Beiträge von EINSteelenser

    Ich denke das Problem der Essener Vorschläge und geplanten Projekte zu 2010ist, dass sie allesamt nicht auf eine fassbare Nachhaltigkeit setzen. Mag ja sein, dass manches Projekt noch lange in Erinnerung bleiben wird und hier und da auch zum Imagegewin der Stadt beitragen kann. Aber was bleibt für die Essener selber am Ende übrig...?? Es wird keine restaurierten Gebäude geben, keine irgendwie gearteten Erinnerungsorte oder "Denkmale" etc.... Die Projekte werden mit ihrer Durchführung aus dem Stadtbild verschwunden sein und keine Spuren hinterlassen... Wenn man dann daran denkt, dass der Eifelturm schlicht ein Ausstellungstück der Weltausstellung war und was aus ihm wurde....
    Bemalte Schaltschutzwände auf der A40 wären da für mich nur ein schwacher Trost...
    Man hat vor allem tunlichst darauf verzichtet die Bürger und konkret die Stadtteile einzubinden...Da war wohl manchem die Gefahr zu groß, zu bodenhaftig zu bleiben... Jetzt wundert man sich, dass für die meisten Essener 2010 keine Geige spielt und verteilt dann doch ein paar "Brotkrumen" in die Peripherie... Ich kann das alles übrigens deshalb so behaupten, weil ich im Kulturbereich tätig bin und zwangsläufig in der Auseinandersetzung stehe...

    Die Brunnenanlage am Domhof wird bleiben. Er erinnert ja an die Gründung des Bistums Essen aus den Mutterbistümern Köln, Münster, Paderborn. Das wär ja noch schöner... Von der neuen Gestaltung des Domplatzes bin ich aber enttäuscht...
    Die ganzen Maßnahmen zur Aufwertung des Dom- und Burgplatzes sind ja a sich ne dolle Sache. Aber ich befürchte, dass die Wirkung wieder diese puristische, kühle Ausstrahlung haben wird, wie man sie von anderen modernen Grünflächen kennt. An den Charme und die elegante Wirkung für das Stadtbild, die klassische Grünanlagen haben, können sie (und wollen sie ja wohl auch gar nicht...) nicht anknüpfen. Ich fände es angemessen, wenn man in Essen, einer Stadt mit langer Geschichte, die man ihr aber architektonisch kaum mehr ansieht, dieses Herzstück der Stadt nach klassischen Vorbildern gestaltet hätte und nicht das Rad alle 20 Jahre neu erfindet... Die Gestaltung am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war optimal. Die Freitreppe könnte ja ein erster Schritt dorthin sein....;)

    Gibt es Neuigkeiten von der Marina??? Nach der anfänglichen Euphorie habe ich sehr lange nichts mehr von der weiteren Entwicklung des Projekts gehört...

    Grundsätzlich kann man solche Projekte ja nur begrüßen und jedem Standort wünschen, da sie ganz sicher nachhaltig positiv auf den jeweiligen Standort wirken werden.
    Aber andererseits fragt man sich als Essener, und zumal als Steelenser (also Ruhranlieger) auch, warum die Stadt nicht wenigstens zugleich mit ihren Ruhranliegerstadtteilen die nähe zum Wasser sucht... ?? Anders als beim Marinastandort ist in Werden, Kettwig und besonders dem Mittelzentrum Steele eine intakte Infrasturktur vorhanden. Es gibt Wasserlagen, Promenaden, Anbindungen an den Schiffsverkehr, Gastronomie und zudem eben auch alles, was man zum alltäglichen Leben benötigt. In Steele hat man während der grauenhaften Sanierung die Ufernahe Wohn-Bebauung fast zur Gänze zu Gunsten einer breiten Autostraße abgerissen - gleichzeitig aber auch die Ufer für die Naherholung umgerüstet. Aktuell wird die Promenade vom Bürgerverein und der Stadt gemeinsam ausgebaut und gestaltet. Unmittelbar an die Promenade, nur getrennt durch besagte Straße, grenzt ein denkmalgeschütztes, gründerzeitliches Wohnviertel an. Die Steeler Innenstadt ist nur 200 Meter entfernt. Der Ruhrtaltourismus boomt...
    Ich denke hier wäre großes Potential vorhanden, um solche Projekte zu verwirklichen, ohne dabei aus dem "Nichts" etwas entstehen lassen zu müssen.

    Endlich! Umbau des Globus Center in Steele kommt!

    Am letzten Samstag konnte der sonst an Topmeldungen eher arme "Steeler Kurier" eine Bombe platzen lassen: Das Steeler Globus Center wird endlich umgebaut und saniert:daumen: Die Bauanträge sind bereits gestellt. Schon im Mai sollen die Arbeiten beginnen... Neben einem Kaufhaus (dessen Name noch nicht genannt wurde) und weiterem Einzelhandel, zieht ein Facharzt-Therapie-Zentrum und neue Gastronomie ein. Saturn, Bürgerbüro und die städtische KFZ-Stelle bleiben erhalten.
    Investor ist der Betreiber des Therapiezentrums.
    Das Gebäude + Parkhaus soll von Innen und Außen saniert werden. Es gab Bilder, die eine verglaste Fassade und einen mit Glaskuppel bekrönten Durchgang zum Parkhaus zeigten... Sah nicht übel aus... Leider kann ich hier ja keine pics hochladen... Bin jedenfalls sehr gespannt und voller Hoffnung, dass es diesmal was wird... Zusammen mit dem neuen S-Bahnhof dürfte dann wenigstens der schmuddelige Eindruck des Stadtteils überwunden sein...
    Bei der Gelegenheit hab ich übrigens das erste Mal gehört, dass die Kiste zum Teil unter Denkmalschutz steht...:confused: Gehts noch??? Da wurden ganze mittelalterliche und gründerzeitliche Straßenzüge platt gemacht, um die Dreckbude zu bauen und keinen hat der Denkmalschutz gejuckt und dann wird ausgerechnet dieser Schandbau unter Schutz gestellt....??? Manchmal versteh ich die Welt nicht mehr....;)

    Ich habe den Abbruch der Anlagen am Steeler S-Bahnhof mit einer gewissen Genugtuung beobachtet. Gott sei Dank ist dieser Schandfleck nur noch Geschichte! Bleibt nur die Frage, ob das, was kommen wird nicht bald als genauso hässlich empfunden wird. Schließlich galten auch die nun verschwundenen Bahnhofsanlagen einst als großer Wurf. Es scheint immer weniger zu gelingen, etwas zu schaffen, was auch in 20 Jahren noch als schön empfunden wird. Das im Zuge der Steeler "Sanierung" abgebrochene Bahnhofsgebäude vom Ende des 19. Jahrhunderts würde wohl auch heute noch jedem gefallen...

    Die Hoffnung stirbt zuletzt...

    #82-84 Umbau Globus Center Essen- Steele:
    Auch hierüber ist im Moment nix mehr zu hören... Es ist ein Jammer, dass für diese so häßliche, wie überflüssige Betonkiste ganze historische Straßenzüge geopfert wurden.:mad: Nur wenige Jahre nach der Eröffnung stand es schon leer - seither macht der Bau nur Probleme und ist ein ganz wesentlicher Faktor für die negative Außenwirkung Steeles. Viele halten das, was man von der
    S-Bahn aus sehen kann, tatsächlich für das Stadtbild Steeles. Führt man solche Leute dann mal durch den eigentlichen Ortskern, sind die meisten sehr überrascht, wie schön Steele trotz Sanierung noch ist. Das Stadtbild wird nämlich noch immer von historischen Bauwerken dominiert. Die Plätze und die großzügige Fußgängerzone sind ein völlig unterschätztes Potential, genau wie die Lage an der Ruhr und der wunderschöne Stadtgarten über dem Ruhrtal.
    Es gibt hier Ecken, da fühl ich mich wie in einem kleinen Kurort...;) und für kurze Zeit war Steele das ja auch mal....:)
    Doch leider fehlt hier, wie im ganzen Ruhrgebiet, einfach (noch) der Sinn für Schönheit und Ästhetik - die mangelnde Fassadenpflege und die häufig völlig verfehlten Gestaltungen sind Zeugnise dessen... :confused:

    Kaiser-Wilhelm-Arkaden [auf Eis]

    Tja, leider ist ein gutes Jahr später von den Plänen zu den Kaiser-Wilhelm-Arkaden nichts mehr zu hören. Wahrscheinlich war Herrn Kröger das Angebot des Investors nicht attraktiv genug und er läßt diese drittklassige, zur Filiale herabgewürdigte Betonbude lieber noch ein paar Jahrzehnte weiter vergammeln. Um die Wirkungen, die das für den Stadtteil auch als Mittelzentrum hat, kümmert er sich wohl herzlich wenig.:nono:
    Überhaupt hat gerade Kröger sich darum noch nie gescherrt. Auch wenn er sich immer als der große Gönner Steeles präsentieren möchte und seine "Heimatverbundenheit" vor sich her posaunen lässt - in Wahrheit gehört er zu den großen Sanierungstätern! Sein eigentliches Stammhaus im Eickelkamp, ein ganz schmucker Gründerzeitler inmitten eines Denkmalviertels, ist auch nicht gerade ein Zeuge liebevoller Pflege. Schade, dass sich ein finanziell so potenter Mann gar nicht für das Wohl seines Heimatortes interessieren läßt....:Nieder: