Beiträge von million

    ^^ Nein, Ziegel, das ist nicht nahe am Prinzip des Kastendoppelfensters. Beim Kastendoppelfenster ist die Luftschicht zwischen den Fenstern der isolierende Teil. Beim Potsdamer Landtag ist die Luft-Schicht nicht mal das, keine Schicht, sondern ein Luftstrom, damit sich hinter dem Fenster keine Feuchtigkeit staut. Der Grund ist auch nicht die Geschossaufteilung sondern ganz allein der Wille, die moderne Funktion mit den modernen Anforderungen (die natürlich nicht naturgegeben sind) in eine historische Ansicht zu stecken. Dass dann Abhangdecken von innen auch noch die Sicht auf den Sturz abschneiden, setzt dem ganzen die Krone auf.

    Welche Bedeutung die Konstruktion des Stadtschlosses hat? Ganz einfach: Die Fassde wird obsolet, weil sie keine Bedeutung (außer der optischen) für das Gebäude hat. Sie wird dann Moden unterworfen, weil sie rein technisch einfach austauschbar ist. Es gibt eine tektonische Erklärung vieler klassischer Fassadenelemente und aus meiner Sicht gibt es ein allgemeines Wohlwollen gegenüber klassischer Architektur, weil Ihre Gestaltung eben nicht nutzlos ist. Daran sollten wir uns orientieren, wenn wir klassisch bauen wollen. Dann lohnt es sich im Übrigen auch wieder langlebige Materialien zu verwenden. Und es ist dann sogar ein Unterschied, ob man Naturstein oder Gipsabdrücke verbaut (die Gründerzeit lässt grüßen).

    So sehr diese Rekonstruktionen in Budapest und auch bei uns gewünscht und vielleicht schön anzusehen sind, würde ich immer für eine gewisse Ehrlichkeit im Material und in der Konstruktion plädieren. Man muss es nicht dogmatisch sehen, aber der Grundsatz sollte stimmen. Ich habe auch nie verstanden, wieso manche Architekten seit der Moderne möchten, dass ihre Entwürfe zu schweben scheinen? Wieso ist das erstrebenswert?

    Zum Pantheon sei noch gesagt: Die Kuppel ist im Innern sehr wohl als Betonsichtig ausgeführt. Wenn ich das richtig sehe, ist sie von außen durch eine Art Stehfalzdach, die sicher im Original nicht vorhanden war, geschützt. Ansonsten ist ein Großteil des Baus in Ziegeln ausgeführt, was sogar vielfach (gewollt oder nicht?) sichtbar ist. Der Natursteinanteil erscheint mir eher gering, aber zugegeben, ich kenne das Gebäude auch nur aus der Ferne.

    Ich würde in der Diskussion hier gerne einwerfen, dass der Bauherr am Ende bestimmt, wie die Architektur aussieht. Das Wettbewerbswesen ist immernoch relativ gering ausgeprägt, wenn es um private Bauvorhaben geht. Was "die Menschen" heute so wollen, kann man dann in den Einfamilienhäusern der Vorstädte erkennen. Und dort steht ein wildes Potpurrie aus Giebelhäusern, Toskanavillen und Würfelkisten - zum Großteil in eher geringer Bauqualität. Schieben wir die Schuld nicht (nur) den Architekten in die Schuhe!

    Ich würde hier gern noch einwerfen, dass Berlin doch ein ziemlich ausdifferenziertes Straßennetz aufweist, sodass die Alternative für den Lieferverkehr nicht schwarz-weiß "Autobahn oder Kiez" heißt. Vor dem Ziel (das logischerweise oft im Kiez liegt) bewegt er sich logischerweise auf den Magistralen und Tangentialen, die die Stadt heute in Ihre Kieze unterteilen.

    Der Diskussion, ob eine Autobahn von Aufwand und Nutzen sinnvoll ist, kann ich nicht viel beisteuern. Bei dem Schneckentempo insbesondere an Knotenpunkten auf der A100, zweifle ich aber daran, ob der Weiterbau einer Ringstraße zwangsläufig als Autobahn erfolgen muss(te), oder ob eine Bundesstraße oder auch einfach nur eine "normale" (sorry bin kein Vekehrsplaner) Tangentiale nicht den hier oft hervorgestellten Zweck der Innenstadtentlastung ebenso und wesentlich günstiger erfüllen würde.

    Im Übrigen braucht niemand hier auf einen Ringschluss auch nur zu hoffen. Er wird nicht mehr kokmmen. Und damit sind wir eigentlich genau bei meinem vorherigen Absatz.

    Achja: Hier hatte ich mal einen alten Strang zu "Mehr Straßen = mehr Autoverkehr" aufgewärmt. Da gab es einen Artikel zum Verkehrsaufkommen nach den Sperrungen rund um den Funkturm.

    Achja 2: Noch ein polemischer Kommentar zu Huzels Bild: Wir sehen hier 11 Fahrzeuge, von denen 2 dem Lieferverkehr zugeordnet werden können. Mag sich ja noch ändern, spiegelt aber meinen Eindruck vom Verkehr auf dem "alten" Ring ganz gut.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Reicht da so eine kleine Säulen-PA, um den Hall in den Griff zu bekommen, ohne dass es gleich wie ein Rockkonzert aussieht?


    ^ Ist die Präsentation schon gelaufen? Ich denke den Hall bekommt ihr nur über Schallabsorber geregelt. Auch die kann man mieten und eventuell von einer Seite als Präsentationswand für Zeichnungen und von der anderen eben als "Schallschlucker" verwenden. "Statische" Zeichnungen auf Papier würde ich neben einer Beamer-Präsentation bei Architektur immer empfehlen. Dann gibt es genügend Zeit, um mal eine Situation im Plan genauer anzusehen. Man weiß nie, was anderen so auffällt. Viel Erfolg auf jeden Fall!

    Ich würde mal behaupten, wenn man als Investor vorhat, geschossübergreifende Vermietung vorzunehmen (was bei der Größe des Tacheles logisch ist), dann darf man von einem Planungsfehler sprechen, wenn man als Mieter nicht schnell und "flexibel" das Geschoss wechseln kann. Ob der Bauherr oder der Architekt den Fehler zu verantworten hat, steht auf einem anderen Blatt.

    Dass unsere gebaute Umwelt zur Natur in Konkurrenz steht ist aber auch eine sehr moderne Sichtweise - eigentlich das Gegenteil von klassischer Architektur, die sich eher an die Natur anlehnt, dieser bedient und letztlich ja auch entspringt (Höhle, Zelt, Urhütte).

    Ich kann mich sehr gut anfreunden mit einem klassischen, tektonischen Blick auf Architektur, in der sich die Form wirklich aus der Funktion ergibt (dieses Versprechen hat die Moderne ja eigentlich nie eingelöst oder immer nur mit komplizierten Mitteln). Budapest sehe ich aber eigentlich eher an der Front der überladenen Gründerzeitarchitektur, die ja nicht ohne Grund mit ihrem überbordenden Zierrat die radikale Gegenbewegung der Moderne erst hervorgerufen hat. Es ist tatsächlich die einzige Stadt in der ich an einem Entstuckten Altbau mal gedacht habe "puh, hier kann sich das Auge auch mal ausruhen".

    Ich würde empfehlen, den Blick nicht nur "grob" umherschweifen zu lassen, sondern zu probieren, Architektur noch etwas bewusster zu erspüren. Damit meine ich weg von einer Frage wie "Stuck oder Rauhputz?" hin zu der Forderung nach "ehrlichen" Konstruktionen und Materialien. Was hilft mir der Stuck, wenn er aus Styropor ist oder die Sockelleiste aus Presspappe mit weißem Kunststoffüberzug. Beides ist nach kurzer Zeit Müll. Ich sehe z.B. beim Humboldtforum eine massive Außenwand aber weiß, dass sie die Geschosse hinter den Fenstern gar nicht trägt. Der Potsdamer Landtag wiederum hat Fenster nach historischem Vorbild, die aber hinterlüftet sind (!), um dahinter dann ein zweites Fenster in der Dämmebene unterzubringen. Das ist nicht nur unwirtschaftlich sondern aus meiner Sicht wirklich absurd und ich fühle mich dann als erwachsener Mensch auch ein wenig hinters Licht geführt.

    Im Ziel sind wir uns aber, glaube ich, einig. Gestaltungsbrüche, Maßstabslosigkeit und Trends sehe ich ebenso als Irrweg wie ihr. Ich glaube nur, dass die Vertreter der Reformarchitektur mehr Aufmerksamkeit verdient haben, als wir sie Ihnen bisher zukommen lassen haben.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Die Seite kannte ich noch gar nicht. Wer den Zustand "heute" zu 1928 vergleichen will, wird beim Tagesspiegel fündig.

    Richtig spannend im Hinblick auf die Stadtzerstörung finde ich auch die Seite trolley-mission.de auf der man Schrägbildaufnahmen aus diversen Berliner Vierteln ansehen kann. Ich glaube die sind am Ende auch im FIS-Broker zu finden, aber dort doch eher umständlich zu handhaben.

    Das Muster der Zerstörung Berlins habe ich immer so verstanden: Der Einmarsch der Sovietunion nach Berlin (auch wenn es letztlich umkreist war) erfolgte am Boden als erstes und am heftigsten von Osten her. Daher die starke Zerstörung entlang der Frankfurter Allee. Die massiven Zerstörungen im Bereich der Südlichen Friedrichstadt kann man sich wohl am besten mit den starken Bombardements auf das Regierungsviertel an der Wilhelmstraße und auch auf das Zeitungs-(und damit Propaganda-)viertel entlang der Friedrichstraße erklären. Bonus: Die Großen Flakbunker im Friedrichshain, Humboldthain und Zoo (habe ich einen vergessen?) waren natürlich wichtige Ziele.

    Die Kollegen hätten wohl auch Mies sein Seagram Building nicht neben das Lever House setzen lassen, weil dessen Wirkung beeinträchtigt wurde...so ein Blödsinn.

    Die Gegend südlich der Gleise hat doch noch so viel Potential, dass sich dort eine Höhenstaffelung erst noch ergeben kann. Man muss sie nur planerisch zulassen. Und Verschattung ist an dieser Stelle doch das schlechteste Argument. Der Großteil des Schattens fällt ja immerhin auf die Gleise. Und bei den zu erwartenden Temperaturen in Zukunft, werden manche sogar froh sein, nicht zu viel Sonneneintrag zu haben. Heute gibt es ja schon Menschen, die in Berlin kategorisch ausschließen ins Dachgeschoss zu ziehen.

    [mod]Die nachfolgenden Beiträge wurden in den BoS verschoben, da sie zunehmend OT wurden und/oder allgemeine zum x-ten Mal durchgekaute Hochhausdiskussionen und Städtevergleiche beinhalten.[/mod]

    Adrian96 Ich kann dir empfehlen dich mal mit dem Projekt "Einfach bauen" der TU München auseinanderzusetzen. Florian Nagler als Architekt und Thomas Auer als Planer für technische Gebäudeausrüstung sind dort federführend. Die haben für ihre drei Forschungshäuser in Bad Aibling auch ca. 3.000 Simulationen durchgeführt, um eine optimale/"robuste" Raumgeometrie eines (ich glaube) 18m² großen Raumes zu ermitteln. Also eine Geometrie, bei der möglichst wenige Aspekte durch Technik geregelt werden muss. Für sie wenig überraschend, kam ein typischer Raum eines Gründerzeitgebäudes heraus: 3 m breit, 6 m tief und ca. 3,2 m hoch mit einem hohen Fenster, dessen Öffnung nach meiner Erinnerung ca. 12% der Raumfläche entspricht (das entspricht tatsächlich auch dem Minimum nach Muster-Bauordnung). Bato hat die damit verbundenen Themen hier schon genannt. Bei "einfach bauen" ist man, so höre ich es raus, der Überzeugung, dass das nicht einfach so in der Gründerzeit "erfunden" wurde, sondern quasi das Ergebnis von jahrhundertelangen Beobachtungen war - verbunden mit den Möglichkeiten die man zu dieser Zeit hatte.

    Ich stimme Architektur-Fan zu, dass der Druck des Wiederaufbaus und heute der Immobilienbranche für niedrigere Geschosse gesorg hat. Man muss aber auch sehen, dass schon in den 20er Jahren mit deutlich geringeren Geschossen geplant wurde. Die Gründe sind mir nicht ganz klar, vielleicht war es auch schon Sparsamkeit. Thomas Auer hat heute in einem Vortrag noch einmal festgestellt, dass die Wirtschaftlichkeit eines Projekts maßgeblich Einfluss auf die Finanzierbarkeit hat. Letztlich gilt es vielleicht die Banken zu überzeugen, dass ein Gebäude mit hohen Geschosshöhen auf lange Sicht das wirtschaftlichere ist. Man kann es sich wahrscheinlich so oder so schönrechnen.

    Mich würde Interessieren, wie dein Blick auf die Ergebnisse vom Projekt "Einfach bauen" ist.

    Zu deinem Punkt mit den Dächern würde ich mich gern noch äußern. Tatsächlich haben viele Gründerzeitbauten geneigte Dächer. Es gibt aber auch nicht wenige Ausnahmen. Vor allem bei wirklich repräsentativer Architektur wurden oft "Flach"dächer verbaut: Berliner Schloss, Bauakademie, Altes Museum, etc. Aus heutiger Sicht sind das meines Erachtens auch "flach geneigte" Dächer, aber sie wurden (wie bei einigen Mietskasernen auch) hinter einer hohen Attika versteckt. Bei Stahlbetonkonstruktionen nimmt man die Attika nicht so dezidiert wahr, aber sie ist auch da.

    Adrian96 Ich kann dir empfehlen dich mal mit dem Projekt "Einfach bauen" der TU München auseinanderzusetzen. Florian Nagler als Architekt und Thomas Auer als Planer für technische Gebäudeausrüstung sind dort federführend. Die haben für ihre drei Forschungshäuser in Bad Aibling auch ca. 3.000 Simulationen durchgeführt, um eine optimale/"robuste" Raumgeometrie eines (ich glaube) 18m² großen Raumes zu ermitteln. Also eine Geometrie, bei der möglichst wenige Aspekte durch Technik geregelt werden muss. Für sie wenig überraschend, kam ein typischer Raum eines Gründerzeitgebäudes heraus: 3 m breit, 6 m tief und ca. 3,2 m hoch mit einem hohen Fenster, dessen Öffnung nach meiner Erinnerung ca. 12% der Raumfläche entspricht (das entspricht tatsächlich auch dem Minimum nach Muster-Bauordnung). Bato hat die damit verbundenen Themen hier schon genannt. Bei "einfach bauen" ist man, so höre ich es raus, der Überzeugung, dass das nicht einfach so in der Gründerzeit "erfunden" wurde, sondern quasi das Ergebnis von jahrhundertelangen Beobachtungen war - verbunden mit den Möglichkeiten die man zu dieser Zeit hatte.

    Ich stimme Architektur-Fan zu, dass der Druck des Wiederaufbaus und heute der Immobilienbranche für niedrigere Geschosse gesorg hat. Man muss aber auch sehen, dass schon in den 20er Jahren mit deutlich geringeren Geschossen geplant wurde. Die Gründe sind mir nicht ganz klar, vielleicht war es auch schon Sparsamkeit. Thomas Auer hat heute in einem Vortrag noch einmal festgestellt, dass die Wirtschaftlichkeit eines Projekts maßgeblich Einfluss auf die Finanzierbarkeit hat. Letztlich gilt es vielleicht die Banken zu überzeugen, dass ein Gebäude mit hohen Geschosshöhen auf lange Sicht das wirtschaftlichere ist. Man kann es sich wahrscheinlich so oder so schönrechnen.

    Mich würde Interessieren, wie dein Blick auf die Ergebnisse vom Projekt "Einfach bauen" ist.

    Zu deinem Punkt mit den Dächern würde ich mich gern noch äußern. Tatsächlich haben viele Gründerzeitbauten geneigte Dächer. Es gibt aber auch nicht wenige Ausnahmen. Vor allem bei wirklich repräsentativer Architektur wurden oft "Flach"dächer verbaut: Berliner Schloss, Bauakademie, Altes Museum, etc. Aus heutiger Sicht sind das meines Erachtens auch "flach geneigte" Dächer, aber sie wurden (wie bei einigen Mietskasernen auch) hinter einer hohen Attika versteckt. Bei Stahlbetonkonstruktionen nimmt man die Attika nicht so dezidiert wahr, aber sie ist auch da.

    Wikipedia gibt ein wenig Aufschluss, zumindest hinsichtlich der Planken. Diese waren zumindest in den historischen Zeichnungen auch schon längs verlegt. Das ergibt auch Sinn, wo an den Stahlseite doch Querbalken abgehangen sind. Deren Abstand ist schmaler als die Spannweite von Längs- zu Längsseite. Läuft sich so bestimmt schöner, als quer zur Maserung, aber ist bei Feuchtigkeit bestimmt auch problematisch. Erstaunlich finde ich die sehr grobschlächtige Balustrade. Augenscheinlich war die zuletzt sogar aus Naturstein.

    Ein Blick in die Denkmaldatenbank offenbart zudem: Die Brück wurde 1987 in veränderter Form wiederaufgebaut.

    Tag der Architektur 2025 am 28. und 29. Juni

    Dieses Wochenende ist Tag der Architektur. Die Architektenkammer Berlin hat alle teilnehmenden Projekte und Büros auf Ihrer Internetseite in einer Karte und als Übersicht aufgelistet. Schnell sein lohnt sich, manche Touren sind schon ausgebucht - alle sind kostenlos.

    Eine seltene (ein mal im Jahr ;)) Chance, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Nach meiner Erfahrung sind die Mitarbeiter, die die Führungen anbieten immer sehr gesprächig und freuen sich insbesondere bei unbekannten Büros ehrlich über das Interesse an ihrem Projekt.

    Berlinier 2.0 Mögliche Lösung des Rästels: Das Gebäude wurde "von Innen heraus" entworfen. Das ergibt bei unterschiedlichen Wohnungen auf den verschiedenen Geschossen dann ziemlich rätselhafte Fassaden. Von innnen könnten die Fenster aber alle genau an der "richtigen" Stellen angeordnet sein. Manche Architekten (und nicht-Architekten) finden es aber einfach nur langweilig, wenn die Fenster übereinander liegen. Ich weiß auch nicht, wer denen das eingehämmert hat...

    Den Vorrednern muss ich zustimmen, trotz Klinkern/Riemchen fehlt der Fassade entschieden an Plastizität. Balkone oder Loggien hätten hier für mehr Leben gesorgt, als aufgelöste Fensterachsen.

    Clemenceau Brandwände sind nach Berliner Bauordnung grundsätzlich bei einer Grenzbebauung vorzusehen. Wenn du einen gewissen Abstand zur Grundstücksgrenze einhältst, kannst du darauf verzichten. Die meisten Bebauungspläne in der Innenstadt sorgen aber dafür, dass eine geschlossene Straßenfront entsteht und dort, wo kein B-Plan gilt, muss sich das Vorhaben in die Umgebung einfügen. Auf die Brandwand verzichten kann man gegebenenfalls, wenn das Nachbargrundstück ein Park oder Spielplatz in öffentlicher Hand ist.

    Die anderen Museen auf der Insel werben ja tatsächlich auch mit solchen großen (und noch größeren) Plakaten. Ich hatte mir da noch gar nicht so große Gedanken drüber gemacht, finde eine gewisse Kritik im Falle des Schlosses aber berechtigt. Was sehen wir da? Zu oberst: Humboldtforum - könnte weg, steht ja auch an der (Ost-)Fassade. Mittig: "Museen, Film, Restaurants, Performances, Führungen, Wissenschaft, Tanz, Dachterrasse, Kunst, Tourist Information (sic), Cafés, Ausstellungen" - irgendwie redundant und wie ich finde tatsächlich etwas peinlich, zumindest in der Ausformulierung. Ich meine doch, dass am Bodemuseum nicht auch extra "Münzen, Bilder, Skulpturen, Café etc." steht und auch nicht stehen muss. Unten: Hinweise zu den aktuellen Ausstellungen - mindestens nützlich, würde ich sagen.