Beiträge von dj tinitus

    besten dank für die aktuellen fotos.

    vom sweetwater-projekt bis zu den riverhouses - es ist schon bemerkenswert, für welch gestalterische lockerheiten bauherren zunehmend zugänglich sind, wenn sich zwischen den häusern statt einer straße ein fluss befindet.
    und ein weiterer punkt zum vergleich: noch vor 20 jahren war das "ikk-gebäude" lieber im zuge der nonnenstraße als entlang der weißen elster errichtet worden.

    mein tipp: auch die heutige privatwiese zwischen diesem bürohaus und fluss sowie der ehemalige parkplatz nördlich des venezia-quartiers werden in nicht allzu langer zeit mit wohnungen bebaut. und letztlich wird das gesamte areal dadurch urbaner werden, als es jeder noch so ausgeklügelte generalbebauungsplan für eine x-te pseudo-hafen-city hätte bewerkstelligen können.

    darum kann man im grunde nur hoffen, dass auch das gebiet des lindenauer hafens eher in zwei jahrzehnten als in vier jahren tatsächlich entwickelt wird. steuergelder sind gut angelegt, wenn sie für saubere flüsse, sinnvolle erschließungsstraßen oder öffentliche grünanlagen ausgegeben werden. doch darüber hinaus sollte man einfach machen lassen.

    die gesamtheit der neubauten entlang der weißen elster sind meines erachtens starke argumente für diese herangehensweise.

    da wir uns hier letztlich nicht im deutschen einzelhandelsforum, sondern im architekturforum befinden, vielleicht noch ein paar worte zum neubau:

    aus meiner sicht hatte der beste entwurf den wettbewerb gewonnen. seine umsetzung - samt gewählter farbgebung der fassaden - ist stimmig. hainstrasse und "kleiner richard-wagner-platz" haben nach 70 jahren endlich ihre blockkanten zurück. und dabei vermag vor allem der kopfbau (dank seiner großen, gepfeilten fenster) eine gewisse originalität und selbstbewusste attitüde einzubringen.

    alles in allem halte ich diesen neubau in gestalt und funktion für ein gelungenes stück stadtreparatur.

    @lemonhist:
    danke für die zahlenkolonnen mit den punktgenauen daten. die gab es allerdings auch schon in den vorangegangenen, relativ ruhigen jahren. und dann musste nach dem zensus 2011 die einwohnerzahl gleich mal um 20 000 nach unten korrigiert werden. ich sehe keinen grund zur hoffnung, dass die derzeitigen angaben über zu- und wegzüge näher an der wirklichkeit sein könnten.

    stormcloak:
    dein optimismus in allen ehren. wenn deine annahmen (flüchtlinge kurbeln die wirtschaft an, bringen ihre arbeitsplätze mit und stärken den sozialstaat) stimmen würden, ließen sich ja gleich zwei fliegen mit einer klappe schlagen: griechenland nimmt hunderttausende flüchtlinge auf und wird so zum boomland.

    hast du dir schon mal überlegt, warum nicht mal der herr tsipras an dieses wunder glaubt? könnte das auch mit den erfahrungen im integrationsmusterland schweden zu tun haben, wo inzwischen mehr als die hälfte aller sozialausgaben an immigranten gezahlt werden muss?

    (https://www.bayernkurier.de/ausland/7032-g…nderungspolitik)

    die quelle habe ich gewählt, weil ich seit gut 20 jahren die entwicklungen in malmö - und im benachbarten kopenhagen - mitverfolge. es macht traurig, wie sehr sich in dieser zeit die gesamte atmosphäre in malmö verändert hat. die stadt ist inzwischen quasi zweigeteilt und wenn die schweden locker ausgehen wollen, fahren sie nun lieber rüber ins vormals belächelte dänemark mit seiner restriktiven einwanderungspolitik. denn inzwischen ist vielen leuten das lachen vergangen.

    das ist kein szenario, welches ich mir für leipzig wünsche. darum sollte man fehler nicht wiederholen. und dazu gehört leider auch, die integrationsbereitschaft von neuankömmlingen zu überschätzen.

    als denkanstoß:

    würdest du, selbst für kostenlose logis und verpflegung plus trommelkurs, deine grundüberzeugungen bezüglich gleichberechtigung der geschlechter, sexueller selbstbestimmung, religiöser toleranz und gewaltfreier konfliktbewältigung aufgeben? sicher nicht. so stellt sich die frage: wie kann man dann erwarten, dass menschen aus stark religiös, traditionalistisch und patriachalisch geprägten gesellschaften ihre haltungen uns zuliebe ändern?

    ich bin nicht panisch, sondern entspannt.
    und gerade deshalb denke ich, dass sich die bevölkerungsentwicklung der letzten beiden jahre nicht so einfach auf die nächsten 15 jahre projizieren lässt.

    ein blick auf die leipziger bevölkerungspyramide zeigt, dass bis 2030 die zahl der sterbefälle signifikant steigen wird. und je mehr sich die ostdeutsche provinz entvölkert haben wird, desto geringer wird der künftige zuzug von dort nach leipzig ausfallen.

    und zum thema zuwanderung als flüchtling:
    sozialstaat und grenzenlose einwanderung in die sozialsysteme schließen nun mal einander aus. wenn die zahl derjenigen, welche vom kuchen etwas beanspruchen können, schneller wächst als der kuchen selbst, bleiben für den einzelnen immer kleinere krümel übrig.
    im zweifel würden sich - von seehofer bis wagenknecht - alle politiker, die wiedergewählt werden wollen, für das sozialstaatsprinzip entscheiden. man braucht sich ja nur mal die kehrtwende im rot-grün regierten schweden anzuschauen.

    vielleicht wird leipzig tatsächlich irgendwann mal 700 000 einwohner haben. aber sicher nicht dadurch, dass einfach jeder kommen kann, der will.
    das müsste eigentlich jedem klar sein. und darum empfinde ich die ganze aufregung darüber auch eher gekünstelt.

    die museumswinkel sind meines erachtens ein gutes beispiel dafür, wie sehr die vorhandene umgebungsarchitektur den charakter von neubauten beeinflusst.

    im konkreten fall wird nach vollendung der winkelbauten deutlich zu erkennen sein, dass entlang der halberhaltenen katharinenstraße gebäude entstanden sind, welche bewusst an die typische leipziger geschäftshausarchitektur mit ihren erkern und fensterformen anzuknüpfen versuchen. im gegensatz dazu wird entlang der totalkriegszerstörten reichsstraße eine fassadenfront errichtet worden sein, die dem eher spröden charme der ddr-plattenbauten angepasst wurde.

    vorsichtig formuliert: eine facettenreiche umgebungsarchitektur scheint eine günstigere ausgangssituation für ideenreiche lückenschlüsse und ergänzungen im stadtorganismus zu sein. oder noch positiver betrachtet: gerade durch derart die mit ihrer umgebung korrespondierenden museumswinkel wird einem dieser umstand auf jahrzehnte hinaus ins bewusstsein gerückt.

    die 700 000 einwohner bis 2030 halte ich für stark übertrieben.
    schließlich kommen die flüchtlinge aufgrund von bürgerkriegen und nicht wegen der sozialleistungen nach deutschland. folglich werden sie sicher so schnell wie möglich in ihre heimat zurückkehren wollen, um beim dortigen wiederaufbau und demokratischen neuanfang mitzuwirken. wer sollte das auch sonst tun.
    und wie sollte sonst das alles bezahlbar sein...

    das ist doch mumpitz.
    selbstverständlich ist jede form von gewalt abzulehnen. das ist doch gar nicht das thema. sondern, wie verzerrt derzeit die (öffentliche) debatte geführt wird.

    immer wieder wird zurecht darauf hingewiesen, dass nur rund 2 % aller asylbewerber kriminell werden und diese problematik nicht aufgebauscht werden soll. andererseits: selbst wenn alle rechten straftaten in sachsen (angefangen von graffitties) jeweils von einem anderen täter verübt und diese täter auch noch allesamt aus sachsen stammen würden, ließe sich diesem täterkreis nur 0,0005 aller sachsen zuordnen. es ist also völlig abwegig, daraus eine "in sachsen stattfindende progromartige stimmung gegen flüchtlinge" herbeizudramatisieren.

    und peinlich verlogen wird es, wenn - ganz allgemein, nicht persönlich gemeint - dieselben leute die gruselige blockade von clausnitz verurteilen, welche ihrerseits dauernd zu ebenso selbstjustizartigen blockaden von genehmigten gida-demos aufrufen.

    um es klar zu sagen:

    jedes gesetz gilt für alle. da darf es keine ideologie-rabatte geben. sonst wäre der rechtsstaat am ende.

    das beispiel der stollberger omi hatte ich nur gewählt, um zu veranschaulichen, dass auch in sachsen die übergroße mehrheit der leute stoisch über sich ergehen lässt, was alles über sie hereinbricht, ohne überhaupt jemals dazu gefragt worden zu sein. darin unterscheidet sich sachsen von keinem anderen bundesland.

    aber von den allermeisten ländern der welt. auch von denen, wo zahlungskräftigen besuchern mal eine kostenlose tasse tee angeboten wird...

    Cowboy: das denke ich auch.
    schließlich war ihnen offenbar selbst österreich zu "trostlos", um dort ihren asylantrag zu stellen. ich fürchte nur, dass sie das schlaraffenland nirgends finden werden.

    wenn man aber die reicher-onkel-zu-besuch-brille absetzt, wird man freilich sehen müssen, dass gastfreundschaft und willkommenskultur auch in anderen weltgegenden nicht besonders blühen, bzw. weit selektiver gehandhabt werden. anders sind ja vertreibungen, ethnische säuberungen und bürgerkriege wohl kaum zu erklären.

    durch zufall war ich letzten samstag im ärmlichen stollberg am ende des erzgebirges in einem café. am nachbartisch gab es für eine alte omi mit zwei krückstöcken zu ihrem geburtstag kuchen. am schaufenster zog währenddessen eine kleine gruppe flüchtlinge (wahrscheinlich nicht mal 1,2 prozent) vorüber, einer davon im nagelneuen high-tech-elektro-scooter-rollstuhl.

    meine ehrlich gemeinte frage: was hättest du in diesem moment zu dieser traurigen omi gesagt?

    dass sie gefälligst mehr willkommenskultur zeigen und die leute zum kuchen einladen soll?
    dass sie durch ihre rüstungsexporte die ganzen bürgerkriege befeuert hat und nun die konsequenzen tragen muss?
    dass die herren flüchtlinge sowieso diese trostlose gegend bald verlassen werden - und dafür immer neue kommen werden?
    dass sie die "linke" wählen soll, damit es kostenlose elektro-rollstühle für alle regnet?

    oder dass sie in eines der ärmsten länder der welt ziehen soll, um das glück zu erfahren, was gastfreundschaft und willkommenskultur bedeuten?

    auf deine antwort bin ich gespannt. ich hatte keine.

    ps.: noch kurz zum touri-thema: auch 2015 gab es keine ami, trotzdem stiegen die leipziger übernachtungszahlen. und wenn die dresdner stadtratsmehrheit von rot-rot-grün+piraten letztes jahr keine strafsteuer für touristen eingeführt hätte, wären auch dort mehr gäste gekommen. ich hege keinerlei sympathien für pegida & co. aber auch nicht dafür, diese leute für die folgen tourismusfeindlicher politik linker abkassierer verantwortlich machen zu wollen.

    meines erachtens hat der deutlich beste entwurf gewonnen.

    weil er durch seine fassadengliederung geschickt eine monotone ausstrahlung der 196 gleichförmigen hotelzimmer verhindert. weil er die bautradition der stadt (dreigeteilte "leipziger fenster", figurenschmuck, betonung von passageneingängen) zitiert. und weil er der bedeutung des platzes am besten gerecht wird.

    der burgplatz wurde vor rund 110 jahren angelegt, um eine elegante überleitung vom trutzigen neuen rathaus zur geschäftigen innenstadt zu schaffen. aufgrund fehlender bebauung sind funktion und raumerlebnis seit mehr als 70 jahren nicht mehr gegeben.
    der siegerentwurf nutzt nun am konsequentesten die einmalige chance, diesen wichtigen übergang neu zu inszenieren.

    ein "zu schön für diesen ort" kann es eigentlich nicht geben. schon gar nicht am burgplatz. ich bin mir sicher, dass nach fertigstellung des petersbogens der platz enorm an attraktivität und urbanität gewinnen wird. gerade die facettenreiche fassadengestaltung des neubaus wird daran einen erheblichen anteil haben.

    wenn der siegerentwurf so umgesetzt werden würde, hätte sich das lange warten auf die revitalisierung des burgplatzes gelohnt. oder anders gesagt: manchmal ist mehr wirklich mehr...

    da kann ich cowboy nur zustimmen.

    gerade wenn man von auswärts nach leipzig kommt, ist es unübersehbar, wie viele brachen und unsanierte leerstände es noch immer in der stadt gibt. wenn hier revitalisierung stattfinden kann, ist das nur zu begrüßen. es hilft dem stadtbild, nutzt und stärkt die vorhandene infrastruktur und sorgt für soziale durchmischung.

    zur mietpreisentwicklung der übliche hinweis:
    zum einen bilden die zahlen von immobilienportalen die entwicklung bei erst- und neuvermietungen ab, nicht die entwicklung der bestandsmieten. und zum zweiten handelt es sich hierbei schlicht um marktpreise. solang die leerstandsquoten in billigen plattenbauvierteln höher sind als in teuren wohngegenden, kann man zwar trotzdem lang und breit mieterhöhungen von 20 cent problematisieren. aber wirklich schlimm wäre wohl eher das umgekehrte szenario.

    Historisches LE:
    das erfreuliche schicksal des augsburger alten stadtbades ist mir bekannt.
    nur gilt es dabei auch die rahmenbedingungen zu beachten: augsburg verfügt bei knapp 300 000 einwohnern einschließlich altem stadtbad über 4 hallenbäder.

    in leipzig gibt es derzeit - also ohne stadtbad - bei "knapp" 600 000 einwohnern insgesamt 10 hallenbäder. selbst wenn man einer wachsenden stadt wachsenden bedarf an hallenbädern unterstellt, bleibt außerdem zu konstatieren: für vereinssport sind die becken zu klein, für ein spaßbad ist die fünfetagige dreiflügelanlage zu komplex - und ihre sanierung schlicht zu teuer.

    und damit schließt sich der kreis zu den anderen objekten: wenn sich für die öffentliche hand sanierung und betrieb als unwirtschaftlich erweisen, ist es doch geradezu irrsinnig, von privat wirtschaftenden investoren das unmögliche einzufordern.

    beim gap soll nun wohl zumindest nicht länger auf eine hotelnutzung bestanden werden. mal sehen, wie viele jahre es noch brauchen wird, bis beim stadtbad nicht mehr eine nutzung als hallenbad gefordert wird. mehr realismus und pragmatismus können nie schaden.

    offenbar soll beim gap der bebauungsplan nun dahingehend geändert werden, dass auf dem grundstück neben dem bestand weitere neubauten entlang der karl-tauchnitz-straße genehmigunsfähig werden - wohl, um dadurch quasi eine querfinanzierung der gap-sanierung zu ermöglichen.

    dann würde der flachtrakt des ehemaligen gästehauses künftig allerdings nicht mehr am park, sondern im hinterhof liegen. und über das preisniveau der neubauwohnungen sollte sich dann auch niemand mockieren, wenn ausgerechnet behördliche vorgaben die größten preistreiber sind...

    Boxcutter:

    da machst du allerdings gleich mehrere denkfehler.

    zum einen können ja auch gebäude ohne denkmal-status saniert werden (wie die ddr-wohnplatten im musikerviertel beweisen). zum anderen können auch als baudenkmäler eingestufte gebäude abgerissen werden (beispiel "kleine funkenburg").
    das zeigt: ob ein gebäude erhalten wird oder verschwindet, entscheidet letztlich dann doch nicht der denkmalschutz, sondern der eigentümer.

    buchgewerbehaus und ringmessehaus hatten allein schon deshalb "jahrelang die berechtigung als ruine dazustehen", weil ihre eigentümer nie einen abrissantrag gestellt hatten.

    das macht auch deinen letzten absatz so unsinnig. keineswegs wollen investoren am liebsten alle immer abreißen und neu bauen. doch es muss sich für sie irgendwie rechnen.

    darum lautet die eigentliche frage: welchen sinn macht es, gebäude unter denkmalschutz zu stellen, für die sich in den letzten 25 jahren aus guten gründen - brandschutz, entfluchtung - kein investor gefunden hat (bowlingcenter), bzw. für die ein investor aus ebenso gutem grund - wirtschaftlichkeit - neubaupläne in der tasche hat (gap)?

    und damit klar wird, dass das nichts mit ddr-architektur-bashing zu tun hat, noch folgendes beispiel:
    wenn trotz mehrfacher ausschreibung das stadtbad von 1913 niemand für 500 000 Euro quasi geschenkt haben will, müsste doch eigentlich jeder verstehen, wie kontraproduktiv sich investorenverschreckende maximalauflagen von denkmalschützern und nostalgischen stadträten auswirken können. das wird auch nie wieder ein bad.

    in einem hast du aber sicher recht: in den letzten 100 jahren ist viel passiert.
    in den nächsten 100 jahren wird auch viel passieren. und da man es sowieso nicht verhindern kann, sollte man sich besser darauf konzentrieren, es zu ermöglichen.

    oje.

    ich wollte niemanden die besten ddr-bauten der ganzen welt wegnehmen. sondern darauf hinweisen, dass eine unterdenkmalschutzstellung allein kein gebäude vor dem verfall bewahrt. dafür bedarf es schon eines investors - für den sich die sanierung auch rechnen muss.

    und diese rechnung wird bei den von mir genannten gebäuden nie aufgehen. weder beim gästehaus am park, noch beim bowlingzentrum. dort hat selbst die stadt ihre pläne verworfen, es für das naturkundemuseum zu sanieren - weil es schlicht unwirtschaftlich wäre.

    anstatt das eigene urteil zu akzeptieren und daraus die logische konsequenz zu ziehen, wird nun die gesamte leuschnerplatz-neubebauung rund um diese ruine geplant und damit zu schunden geritten.
    und das alles nicht etwa, weil das bowlingzentrum so grandios wäre. sondern nur, weil die ddr in ihren 40 jahren kein besseres zustande gebracht hat.

    ähnliches gilt für das gästehaus am park. wie soll sich jemals so wenig nutzfläche bei so viel umbauten raum rechnen? das ist völlig absurd. wertvoll ist das grundstück. man wird sehen, ob es 3 oder 30 jahre brauchen wird, bis es neu bebaut werden kann. mir wären 3 jahre lieber...

    zum hochhaus am connewitzer kreuz: hirngespinste.

    zum denkmalstatus für das gästehaus am park: mich kann diese entwicklung - ddr-buden unter denkmalschutz zu stellen, nur weil sie in der ddr gebaut wurden - nicht erheitern.

    zumal es sich hierbei ja nicht um aktiven, baubegleitenden denkmalschutz handelt, sondern um destruktive vorgaben. damit wird vielleicht der abriss verboten, nicht aber der weitere verfall verhindert.

    das bowling-center ist ein weiteres trauriges beispiel für dieses realitätsferne verständnis von denkmalschutz. nie wieder wird dort bowling gespielt, ebenso wie das gästehaus am park als solches nie wirtschaftlich zu sanieren und zu betreiben sein wird. so werden einfach nur ruinen gegen jeden verstand künstlich ins nächste jahrzehnt geschleppt. bei der hauptpost wäre es diesen denkmalschützern auch fast gelungen.

    wenn argumentiert wird, dass ja schon so viele ddr-bauten abgerissen wurden, kann ich nur sagen: zum glück! heute wäre es unmöglich, beispielsweise das messeamt am markt mit seinem flügeldach oder die leipzig-information abzureissen. und diese gebäude waren weitaus markanter als die zuvor genannten. dennoch waren abriss und anschließende neubebauung unbestreitbar ein großer gewinn für die innenstadt.

    gleiches wäre auch dem leuschnerplatz und westlichem musikerviertel zu wünschen. statt dessen drohen dort auf unabsehbare zeit stillstand und weiterer verfall. in meinen augen ist das kein grund, weltfremden denkmalschützern auf die schulter zu klopfen und ausgebooteten investoren ins gesicht zu lachen. umgekehrt wäre es besser...

    auf jeden fall wäre ein klar gefasster platz besser für das stadtbild wie für das neu zu bebauende quartier. kompromisszwänge (s-bahn-ausgang und bowlingcenter) gibt es ohnehin schon zur genüge. bezüglich der markthalle bleibe ich skeptisch. die erfahrungen in dresden und chemnitz haben gelehrt, dass dieses konzept wirtschaftlich nicht funktioniert. am ende wäre es wahrscheinlich nur die vorstufe für einen wie auch immer gearteten supermarkt. umso wichtiger wäre es, von anbeginn eine monofunktionalität des gebäudes zu vermeiden. mit wohnungen und/oder büros über der geplanten einzelhandelsfläche könnte die gefahr einer toten ecke sicher gemindert werden.

    ich wohne selbst in der südvorstadt, habe mit legida etc. nichts am hut und eigentlich hat dieses thema in einem architekturforum nichts verloren. aber wenn es schon mal so weit ist:

    für mich sind die randalierer vom sonnabend nichts anderes als rot lackierte faschisten. sie haben den selben gegner (unseren staat) und wenden die selben methoden an (brutalste gewalt).
    es gibt keinen unterschied, ob nun frauen und schwule mit steinen beschmissen werden (durch "islamisten"), oder ausländer (durch "nazis") oder polizisten (durch "linke").
    wer darüber diskutieren will, sollte sich zuerst mal ein paar ebenso bescheuerte begründungen überlegen, warum er selbst gesteinigt werden könnte. und ob er das wirklich will.

    ich will jedenfalls nicht von so einem hasserfüllten mob drangsaliert werden.

    ich bin übrigens auch der meinung, dass die polizei nicht angemessen reagiert hat. wie kann es sein, dass es bei 69 verletzten polizisten nur drei dutzend festnahmen gab? polizisten sind nicht dazu da, sich mit böllern und pflastersteinen bewerfen zu lassen.

    noch dazu von würstchen, die sich das in jedem anderen staat nie und nimmer getrauen würden. die ohne geld vom amt oder papa keine drei monate überleben könnten und nach der verhaftung sofort nach ihrem rechtsanwalt quengeln. die selbst sonnenschirme von dönerständen verbrennen - und aldi-schaufenster ganz lassen, weil man da am montag wieder einkaufen wollte.

    am sonnabend hat pack niederster gesinnung bewusst menschen angegriffen und öffentliches wie privates eigentum zerstört.

    unter welchem label das stattfand ist völlig egal. als gegenprobe: man stelle sich vor, 1000 "rechte" hätten so gewütet. würde einem dann auch noch irgendwelche rechtfertigungen oder relativierungen einfallen? wohl kaum. na also. geht doch!

    DAvE LE:
    dieser "china-imbiss" hätte wohl aber nicht die brücke saniert, oder? ich wüsste auch nicht, wieso verbesserter hochwasserschutz "nichts" sein sollte.

    mein tipp: in ein paar jahren wird man den abriss dieser funktionslosen ruine verschmerzen. spätestens beim nächsten hochwasser...