Beiträge von dj tinitus

    besser geht immer.

    aber dem entwurf von "czermaks garten" kann ich eine ganze reihe positiver aspekte abgewinnen:

    - die an die umgebungsarchitektur angepasste höhenstaffelung von norden nach süden
    - die gebäuderücksprünge zur auflockerung der fassadenabwicklungen
    - die logische anordnung der tiefgarageneinfahrt
    - das strassenbegleitende grün in anlehnung an die vorgärtentradition der ostvorstadt
    - der grosse, grüne und ruhige innenhof im ansonsten eher baumarmen viertel

    zudem (und weil das hier ja leider manchmal in ein "deutsches fassadenforum" abzugleiten droht) möchte ich noch kurz anmerken, dass einige der oben angeführten punkte in kombination mit den visualisierungen darauf schliessen lassen, dass auch die 98 wohnungsgrundrisse durchdacht und variantenreich sein werden.

    auch darin wird sich "czermaks garten" von inzwischen abgerissenen balkonlosen 16-geschossern in grünau unterscheiden...

    läuft der felsenkeller hier eigentlich unter "gebäude für
    - wissenschaft
    - medizin
    - bildung oder
    - sport"?

    Jetzt gibt's hier auch Kültür. C.

    völlig egal, ein alter ballsaal mit biergarten taugt für alles und noch viel mehr.

    der felsenkeller gehört zu jenen objekten, die nicht reproduzierbar wären.
    schön, dass er die turbulenten letzten 126 jahre überstanden hat. und umso erfreulicher, dass er nun schritt für schritt und behutsam wieder nutzbar gemacht wird.

    das konzept (jenseits von abriss-party und schicki-micki) scheint stimmig, die lage ist es sowieso. die 400 000 euro aus städtischen mitteln sind ein klacks im vergleich zu jenen beträgen, die man aufwenden müsste, um diese ecke zu attraktivieren, wenn es den felsenkeller nicht (mehr) geben würde.
    alles in allem: ein glücksfall.

    aus gegebenen anlass möchte ich den post #530 von miumiuwonwon (auf seite 36) in erinnerung rufen, bei dem es um die entwürfe für das benachbarte bernstein-carré ging.

    die visualisierungen zeigen, dass es dort - bei annähernd gleicher gebäudehöhe - im falle einer hotelnutzung ein geschoss mehr als bei der nun im bau befindlichen variante als wohn- und geschäftshaus gegeben hätte.
    allein schon seine grössere geschosshöhe wird das künftige bernstein-carré letztlich eleganter wirken lassen als diese ibis-hotels (völlig unabhängig von deren finaler fassadenfarbe).

    klarer fall: hier hat die stark beratende einflussnahme der stadt auf den bauherren tatsächlich zur verwirklichung der - im sinne des stadtbildes - besseren variante geführt. ich finde, das ist durchaus auch mal anerkennenswert.

    danke für die beispiele.

    auch wenn man sich auf den vorherigen seiten noch einmal die wettbewerbsbeiträge zu diesem gesamtprojekt anschaut, wird man feststellen müssen, dass so ziemlich jeder andere fassadenentwurf für den busbahnhof gestalterisch einfallsreicher war, als die nun zum bau vorgesehene variante.

    quasi entschuldigend sollte vermerkt werden, dass dieser busterminal auf drei seiten ohnenhin dicht umbaut - und vor allem ausschliesslich privat finanziert - sein wird.

    die für das stadtbild (und den investor) weitaus bedeutsameren hotels sollen glücklicherweise ein umso höherwertiges antlitz erhalten.

    dennoch gebe ich dir recht. selbst wenn man einem geschenkten gaul nicht ins maul schauen soll: mehr esprit wäre bei der busbahnhof-fassadengestaltung wohl keine zauberei gewesen...

    ^

    es ist gegenüber jedem forumsteilnehmer beleidigend, einen "sehr faden (braunen) beigeschmack" zu unterstellen, wenn er die offensichtlichen parallelen beider extremistischer lager aufzeigt. das ist keine relativierung.

    sondern das übel der relativierung beginnt, wenn gleiche aktionen und straftatbestände unterschiedlich bewertet werden.
    es gibt keinen guten totalitarismus. und darum kann es in unserem demokratisch verfassten rechtsstaat auch keine bessere und schlechtere politische motivierte gewalt geben.

    es gibt auch keine bessere oder schlechtere gründe, ein kind zu schlagen. über solche selbstverständlichkeiten will ich im grunde gar nicht diskutieren. doch wenn es nötig ist, werde ich es auch weiterhin tun.

    nur kurz zur aktualisierung:

    laut lvz vom 2. mai wird auf dem ehemaligen unister-grundstück nun ein "großes premier-inn hotel" entstehen. eröffnung soll bereits 2018 sein.

    den gedanken von hedges kann ich nachvollziehen, komme aber zu einem anderen schluss: büros sind abends und an den wochenenden verwaist und wohnende gehen sicher auch nicht jeden tag ins café, restaurant oder museum. von daher dürfte eine künftige hotelnutzung der heutigen brache sicher kein hindernis für die belebung der ecke brühl/goethestrasse darstellen. im gegenteil. das passt schon.

    satire fetzt.
    wichtig ist, dabei "linke" und "rechte" niemals in einen topf zu werfen.

    zum einen gibt es solche bekloppte wie die vom zwickauer marktplatz, die den bundesjustizminister mit hassparolen niederbrüllen.
    und zum anderen gibt es engagierte leipziger student*innen, die mutig für die meinungsfreiheit streiten, indem sie den bundesinnenminister mit "nie, nie, nie wieder deutschland!"-sprechchören zum schweigen bringen:

    https://www.youtube.com/watch?v=SW5Bk4xsJnI

    die beiden gruppen trennen wirklich welten...

    für sich genommen haben viele der neuen kuben-villen am zwenkauer hafen sicher ihren architektonischen reiz. dennoch kann ich nicht so recht nachvollziehen, warum man gerade dort bauen und wohnen sollte.

    vom cospudener und markkleeberger see ist man viel schneller in der stadt. in dreiskau-muckern hat man größere grundstücke und den charme eines alten ortskerns in halbinsellage. und am hainer see hat man den privaten zugang zum wasser.

    hier hingegen hockt man am "falschen" seeufer mit nordausrichtung, braucht ewig in die city und hat - wegen dauerhaft fehlender bäume und bodentiefer fenster - weniger privatsphäre als auf jeder penthouse-terrasse.

    zusammengefasst: die häuser und wohnungen bieten sicher viel raum, licht und komfort. aber als gesamtpaket gibt es meiner meinung nach in und um leipzig deutlich attraktivere angebote.

    das ist ja inzwischen selbst für den "linken" thüringer ministerpräsidenten eine zu schwierige aufgabe:

    http://www.goettinger-tageblatt.de/Duderstadt/Ueb…t-geplante-Demo

    vermutlich auch, um solchen exzessen wie jüngst in leipzig entgegenzutreten:

    http://www.lvz.de/Leipzig/Polize…ock-aufgetaucht

    wenn ramelow das begriffen hat, kann es im grunde jeder schaffen.

    neue aufgabenstellung: schreibe er/sie drei sätze über das gewaltmonopol des freiheitlich-demokratischen rechtsstaats, ohne es zu relativieren. gern auch mehr. ab dem vierten satz wirkt es wie eine selbstimmunisierung gegen ideologische verblendungen oder aktivistische aufwallungen jeglicher art...

    danke, habe ich gelesen.

    in einem rechtsstaat geht es nicht um sympathien oder abneigungen, sondern allein um die rechtslage.

    darum 1.:
    die anfrage der "linken" vom juli 2015 bezieht sich auf facebook-einträge dieser "bürgerwehr", deren aktivitäten "nach eigenen angaben hauptsächlich darin bestehen, in freitaler bussen zu fahren und fahrgäste vor angeblichen übergriffen von asylbewerbern zu schützen".
    das allein ist nicht strafbar. man kann doch keinen festnehmen oder überwachen lassen, der so etwas macht. wo wäre dafür die rechtliche grundlage?

    die den beschuldigten zur last gelegten anschläge fanden am 19. september, 18. oktober und 31. oktober statt. seit dem wurde polizeilich intensiv ermittelt und b e w e i s e gesammelt, was zu den bekannten festnahmen führte.

    2.:
    niemand trifft sich und sagt "heute gründen wir eine terroristische vereinigung, die in drei monaten anschläge verüben wird" - und macht dies auch noch öffentlich.
    wo polizeiliche arbeit nicht greifen kann, ist zuweilen der präventive einsatz nachrichtendienstlicher mittel nötig. vom anzapfen von telefonen über vorratsdatenspeicherung bis hin zum einschleussen von v-männern ist einiges denkbar. doch genau diese methoden werden andererseits von den "linken" strikt abgelehnt.

    3.:
    darum halte ich die ganze art der diskussion für heuchlerisch. man kann nicht empört über mangelnde erkenntnisse des sächsischen verfassungsschutzes jammern, aber gleichzeitig seine arbeitsgrundlagen sabotieren und ihn sogar abschaffen wollen:

    http://www.linksfraktionsachsen.de/index.php?sect…ils&newsid=2762

    solche forderungen entstehen sicher nicht, weil die "linke" ausländerfeindliche gewalt ermöglichen will. und genau da schliesst sich dann eben doch der kreis: denn dadurch will man offenkundig die straftäter unter eigenen gesinnungsgenossen schützen.
    der anschlag auf die privatwohnung von justizminister gemkow war den "linken" jedenfalls keine anfrage wert.

    daraus folgt: man kann bestimmt viel kritisieren. aber ein "linker" innenminister enrico stange samt abschaffung des verfassungsschutzes würde nichts verbessern - ausser vielleicht ungezügeltere möglichkeiten für rotfaschistische rollkommandos. das hatten wir bereits.
    dann doch lieber der demokratische rechtsstaat...

    wenn man sich nochmal vergegenwärtigt, wie zerschunden (durchgebrochene zimmerdecken, ausgebranntes dach, sich wölbende aussenwände) das haus vorher war, wirken daves fotos wie ein kleines wunder. und das bezieht sich nicht nur auf die bautechnische leistung.

    dass mr. riggs mit seinen nunmehr 96 jahren die kraft aufwendet, vier jahre nach seinem letzten leipzig-besuch auch bei der einweihung wieder dabei zu sein, macht deutlich, wies sehr geschichte - und der umgang mit ihr - menschen bewegt. selbst in der lokalzeitung von bowmans heimatstadt rochester erschien ein artikel über die umbenennung und einweihung. und selbst dort gab es einen kurzen leserkommentar von einer nichte bowmans, der den stolz auf ihren onkel und ihre freude über dessen nunmehrige ehrung ausdrückte.

    kann es überhaupt einen befriedigenderen abschluss eines bauprojektes geben?

    das alles wäre ohne geld, geduld und guten willen des neuen hauseigentümers nie wirklichkeit geworden. mein tipp: beim nächsten lotter-denkmalschutzpreis wird dieses projekt einen 1. preis bekommen. ich kann mir keinen würdigeren preisträger vorstellen.

    @whywolf larry:
    bei den brühlscheiben hatte es von sympatisanten wie prof. rettich (heute uni bremen) so um die jahrtausendwende sogar einen ideenwettbewerb gegeben - mit dem ziel, diesen dingern potenzial abzugewinnen und sie sinnvoll in den stadtorganismus zu integrieren.
    die ergebnisse waren ernüchternd. jede behutsame sanierung hätte ihr stadtgefügezerstörerisches wesen nur auf jahrzehnte hinaus zemetiert. und größere umbauten hätten nur zu einer verschlimmbesserung geführt (beispielsweise hätte der anbau von balkonen die proportionen des ensembles zum kippen gebracht und die innenhöfe restlos in schlauchartige schluchten mit knastambiente verwandelt.)

    wie saxonia bereits richtig anmerkte, sind die tatsächlich bemerkens- und erhaltenswerten elemente der brühlbebauung auch bei der neugestaltung des areals berücksichtigt worden. die blechbüchse wurde richtigerweise nicht in ihren originalzustand zurückversetzt. und die markanten neon-schriftzüge werden hoffentlich nach den diversen gerichtsentscheiden auch eines tages an ihren angestammten platz zurückkehren.

    von all dem unbeeindruckt bin ich froh, in meiner wohnung eine originalwabe der blechbüchse vor augen zu haben. sie hängt neben gerahmten abbildungen von nicht umgesetzten entwürfen der höfe am brühl. und sie bestätigen: unterm strich hat der beste entwurf gewonnen.

    @lemonhist.:
    dein humor ist kostbar.
    die bebauung der leipziger innenstadt mit der "treppenstraße im heutigen bielefelder stadtteil brackwede ab 1965" in verbindung zu bringen, hat loriot-qualität.
    bitte mehr davon.
    gern auch mit angabe der zahl der menschen, die auf diesen fotos zu sehen sind. das ist doch die pointe bei deinem witz...

    besten dank für diesen vergleich.

    auch wenn die städtebauliche situation rund um den westplatz wohl noch über jahre hinaus unbefriedigend sein wird, kommt man nicht umhin festzustellen, dass die in der ddr erfolgte verlegung von k-k-straße und westplatz aus verkehrsplanerischer sicht durchaus sinnvoll war.

    so ist es.

    die städtebauliche konzeption von mini-hochhaus-scheiben samt umliegender flachbauten und/oder parkplätze wird nicht dadurch wertvoller oder potenter, indem sie rückblickend romantisierend zur "ostmoderne" verklärt wird.

    bereits zu ihrer planungs- und entstehungszeit ende des 60er war das konzept der brühlscheiben, vom hotel stadt leipzig, des messeamtes am markt und der brühlpelz- bzw. interpelzgebäude nicht mehr "modern".
    und "ostig" war allenfalls der vorsatz, dass der bau dieser austauschbaren riegel mit ihrem irrsinnigen flachenbedarf inmitten (bzw. anstelle) eines über jahrhunderte gewachsenen stadtzentrums erfolgte - ohne rücksicht auf die vorhandene bebauung und das bestehende straßenraster.

    vor allem deshalb war der abriss dieser gebäude der notwendige erste schritt zur stadtreparatur. die neubebauung der grundstücke hat seit dem ganz erheblich zur reurbanisierung der innentstadt beigetragen.

    nur aus rechtlichen gründen ("rückgabe vor entschädigung") war nach der wende der bereits geplante abriss des brühlpelz-gebäudes gescheitert. sich statt dessen auch künftig - architektonisch wie städtebaulich - mit der schadensminimierung seiner puren existenz befassen zu müssen, zeigt überdeutlich, wie dieses gebäude der angeblichen "ostmoderne" versagt.

    sehe ich nicht so.

    entlang der pfaffendorfer straße kann man doch - bei dem lärm und dem ausblick - nur froh sein, wenn dort überhaupt jemand bauen (und wohnen) will. dafür sieht es eigentlich ziemlich chic aus, sogar erker wie bei den umliegenden bauten sind vorgesehen.

    und in der lortzingstraße ist nun mal die front nach südwesten ausgerichtet - also die klassische arbeitnehmerbalkon-seite mit nachmittagssonne. statt in den straßenraum hineinzuragen, werden die balkone hier als loggien ausgebildet. das ist am ende deutlich dezenter und auch harmonischer fürs straßenbild.

    und ganz nebenbei: wenn man (aus guten gründen) nicht nur supi-dupi-traumwohnungen mit 150 + x quadratmetern wohnfläche für bestverdienende haben will, kann man letztlich auch keine traumhäuser erwarten. sondern muss logischerweise abstriche in bezug auf geschosshöhen und exklusivität der fassadengestaltung hinnehmen.
    ich finde, bei diesen beiden entwürfen ist alles in allem ein ganz guter mittelweg gefunden worden.

    unfassbar. wie kann so etwas überhaupt passieren?

    es gibt seit jahren eine werbesatzung für die innenstadt, die gewerbetreibenden klugerweise solchen mist verbietet. und jetzt fängt die stadt selber an, ohne sinn und verstand die city mit derartigem überflüssigen müll zu verschandeln.

    ich nehme an, dieser quatsch kommt bald wieder weg.