Beiträge von Haxius

    Manuel: Also die jetzt beschlossene U5-Verlängerung wird ja nicht nur gebaut, weil das Geld ausgegeben werden muss, sondern weil das Regierungsviertel und der neue Hauptbahnhof sowie stark frequentierte Institution (auch im Hinblick auf Touristen natürlich) angebunden werden sollen. Berlin muss jetzt bauen, weil der Bund viel Geld vorgeschossen hat, was Berlin nicht zurückzahlen könnte/will, aber wenn man solche Baumaßnahmen vom Geld abhängig machen würde, dürfte in Berlin ja gar nichts mehr gebaut werden.

    Man darf aber auch nie vergessen, dass die errechneten Passagierzahlen der U5-Verlängerung (Alex bis Hauptbahnhof) in den Kalkulationen immer bis zum U9-Bahnhof "Turmstraße" berechnet worden sind und durchaus Sinn machen, aber eben nicht nur bis zum Hauptbahnhof. Man hätte zwei Stationen weiter bauen sollen, aber ohne Geld...

    Manuel: Natürlich hast du Recht! U-Bahnen sind wohl das teuerste Nahverkehrsmittel, dass sich eine Stadt leisten kann, aber für den Massenverkehr ideal. Jetzt kann man zwar bezweifeln, dass eine 3,4 Mio-Stadt wie Berlin ökonomisch alle Linien betreiben kann - zurecht, wie ich finde - aber die Verlängerung der U5 ist gerechtfertigt, da allein im Bereich von UdL wichtige und stark frequentierte Einrichtungen liegen, die ansonsten über Busverkehr oder zu Fuß erschlossen werden müssten. Ich denke, das eigentliche Problem bei der U5-Verlängerung und der Grund, weshalb man diese Baumaßnahme sehr schlecht vermitteln kann, sind die riesigen Kosten dafür! Man darf nicht vergessen, dass man früher für den U-Bahnbau einfach die betreffenden Straßen aufgerissen hat und nach dem cut-and-cover-Verfahren die Röhren angelegt hat. Dies sieht man besonders gut in den U-Bahnstationen, deren Decke von vielen Stahlträgern gehalten wird (vgl. Kleinprofillinien). Dieses Verfahren wurde auch im Regierungsviertel für die U55 angewendet, da ja sowieso alles Baustelle war damals, aber neben der Spree und dem Kupfergraben muss eben auch UdL selbst unterfahren werden. Hier ist es eben nicht möglich, alles einfach aufzureißen, da sonst die Anrainer Sturm laufen würden. Dies summiert sich auf jeden Fall. Dazu kommt dann noch die Berliner Kostensteigerung in Form des hohen Grundwasserspiegels, dass die meisten anderen Städte nicht haben, weil die Röhren ins Gestein gehauen werden. In Berlin baut man im Märkischen Sand. Also eigentlich kann Berlin ja gar nichts dafür, dass der U5-Bau so teuer ist! ;)

    Ich frage mich sowieso, warum alles wegen der Schließung von Tempelhof jammert, sich aber niemand wegen der bevorstehenden Schließung von Tegel regt!? Immerhin ist doch Tegel momentan sogar der Regierungsflughafen, oder? Bleibt das erhalten oder wandert diese Einrichtung dann ab 2011 ebenfalls zum BBI nach Schönefeld? Überhaupt finde ich es fragwürdig, dass vor kurzem noch ein weiteres Terminal eingeweiht worden ist, obwohl der Flughafen in Tegel abgewickelt werden soll. Sind denn die Kapazitätsgrenzen dermaßen erreicht, dass Engpässe drohen könnten, wenn man den neuen Terminal nicht errichtet hätte?

    Zur S21: Ich meine, mich erinnern zu können, dass die S-Bahn-Berlin GmbH plant, die S-Bahn-Linie, die unter dem Hauptbahnhof hindurchführen soll, bis Frohnau verlängert werden soll (zukünftig), um damit die S8, glaube ich, umzuleiten und das System mit den Doppellinien (S2/S25 ; S7/S75 ; S8/S85) zu entkoppeln. Ob das jedoch wirklich so realisiert wird, steht in den Sternen, denn vorerst soll ja nur die Verbindung zur Station "Westhafen", nicht aber zur Station "Wedding" gebaut werden.

    Zur U5-Verlängerung: Erstens muss man bei all den konfusen Planungen berücksichtigen, dass die U5 schon in den 30er Jahren bis zum Bahnhof "Jungfernheide/Westend" verlängert werden sollte. Dies war ein langfristiges Ziel, das mittlerweile endlich umgesetzt wird, denn neben der Einbindung des neuen Hauptbahnhofs in das U-Bahnnetz wird auch der Stadtteil Moabit besser erschlossen; außerdem sollen große Anziehungspunkte wie das Brandenburger Tor, die Staatsbibliothek UdL, die Humboldt-Uni und nicht zuletzt die vielen Museen einen direkten Anschluss an das Schnellbahnsystem erhalten. Wenn man nur diese Besucherströme zusammenrechnet, dürfte sich die U5-Verlängerung längerfristig absolut rechnen, selbst wenn sie parallel zum S-Bahn-Viadukt verläuft.

    Ich finde die Idee eines dynamischen sich den Wünschen des Menschen unterwerfendes Gebäude an sich sehr interessant, wobei natürlich neueste Entwicklungen wie der Umweltschutzaspekt, den Hochhäuser eigentlich nie berücksichtigen, beachtet werden müssen. Allerdings könnte ich mir eine deutlich niedrigere Variante á la 100m für ein Hochhaus sehr wohl auch für Berlin vorstellen. Ich nehme nämlich an, dass die betreffenden Investoren, von denen da die Rede ist, Hotelbetreiber sein werden und für ein Hotel wären drehbare Zimmer in luftiger Höhe sehr wohl eine Attraktion! Vielleicht wird es ja dieses Mal etwas mit einem Hochhaus in Berlin...

    Gibt es bezüglich des Umbaus des Humboldt-Carrées Informationen, ob der Glasaufbau in der Form realisiert wird, in der er auf dem obigen Rendering zu sehen ist? Gibt es weitere Renderings oder aktuelle Bilder von der Bausituation? Das würde mich echt interessieren.