn-Bau (das Haus der Schweiz wurde 1937 fertiggestellt). Für den Bau mussten die Linden damals bereits einmal weichen. Das erkennt man auch immer gut auf den Fotos aus der Zeit der Olympischen Spiele 1936. Der Bau der Strecke hat allerdings nur etwas zwei Jahre ('34-'36) gedauert...

    ^ Es gibt immernoch das Förderprogramm Jung kauft Alt, was den Erwerb von Eigentum fördert (mit der sinnvollen Verknüpfung sich eine Bestandimmobilie zu kaufen), es kommt wohl nur nicht so recht an, habe ich gelesen.

    Ich kann mir schon vorstellen, dass es in der Theorie die Unterschiede, die ihr hier aufzählt gibt und sie klingen auch ganz logisch. Meine Erfahrung zeigt aber vor allem, dass Eigentumsimmobilien oft "besser" dastehen, weil es (mal mehr, mal weniger) Leute im Haus gibt, die das Thema interessiert. Andere sitzen in den WEG-Versammlungen und sagen kein Wort oder kommen einfach jahrelang gar nicht. Manche quatschen dort viel und rühren selbst keinen Finger. Man kann die ganze Arbeit ja einfach mit Geld bezahlen. Umgekehrt sieht man gerade in Berlin auch haufenweise Mieter, die vor "Ihren" Läden oder vor "Ihren" Häusern fegen, Beete pflanzen und auch Reparaturen (am fremden Eigentum) vornehmen. Ob das dann allen und vor allem dem Vermieter gefällt, steht auf einem anderen Blatt. Zu sehen ist es aber sogar in den unbürgerlichen Stadtteilen häufig.

    Als ich selber mal nach Eigentum gesucht habe, habe ich auch schon Protokolle von WEGs gelesen, in denen ein so schlechtes Miteinander herrschte, dass man sich auf keine Erhaltungsmaßnahmen einigen konnte. Es wurden dann vom Verwalter Zwangsmaßnahmen angedroht! Schwer vorstellbar, wenn es um den Erhalt oder gar die Aufwertung des Eigentums geht. Da möchte man als halbwegs engagierter Mensch dann auch kaum noch dazu ziehen...

    Ich bleibe noch dabei: Autonomie, ökonomische Eigenverantwortung und Verbundenheit mit der städtischen Gesellschaft und dem Staat insgesamt hängen für mich nicht am Besitz von Wohneigentum.

    Ich möchte noch ganz verkürzt meinen Beitrag zum Thema schreiben:

    Das Gesetz über das Wohnungseigentum und das Dauerwohnrecht (Wohnungseigentumsgesetz - WEG) gibt es erst seit den 50er Jahren. Vorher gab es keine rechtliche Fassung für den Besitz einer Eigentumswohnung und in der Praxis auch praktisch nirgendwo dieses Modell. Auch im bürgerlichen Stand lebte man durchaus "gut" in einer Mietwohnung. Ich kann nicht erkennen, an welcher Stelle sich unsere Städte oder unsere Verbundenheit mit der demokratischen Gesellschaft durch die Einführung des WEG verändert haben und habe hier auch keine stichhaltigen Argumente gelesen. Vielleicht hat beides nichts miteinander zu tun.

    ^ Aus informierten Kreisen kann ich weitergeben, dass dort bisher einfach das Geld für den Neubau fehlt. Meine Trauer hält sich ob des Entwurfs in Grenzen. Der Neubau erscheint mir im Umfeld von den Ludwig-Hoffmann-Bauten (Volkshochschule und Grundschulein der Antonstraße sowie Musikschule an der Ruheplatzstraße) wirklich unpassend. Da fügt sich die Erweiterung der Musikschule zwar etwas langweilig, aber zumindest angemessen in die Umgebung ein.

    Mir scheint, als ginge es Laschet eher um parteipolitische Profilierung. Versammlungen wie z.B. von Pulse of Europe hätten bestimmt nicht in Blumenrabatten stattgefunden. Aus dem Blickwinkel finde ich die Kritik zwar berechtigt, aber eben nicht zu Ende gedacht.

    ^ Danke für die Bilder, Johannes. Als ich vor über 8 Jahren mal an dem Projekt mitgearbeitet habe, bilde ich mir ein, dass es noch "richtige" Vorgärten gab. Schade, dass es nun nur so eine platte Wiese geworden ist.


    Kleinere Updates noch von mir:

    Pankstraße 88/89 / Backyard

    Zuletzt hier

    In der Pankstraße sind die Gerüste weg. Interessant, wie unterschiedlich die drei hier sichtbaren Gebäude ihre jeweils 6 Geschosse verteilen. Ich muss sagen, das Gebäude links macht es aus meiner Sicht am besten (im Sinne einer klassischen Ordnung), auch wenn die Geschosshöhen der Wohnungen wohl etwas leiden. Ein Anstrich täte gut...

    Pankstra-e.jpg


    Ev. Nazarethkirche am Leopoldplatz

    Zuletzt hier

    Auch hier sind alle Gerüste weg. Ein wichtiges (und meiner Meinung nach äußerst unpassend gelöstes) Detail war kurz sichtbar: Der Zugang zum neuen Aufzug. Hier hätte man sich einfach an den Rundbögen der anderen Fassadenöffnungen orientieren sollen (eigentlich müssen!).

    Nazarethkirche-Aufzug.jpg

    Gegenüber noch eine kleine Traurigkeit. Ein Wohn- und Geschäftshaus wird in Wolle eingepackt...das wird der Schinkelkirche nicht gerecht...

    M-llerstra-e.jpg


    Neubau auf dem Abenteuerspielplatz Humboldthain

    Humboldthain.jpg

    Den Neubau habe ich hier noch gar nicht gefunden. Hier gibt es Fotos vom alten Geländes.


    Erweiterung Olaf-Palme-Zentrum, Demminer Straße 28

    Brunnenviertel.jpg

    Alle Bilder von mir.

    ^ Meine volle Zustimung hast du maselzr. Aber die Einwürfe der Bürgerinitiative zeigen ja leider, dass diese Erkenntnisse noch nicht überall angekommen sind. Auch 40 Jahre nach allem, was so um die 750-Jahrfeier passierte (IBA im Westen, Nikolai-Viertel und co im Osten). Für viele ist das Eigenheim im vermeintlich Grünen immernoch das höchste aller (Wohn-)Gefühle.

    ^ Da stecken auch die Wohnungsbaugesellschaften in einem Dilemma. Einerseits müssen (und wollen sie meines Wissens auch) schnell bauen. Andererseits gibt das Planungsrecht manchmal nicht mehr Wohnraum her. Die Planungsrechtlichen Vorgaben zu ändern ist zwar möglich, aber oftmals ein längerer Prozess.

    Mit dem Blick auf die Lebenszeit der Gebäude bin ich allerdings der Meinung, dass die Stadt sich diese Zeit nehmen sollte. Oder mal auf einen Schlag den Baunutzungsplan von 1960 abschaffen. Hat zwar keine Auswirkungen auf Projekte im ehemaligen Ost-Berlin, aber würde zumindest im Westen manches flexibler machen.