Beiträge von peter

    Problematisch ist, daß die hoheitliche Aufgabe des Grund- aber auch des Hochwassermanagements in den Händen einer Privatfirma liegt.

    Trotz des Herumhantierens an den Umflutwehren bleiben die höheren Pegelstände im Magniviertel und direkt südöstlich vor ECE in der Friesenstraße konstant hoch und von den Steuerungsversuchen unbeeindruckt.

    Dagegen sind die Grundwasserpegel westlich und vor allem nördlich des ECE nun dauerhaft niedrig und im Bereich der Katharinenkirche unter kritische Marken gefallen.

    Antwort mit doppelter Verneinung

    Sechs Wochen brauchte die Verwaltung, um Fragen aus dem Stadtbezirksrat Innenstadt nach der Veranwortlichkeit für die aufstauenden Grundwässer vor dem ECE-Baukörper zu beantworten, bzw. diese Antwort den Mitgliedern des Stadtbezirksrates nun am 18.10.2007 zuzustellen.

    Bekanntlich lag zwar bereits zur letzten Bezirksratssitzung des Stadtbezirks 131 Innenstadt am 18.09.2007 eine fachliche Einlassung der zuständigen Behörde vor, aber die war vom Stadtbaurat Zwafelink kassiert worden.

    Deswegen nun die neue Antwort der Fachbehörde 61.4 (Abt. Umweltschutz) vom 2.10.2007, in welcher doch immerhin (klip und klar) - mit doppelter Verneinung - erklärt wird:

    "Eine Erklärung, dass sich der ECE-Baukörper nicht auf das Grundwasser auswirkt, wird daher von der Verwaltung nicht abgegeben."

    Der Vorgang kann unter der Drucksache 9136/07 bei der Stadt eingesehen werden:
    http://www.ratsinfo.braunschweig.de/default.php

    Stadtbaurat hält Vorlage unter Verschluß

    Jetzt hat sogar die CDU gemerkt, daß seit ECE was faul ist im sensiblen Untergrund der Innenstadt.

    Im Stadtbezirksrat Innenstadt hatten je ein Vertreter von SPD und von CDU durchgesickerte Einzelheiten angedeutet: CDU: da "brodelt" es zwischen ECE und Verwaltung. Die Durchlässe für die Grundwasserumleitungen unter das sieben Meter in die Tiefe reichende Bauwerk seien nicht ausreichend hergestellt.

    Im Rat am 25.9.07 kam heraus, daß der Stadtbaurat die Vorlage der unteren Wasserbehörde nicht an die gewählten Ratspolitiker weitergeleitet hat, sondern unter Verschluß hält.

    Das machte erstmals auch große Teile der CDU-Ratsmitglieder hellhörig, die nun auch für eine umgehende Untersuchung der wahren Sachverhalte im Bauauschuss stimmten.

    Ich habe dazu in der Ratssitzung auf folgendes hingewiesen:

    Dekoratives Anführungszeichen


    Wo liegt die Brisanz?
    Vor dem Bau des ECE funktionierten sowohl die horizontalen Durchströmungen innerhalb des Okerumflutgrabens als auch - und das ist für die Fundamente der Kirchen lebenswichtig - die vertikalen. Der gesamte innere Stadtbereich hatte gemäß dem Prinzip der kommunizierenden Röhren gleiche Höhenpegel.
    Seit Errichtung des ECE ist nun eine Spreizung der Höhenpegel aufgetreten, die jetzt 80 cm beträgt (bevor ECE stand, max. 20 cm).
    Dadurch bekommt das Hochwassermanagement der Stadt die Steuerung allein mit den Umflutgräben nicht mehr in den Griff: öffnet man die Wehre des Umflutgrabens zu spät, dann steigt das Wasser in die Magnikeller; öffnet man etwas zu früh z.B. bei zu erwartenden Regengüssen, dann könnten die Fundamente z.B. unter der Katharinenkirche trocken fallen.

    Über Jahrhunderte funktionierte der besondere wasserläufige Untergrund mit einfacher Wehrsteuerung. Diese Zeiten sind "dank" unbekümmerter und nur auf kurzfristigen Gewinn für Credit Suisse und ECE ausgerichteter Politik vorbei; ab jetzt muss zusätzlich gepumpt werden, nur wo genau, weiß bislang anscheinend niemand.

    Nur um hier vorzubeugen: das hat alles mit "Schloss", mit dem Für und Wider und was man über dem Erdboden sieht, nichts zu tun!
    Bekanntlich stand das alte Residenzschloss - wie alle historischen Bauten der Innenstadt - auf Stelzen; die Grundwasserströmungen wurden nicht beeinflusst.
    ECE hatte nun im Antrag zur Baugenehmigung gutachterlich "nachgewiesen", daß mit künstlichen Hilfsmaßnahmen (sog. hydraulischen Durchlässen) die Strömungen vor allem unter der sieben Meter in die Tiefe reichenden "Staumauer" hindurchtauchen würden. Die untere Wasserbehörde stellt dazu weiterhin aufgrund eigenem Monitoring fest:
    "Diese Prognose trifft nicht zu".

    Was nun, Herr Stadtbaurat?