Beiträge von mik

    Das Fachmarktzentrum ist ja keine klassische Shoppingmall, sondern geht eher in Richtung Gewerbegebiet mit Baumarkt.
    Letzten Endes geht es darum Kaufkraft zurückzugewinnen, die über die Letzten Jahre in die Gerwerbegebiete der nordöstlich gelegenen Gemeinden an der Autobahn abgewandert ist. In erster Linie Gründau-Lieblos mit riesen Möbel Höffer, Mediamarkt etc. aber auch "kulturellen" Einrichtungen wie Discothek und 24h DriveIn McDonalds.
    Die Innenstadt wird von diesem Fachmarktzentrum eher unbeeinträchtigt bleiben. Selbst ein großer EDEKA wird eher in Konkurrenz zum Real in Maintal oder zum Toom in Rodenbach treten. Hanau verfügt bisher lediglich über einen großen Supermarkt, einen Toom, aber auf der anderen Seite der Stadt in Steinheim.
    Das einzige Manko ist vielleicht, dass Freizeiteinrichtungen, die es jetzt nicht in der Innenstadt gibt, durch den "Kinzigbogen" wohl auch nie in die Innenstadt kommen werden. Aber da muss man eben auch pragmatisch denken, ob es denn Sinn macht etwas zu blockieren, für etwas was sonstwo noch nicht mal geplant ist. Das führt nur dazu, dass Nachbargemeinden dann doch wieder die schnelleren sind.

    Das Problem der Hanauer Innenstadt ist deren absolut monofunktionale Ausrichtung auf den Einzelhandel. Hauptkonkurrent ist hier bereits das Hessencenter in Frankfurt.
    Bei dem sogenannten wettbewerblichen Dialog geht es ja nun sehr viel konkreter um die Innenstadt. Ich bin von diesem Projekt aber alles andere als überzeugt. Für die Neugestaltung einiger Abschnitte soll einer der beiden großen Stadtplätze - trotz viel Leerstand bei den gewaltigen Einzelhandelsflächen - mit noch mehr Einzelhandel zugebaut werden. Dies wird zwangsläufig zum Absterben weiter Teile der Innenstadt führen.
    Nochmal edit:
    Namentlich bekommt Hanau eine innerstädtische Mall auf dem Freiheitsplatz, der als Parkplatz und Busbahnhof genutzt wird. Wirklich genutzt wird der Platz zur Zeit also eigentlich nicht. Jedoch ist er in seiner Dimension für deutsche Städte ziemlich groß, größer als der Marktplatz und zusammen mit diesem Ideal für große Events. In Hanau mal den Hessentag zu haben wäre der Hammer, man könnte fast alles in der Innenstadt unterbringen :)
    Für die Erlaubnis zur Mall gibts dann eine Tiefgarage, einen etwas aufpolierten Busbahnhof und die Neugestaltung von zwei weiteren Plätzen. Der südliche, rund um die Kriche ist bisher ein extrem monotones, langweiliges, aber sauberes Wohngebiet. Fragwürdig warum man hier wirklich etwas machen muss. Der zweite, am Stadtschloss in der Altstadt macht schon mehr Sinn um hier, inmitten der 50er Nachkriegsbebauung, wieder ein Zentrum zu schaffen. Jedoch sollte dies nach meiner Mainung auch ohne dieses ganze Brimborium mit Investorenmasterplan mögich sein. Letzten Endes zahlt man also für diese beiden weiteren Plätze einen recht hohen Preis. Wenn man sich die Planungen ansieht, wird das noch deutlicher, da die bisher eher homogene, flächige Aurichtung der Innenstadt einer Achsenbildung durch die neugestaltenen Gebiete entgegensteht und sich so zwangsläufig mehr "Randgebiete" bilden

    Wie übrigens das "Postcareé" funktionieren soll ist mir schleierhaft. Es ist zwar nur ca. 250m vom Marktplatz enfernt, aber in der völlig falschen Richtung. Da wird garantiert keiner hinlaufen, weil einfach zwei Blocks schäbiger Büro und Wohnbebaung dazwischen liegen und noch eine stark befahrene Straße.

    Hanaus Problem ist, dass sich die Kultur in Kesselstadt (Schloß Phillipsruhe) und Wilhelmsbad konzentriert, das Nachtleben verstreut sich komplett auf die Stadtteile und das Kino in der Innenstadt ist ziemlich tot, da fast jeder zum Luxor nach Nidderau rausfährt.
    Hanaus Innenstadt bräuchte quasi ein konkurrenzfähiges Großkino, eine Nightlife-/Kultureinrichtung, die groß genug ist die innerstädtischen Plätze zu bespielen und mehr Aufenthaltsqualität bzw. Alleinstellungsmerkmale anstelle mehr m² Einzelhandel.

    Edit: Das alles hier hört sich nun sehr negativ an. Aber auch Hanau hat seine Lichtblicke. Der Marktplatz mit seinem Wochenmarkt funktioniert eigentlich grandios. Einfach durch die Größe des Marktes kommt schon Atmossphäre auf.
    Durch die Belebung des CityCenter mit Saturn und KarstadtSport hat sich eine ganze Straße (Nürnbergerstr., zwischen Marktplatz und CityCenter) komplett revitalisiert, wovon auch die angrenzeden Gebiete südlich des Marktplatz profitieren, die sonst eher Ghetto-Charme hatten. Auch ist durch diese Entwicklung der Hauptbahnhof "näher" an die Innenstadt gerückt.
    Ebenfalls ist zur Zeit eine große Erweiterung des Stadtkrankenhauses in Bau. Eine nicht zu unterschätzende Investition, da dieses Krankenhaus das Potenzial besitzt auch überregionale Bekanntheit zu erlangen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    BTW: Noch gewagter oder einfach nur unglücklich Formuliert finde ich übrigens Sätze wie "menschlich korrekten deutschen (provinziellen?) Weg", solche "Anmaßung" sollten wir uns lieber verkneifen, oder!?

    Mit dem Satz bezog ich mich auf die Ideale der deutschen Mittelstandsgesellschaft. Ob diese nun existiert oder nicht, ich finde es ist keine Anmaßung festzustellen, dass bisher in Deutschland wesentlich weniger Wert auf ästhetische Hollywood Ideale gelegt wurde, als beispielsweise in den USA. Schon alleine die Anzahl an Schönheitsoperationen und die gesellschaftliche Bedeutung von Starkult und Glamour in den Medienformaten lassen kulturelle Unterschiede erkennen.
    Ich bin auch dreist genug das deutsche Wertesystem zu verteidigen. Ich halte es für fairer als das US-amerikanische, das brasilianische, das indische und was weiß ich noch...
    Dennoch, um meine eigene Frage zu beantworten: Ich begrüße die Geschäftspolitik von Hollister als angemessen, ehrlich und schließe mich an thomasfras Post an. Es ist keine stärkere "Diskrimminierung" als es sie in jedem anderen Bereich auch gibt. Außerdem ist doch keine der Angestellten im durchschnittlichen billig NewYorker älter als 30 und das ist da für jeden doch auch selbstverständlich. Trotzdem haben wir natürlich eine andere Utopie im Kopf und deren Ideale sollte man trotzdem nicht vergessen. Amen

    Sicherlich ist die Diskrimminierung bei In-marken genauso gang und gäbe, wie im Gastronomiebereich, wo Leute die optisch nicht dem Ideal entsprechen kaum eine Chance auf eine Einstellung haben.

    Ich finde es immerhin fair, dass Hollister wenigstens so ehrlich ist und die alltägliche Diskriminierung nicht versteckt. Trotzdem natürlich ein Armutszeugnis für unsere westliche Vorzeigegesellschaft.
    Krass ist natürlich, dass es hier ja nicht um "gepflegtes Aussehen", sondern um "Sex sells" geht, denn mit "good looking" ist ja wohl eine sexuelle Attraktivität gemeint.

    Natürlich ist diese Diskussion hier gerade schon fast Offtopic, aber ich finde sie hier trotzdem richtig.
    Dazu mal ganz zynisch: Das MyZeil soll ja etwas internationales Flair nach Frankfurt bringen und da gehört diese Form der Diskrimminierung und Klassengesellschaft anscheinend dazu. Die Frage ist nun, ob wir das nun in unserer Bewertung des Projekts in so radikaler Form begrüßen wollen? Oder, ob wir versuchen sollten einen menschlich korrekten deutschen (provinziellen?) Weg zu gehen?

    Ich weiß nicht, ob "eng" oder "frei" der richtige Maßstab ist. Ich hätte die Satzung nur noch weiter ausdifferenziert.

    Ich finde gerade das Beispiel mit den Balkonen, Dächern und Gauben interessant. Dadurch dass man da so pauschal mit umgeht, ist die Gebäudegrundform ja schon eben für mich ein wenig "zu eng" gefasst. Hier könnten kleinteilige, prinzipiell moderne Elemente hervorragend zur Altstadt passen. Z.B. eine kleine Dachterasse oder Lodgien. Beim "Haus zur Goldenen Waage" gabs ja einen Belvedere. Auch Balkone beleben einen Straßenzug. Es muss ja kein komplett ortsuntypischer Tirolerbalkon sein und keine Konkurrenz zum Balkon am Römer. Aber nicht mal ein kleiner Freisitz pro Haus?


    Insofern würde ich einige Aspekte "enger" formulieren, im Sinne streng reglementierter Ausnahmen, um dadurch "Freiheiten" zuzulassen, welche die Kleinteiligkeit und Lebendigkeit fördern.

    Ich kann dieser Gestaltungssatzung nicht allzuviel abgewinnen. Zwar bin ich Anhänger zeitgenössischer Architektur, aber städtebaulich durchaus von der kleinteiligen Vorkriegsaltstadt überzeugt.
    Sachen, wie das Verbot Straßenseitiger Balkone (§3) oder die vorgeschriebende Giebelständigkeit werden (mal realistisch betrachtet und weil man "die Architekten" eben kennt) zu großer Monotonie führen.

    Wir werden von den höchstwagrscheinlich "modern überzeugten" Architekten glatte Steinsockel mit großen Fensterflächen, darüber Lochfassaden mit weißem Putz und Fenstern ohne Leibung, Sprossen oder Fensterbank und ebenso glatte, weißverputzte Giebel sehen. Das Geschrei wird dann groß sein. Ich sehe da einen Stil wie beim "Haus am Dom", nur langweiliger, da dieses ja durch die großen, unrelgelmäßigen Glasflächen sehr gut aufgelockert wird.

    Irgendwie nervt mich dieser "bloß nichts riskieren Stil" ziemlich. So wie sich das Allianzgebäude an der Hauptwache, das Börsenforum und die ganzen kleinen Renovierungen ähneln, so monoton befürchte ich die Altstadtbebauung. Und die Schuld wird dann wieder einer angeblichen Moderne zugeschoben, die es in dieser Form als Ideologie gar nicht gibt.
    Der wahre "Modernist" stellt sich was ähnlich buntes, abwechslungsreiches vor, wie der Rekonstruktist, aber natürlch trotzdem ganz anders. Die monotone Mitte werden wir bekommen

    Man hätte die Gestaltungssatzung viel kleinteiliger formulieren sollen. z.B. bestimmte Materialkombinationen in der Fassade fordern, einen Rythmus bei den Dächern festlegen. Sogar ein paar Balkone oder Lodgien währen nicht schlecht. Vermutlich würden diese für eine Kleinteiligkeit sorgen, die sich mit den Rekos besser verträgt, als ein weiß verputzter glatter Klotz.
    Aber dann bräuchte man schon wieder ein ausgewachsenes städtebauliches Projekt und wäre wieder ganz am Anfang...

    Hoffen wir mal alle das Beste :)

    Ich denke die "Baufreiheit" ist etwas sehr wichtiges. Die ganze Diskussion, "Wie zu bauen sei" darf sich nur auf sehr begrenzte Gebiete beschränken.
    Schließlich muss man ja bei dieser Demokratie-debatte hinterfragen, ob eine potenzielle Mitbestimmung der Bevölkerung nicht die Grundrechte des Bauherren verletzt.
    Bebauungspläne und ähnliches sollten in diesem Kontext ja auch möglichst neutral und technisch gehalten werden.

    Was dann letztendlich gebaut wird ergibt sich ja dann wirklich "demokratisch" aus den Interessen der Bauherren.
    Und ich kann mich da dann auch nicht oft genug wiederholen: Wenn moderne Investorenkisten im Geschosswohnungsbau kritisiert werden, dann liegt das nicht an Geschmacksverfehlung, sondern schlichtweg daran, dass der Endkunde nur nach Quadratmeter pro Euro schaut und weder bereit ist für historisierende noch für ansprechende moderne Architektur zu zahlen.

    Das Bild so leider nicht korrekt, der MT würde rechts von Kastor und Pollux stehen, sogar rechts vom Messe-Torhaus. Hinter dem Messe-Torhaus werden wir aber bald noch den T185 bewundern können.

    In dem Bild ist der MT hinter dem FBC, neben dem Japan-Center zu sehen - das wäre die Position vom Taunusturm, direkt im Cluster des Bankenviertels. Außerdem ist er dort nur ca. 300m hoch eingezeichnet (vgl. Commerzbank).

    Das kan ja wohl nicht war sein :nono:. Die Wallanlage ist schon historisch schon dermaßen ausgefranzt, dass eine gastronomische Einrichtung wie diese sich nur positiv auswirkt, weil sie dem Passanten zeigt, dass sich dort überhaupt eine öffentliche Grünanlage befindet und nicht nur irgendwelche Privatgrundstücke fragmentarisch verteilter mehrgeschossiger Bauten.

    Nebenbei sollte man, wenn schon die Bude abreißen will, diese 1:1 auf der Zeil wieder aufbauen. Würde dort mit der Leuchtwerbung super hinpassen. Sowohl stilistisch, als auch insofern, dass viel Licht Graffitisprüher und Eckenpinkler vertreibt ;).

    Naja, ich denke dass am Flughafenausbau weit über 150 000 Arbeitsplätze in der Region hängen. Es geht schließlich um das Superlativ des Frankfurter Flughafens, was viele Unternehmen hier in die Region zieht, im Gegensatz zu anderen Standorten in Deutschland oder Europa.

    Mit diesen 150 000 meine ich nicht mal neu zu schaffende Arbeitsplätze, sondern auch welche die gesichert werden, indem der Flughafen so seine Bedeutung und seine große Anflugliste behält.

    Ansonsten kann ich als Unternehmen ja auch ins billigere Berlin ziehen. Wichtige Großstädte kann ich bald über BBI auch ereichen. Aber Franfurt hat den Vorteil, dass ich hier eben auch direkt in abgelegenere Orte der Welt kann. Wenn ich z.B. irgendwo in der Provinz eines asiatischen Schwellenlandes an einem Milliardenprojekt beteiligt bin. Viele, viele Dienstleister und Industrieunternehmen, wo man es gar nicht glaubt, haben in allen Winkeln der Welt ihr Geld zu verdienen und brauchen dafür genau diesen Ausbau.


    Aber noch mal zur Siedlungsbeschränkung: Der Flughafen geht in jedem fall vor, aber unterm Strich halte ich das auch für Quatsch. Zumindest in diesen Grenzen. 60 Dezibel sind sehr, sehr eng gewählt.
    Ich weiß nicht, wer hier mal an einer Durchgangsstraße gewohnt hat? Oder an einer schön romantisch Kopfsteingpflasterten Straße? Da hauts einen ganz anders nachts aus dem Bett, als bei einem startenden Flugzeug über Offnbach. Aber da haben die paar Anwohner eben keine Lobby. Nicht das der Lärm gut wäre. Aber diese tolle, super gesunde Idylle, die wir als Anspruch erheben ist einfach noch über unseren Möglichkeiten.

    Es wäre sinnvoller stärkere Schallschutzmaßnahmen zu ergreifen. angefangen von der Gebäudeausrichtung über die Materialwahl bis hin Lüftungsanlagen, die Nachts das Fensteröffnen unnötig machen (Passivhaus).
    Und natürlich auf die Industrie Druck machen und nur leise Flugzeuge zulassen sowie effizientere Anflugverfahren.

    Das Leben ist eben nicht perfekt. Unser Lebensstandart fordert irgendwo auch seinen Tribut, aber wenn man mit gutem Willen rangeht lassen sich Lösungen finden.

    Finde den Entwurf nicht umwerfend, aber unterm Strich ganz gut. Die Forderung nach Schiefergedeckten Dächern erscheint mir im Bahnhofsviertel nicht nachvollziehbar.

    Meine Meinung dazu: Eine echte Emsemble-Wirkung wie in einigen Altstädten oder Stadtteilen ist hier weder vorhanden, noch war sie jemals gestalterische Idee des Quartiers. Durch die vielen Türmchen, Erker und Gauben in der gründerzeitlichen Dachlandschaft sollte ja ganz bewußt eine lebendige Unruhe entstehen. Insofern halte ich ein Schieferdach hier eher für eine pseudo-traditionelle Devotionalie. Für Kitsch mit äußerst schwacher städtebaulicher Begründung - vor allem, wenn wir uns die restliche Bebaung am Ufer ansehen, sollte man sich über die Gestaltungssatzung noch einmal Gedanken machen. Denn: Neohaussmann wird das nicht mehr. Aber das sieht hier ja sogar die Stadt anders als ich.

    Viel wichtigere Kategorien hat das Gebäude mit seiner Proportionierung und der Fortführung der Traufkante übrgigens aufgenommen.

    Das die alte Villa nebenan erschlagen wird: Nun gut, Frankfurt hat im Jahre 2009 um die 670 000 Einwohner. Was ist hier also der Maßstab und was die (schützenswerte) Ausnahme?

    Wenn man den Denkmalschutz nach ästhetischen Gründen begreifen würde, so wäre das

    1. Ein Mißbrauch des Begriffs "Denkmal"
    2. Doch auch die absolute Beliebigkeit nach dem Zeitgeschmack. Denn dann hätte bis in die 70er kein Altbau überdauert. Und wer weiß weche ästhetischen Ansichten in 50 Jahren populär sind? Man stelle sich vor die Gründerzeit käme ein weiteres Mal in Verruf, wie Mitte des 20. Jahrhunderts?

    Da akzeptiere ich lieber ein paar "Zweckbauten", deren Wert eben in der Dokumentation einer historischen Phase liegt, die im Einklang mit dieser "zweckmäßigen" Architektur unseren heutigen Wohlstand geschaffen hat und auch unsere Gesellschaft mit deren Werten und Sekundärtugenden mit geformt hat. Und in dieser Gesellschaft fühlen wir uns doch alle, trotz Kritik, Polemik und Sarkasmus, soweit ganz wohl.

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    Mod: Und nun bitte zurück zum Thema. Grundsatzfragen zum Denkmalschutz können gerne an geeigneter Stelle diskutiert werden - aber bitte nicht hier.

    Es ist halt ein Krankenhaus, da wird es nie was fertig. Auf den Fotos von thomasfra und Gizmo23 sieht es auch so aus, als gäbe es auch gar keine "Balkone" (bzw. diese vertikale Untergleiderung) mehr, wie sie noch auf dem Rendering zu sehen sind. Dadurch wird die Horizontale nun ins Extrem betont. Das war zwar schon beim Zumauern der Brüstungen abzusehen. Ich finde aber, es ist optisch eine sehr wichtige Änderung, welche das Gbäude ganz anders wirken lassen wird. Nämlich flacher und länger.

    Hoffentlich geht es bald schnell weiter. Ich bin auf das Ergebnis sehr gespannt. Schließlich ist das Gebäude für den Zugverkehr über Frankfurt Süd sehr prägnant.

    Tja, die Geschmäcker sind verschieden. Ich finde dieses Gebäude total genial. Ich mag auch sämtliche Aufstockungen auf den historischen Überresten rund um den Platz. Bisher alles gaz große Klasse. Sogar wesentlich besser als wären die alten Gebäude noch im Originalzustand.

    Irgendwie kann ich mich mit einem Bild unberührter historischer Architeltur nicht anfreunden. Das passt nicht zu dem, was für mich im positiven Sinne Frankfurt heißt.

    Aber alles das ist eben nur Geschmack.

    Was den Hadid Entwurf betrifft: Zustimmung an der Kritik über die Proportionen. Die horizontale Gliederung wird sich mit den Wolkenkratzern rundherum beißen.
    Ein vertikaler Rhythmus würde hier Not tun.
    Andererseits ist die Größe an sich jetzt durchaus noch im Rahmen des erträglichen, auch wenn kleinere Parzellen wünschenswert wären.

    Sehe ich anders Wahnfried, es ist nicht eine Person, die unpassende Kleider kombiniert, sondern mehrere Personen, wo eben ein adrett gekleideter Banker in einer Trachtengruppe steht ;)

    Aber das ist eben diese Art von Freiheit um die es hier geht. Nicht darum, dass man sich heutzutage nicht ums äußere kümmern würde. Das gilt vielleicht für einige sehr "sachlich gehaltene" Wohngebäude in der City West oder den Vororten. In diesem Fall ist die Außengestaltung doch sehr bewußt gewählt.

    Wikos: Mir ist klar, wie belebt die Kaufinger in München ist. München hat aber auch eine andere touristische Dimension. So toll finde ich die Achitektur in München jetzt auch nicht, als das dies alles herausreißen würde. Dafür hab ich mal eine Dokumentation gesehen, in der reiche Iraner (oder Scheichs?) extra zum Shopping nach München sind!

    Frankfurts Problem liegt zum einen der Vernetzung seiner kulturellen und touristischen Zentren mit der Zeil. Wäre z.B. die Altstadt bis östlich des Doms ein Anziehungspunkt, wäre auch auf der Konsti ein anderes Publikum.
    Zum anderen fehlt es in Frankfurt an überregionalen Shopping Touristen, die Kaufkraft mitbringen. Hierführ benötigt es Leuchtturmprojekte und Medienhype, die eine bekannte Adresse schaffen.

    Ich stimme dir also, was die Einzelarchitektur betrifft durchaus zu. Denke aber, um die Probleme der Zeil zu lösen bedarf es mehr als einer Fassadenrenovierung der Südseite. Eher braucht man einen großen, strategischen Masterplan, der den qualitativen Flickenteppich der Frankfurter Innenstadt besser verknüpft.

    garcia: Ich finde der Paternoster Square wirkt zu konservativ/provinziell für Frankfurt. In einer Stadt wie London passt der Stil zum Image und der Platz hat auch in seiner Abgeschlossenheit eine Oasesenfunktion.
    Sowas wünsche ich mir um die Zeil drum herum. So dass die Zeil den beeindruckenden städtischen Trubel mit all der Reizüberflutung verkörpert und gemütliche Plätze südlich und nördlich zur Pause einladen und endlich den Rest der Innenstadt beleben.
    Die Hektik/Unwirtlichkeit auf der Zeil muss ja nicht unbedingt billig wirken, siehe MyZeil. Das wirkt recht edel ist aber auch nicht "gemütlich".

    Golden Age: Das liest sich sehr schön und trifft auch meiner Meinung nach auf die Innenstadt zu. Allerdings hätte ich gedacht, dass die Franfurter Bürger mehr in ihren Stadtteilen leben und diese bewerten. Ich finde da hat sich, soweit ich denken kann, eher weniger verändert. Oberrad, Bockenheim, Nierderrad etc.
    Wobei ja andererseits das Ostend eine riesige Aufwertung erfahren hat und auch das Westend, Nordend und Bornheim verbessern sich stetig....
    ...Interessante Studie!

    Ich versteh die Argumnetationskette hier nicht so ganz. Klar ist mehr klasse wünschenswert. Aber würde man jetzt mehr klasse erreichen, wenn man MyZeil (was ja anscheinend nur Masse bringt, bzw. Klasse von der Zeil abzieht) abrreißt?

    Ich denke wir müssen hier über konzeptionelle Fragen reden. Da die Zeil von Anfang an eher auf Masse gesetzt hat, ja in ihrer ganzen Anlage nach Masse geradezu verlangt, wäre es töricht nun dieses ganze Konzept über Bord zu werfen. Dann hätte man nämlich erst mal weder das eine, noch das andere. Ganz im Gegenteil hat man rund um die Zeil dermaßen viel sanierungsbedürftige Stadt, dass man da vielleicht mal Anfangen sollte "italienisches Flair" und vielleicht sogar Menschen mit Kaufkraft anzusiedeln.

    Da solte man sich dann aber besser an Städten wie Leipzig, Hannover oder den Ruhrgebietsstädten (Dortmund?) oder auch Rotterdam und spanischen Städten orientieren. Also Orten, die mit wenig Geld und Kreativität viel in ihrer verhunzten Innenstadt gemacht haben, anstatt eine historisch schon reiche, einmalige und nahezu perfekte Stadt wie München direkt übertragen zu wollen.

    Danke für die vielen Updates.

    Die Details der Dachentwässerung sind ja grauenhaft. Das verzinkte Blech anzustreichen wäre zwar auch nicht eleganter, aber eine etwas gradlinigere Rohrführung hätte schon drinn sein müssen. Und überhaupt, da man ja nicht wirklich orginalgetreu rekonstruiert - warum muss die Entwässerung unbedingt außen liegen?

    Bei aller gerechtfertigten Kritik an moderner Architektur - Bauten wie z.B. jene von Schneider+Schumacher mögen vielleicht in ihrer extremen optischen Reduzuierung der Formen und Fassaden simpel wirken. Aber die Details sind dafür extrem komplex und elegant gelöst...

    Auch wenn von mir jetzt spontan nur Kritik kam, schlecht finde ich das Palais natürlich trotzdem nicht :D

    Wenn man den EG Durchbruch macht und den archelogischen Garten überbaut, ist die Schirn doch so gut wie weg. Das bischen Eingangsbereich wird ja wohl auch von den Hardcore Rekonstruierern zu verkraften sein.
    Ich finde die Rotunde zumindest nicht schlecht. Das größte Problem ist einfach die "funktionslose" extrem lange Wand, die der Riegel darstellt und das auch noch an der Südseite, so dass die Sonne genommen wird. Deshalb gehen die Leute - egal von wo sie kommen - auch lieber am TR entlang. Da gibts nen Souvenir-Shop, "Eingänge" und sogar Sonne. Wobei Schatten an einer funktional belebten Stelle ja nicht stören würde. Mit einem Umbau/Verbau der Seite/Durchbruch durchaus ein lösbares städtebauliches Problem.

    Altstadt bis zum Main hieße übrigens doch erstmal "Altstadt" oder "Stadt" anstatt 50er Vorortgeschosswohnungen südlich der Schirn herstellen. Und da sollte man das Geld doch besser dort in die Umgestaltung investieren, als in einen überflüssigen Abriss der Kunsthalle.
    Aber zuerst die Priorität auf die Notdächer im Fordergrund setzen, wie Portenos Bild wunderschön zeigt!

    Die Schirn abreißen? Sorry, aber solange die Stadt auch nur einen Cent Schulden hat gibt es wirklich wichtigeres. Und das sage ich, als städtebaulicher Gegner der Schirnarchitektur. Der Komplettabriss ist einfach zu teuer (im Vergleich zum tatsächlichen Gewinn), zu unverständlich in Anbetracht der vielen anderen Problemzonen der Innenstadt. Da gehen das Areal um die Kleinmarkthalle oder gewisse Dachrekos am Rathauskomplex einfach vor.

    Und nur mal so als kleine Überlegung als Alternative zum Komplettabriss.:
    Man könnte das Geld vielleicht in der Altstadt sogar effizienter anlegen. Wenn ich mir überlege, wie unattraktiv der Straßenraum östlich (also rund um den Dom) und südöstlich, zum Main hin, gestaltet ist, könnte man doch mit dem ganzen teuren Geld eine viel größeres Gebiet unglaublich aufwerten. Durch neues Pflaster, Bäume, Städtmöbel etc...
    Ich denke der Gewinn wäre größer, als die sündhaft teure Umverlegung der Schirn.

    Zum Tisch: Stellenweise macht das Urheberrecht ja Sinn, aber im Fall des Tisches bleibt doch zu überlegen, in wie weit er überhaupt zum restlichen Gebäude gehört? Also ob das Urheberrecht vor Gericht überhaupt ziehen würde. Gabs da schon mal was bezüglich des konkreten Falls?