Krupp & Essen (2) Alfred Krupp (1)
Alfred Krupp, der Eisenbahn- und Kanonenkönig

[size=-2]Bild: Historische Ausstellung Krupp, Villa Hügel[/size]
Das folgende Panorama aus dem Jahr 1850 zeigt, dass die Stadt Essen zu Beginn der industriellen Entwicklung eine ländliche Kleinstadt war. Man war stolz auf rauchende Fabrikschornsteine, sie zeigten den Fortschritt an.

[size=-2]Essen im Jahr 1850
Blick von Osten nach Westen, vorne die Steeler Straße und das Steeler Tor[/size]
[size=-2]Bild: Eine Nation – geboren aus Kohle und Stahl, Seite 9 (DhM_553487a.pdf , ACHTUNG: 18 MB)[/size]
[size=-2]GIF-Animation: Fabio[/size]
Schäfers Windmühle lag vor dem Limbecker Tor zwischen der Altendorfer und Frohnhauser Straße auf dem Gebiet der heutigen Weststadt. 1866 kam der gelernte Brauer und Fassbinder Theodor Stauder aus Laub in Unterfranken nach Essen und arbeitete ein Jahr lang bei dem Müller und Gastwirt Schäfer in dessen Mühle. Stauder brachte die untergärige Brauweise nach Essen, in der Stahl- und Zechenstadt war sein Bier bald sehr gefragt. Bereits im Folgejahr 1867 pachtete Stauder die Hausbrauerei Schlicker in der Steeler Straße nahe dem damaligen Rathaus und ließ seine Familie nachkommen. 1888 verlagerte sein Sohn Jacob Stauder die Brauerei nach Essen-Altenessen und gründete die Privatbrauerei Jacob Stauder.
[size=-2]Quellen: altenessen.info und die-hobbybrauer[/size]

[size=-2]Schäfers Windmühle vor dem Limbecker Tor musste um 1883 dem Ausbau der Kruppschen Werke weichen.[/size]
[size=-2]Bild: Stadtarchäologie Essen, Fund des Monats Mai 2001[/size]
Das Rathaus von Essen in der Zeit von Alfred Krupp:

[size=-2]Essener Rathaus um 1865[/size]
[size=-2]Bild: Stadtbildstelle Essen[/size]
Die folgende Karte von 1889 zeigt, dass in den letzten Lebensjahren von Alfred Krupp die Gussstahlfabrik (links im Bild) viel größer war als die Altstadt von Essen (rechts im Bild).
Die Gussstahlfabrik wurde auch als Krupp-Stadt bezeichnet.

[size=-2]Karte: Quelle: Schroedel Verlag: Zeit für Geschichte, Band 3, Hannover 2002, S.128.[/size]
Gussstahlfabrik um 1835
Die Firma von Friedrich Krupp war bei seinem frühen Tod im Jahr 1826 mit 10.000 Talern verschuldet. Seine Witwe Therese übernahm die Leitung des Betriebes, der damals sieben Arbeiter beschäftigte. Der 14-jährige Sohn Alfred musste den Besuch des Gymnasiums abbrechen und anstelle einer geplanten Lehre bei der Düsseldorfer Münze arbeitete Alfred in der Firma mit, da ihn sein Vater frühzeitig in die Geheimnisse und Grundlagen der Gussstahlherstellung eingeführt hatte. Der Betrieb produzierte hauptsächlich Werkzeugstahl, Feilen, Gerbergeräte, Münzstempel und Walzmaschinen.
In Deutschland entwickelte sich zunehmend das Eisenbahnwesen, damit stieg der Bedarf an Gussstahl zur Herstellung von Schienen, Achsen und Radreifen. Nach Gründung des Deutschen Zollvereins vergrößerte sich 1834 der Kundenkreis. Das Hammerwerk in der Walkmühle in Altenessen wurde durch die steigenden Aufträge zum Problem, da die Wasserkraft der Berne nur ungleichmäßig verfügbar war. 1835 wurde die Gussstahlfabrik an der Altendorfer Straße durch den Erwerb einer Dampfmaschine um ein Hammerwerk erweitert. Durch den Dampfhammer konnten nun alle Arbeitsgänge der Stahlherstellung kostengünstig an einem Standort ausgeführt werden.
Alfred Krupp bereiste 1838-1839 über ein Jahr lang Frankreich und England, um auch dort neue Abnehmer für seine Produkte zu finden. Sein jüngerer Bruder Hermann (1814-1879) führte während seiner Abwesenheit die Firma weiter. Als "Baron Schropp" getarnt spähte Alfred Krupp in England Walzwerke und Schmieden aus. Mit dem erworbenen Wissen gelang es ihm die Gussstahlfabrik weiter voran zu bringen. 1839 wurde der Besitz der Walkmühle in Altenessen verkauft.

[size=-2]Gussstahlfabrik 1835[/size]
[size=-2]Bild: Postkarte von 1912 zur Kruppschen Hundertjahrfeier [/size]

[size=-2]Gleicher Blickwinkel wie das Bild oben:
Stammhaus-Nachbildung von 1961 (in etwa in der Perspektive wie oben).
Im Hintergrund entsteht das neue ThyssenKrupp-Hauptquartier.[/size]
[size=-2]Bild: Fabio, Dezember 2008[/size]
1844 Wohnhaus
Das Stammhaus wurde 1844 um das zweigeschossige Wohnhaus erweitert. Alfred Krupp kaufte 1848 seiner Mutter Therese (1790-1850) für 40.000 Taler die Fabrik ab und wurde Alleininhaber. 1850 beschäftigte die Firma Krupp 241 Mitarbeiter. Alfred Krupp heiratete 1853 die 18 Jahre jüngere Bertha Eichhoff, 1854 kam ihr Sohn Fritz (Friedrich Alfred) zur Welt.
[size=-2]Stammhaus und Wohnhaus um 1844
Das Wohnhaus war das Geburtshaus von Fritz (Friedrich Alfred) Krupp (1854-1902).[/size]
[size=-2]Bild: Historisches Archiv Krupp, monumente-online[/size]
[size=-2]GIF-Animation: Fabio[/size]
Durch immer neue technische Erfindungen und Entwicklungen änderten sich nach und nach die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse. Immer mehr Menschen suchten in den schnell wachsenden Städten Arbeit und die Schicht der Landlosen und Lohnabhängigen wuchs rasch an. Soziale Missstände führten zur Entstehung der Arbeiterbewegung. 1848 veröffentlichten Karl Marx (1818-1883) und Friedrich Engels (1820-1895) in London gemeinsam ihr kommunistisches Manifest.
Nach dem Scheitern der http://Deutschen Revolution von 1848 und begünstigt durch den Goldrausch in Kalifornien folgte eine Auswanderungswelle aus den Staaten des Deutschen Bundes. Das Ruhrgebiet erfuhr hingegen eine Zuwanderung, so wuchs von 1850 bis 1870 in der Hellwegzone die Bevölkerungszahl von etwa 250.000 Menschen auf etwa 700.000 an.
In dieser Zeit entwickelte sich Alfred Krupp zum entschiedenen Gegner der Arbeiterbewegung und Sozialdemokraten. Er war ein Patriarch, der als Herr im Haus bedingungslosen Gehorsam von seinen Arbeitern verlangte. Als Gegenleistung zahlte er seinen „Kruppianern“ hohe Löhne, er baute eigene Wohnsiedlungen und Wohlfahrteinrichtungen wie Schulen und Läden. Krupp richtete eine Kranken- und Rentenversicherung ein. Die Kruppschen Sozialleistungen waren später für Bismarck das Vorbild für dessen Sozialreform.
Gussstahlfabrik um 1852
1852-1853 gelang Alfred Krupp die Erfindung des nahtlosen Radreifens für die Eisenbahn. Von nun an expandierte die Fabrik. Die bruchsicheren Radreifen brachten sehr viel Gewinn. So orderten z. B. fast sämtliche Eisenbahngesellschaften der USA die Radreifen bei Krupp. Drei übereinander gelegte Eisenbahnräder wurden 1875 das Firmenzeichen des Unternehmens.

[size=-2]Bild: Krupp-Ringe[/size]
Auf der ersten Weltausstellung 1851 in London präsentierte Krupp den bis dahin größten gegossenen Stahlblock von 2 Tonnen Gewicht und eine Gussstahlkanone. Die stählerne Kanone war nur als Werbegag gedacht, da Krupp glaubte, die Ausstellungsbesucher würden sich eher für Waffen als für seinen gegossenen Stahlblock interessieren. Alfred Krupp nutzte die Weltausstellungen zu Werbezwecken.

[size=-2]Krupp-Kanone auf der Weltausstellung 1851 in London[/size]
[size=-2]Bild: schoene-aktien[/size]
1853 empfing Alfred Krupp im Wohnhaus Prinz Wilhelm von Preußen, den späteren Kaiser Wilhelm I. (1797-1888), und fünf Jahre später Erzherzog Johann von Österreich (1782-1859). 1859 setzte Prinz Wilhelm von Preußen den kauf von 300 Geschützrohren aus Gussstahl durch. Es war der Beginn einer intensiven Beziehung zwischen den beiden Familien Hohenzollern und Krupp. Krupp lieferte Waffen an viele Staaten in Europa und der Gewinn wurde wieder in die Firma investiert.
Alfred Krupp setze die jeweils neuesten Verfahren zur Stahlerzeugung ein, so 1862 das Bessemer-Verfahren, mit dem die Massenproduktion von z. B. Eisenbahnschienen möglich wurde. 1869 folgte das Siemens-Martin-Verfahren.

[size=-2]Gussstahlfabrik Friedrich Krupp um 1852[/size]
[size=-2]Bild: Historisches Archiv Krupp, gymnasium-meschede[/size]
[size=-2]GIF-Animation: Fabio[/size]

[size=-2]Heute: links die Stammhaus-Nachbildung mit der grauen Schiefer-Verkleidung, rechts der Rohbau für das Volkswagen Zentrum Essen. Dahinter standen vor 150 Jahren die Schmelzöfen.[/size]
[size=-2]Bild: Fabio, Dezember 2008[/size]
Gussstahlfabrik um 1875
Alfred Krupp baute 1868-1872 die Villa Hügel und er begab sich seltener in die Fabrik. 1875 trat Fritz Krupp in die Firma ein, zu der Zeit waren 13.900 Mitarbeiter bei Krupp beschäftigt. Bis zu Alfred Krupps Tod im Jahr 1887 stieg die Zahl auf 20.200 Beschäftigte an.

[size=-2]Gussstahlfabrik Friedrich Krupp um 1875[/size]
[size=-2]Bild: Spiegel, Fotostrecke Spiegel Krupp (Die Spiegel-Angabe 1912 ist falsch)[/size]
[size=-2]GIF-Animation: Fabio[/size]
Prof. Dr. Roland Günter, Autor des Revier-Reise-, Städte- und Kulturführers Im Tal der Könige (gemeint ist das Emschertal), regte 2003 in seiner (NRZ-Kolume) an, die Gewerbegebiete im Revier durch Nachbesserungen mit z. B. Tafeln, Bildern und Texten über ihre interessante und spannende Geschichte attraktiver zum machen. Es gelte die Bedeutung dieses Gebietes als das „Heilige Land“ der industriellen Entwicklung hervorzuheben.
In der folgenden GIF-Animation wird die Lage einiger Gebäude der alten Gussstahlfabrik aus der Zeit von Alfred Krupp bezogen auf die heutige Situation erkennbar.
Der älteste Teil der Gussstahlfabrik befand sich auf dem Gelände der heutigen Automeile.

[size=-2]Plan der Gussstahlfabrik von 1889, unten links im Bild liegt der Limbecker Platz.[/size]
[size=-2]Karte: Quelle: Schroedel Verlag: Zeit für Geschichte, Band 3, Hannover 2002, S.128.[/size]
[size=-2]GIF-Animation: Fabio[/size]
Panorama der Gussstahlfabrik 1864
Alfred Krupp ließ 1864 seine Gussstahlfabrik fotografieren, mittlerweile waren 7.000 Arbeiter in der Fabrik beschäftigt. Die Fotos wurden sonntags gemacht, damit kein Rauch die Aufnahmen störte. Wegen der damals langen Belichtungszeit mussten die Arbeiter während der Aufnahme still stehen bleiben.

[size=-2]Panorama der Gussstahlfabrik im Jahr 1864[/size]
[size=-2]Bild: Krupp-Guertel_historisch.pdf[/size]

[size=-2]Panorama im Jahr 2008 [/size]
[size=-2]Bild: Fabio, Dezember 2008[/size]
Panorama 1864 (1)

[size=-2]1864: In der Bildmitte sieht man die VI. Mechanische Werkstatt, hinten links war der firmeneigene Schießstand zum Testen der Kanonen[/size]
[size=-2]Bild: Krupp-Guertel_historisch.pdf,
GIF-Animation: Fabio[/size]

[size=-2]Wo früher die VI. Mechanische Werkstatt stand, verläuft künftig die Wasserachse vor dem ThyssenKrupp-Hauptquartier. [/size]
[size=-2]Bild: Fabio, Dezember 2008[/size]
Panorama 1864 (2)

[size=-2]Man sieht hier den „Kern“ der Gussstahlfabrik, hinter dem Haupt-Comptoir stand das Original-Stammhaus, links daneben ist ein Teil des Wohnhauses von 1844 erkennbar.[/size]
[size=-2]Bild: Krupp-Guertel_historisch.pdf,
GIF-Animation: Fabio[/size]

[size=-2]Heute steht keines der Gebäude von 1864 mehr, lediglich die Stammhaus-Nachbildung von 1961 erinnert an die Gussstahlfabrik aus den Tagen Alfred Krupps.[/size]
[size=-2]Bild: Fabio, Dezember 2008[/size]
Panorama 1864 (3)

[size=-2]Blick in Richtung Innenstadt, im Hintergrund sieht man Schäfers Mühle vor dem Limbecker Tor (heute Weststadt).[/size]
[size=-2]Bild: Krupp-Guertel_historisch.pdf,
GIF-Animation: Fabio[/size]

[size=-2]Blick in Richtung Innenstadt 2008, vorne rechts die Rückseite des Tiegelgussdenkmals[/size]
[size=-2]Bild: Fabio, Dezember 2008[/size]
Kruppscher Schießplatz
Die Kruppschen Schießplätze an der Pferdebahnstraße waren sehr klein, so nutzte die Firma Krupp einen eigenen Schießplatz bei Dülmen und den staatlichen Militär-Schießplatz in Berlin-Tegel. Um sich vom Kriegsministerium unabhängig zu machen, mietete Alfred Krupp ab 1876 bei Meppen ein größeres Gebiet von rund 17 km Länge und 2 km Breite, um Versuche an Reichweitensteigerungen an schweren Rohrwaffen durchzuführen. Alfred Krupp lud 1879 die britische Konkurrenzfirma Armstrong zu einem Vergleichsschießen ein. Armstrong sagte ab, aber 97 Offiziere aus 18 Nationen kamen nach Meppen und das Treffen wurde als Völkerschießen von Meppen bekannt.

[size=-2]Transport einer Kanone zum Schießplatz südlich der Pferdebahnstraße 1865[/size]
[size=-2]Bild: Stadtbildstelle Essen, Historische_Broschuere_Krupp_Guertel.pdf, Seite 3[/size]

[size=-2]Ausbildung chinesischer Offiziere auf dem Schießplatz in Essen, südlich der Pferdebahnstraße, im Jahr 1890.
Fritz Krupp (Zweiter von rechts) beobachtete die Übungen, diese Kundenbetreuung war Chefsache.[/size]
[size=-2]Bild: Historisches Archiv Krupp, TK_MAGAZIN_1_07.pdf, 100 Seiten, 4 MB, Seite 80 [/size]

[size=-2]21cm Kanone in Verschwindlafette auf dem Schießplatz, nördlich der Pferdebahnstraße, während des Ersten Weltkriegs, 1916[/size]
[size=-2]Bild: Postkarte[/size]
Der ehemalige Schießplatz nördlich der Pferdebahnstraße ist heute Sitz der EBE - Entsorgungsbetriebe Essen (Fotogalerie).
Das Gelände des alten Schießstandes südlich der Pferdebahnstraße liegt innerhalb der nördlichen Grünfläche des künftigen ThyssenKrupp Quartiers.

[size=-2]Die ehemaligen Schießplätze an der Pferdebahnstraße im Jahr 2008.[/size]
[size=-2]Bild: Krupp-Gürtel[/size]
1861-1911 Schmiedehammer Fritz
Am 16.09.1861 wurde der damals größte Schmiedehammer der Welt von Alfred Krupp in Betrieb genommen. Er hatte ein Fallgewicht von 1.000 Zentnern und diente zum Ausschmieden besonders großer Werkstücke. Alfred Krupp hat den Schmiedehammer selbst konstruiert und nannte ihn nach seinem Sohn Fritz (1854-1902). „Fritz“ wurde zum Symbol der Leistungsfähigkeit der Firma Krupp und blieb 50 Jahre lang im Einsatz. Im Jahre 1911 wurde „Fritz“ abgebrochen, als hydraulische Schmiedepressen leistungsfähigere Werkzeuge waren. Das heutige IKEA-Parkhaus wurde 1917 als Press- und Hammerwerk Ost gebaut, dort stand die damals größte Schmiedepresse der Welt.

[size=-2]Schmiedehammer „Fritz“, ca. 1861[/size]
[size=-2]Bild: Historisches Archiv Krupp, ThyssenKrupp [/size]
[size=-2]Mit „Fritz“ geschmiedet: die Kruppsche Riesenkanone auf der Pariser Weltausstellung 1867[/size]
[size=-2]Bild: preussen-chronik[/size]

[size=-2]Stahlblock aus dem Jahr 1906
Vergleich der Wirkung des 50-Tonnen-Hammers „Fritz“ aus dem Jahr 1861 mit der Wirkung einer hydraulischen 5000-Tonnen-Schmiedepresse aus dem Jahr 1906.
Der flache Eindruck entstand durch einen Schlag des 50 Tonnen schweren Hammerbärs aus 3 m Fallhöhöhe. Den tiefen Eindruck erzielte die 5000-Tonnen-Presse in 45 Sekunden.[/size]
[size=-2]Bild: Deutsches Museum München[/size]

[size=-2]Blick vom Dach des IKEA-Hauses in Richtung Altendorf, im Hintergrund sieht man das Kreuzgebäude und die Baukräne rund um das das neue ThyssenKrupp Haupt-Quartier. Vorne auf dem IKEA-Parkplatz befand sich damals der runde Hammer-Fritz-Kamin, von dem aus Alfred Krupp seine Fabrik zu Werbezwecken fotografieren ließ. Dahinter auf dem heutigen Gelände der Mercedes-Niederlassung stand von 1861-1911 das Hammer-Fritz-Haus mit dem weltberühmten Schmiedehammer „Fritz“. Weiter westlich befand sich das Gartenhaus Alfred Krupps von 1861.[/size]
[size=-2]Bild: Fabio, Januar 2009[/size]

[size=-2]Das Tor zur Krupp-Stadt um 1875, hinten das Hammer-Fritz-Haus, vorne die Brücke der Ringwerksbahn und das Batz’sche Haus. Aus der Metzgerei Batz wurde der Kruppsche Fleischkonsum, hier konnten die Kruppianer günstig Fleisch einkaufen. [/size]
[size=-2]Bild: Postkarte[/size]

[size=-2]Das Tor zur Krupp-Stadt 2009 vom Parkdeck des Limbecker Platzes aus gesehen.[/size]
[size=-2]Bild: Fabio, Januar 2009[/size]
1859-1861 Gartenhaus
Als das Wohnhaus von 1844 den repräsentativen Ansprüchen nicht mehr genügte, ließ Alfred Krupp das Gartenhaus als Wohngebäude mit zwei angrenzenden Gewächshäusern mitten auf dem Firmengelände nach seinen Entwürfen vom Architekten Ferdinand Barchewitz errichten. Das Gartenhaus war von einer Parkanlage mit Wassergraben für Bootsfahrten umgeben. Nördlich des Gartenhauses befand sich der Pferdestall mit eigener Reitbahn. Die Scheiben der Gewächshäuser waren durch den Ruß der Fabrikschornsteine ständig verschmutzt. Der gewaltige Schmiedehammer „Fritz“ befand sich in unmittelbarer Nachbarschaft. Das Hämmern ließ das Geschirr im Gartenhaus zu Bruch gehen. Alfred Krupps Ehefrau Bertha reiste mit dem kränklichen Sohn Fritz oft für Monate nach Italien.

[size=-2]1865: Blick vom Hammer-Fritz-Kamin in Richtung Altendorf auf die Gussstahlfabrik.
Im Vordergrund befindet sich das Gartenhaus mit der Parkanlage, dahinter der Wasserturm.
Heute entsteht links vom damaligen Wasserturm das Volkswagen Zentrum Essen.
Vorne ganz rechts befindet sich heute der Eingangsbereich vom Möbelhaus Kröger.[/size]
[size=-2] Bild: Deutsches Historisches Museum – Ausstellung Industriebilder[/size]

[size=-2]Gartenhaus 1861[/size]
[size=-2] Bild: Historisches Archiv Krupp[/size]

[size=-2]Heute betrachtet befand sich das Gartenhaus von Alfred Krupp südlich der Möbel-Kröger-Brücke mitten auf der B224 in Höhe der alten Halle rechts.
Im Bereich der Rampe rechts in Richtung IKEA, Möbelhaus Kröger bzw. McDonald-DriveIn befand sich der Pferdestall mit Alfred Krupps vierbeinigen Lieblingen.[/size]
[size=-2]Bild: Fabio, Dezember 2008[/size]
1864 empfing Alfred Krupp im Gartenhaus den Preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck (1815-1862), der das Deutsche Kaiserreich mit seiner Politik aus Blut und Eisen einte und den Preußischen König zum ersten Deutschen Kaiser Wilhelm I. machte. Die Kruppschen Kanonen waren für Preußens Siege 1864 im Deutsch-Dänischen Krieg, 1866 im Deutschen Krieg und 1870/71 im Deutsch-Französischen Krieg von entscheidender Bedeutung. Beim Deutschen Krieg 1866 zwischen Preußen und Österreich kämpften die Truppen auf beiden Seiten mit Kruppschen Kanonen. Alfred Krupp wurde Teil des Mythos des neuen Kaiserreiches und Essen wurde Kanonenstadt. Das Bismarck-Denkmal aus dem Jahr 1899 vom Bildhauer Felberhoff auf dem Bismarckplatz erinnert mit viel National-Pathos an diese Zeit.

[size=-2]Bismarck-Denkmal am Essener Bismarckplatz[/size]
[size=-2]Bild: Fabio, August 2008[/size]

[size=-2]Germania hält schützend die Arme über die Schmiede der Kanonenstadt Essen [/size]
[size=-2]Bild: Fabio, August 2008[/size]

[size=-2]Alfred Krupp zeigt stolz Otto von Bismarck seine Geschütze. [/size]
[size=-2]Bild: Fabio, August 2008[/size]

[size=-2]Deutsche Soldaten aus Nord und Süd besiegeln nach dem Sieg über Erzfeind Frankreich unter Eichenbäumen die Deutsche Einheit, darüber die Schwingen des Reichsadlers. [/size]
[size=-2]Bild: Fabio, August 2008[/size]

[size=-2]König Wilhelm I. von Preußen (links) setzt nach dem Sieg über die Franzosen die Pickelhaube ab, der Krieg 1870/71 ist vorbei, eine demütige Siegesgöttin Viktoria fällt auf die Knie und hält die Kaiserkrone bereit.
Bismarck (rechts) huldigt Kaiser Wilhelm I. – „Seine Majestät der Kaiser lebe hoch!“.
1865 erhielt Bismarck den Titel Graf und 1871 den Titel Fürst. Alfred Krupp war sehr stolz und er lehnte den angebotenen Adelstitel ab - "Ich heiße Krupp, das genügt."[/size]
[size=-2]Bild: Fabio, August 2008[/size]
1870 Kruppsches Lazarett
Auch Kruppianer zogen 1870/71 gegen Frankreich in den Krieg. Für die Kriegsverwundeten ließ Alfred Krupp in einem Arbeiterwohnheim ein provisorisches Krankenhaus einrichten. Dies war bald zu klein, so dass ein Barackenlazarett gebaut wurde. Daraus entwickelte sich 1872-1920 ein Werkskrankenhaus im Pavillonstil.
Die Straßen Lazarettstraße und Hoffnungstraße ([url=http://maps.google.de/maps?f=q&sourc…004758&t=h&z=18]Google Maps[/url])erinnern an das Lazarett aus der Zeit von Alfred Krupp.

[size=-2]Ecke Hoffnungstraße / Lazarettstraße mit dem Torhaus von 1937[/size]
[size=-2]Bild: Fabio, Januar 2009[/size]

[size=-2]Werkskrankenhaus im Pavillonstil 1929[/size]
[size=-2]Bild: Postkarte[/size]
1937 wurde das Torhaus für die Krankenhausverwaltung gebaut.

[size=-2]Torhaus des Krankenhaus Krupp 1940[/size]
[size=-2]Bild: Postkarte[/size]

[size=-2]Torhaus 2009[/size]
[size=-2]Bild: Fabio, Januar 2009[/size]

[size=-2]Bild: Fabio, Juni 2008[/size]

[size=-2]Torhaus-Reliefs[/size]
[size=-2]Bild: Fabio, Juni 2008[/size]

[size=-2]Torhaus-Reliefs, in der Mitte die Krupp-Ringe mit dem Äskulapstab, Krupp war der größte Waffenproduzent seiner Zeit, Äskulap war der griechische Gott der Heilkunst.[/size]
[size=-2]Bild: Fabio, Juni 2008[/size]