Beiträge von Dirk1975
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Die bemalte Fassade aus der Nähe:

"nicht alles, was vor dem 2. weltkrieg gebaut wurde, war auch schön"
Sicher, das behauptet auch niemand. Aber würdest du in diesem Fall das Gebäude im jetzigen Zustand besser bewerten? Mag ja sein, die Geschmäcker sind verschieden.

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Auch der Königshof war einmal schön:
Vor dem Krieg
Nach dem Krieg, ein völlig anderes Bild. Der Königshof wurde aufgestockt und zeigt die typische Schlichtheit der Wiederaufbauzeit, dem Imperial-Haus ging es nicht besser. Hier wurde jeglicher Bauschmuck entfernt, heute beachtet es kaum jemand mehr. -
Warum begeistert ihr euch nur so für dieses Projekt? Wird erst das Ergebnis den Befürwortern die Augen öffnen?
"Mit Stuttgart 21 wurde versucht, die Bahnanlagen im Zentrum eines wichtigen Knotenbahnhofs vollständig neu zu ordnen. Vorrangig sollte der bestehende Kopfbahnhof im Zuge der Neubaustrecke von Mannheim nach Ulm beseitigt und damit die Betriebsabläufe verbessert und die Reisezeit verkürzt werden. Die völlige Untertunnelung der Bahnanlagen schafft zwar für Stuttgart städtebaulich die größte Planungsfreiheit, die Kosten der Tunnellösung wurden aber unterschätzt und führten zu nicht mehr vertretbaren Kompromißlösungen im Bahnbetrieb. Die Kapazität des Tunnelbahnhofs ist geringer als die des Kopfbahnhofs heute. Die Vorteile eines Durchgangsbahnhofs werden durch die Kapazitätsprobleme im Bahnhof und auf den Zulaufstrecken zunichte gemacht. Die Anbindung des Flughafens an den Fernverkehr verschlingt zusätzlich Kosten und wirkt sich negativ auf den durchgehenden Verkehr auf. Die H-Trasse schließlich bringt keinerlei Vorteile für die Bedienung des Filstals (Göppingen, Geislingen) und kann deswegen nicht ausgelastet werden. Zeitvorteile in der Relation Frankfurt – München sind gegenüber der Linienführung über Nürnberg nicht mehr gegeben.Aus diesem Grunde muß die Gesamtkonzeption in Frage gestellt und nach Möglichkeiten gesucht werden, bei deutlich geringeren Investitionen den Gesamtverkehr zu optimieren. Im Vordergrund steht dabei nicht mehr der maximale Zeitgewinn für die durchgehenden Relationen, sondern eine Optimierung aller Verkehrsrelationen zwischen Stuttgart und Ulm. Zweckmäßig erscheint deswegen eine kombinierte Ausbau- und Neubaustrecke, die die größeren siedlungsarmen Gebiete auf der Schwäbischen Alb durch einen Neubau verkürzt und gleichzeitig die Ballungszentren im Großraum Stuttgart anfährt. Dadurch wird auch eine höhere Bündelung und Auslastung der Neubaustrecke erreicht. Der Ersatz des Kopfbahnhofs durch einen Durchgangsbahnhof ist bei der heutigen Betriebsweise mit Wendezügen nicht mehr zwingend erforderlich. Der Kopfbahnhof kann so modernisiert werden, daß er die gleiche Leistungsfähigkeit erreicht wie ein Streckenbahnhof. Wichtiger als der Bau eines Durchgangsbahnhofs ist die Beseitigung von Engpässen auf den Zulaufstrecken. Eine Entmischung der Verkehre von Fern-, Regional- und S-Bahn ist für einen reibungslosen Betriebsablauf wichtiger als geringfügige Zeitersparnisse bei einem Durchgangsbahnhof. Zudem ermöglicht der Kopfbahnhof genügend Bahnsteigkapazitäten zur Einrichtung eines integralen Taktfahrplans, wozu der geplante Durchgangsbahnhof nicht ausreichend dimensioniert wäre.Auch bei Ausbau der Filstaltrasse ist der Anschluß des Flughafens an die Magistrale Stuttgart - Ulm möglich. Ein ICE-Halt wäre aber nicht sinnvoll, weil dadurch das Einzugsgebiet des Stuttgarter Flughafens nicht erschlossen wird. Zweckmäßig ist die Anbindung an die Regionalbahnlinien, um die Erreichbarkeit von Norden (Heilbronn, Schwäbisch Hall, Aalen) und Süden (Böblingen, Freudenstadt, Tübingen, Singen) deutlich zu verbessern. Die städtebaulichen Ziele der Stadt Stuttgart können im wesentlichen alle erreicht werden. Der Bahnhof bleibt im Zentrum der Stadt erhalten. Das Gebiet des ehemaligen Güterbahnhofs kann uneingeschränkt bebaut werden. Durch die Tieferlegung eines Teilabschnitts der Gäubahn kann ein neues Wohngebiet im Norden von Stuttgart erschlossen werden. Die Verlagerung des Abstellbahnhofs bietet die Möglichkeit, den Rosensteinpark zu erweitern und schafft Platz für ein neues Stadtquartier. Die Gleisanlagen im Stadtzentrum können deutlich verschlankt und seitlich begrünt werden. Die reizvolle Einfahrt der Züge nach Stuttgart mit dem unverwechselbaren Blick auf die Stuttgarter Talhänge bleibt erhalten."
Klaus ArnoldiKann man diese Argumente alle nur aus schierer Neubaubegeisterung vom Tisch fegen, wenn man wirklich an einer durchdachten Stadt- und Verkehrsplanung interessiert ist?
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Ein schöner Fotowettbewerb

Es gibt auch viele Bilder von Stuttgart auf http://www.fotocommunity.de
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Die Württembergische Landesbibliothek in der Neckarstraße
Abbruch des nach Kriegsbeschädigung instandgesetzten Gebäudes im Jahr 1970, der linke Flügel fehlt bereits.
Was dort heute steht läßt sich nur mit nachträglicher Milde gegenüber der damaligen Architekturauffassung halbwegs rechtfertigen.
Die Neue Staatsgalerie in derselben Straße kann über diesen Verlust zumindest einigermassen hinwegtrösten

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Fragt sich nur was man dabei fühlt

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"Ich stelle mich gegen das Zerrbild, die Nachkriegsmodernisierung habe Stuttgart stärker zerstört als der Bombenkrieg."
Es ist aber so, wenn man sich mit dem Stuttgarter Wiederaufbau beschäftigt kommt man zu diesem Ergebnis. Dies betrifft besonders die Schaffung der "autogerechten Stadt". Unzählige auch intakte Gebäude und Straßenverbindungen mußten dafür weichen(Beispiel Torstraße). Die Gesamtstruktur der Stadt wurde dadurch völlig auseinandergerissen.
Hier nur ein paar der entweder nur teilzerstörten und wiederaufbaufähigen sowie auch gänzlich unversehrten Gebäude bzw. erhaltenen Straßenzüge, die durch Abbruch, Straßenverbreiterung und "Neuordnung" in ihrer alten Form verschwanden:
Rathaus Marktplatzseite
Breuninger Altbau
Karlsakademie
Olga-Bau
Charlottenstraße
Kronprinzenpalais
Großer Bazar
Friedrichsbau
Staatsarchiv
Landesbibliothek
Garnisonskirche
Warenhaus Tietz
Kleiner Bazar
Cafe Talmon-Gros
Lindenhof
Esslinger Straße
Neckarstraße
BüchsenstraßeEin seltenes Gegenbeispiel: Der Fruchtkasten am Schillerplatz, bis auf einen Teil der Außenmauern zerstört, Mitte der 50er Jahre neu aufgebaut.
Aber es hilft nichts mit der Vergangenheit zu hadern, wir müssen uns dafür einsetzen daß man in Stuttgart aus den städtebaulichen Fehlern lernt.
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Zitat von Harald
Stuttgart ist eine der Städte, die es im Krieg am schlimmsten getroffen hat.
Da muß ich widersprechen, Stuttgart wurde zu etwa 45% zerstört (oft waren die Gebäude wiederaufbaufähig). Der Wohnraumverlust lag bei etwa 20%. Das entspricht der Schadensbilanz von München. Die meisten anderen Großstädte wurden schwerer getroffen. Der große Verlust an alter Bausubstanz (Neckarstraße, Friedrichsvorstadt, Königstrasse usw.) geht weitgehend auf den Kahlschlag der Nachkriegsjahre zurück. In jedem Fall ist Stuttgart eine der Städte, die die "Modernisierung" am schlimmsten getroffen hat.
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Die Kriegsbergstraße mit Blick zum Hegelplatz. Sie wurde nach dem Krieg auf das Doppelte verbreitert, die linke Häuserreihe wurde dabei der heutigen Fahrspur zum Bahnhof geopfert. Von der rechten Häuserreihe stand bis zur "Umgestaltung" auch noch ein Teil der Villen.
Das Schildknecht-Haus ist heute das einzige historische Gebäude der Straße:
Die Friedrichstraße, die einstige Hauptachse, mit dem Friedrichsbau-Variete links, Hotel Viktoria rechts.
Das kleine Toilettenhäuschen rechts kennen Stuttgarter heute als "Palast der Republik". Die echten Paläste auf dem Bild sind leider verschwunden, nicht durch Krieg sondern wiedermal durch Abriß und Straßenbau:
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Schöne Bilder, nur etwas unglücklich daß gerade das erste Stuttgart von seiner unwirtlichsten Seite zeigt, der Bereich um die Kriegsbergstraße/Friedrichstraße (vor dem Krieg unter der Bezeichung "Friedrichsvorstadt" die vornehmste Gegend der Stadt, kaum vorstellbar) ist eine städtebauliche Katastrophe, eine absolute Zumutung. Man tut der Stadt Unrecht wenn man diese Ansicht als Maßstab nimmt, von der Karlshöhe oder dem Weißenburgpark aus ergibt sich gleich ein völlig anderes Bild.
Schön daß noch jemand fotografisch in Stuttgart unterwegs ist, es gibt viel zu entdecken.
Weitere Hochhäuser will ich allerdings in dieser Stadt nicht haben. -
Und sowas segnet der "Baukunstbeirat" ab, während Projekte wie die Reko des Fleischhauses verhindert werden.

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Am Marktplatz Ecke Münzstraße steht noch ein historisches Gebäude, das Anwesen Bletzinger, es ist jedoch durch hässlichen Verputz und ein "modern" angepasstes Dach stark beeinträchtigt, dies könnte nach Nürnberger Vorbild rückgängig gemacht werden:


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Eine Fotomontage veranschaulicht, wie positiv sich die Rekonstruktion einer Häuserzeile nach Frankfurter Vorbild auf den Marktplatz auswirken würde:


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Max, an der Paulinenstrasse entsteht demnächst auch ein Gebäude von Willwersch, das "Paulinen-Center" (wieso kann man eigentlich nicht Zentrum sagen?):


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Für das Bürogebäude (das so wenig nach Visitenkarte aussieht wie die anderen Projekte von Willwersch, persönliche Meinung) wurde leider einmal mehr Altbausubstanz abgerissen


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Hmm, wem glaub ich denn jetzt, dem internen Papier oder dem Verkehrsminister und der Bahn? Ich brauche Bedenkzeit...
:psst: :Licht: -
Stuttgarts alte Architektur
Am Sonntag machte ich einen Ausflug zum Weißenburgpark, natürlich nicht ohne meine Kamera.
Hier ein paar Bilder und Informationen dazu, ein Teil der Anlage wird derzeit wieder in den Originalzustand versetzt:


Das Teehaus (ein kleiner Jugendstil-Pavillon mit einer großen
Gartenterrasse) wurde 1913 im Auftrag des Industriellen und
Antikenforschers Ernst von Sieglin von dem Architekten Heinrich Henes
im Park der Villa Weißenburg errichtet.
Die Aussichtsplattform über der Terrasse bietet einen schönen Blick
über die Dächer von Stuttgart.


Der Marmorsaal unterhalb des Teehauses mit seiner einzigartigen
Architektur wurde für rein private Zwecke erbaut. Eigentlich wollten
die Kinder des Industriellen und Antikenforschers Ernst Sieglin, der
mit "Dr. Thomsons Waschpulver Marke Schwan" sein Vermögen
verdiente, nur einen Tennisplatz. 1912 bis 1913 lies Sieglin das Teehaus,
einen Tennisplatz und den Marmorsaal bauen. Die Zeitschrift "Kunst und
Dekoration" kommentierte im Jahr 1914: "Grundlegend für die ganze
Anlage war das Bedürfnis nach einem Tennisplatz und nach einer
Gelegenheit, des Sommers im Garten den Tee zu nehmen und zugleich
das Leben auf dem Spielplatz zu überblicken. Das gab den Gedanken ein,
den entstehenden Raum unter dem Tennisplatze zu einem festlichen
Gartensaale auszunutzen, und dieser wieder erforderte als Ausgang und
Vorbereitung die vorgelegte Terrasse. Was so entstand, sei
schlechthin "mustergültig in der Ausnützung des Terrains und in der
Anschmiegung an die landschaftlichen Elemente", so der Autor des
Artikels weiter.
Sieglin holte sich für sein Kleinod diejenigen, die er für die Besten hielt.
Architekt Heinrich Henes - Professor an der damaligen Schule für
Hochbauwesen und Julius Mössel, einer der gefragtesten
Dekorationsmaler jener Zeit, aus dessen Hand auch der Sternenhimmel
der Stuttgarter Oper stammt.
Blick in den Saal mit Konche
Blick in den Saal mit seitlichen Brunnen
Die Aussenanlage mit Spalierzaun und Pavillion wird derzeit rekonstruiert


Wer in Stuttgart wohnt oder die Stadt besucht, sollte sich den
Weißenburgpark nicht entgehen lassen.
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Ich finde das Statement kein bißchen schwülstig sondern sehr begrüßenswert.
Zitat: "...Wir geben uns nicht der besonders in der Moderne gehegten Hoffnung hin, etwas wirklich Neues erfinden zu können, sondern daß wir uns statt dessen bewußt an den immer wiederkehrenden Grundformen der Architektur und des Städtebaus orientieren. Wir haben weder den Ehrgeiz noch das Ziel, das ganz andere Haus, die ganz andere Stadt zu entwerfen, sondern das Haus und die Stadt so gut wie nur möglich aus ihrem jeweiligen Kontext heraus zu entwickeln, im wörtlichen Sinn auf der Erfahrung der Vergangenheit aufzubauen.
Betrachtet man unsere Arbeiten aus den letzten 30 Jahren, so streben wir neben unseren Bemühungen um Detail, Vielfalt und Proportionalität vor allem nach Selbstverständlichkeit."
Bravo

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Das sieht doch schon ganz nett aus :). Hier noch ein paar Visualisierungen:


