Beiträge von Ffm-Süd

    Die Mehrheitsmeinung hier im Forum, glaube ich, ist eher:

    - den Kompass richtig ablesen
    - seine Meinung äußern, gestützt durch Argumente
    - aber penetrante Wiederholungen dieser Äußerungen vermeiden
    - keine fixe Ideen entwickeln, wenn man aber doch welche hat, diese für sich zu behalten
    - sich mit den Argumenten anderen Forumer auseinandersetzen und die ggf. inhaltlich kontern
    - fett gesetzter Text und Versalien zeugen von Wichtigtuerei und machen inhaltlich schwache Aussagen nicht bedeutender
    - zum Thema des Threads schreiben, meistens jedenfalls

    Penisbruch!

    Immer wenn du glaubst, der Tiefpunkt in diesem Endlosverfahren sei erreicht, weiter kann das Niveau gar nicht mehr sinken, setzt der Herr Graf noch einen drauf. Beziehungsweise drunter. Laut der FAZ vom Samstag hat der Vizepräsident des Frankfurter Renn-Klubs, Carl-Philip Graf zu Solms-Wildenfels, einen Antrag auf Verlegung des nächsten Verhandlungstermins am 1. Juni 2017 gestellt. Er sei verhandlungsunfähig - wegen eines Penisbruchs! Den hatte er angeblich nach der Einweihungsparty seines Swimmingpools "beim etwas zu wilden Sex" erlitten.

    Man ahnt ja schon wie es weitergeht: Tatsächlich hat das Oberlandesgericht auf diesen Antrag hin den Verhandlungstermin verlegt! Nicht um ein oder zwei Wochen, nein, neuer Termin ist am 26. Juni! Das Oberlandesgericht begründet das damit, dass es noch einmal den gesamten Vorstand hören möchte. Das schreibt die dpa und zu lesen ist es zum Beispiel hier. Ich nehme mal an, lauter hat der Adel schon sehr lange nicht mehr gelacht.

    Echt lustig das Wahlprogramm der AfD. Es wird deutlich, um was den Herrschaften geht. Galopprennsport ist es jedenfalls nicht. Auch dem Rennclub geht es darum schon länger nicht mehr. Die letzten Personen die daran Interesse hatten, sind nach der Niederlage im Bürgerentscheid aus dem Club ausgeschieden. Die Internetseite http://www.frankfurter-rennklub.de hat die verbliebene Clique um den AfD-Grafen schon aufgegeben und wohl verramscht. Da kommt jetzt Werbung jetzt einen dubiosen Kreditkarten Vergleich. Es geht hier nur noch um persönliche Vorteile und um die Inszenierung. Galopprennsport ist nur noch Vorwand.

    Welche Auflagen seitens der Stadt denn, Mikesch? Dafür gibt es keine Grundlage. Solche kann es nicht gegeben haben, solche hat es nicht gegeben. Bauen möchte hier die Immobilieninvestment-Sparte eines Versicherungsunternehmens. Deren Claim lautet auf gut deutsch "Creating Value". Es geht also um Rendite! Schock! Um den vorhersehbar folgenden Einwand, der größte Wert sei ein herausragendes Gebäude, vorweg zu nehmen: Das Kichern über diese Aussage könnte man vom Münchner Unternehmenssitz bis zum Frankfurter Opernplatz hören.

    Der Ansatz muss doch ein anderer sein. Die Stadt fordert bei städtebaulich bedeutenden Bauprojekten einen Architektenwettbewerb. Das ist zweifellos richtig. Diesen gibt es dann auch immer, auch wenn es meines Wissens keinen Anspruch darauf gibt. Herr dieses Verfahrens ist der Bauherr. Was daraus folgt, ergibt sich u. a. aus der oben verlinkten Pressemitteilung der Allianz: "Gleichzeitig mussten die Entwürfe die für eine Kapitalanlage erforderliche Wirtschaftlichkeit und die Nachhaltigkeit eines Bürogebäudes berücksichtigen". Aha.

    Vereinfacht ausgedrückt, ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen, dafür ist hier nicht der richtige Ort, sitzen im Preisgericht: a) Architekten, b) Vertreter des Bauherrn und c) Vertreter der Stadt. Den Vorsitz hatte hier Prof. Zvonko Turkali, ein Frankfurter Architekt, von 2009 bis 2012 war er Landesvorsitzender des BDA Hessen. Was die Fraktion b) wünscht, liegt auf der Hand: Ein kostengünstiges und möglichst gut vermarktbares Produkt, pflegeleicht, mit geringen Unterhaltskosten. Verständlich. Doch es sitzen ja auch die Fraktionen a) und c) mit am Tisch. Was genau bewirken diese denn? Erfreuen die sich vor allem an guten belegten Brötchen? Oder ist die ganze Veranstaltung womöglich nur Folklore? Diese Fragen werden umso drängender, wenn man aus dem Planungsdezernat vernimmt, wie diese beiden überaus einfältigen Investorenkisten über den grünen Klee gelobt werden. Dabei hat der Kaiser doch gar keine Kleider an.

    Das ist doch kein Widerspruch zu dem was in der FAZ steht. Im Gegenteil.

    Die lauten Töne werden allmählich schrill. Wer berät die Gegner eigentlich - berät die überhaupt jemand? Ein hohes Ross etwa? Dass Hellwig jetzt meint, die Stadt und damit die Bürger abstrafen zu müssen, weil Vertreter der Stadt endlich mal Ross und Reiter nennen, ist schon ein starkes Stück. Passt aber als weitere Eskalationsstufe bestens in dargebotene Bild.

    Wenn Hellwig meint, den Rücktritt vom Vertrag erklären zu können und zu müssen, dann soll er das tun. Und nicht drohen. Dann fließen die knapp 3 Millionen Euro aber bitte umgehend zurück in die Stadtkasse. Und anschließend werden sich andere Wege finden, endlich wieder in Besitz öffentlichen Eigentums zu gelangen, das gewisse Kreise seit Jahren schon in Beschlag haben, ohne dafür auch nur einen Cent zu bezahlen. Gut möglich, dass eine andere Lösung den öffentlichen Haushalt dann mehr schont, als die Vereinbarung mit angeblich bestehendem Rücktrittsrecht. Das wäre nur zu wünschen.

    Unterkomplex

    Die Arroganz dieser Herren ist unerträglich. Gerade mal eine Zeitung nimmt sich diesem sehr wichtigem Thema an. Nur durch die FAZ erhält man überhaupt ein paar Bildchen und brauchbare Informationen, die anderen Zeitungen machen es sich einfach und drucken nur den Pressetext. Wie sonst soll man sich eine Meinung bilden, wenn nicht auf dieser Basis? Und dann kommt der Planungsdezernent daher und nennt die Diskussion "unterkomplex", etwas zwischen naiv und einfältig also. Herrn Cunitz scheint die Bodenhaftung verloren zu gehen.

    Wolfgang Dunkelau bezeichnet die Fassade des Siegerentwurfs von Teherani als "öden Rückgriff in die sechziger Jahre". Herr Dunkelau hat sich nicht nur die Ausstellung angesehen, er ist auch der Vorsitzende des Bunds Deutscher Architekten in Frankfurt! Nach seiner Ansicht führt das Gebäude zu einem Bruch mit der Umgebung. "Das stellt man sich im Industriegebiet vor" hat er laut FAZ gesagt. Dunkelau fordert, dass die Fassade komplett überarbeitet werden soll. Die Mängel beim Tektonik-Entwurf wären seiner Meinung nach bei einer Überarbeitung zu beheben gewesen.

    In dem sehr guten FAZ-Artikel zur Ausstellungseröffnung gestern wird Martin Wentz nicht genannt. frank353 meint wohl stattdessen Ferdinand Heide, den Vorsitzenden des Preisgerichts.