Das Fachmarktzentrum ist ja keine klassische Shoppingmall, sondern geht eher in Richtung Gewerbegebiet mit Baumarkt.
Letzten Endes geht es darum Kaufkraft zurückzugewinnen, die über die Letzten Jahre in die Gerwerbegebiete der nordöstlich gelegenen Gemeinden an der Autobahn abgewandert ist. In erster Linie Gründau-Lieblos mit riesen Möbel Höffer, Mediamarkt etc. aber auch "kulturellen" Einrichtungen wie Discothek und 24h DriveIn McDonalds.
Die Innenstadt wird von diesem Fachmarktzentrum eher unbeeinträchtigt bleiben. Selbst ein großer EDEKA wird eher in Konkurrenz zum Real in Maintal oder zum Toom in Rodenbach treten. Hanau verfügt bisher lediglich über einen großen Supermarkt, einen Toom, aber auf der anderen Seite der Stadt in Steinheim.
Das einzige Manko ist vielleicht, dass Freizeiteinrichtungen, die es jetzt nicht in der Innenstadt gibt, durch den "Kinzigbogen" wohl auch nie in die Innenstadt kommen werden. Aber da muss man eben auch pragmatisch denken, ob es denn Sinn macht etwas zu blockieren, für etwas was sonstwo noch nicht mal geplant ist. Das führt nur dazu, dass Nachbargemeinden dann doch wieder die schnelleren sind.
Das Problem der Hanauer Innenstadt ist deren absolut monofunktionale Ausrichtung auf den Einzelhandel. Hauptkonkurrent ist hier bereits das Hessencenter in Frankfurt.
Bei dem sogenannten wettbewerblichen Dialog geht es ja nun sehr viel konkreter um die Innenstadt. Ich bin von diesem Projekt aber alles andere als überzeugt. Für die Neugestaltung einiger Abschnitte soll einer der beiden großen Stadtplätze - trotz viel Leerstand bei den gewaltigen Einzelhandelsflächen - mit noch mehr Einzelhandel zugebaut werden. Dies wird zwangsläufig zum Absterben weiter Teile der Innenstadt führen.
Nochmal edit:
Namentlich bekommt Hanau eine innerstädtische Mall auf dem Freiheitsplatz, der als Parkplatz und Busbahnhof genutzt wird. Wirklich genutzt wird der Platz zur Zeit also eigentlich nicht. Jedoch ist er in seiner Dimension für deutsche Städte ziemlich groß, größer als der Marktplatz und zusammen mit diesem Ideal für große Events. In Hanau mal den Hessentag zu haben wäre der Hammer, man könnte fast alles in der Innenstadt unterbringen ![]()
Für die Erlaubnis zur Mall gibts dann eine Tiefgarage, einen etwas aufpolierten Busbahnhof und die Neugestaltung von zwei weiteren Plätzen. Der südliche, rund um die Kriche ist bisher ein extrem monotones, langweiliges, aber sauberes Wohngebiet. Fragwürdig warum man hier wirklich etwas machen muss. Der zweite, am Stadtschloss in der Altstadt macht schon mehr Sinn um hier, inmitten der 50er Nachkriegsbebauung, wieder ein Zentrum zu schaffen. Jedoch sollte dies nach meiner Mainung auch ohne dieses ganze Brimborium mit Investorenmasterplan mögich sein. Letzten Endes zahlt man also für diese beiden weiteren Plätze einen recht hohen Preis. Wenn man sich die Planungen ansieht, wird das noch deutlicher, da die bisher eher homogene, flächige Aurichtung der Innenstadt einer Achsenbildung durch die neugestaltenen Gebiete entgegensteht und sich so zwangsläufig mehr "Randgebiete" bilden
Wie übrigens das "Postcareé" funktionieren soll ist mir schleierhaft. Es ist zwar nur ca. 250m vom Marktplatz enfernt, aber in der völlig falschen Richtung. Da wird garantiert keiner hinlaufen, weil einfach zwei Blocks schäbiger Büro und Wohnbebaung dazwischen liegen und noch eine stark befahrene Straße.
Hanaus Problem ist, dass sich die Kultur in Kesselstadt (Schloß Phillipsruhe) und Wilhelmsbad konzentriert, das Nachtleben verstreut sich komplett auf die Stadtteile und das Kino in der Innenstadt ist ziemlich tot, da fast jeder zum Luxor nach Nidderau rausfährt.
Hanaus Innenstadt bräuchte quasi ein konkurrenzfähiges Großkino, eine Nightlife-/Kultureinrichtung, die groß genug ist die innerstädtischen Plätze zu bespielen und mehr Aufenthaltsqualität bzw. Alleinstellungsmerkmale anstelle mehr m² Einzelhandel.
Edit: Das alles hier hört sich nun sehr negativ an. Aber auch Hanau hat seine Lichtblicke. Der Marktplatz mit seinem Wochenmarkt funktioniert eigentlich grandios. Einfach durch die Größe des Marktes kommt schon Atmossphäre auf.
Durch die Belebung des CityCenter mit Saturn und KarstadtSport hat sich eine ganze Straße (Nürnbergerstr., zwischen Marktplatz und CityCenter) komplett revitalisiert, wovon auch die angrenzeden Gebiete südlich des Marktplatz profitieren, die sonst eher Ghetto-Charme hatten. Auch ist durch diese Entwicklung der Hauptbahnhof "näher" an die Innenstadt gerückt.
Ebenfalls ist zur Zeit eine große Erweiterung des Stadtkrankenhauses in Bau. Eine nicht zu unterschätzende Investition, da dieses Krankenhaus das Potenzial besitzt auch überregionale Bekanntheit zu erlangen.
