Beiträge von Wikos

    Das Thema hatten wir schon oft und wurde auch immer wieder von den Medien aufgegriffen - zuletzt in einem FNP-Artikel vom Mai 2023 "Frankfurter Skyline bleibt dunkel". Grund war die Energiesparverordnung des Bundes auf Grund der Energiekrise 2022. Diese Verordnung war Mitte April 2023 ausgelaufen, doch anders wie viele andere Städte, knipste Frankfurt und die meisten Wolkenkratzer-Eigentümer das Licht nicht mehr an. Im Artikel wird von einer "symbolischen Geste" gesprochen, denn Dank LED-Technik fallen die Lichter im Gesamtverbrauch der Wolkenkratzer kaum ins Gewicht.

    #116 Zumindest wissen wir jetzt warum der Kirchenturm nicht erhalten werden soll. Anders wie man vermutete wäre dieser wohl auf dem Areal integrierbar gewesen, doch das Architekturbüro wird in dem besagten FAZ mit den Worten zitiert „Ein Kirchturm ist auf Fernwirkung ausgelegt“. Diese Fernwirkung gebe es demnach nicht mehr, wenn der etwa 27 Meter hohe Kirchturm direkt neben dem 130-Meter-Hochhaus stehe. Merkwürdige Begründung - schon jetzt steht der Turm ja schon vor einer Hochhauskulisse und die Blickrichtung ist ja in der Regel von der (fernen) Straßensituation aus.

    Und noch etwas aus dem FAZ-Artikel: Der Ortsbeirat 1 ist wohl dem Antrag der GRÜNEN für den Erhalt der Matthäuskirche gefolgt.

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    Und es stimmt auch nicht, dass die Bürger der Stadt dabei stets verlieren – nicht mal ansatzwiese.
    Wir haben die Altstadt zurück, die Mainufer erobert und sind dabei diese auszubauen, es gibt jede Menge neue Parks, bestehende werden gerade großflächig saniert.

    Wenn, dann musst Du mich schon richtig zitieren. Von "stets verlieren" habe ich nichts geschrieben. Wie auch immer, natürlich steht Frankfurt am Main für Veränderung - das ist auch gut so - das gehört auch zur DNA der Stadt. Ich selber freue mich auch über (fast) jedes neue Hochhausprojekt in der Stadt. Trotzdem muss man bei stadtbildprägenden Gebäuden mit Weitsicht agieren und kann nicht alles damit begründen, dass sich die Stadt immer wieder Wandeln und verändern muss. Mir wäre es lieb wenn Gebäude wie z. B. das Schumanntheater und das Rundschau-Haus noch in der Stadt stehen würden. Und so ist es auch bei der Matthäuskirche. Es gibt immer eine Möglichkeit den Kirchenturm stehen zu lassen und in ein Neubauprojekt zu integrieren. Wenn der Wille da ist.

    Selbstverständlich erhält die Matthäuskirche nicht den ersten Preis für den besten Wiederaufbau in der Stadt. Auch die Funktionalität ist sicherlich nicht perfekt. Und wenn man sich die Nutzung anschaut, dann war diese bei einer schrumpfenden Gemeinde nicht optimal. Doch seien wir mal ehrlich: Der Kirchturm hat auf jeden Fall eine identitätsstiftende Wirkung. Er steht für Kontinuität und eine hohe Wiedererkennbarkeit. Es ist ähnlich wie beim ebenfalls für den Abriss vorgesehenen Bethmannhof: Die Matthäuskirche gehört einfach zum Stadtbild dazu. Frankfurter, Pendler und Messebesucher aus dem In- und Ausland kennen seit Jahrzehnten den Blick auf den charakteristischen, quaderförmigen Glockenstuhl der evangelischen Kirche. Schon immer zog die Frankfurter Skyline ihre Faszination aus dem Kontrast zwischen alten Häusern und Türmen und den dahinter aufstrebenden, überragenden Wolkenkratzern. Dieser unverwechselbare Mix aus Alt und Neu wird durch den vorliegenden Siegerentwurf für immer zerstört.

    Da stellt sich die Frage, warum die Kirche mit dem stadtbekannten Turm überhaupt abgerissen werden soll. Trotz aller Gründe war die Verlockung eines lukrativen Immobiliengeschäfts wohl einfach zu groß. Für die weitere Nutzung der Kirche hätte man – wenn dies wirklich gewollt gewesen wäre – an diesem markanten Ort mit Sicherheit eine alternative Nutzung gefunden. Man denke nur an ein internationales Begegnungszentrum, einen kirchlich-kulturellen Melting Point an der Schnittstelle zur Messe. So hinterlässt das Bauprojekt am Ende einmal mehr einen faden Beigeschmack. Ein Kirchenturm mit hohem Wiedererkennungswert wird ohne Not abgerissen und durch einen beliebigen Neubau ersetzt. Der Stadt, den Investoren und auch dem Denkmalschutz scheint es reichlich egal zu sein. Die Verlierer sind einmal mehr die Bürger und Besucher der Stadt. Sie verlieren ein weiteres Stück Identität in einer Stadt, die sich zunehmend zur Unkenntlichkeit verändert.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Genauso naheliegend wäre es, die DomRömer GmbH würde auch die Sanierung der Braubachstraße 37 (Gaststätte Steinernes Haus) übernehmen

    Hier besteht wenig Hoffnung, das sich was ändert. Seit 2018 steht die Gaststätte nun schon leer. Das haben weder der CDU Antrag 862 vom 30.01.24 „Historische Liegenschaften schützen“, etwas geändert, noch die geschichtsträchtige Tatsache, dass Lotte Specht in den Räumlichkeiten den Frauenfußball in Frankfurt etablierte. Auch von der IG Braubachstraße hört man dazu nichts mehr. Immerhin wurde an dem Ort 100 Jahre Gastronomie betrieben. Das denkmalgeschützte Gebäude hat vermutlich sogar noch ein Teil der heimeligen Originalausstattung des letzten Besitzers in den Gastronomieräumen. Falls diese nicht ausgebaut wurden oder langsam vergammeln...

    In einer Spender Dankes-Veranstaltung der Stadt in der Paulkirche verkündete OB Mike Josef gestern Abend: Die Planung durch die Stadt ist soweit abgeschlossen, die Bau- und Finanzierungsvorlage soll noch vor den Sommerferien von den Stadtverordneten beschlossen werden.

    Der moderne, monströse Entwurf für den Neuen Bethmannhof ist laut FAZ- und FR-Meldung erst einmal vom Tisch. Der Planungsausschuss des Stadtparlaments hat sich einhellig dagegen ausgesprochen. Die CDU fordert einen neuen Wettbewerb. Planungsdezernent Quechenberger hofft indes noch auf eine verträgliche Überarbeitung durch das siegreiche Architekturbüro BGF+ - man sei mit den Investoren dazu im Gespräch.

    Ich glaube über den Sinn von Kultureinrichtungen wie eine Oper und ein Schauspielhaus für eine Stadt mit über 750.000 Einwohnern müssen wir nicht ernsthaft diskutieren. Wichtiger ist die Frage, wie die zahlreichen Besucher (bzw. Kommunen) aus dem Taunus und dem anderen Umland, an den Kosten beteiligt werden können. Die Touristenquote ist bei meist ausverkauften Haus marginal, aber das Umland Abo-Publikum profitiert natürlich immens von dem Frankfurter Kulturangebot.

    Die Magistratsvorlage M177 ist etwas verwirrend, aber wenn ich es richtig verstanden habe, bleibt wohl die denkmalgeschützte Neue Mainzer Straße 55 im Bestand der Sparkasse und wird wohl nicht auf dem Areal des Neuen Schauspielhauses stehen. Sehr abrissgefährdet bleibt aber die Neue Mainzer Straße 53.

    Interessant bleibt die Kostenfrage. Die Machbarkeitsstudie 2017 war noch bei 888 Mio. Euro. Nun 7 Jahre später sind wir bei 1,27-1,3 Milliarden für die Neubauten. Hinzu kommen jetzt die ca. 214 Mio. Euro für das Grundstück. Da es wohl auf einen Schlag bezahlt werden soll, muss die Stadt wohl Kredite aufnehmen. Hinzu kommen auch noch die Kosten für das Interimsgebäude in der Gutleutstraße 324-326.

    Man hätte die Fassade auch einfach stehen lassen können. Die so genannte "Hamburger Lösung" mit abgestützter Fassade ist bewährt, dahinter kann dann ein Neubau entstehen. Oder man hätte verkünden können, dass die Fassade auf jeden Fall rekonstruiert wird. Alles das ist nicht Geschehen und so entstehen Spekulationen, zumal der Altbau dann doch sehr schnell weg war und keine Begründung abgegeben wurde, warum nicht zumindest die Straßenfassade erhalten wurde.

    Ich glaube "Hass" ist in dieser Angelegenheit schon der richtige Begriff. Ich habe den Eindruck, die Initiative hat grundsätzlich ein Problem mit der Schlossrekonstruktion - unabhängig davon, ob Bauteile von rechtslastigen Spendern ermöglicht wurden oder nicht. Die künstlerischen Ergebnisse erinnern etwas an einem Erstsemester-Kunstwettbewerb. Die Initiatoren handeln in ihrer Community-"Blase" und offensichtlich sind auch die Teilnehmer und Unterstützer immer wieder die selben. Glaubwürdiger hätte ich es gefunden, wenn auch die moderne Spree-Fassade künstlerisch umgeformt worden wäre. Denn wenn etwas "Fake" an dieser Reko ist, dann am ehesten die modernen Fassaden - denn diese haben dort vorher so nie gestanden.