Beiträge von necrokatz

    ^^ Es ist doch kein Hirngespinst, wenn man die Stalinallee als relativ menschenleer bezeichnet. Man muss sich doch nur mal dort umsehen. Es gibt kaum interessante Ziele, weder zum Shoppen oder Chillen (das einzige war mal das Cafe Moskau, was mir aber nicht so zusagt) .


    Dekoratives Anführungszeichen

    Hab auch schon Felder voller Menschen gesehen (z.B. Wacken :cool2: ).

    Dieses Jahr wieder da... du auch? :)

    Die Zuckerbäckerbauten hat man ja nicht weiter Richtung Alex verlängern können oder wollen, wohl wegen knapper Ressourcen. Die Grundanlage der Allee als Paradestrasse ist in Platten- und Zuckerbauabschnitt (:D) natürlich gleich. Beim Plattenabschnitt ist allerdings die Fassadenwirkung deutlich offensichtlicher... weil halt nichts hinter der Fassade ist.

    Dass die Plattenbauten an der 'Stalin'allee so trist wirken liegt ja wahrscheinlich noch nicht mal daran, dass es sich um Plattenbauten handelt. Es gibt sicher Beispiele, wo Wohnviertel aus Platten gut funktionieren und nicht leblos wirken (fragt mich jetzt nicht nach konkreten Beispielen :D).

    Meiner Einschätzung trägt die Stalinallee durch ihre Gestaltung die Hauptschuld daran dass es so ein Un-Ort ist. Die Allee wurde von der SED-Diktatur vornehmlich als Fassade für ihre Selbstdarstellung geplant und genutzt - wie beim jährlichen Aufmarsch zu 1.Mai. Wer sich davon ein Bild verschaffen will, kann sich mal auf Youtube umschauen, z.B. die heute sehr amüsant wirkende Live-Übertragung von 1989, wo die SED noch völlig ahnungslos gegenüber den beginnenden Widerstand war: http://www.youtube.com/watch?v=hS5w6cVypik.

    Als Aufmarsch-/Paradestrasse ist die Allee übermäßig breit, daher wirkt sie heute wie eine Schneise die die umgebenden Viertel zertrennt. 'Glücklicherweise' gibt es aber gar keine umgebenden Viertel, weil hinter der Fassade aus hohen Plattenbauten nur spärliche Bebauung zu finden ist. Der Grund hierfür ist dass für die SED-Führung die Plattenbauten wirklich nur als Fassade gedient haben um die dahinterliegenden Kriegsbrachen zu kaschieren damit die Parade durch die Stadt nicht ganz so peinlich ist... ;)

    Fazit: wenn man heute über die Stalinallee diskutiert, muss man sich immer auch diesen historischen Kontext vor Augen führen. Die Plattenbauten an sich haben nur geringen Wert, der ideelle Wert für das damalige System und seine heutigen Verehrer ist sicher ungleich höher.

    ^^ Das mit dem Sondermüll war sicher eine rethorische Überspitzung. Man kann sich aber schon fragen, ob dort die sehr strengen Auflagen zur Hygiene, Tierschutz, Arbeitsrecht und auch zur Lebensmittelunbedenklichkeit (heisst das so?) erfüllt werden können.
    Ich finde es ja nicht per se schlecht, was die Projektentwickler dort versuchen, mich stört jedoch dass sie offenbar ALLES sein wollen, nämlich:

    - total kreativ
    - sozial gerecht
    - ökologisch korrekt, sogar mit eigener Fischzuch und Gemüsebeeten
    - ein attraktiver Magnet für die Umgebung
    - ein Beispiel für ein neues Konzept für Arbeiten und Wohnen in der Stadt
    - architektonisch super-duper
    - moralisch besser als alle anderen, versteht sich von selbst


    Wer sich so weit aus dem Fenster lehnt muss damit rechnen, dass er nass wird. Ich hoffe nur, dass der Senat/Bezirk hier nichts subventioniert (bezieht sich auf #92 von Rotes Rathaus).

    libero: Danke für die Visualisierungen, aber ich erkenne dort kein Problem - nur auf dem ersten Bild wird der Fernsehturm teilweise verdeckt. Ist das denn schlimm? Warum muss ich denn den Fernsehturm aus allen Richtungen sehen können? Warum sollte sích die Stadt um ein paar Sehenswürdigkeiten herum planen die irgendwann auch mal abgerissen oder unwichtig werden?

    Ach ja, nun haben wir SCHON wieder diese Diskussion um Sichtachsen. Sichtachsen sind meiner Meinung nach in einer so inhomogenen Stadt wie Berlin nicht wichtig und offenbar so eine fixe Idee die sich einfach nicht tot kriegen lässt. Vielleicht kann jemand mal erklären was denn so dermaßen attraktiv an der Idee von starren Sichtachsen ist. Ist es die Simplizität des Konzeptes oder der Wunsch, diese unordentliche Stadt endlich aufzuräumen? ;)

    ^^ Wieso erklärst du die Architektursprache von Patzschke und co als rückwärtsgewandt während die (deutlich älteren) Plattenbauten wohl die Zukunft darstellen sollen. Ich finde eher, dass die Ästhetik der Plattenbauten ihre Zukunft schon seit ein paar Jahrzehnten hinter sich hat. Du konstruierst hier einen Widerspruch zwischen alt und neu bzw. rückwärts und vorwärts der erstens so nicht existiert und zweitens sehr subjektiv ist. Der Konflikt existiert nicht, weil die Architektur ein Ausdruck des dahinter liegendenden Zeitgeistes ist und sich dementsprechend permanent ändert. Der Zeitgeist der zur Errichtung der Plattenbauten geführt hat, ist für die meisten Menschen heute nicht mehr akzeptabel. Für mich drückt er sich in solchen Schlagwörtern wie Wohnmaschine, genormter Mehnsch oder industrielles Wohnen aus und ist geprägt von allumfassenden Ideologien die den Mensch nicht als Individuum sonder als Verfügungsmasse für das System sieht.

    Die Grundform des Denkmals in #300 finde ich gut, nämlich den Bogen aus Kollonaden mit einer zentralen Säule. Die abgebildete Umsetzung finde ich allerdings fürchterlich kitschig auch wenn sie früher zum Umfeld aus Dom und Schloss gepasst hätte (wirkt wie aus Kaiser Wilhelms Krempelkiste). Eine moderne Interpretation dieser Form fände ich dagegen gut. Als Beispiel wie die Kolonnaden aussehen könnten kann man die Ergänzungen am Neuen Museum nehmen, nur dass der gesamte Bogen so gestaltet ist.

    Dem Artikel in #90 nach sollen fünf 'Hoch'häuser mit etwa 43m Höhe entstehen, Auf deren Dächern Gemüseanbau und Fischzucht geplant sind. Da frage ich mich, was dieses Projekt denn nun noch alles sein möchte. Warum konzentriert man sich nicht auf ein paar wenige Sachen und macht diese so gut wie möglich anstatt viele Sachen nur halbherzig?

    ^^ Der Spiegel-Artikel impliziert eine Ablehnung durch die nicht gerade subtile Verwendung solcher Worte wie 'außer Kontrolle' oder 'Stadtplaner sind entsetzt'. Die Relativierung am Ende wirkt da schon fast enttäuscht.

    Ich sehe in Deutschland momentan auch keine ähnliche Akzeptanz von Wohnhochhäusern. Vielleicht ändert dies sich ja, aber im Moment überwiegt (meiner Einschätzung nach, aus Bekanntenkreisen) die Ablehnung.

    ^^ Fast alle der Hochhäuser sind zudem nicht in der eigentlichen City of London geplant, die die Touristen aus Deutschland kennen, sondern auf ehemaligen Docklands oder Industrieflächen (Vauxhall aka. Opel). Es wird also tatsächlich etwas neues der Stadt hinzugefügt und nichts altes vernichtet...

    Auf Spiegel-Online gibt es heute einen Artikel und eine Fotostrecke zu geplanten Hochhäusern in London. Danach sind offenbar bis zu 236 Hochhäuser in den kommenden Jahren geplant oder bereits im Bau. Als Hochhaus wird dabei ein Gebäude mit mindestens 20 Stockwerken bezeichnet. Allerdings stammen diese Angaben aus einer Umfrage des Architektenvereins "New London Architecture" (NLA), somit handelt es sich nicht zwangsläufig um tatsächlich realisierte Planungen. Außerdem wird keine Zeitangabe gemacht, daher sind diese Aussagen recht vage.

    Die Bilder sind m.M. nach trotzdem beeindruckend und würden die Spitzenstellung Londons als europäische Hochhausstadt weiter festigen, auch wenn diese Planungen nur teilweise umgesetzt würden. Ich würde mir eine ähnliche Dynamik in Deutschland wünschen - aber wie man im ablehnenden Grundton des Spiegel-Artikels erahnen kann, ist es eher unwahrscheinlich.

    LINK: http://www.spiegel.de/kultur/gesells…r-a-962639.html

    ^^ Mittlerweile müsste man doch wieder Leute von der Liste streichen, weil sie... nun ja... nicht mehr da sind. Bei einer Unterschriftensammlung muss sowas doch geregelt sein, sonst könnte man ja wie du schon sagst einfach so viele Jahre lang sammeln bis die Zahl zusammengekommen ist.

    ^^ Ich sehe nicht, dass West-Berlin das Herz der gesamten Stadt sein wird oder sein kann, auch wenn ich die Gegend um Kudamm und Wittenbergplatz ganz interessant finde. Ich vermute mal, dass sich die Zentren einfach noch weiter ausdifferenzieren werden, z.B. Mitte als Regierungsviertel und Geschäftsviertel und der Zoo als Einkaufsviertel.

    ^^ Das mit den Bevorzugung der Genossen stimmt, aber dass die Wohnungen in der Stalin-Allee größer und großzügiger waren als später anderswo in der DDR, liegt auch daran dass die sozialistische Planwirtschaft es schlicht nicht leisten konnte, noch mehr solcher Prachtbauten zu errichten. Durch ihren relativ hohen Einsatz an Material und Arbeitskraft waren zur Lösung des Wohnungsmangels in der Nachkriegszeit ungeeignet - deswegen hat man kurz darauf auch deutlich sparsamer un kleiner gebaut. Wie du schon sagtest, die Gleicheren unter den Gleichen wurden natürlich bei der Vergabe solcher Luxuswohnungen bevorzugt, selbst heute ist der Anteil der PDS/Linke-Wähler in der Stalin-Allee noch deulich höher als in der Umgebung.

    ^^ Keine Sorge, wenn man sich manche Leserkommentare durchliest, findet man den üblichen Schaum vorm Mund. ;)

    Ich hoffe, dass die Schaukästen weiterhin genutzt werden. Diese Art der Außenwerbung kenne ich nur aus Westberlin. Es wäre schade, wenn dieses Relikt verschwände.