Beiträge von Bewacher

    ^^ In der Einleitung des Artikels steht zwar "Investoren warnen", aber später wird mit keinem Wort erwähnt, was denn eigentlich ein Investor befürchten müsste - im Entwurf gibt es nichts, was nach besonderen Kosten riechen würde. Dafür kenne ich Beispiele der ausgefallenen Vollglas-Fassaden wie z.B. jene des Kaufhauses P+C in Köln, die gravierende Mehrkosten und Bauverzögerungen verursacht haben.


    Jemand bedauert lediglich, dass sowas wie Galeries Lafayette Berlin in der historischen Mitte nicht mehr entstehen könnte, allerdings: (1) So ein Weltwunder sind die auch nicht (anders als das weltweit bekannte Pariser Stammhaus!) und (2) es gibt in Berlin genügend Standorte, wo man sowas bauen kann.

    Bericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte

    Die RP vom 12. August 2008 schrieb über den Halbjahresbericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte, nach dem die Eigentumswohnungen gegenüber 2007 um ca. 5% teurer geworden seien. Die Reihenhäuser seien billiger geworden, die freistehenden EFHs seien stabil geblieben.


    Ich habe den Bericht hier ergoogelt - demnach kosten Neubauwohnungen 1900-3200 EUR/qm, die bis zum Jahr 1947 errichteten 1200-3300 EUR/qm und die (weitgehend öde - B.) Produktion der Jahre 1948-1996 sei für 940-2100 EUR/qm zu haben. Bauland - ca. 250-660 EUR/qm (das ist aber irgendwie undifferenziert - in der Innenstadt müsste es weit teurer sein? Es liegt wohl daran, dass es einen separaten Grundstücksmarktbericht gibt, aber die vollständige Version was kostet. - B.); Garagen/Stellplätze: 15-21 Tsd. EUR in der City; 8-19 Tsd. EUR citynah.

    Wohnimmobilien

    Mal was über die Wohnimmobilien - die NRZ vom 19. August 2008 berichtet über die Erfahrungen von Allbau (ca. 18 Tsd. Wohnungen im Bestand), dessen Manager über den wachsenden Wettbewerb um Mieter spricht. Man schöpfe den möglichen Rahmen der Mieterhöhungen nicht aus - auch beim Renovieren nicht. Wohnungen um 40-60qm seien nicht marktgängig, auch trotz der hohen Anzahl der Single-Haushalte (geht es den Menschen plötzlich soooo gut? - B.)


    Allgemein: In Essen gebe es ca. 320 Tsd. Wohnungen, von den ca. 3/4 privat seien. Der Rest gehöre 15 Wohnungsbauunternehmen, die mitsamt der Bestandsgröße am Ende des Artikels aufgelistet wurden, u.a.:


    Allbau - ca. 18 Tsd.
    Immeo Wohnen - ca. 11,4 Tsd.
    Deutsche Annington - ca. 11,1 Tsd.
    THS - ca. 6,2 Tsd.
    Gewobau - ca. 5,7 Tsd.
    Wohnbau eG - ca. 4,6 Tsd.
    Evonik - 4,15 Tsd.
    Wohnungsgenossenschaft Essen Nord - ca. 3,2 Tsd.
    Margarethe-Krupp-Stiftung - 3,2 Tsd.

    ^^ Die Baukosten wären ähnlich - es wäre ja eine ähnliche Konstruktion vonnöten, die auch noch das Hotel darüber tragen müsste (und dann noch Fluchttreppen, Feuerschutz usw. - alles hier und da ohne Abstriche). Nur ein paar Meter tiefer graben gibt es auch nicht zum Nullpreis. Lediglich die Grundstückskosten würden nicht zusätzlich anfallen, da man das Grundstück bereits für das Hotel gekauft hat (bei den Berichten über die zwei erwähnten Projekte war allerdings über die Baukosten die Rede, wohl auch ohne Grundstück) - und jene für die Dachbegrünung am Ende.


    Man muss es einfach einsehen - es sind Kosten, die oft den Preis eines Autos übersteigen. So wie keiner erwartet, dass ihm jemand einfach so ein Auto schenkt, sollte auch keiner erwarten, dass ihm einfach so möglichst umsonst ein Parkplatz zur Verfügung gestellt wird.

    Mir missfällt ganz besonders die Tatsache, dass es keine Tiefgarage gibt. Ausgerechnet in der Ecke, wo Parkplätze rar und teuer sind!


    Wenn sie in der Umgebung teuer sind, dann gibt es offenbar doch welche. In den letzten Tagen habe ich bei zwei TG-Projekten (Düsseldorf, Essen) nachgerechnet - die Kosten (und zwar nur die Baukosten!) betrugen ca. 20-35 Tsd. EUR pro Stellplatz. Wie sollten solche Kosten finanziert werden - einfach so auf den Zimmerpreis draufschlagen? Da sonst alles billig ist (genauso das Aussehen wie 3* - solche Hotels gönne ich mir selbst privat im Urlaub), würde dies eine deutliche Zimmerpreissteigerung bedeuten. Oder separat abrechnen? Dann wären die kaum billiger als die auf dem Markt der TG-Stellplätze - und die sind natürlich teuer, weil die Fläche in den Großstädten schlicht und einfach teuer ist. Man sollte sich endlich von der Vorstellung verabschieden, diese gäbe es umsonst.

    Die Schlosspassage

    Dort befindet sich die in den 1970er Jahren eingerichtete und seitdem nie renovierte Schlosspassage mit Ausgängen zur Schloßstraße und zum Viktoriaplatz (auf der Google-Karte als Viktoriastraße dargestellt) - die ist schon längst heruntergekommen und vergammelt. Die WAZ vom 19. August 2008 berichtet über sie und darüber, dass die verbliebenen Läden auf Stammkunden angewiesen seien, da sich dort kaum Laufkunden verirren würden. Die leer stehende Fläche des früheren Extra-Supermarkts sei wegen des Zuschnitts und der Lage schwer zu vermieten. (Der Lage auch? Der Markt hatte einen direkten Zugang vom Kurt-Schumacher-Platz außer dem von der Passage. - B.) Ein Münchner Unternehmen habe die Immobilie Anfang 2008 gekauft.


    Noch ein Artikel in der NRZ vom 13. April 2008 berichtet über die Überlegungen des Besitzers, die Fassade am Viktoriaplatz zu erneuern - u.U. gemeinsam mit den Besitzern des Nachbarsbauten. Gleich sage ich, dass ich von solchen Gemeinschaftsfassaden überhaupt nichts halte - meist wird die Kleinteiligkeit der öden Fassaden der (hier) 1950er Jahre gegen mindestens genauso öde Fassaden ohne Kleinteiligkeit eingetauscht. Perfekt wäre eher was individuelles, detailreiches, was z.B. an die Alte Post anknüpft.

    Grundstück Beekstraße / Steinsche Gasse

    Demnach wurde das Grundstück Beekstraße / Steinsche Gasse mit ca. 7500 qm ausgeschrieben. Da die Stadt selbst die Gegend als Altstadt bezeichnet und hochwertige Bebauung fordert, bin ich neugierig, was als passend und hochwertig entstehen sollte. Hoffentlich etwas, was wenigstens minimal an die Geschichte des Ortes erinnert - in den Jahren 1992 bis 1994 gab es archäologische Ausgrabungen dort, die auch die einstige Bebauung enthüllt haben (s. verlinktes Bild).


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    Nachtrag: Für die Anregung darüber hätte ich sogar eine betriebswirtschaftliche Begründung - wie hier (nach dieser Quelle) berichtet, kosten im benachbarten Düsseldorf die vor dem WKII errichteten Wohnungen ähnlich viel wie die Neubauten - die Nachkriegsproduktion der Jahre 1948-1996 ist deutlich billiger. Braucht man deutlichere Zeichen, wie ein vorwiegend für Wohnzwecke genutztes Gebäude vernünftigerweise optisch wirken sollte?

    Die Königsgalerie

    ^^ Das wäre sehr erfreulich und bald wissen wir es, denn:


    Nach der RP vom 20. August 2008 würde man die Pläne der umgebauten Königsgalerie am 21. August im Rathaus vorstellen. Unter anderen solle ein Teil der Untermauerstraße überbaut werden. (Auch wenn diese derzeit eher als Lieferzone für die Bauten am Sonnenwall dient - sie sollte auf jeden Fall jederzeit frei passierbar und als altstädtische Gasse deutlich erkennbar bleiben! - B.)

    Jugendstilhalle auf dem MVG-Gelände

    Die NRZ vom 19. August 2008 berichtet über eine (angeblich denkmalgeschützte) Werkshalle im Jugendstil aus dem Jahr 1874 (*) auf dem Betriebsgelände der Mölmschen Verkehrsgesellschaft. Diese wolle ein Verein übernehmen, renovieren und nutzen - was ca. 2 Mio. EUR kosten würde, welches Geld der Verein noch sammeln müsse. Sonst drohe der Abriss (ich bin am Grübeln, wie das beim Denkmalschutz möglich sein sollte - B.), dessen Kosten ca. 300 Tsd. EUR betragen würden (von der Stadt zu tragen).


    Und übrigens - ein Freund erzählte mir kürzlich, dass man z.B. in Italien nix ohne Not abreisst, sondern einfach stehen lässt. Warum "müsste" man die Halle ohne Renovierung abreissen - statt einfach einzäunen und stehen lassen?


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    (*) Jugendstil und 1874? Das wäre bisserl früh.

    Stadtteilzentren vs. Discounter

    Da es mit der Planung allgemein zu tun hat - die NRZ vom 19. August 2008 berichtet darüber, dass Discounter wie Aldi ihr Sortiment erweitern würden und damit im Wettbewerb zu den Geschäften in den Stadtteilzentren stünden. Sie selbst befänden sich jedoch eher in Randlagen der Stadtteile, oft mit ca. 100-150 Parkplätzen rundum. Genauso die CDU-Ratsfraktion wie die SPD würden sich deswegen Sorgen um die Zukunft der Stadtteilzentren machen. Die Politik sei entschlossen zu handeln - z.B. der Baudezernent Dressler kündige an, die Discounter künftig in die Stadtteilzentren zwingen zu wollen - oder es würden nur noch ein paar Parkplätze für Behinderte genehmigt.

    Kaffee statt Sprit

    Die NRZ vom 19. August 2008 berichtet über einen neuen Trend - zahlreiche einstige Tankstellen und Autowerkstätte habe man in Bistros umgewandelt. Es wurden Beispiele in Bilk und in Flingern vorgestellt, die erfolgreich seien und Kunden sogar aus entfernten Stadtteilen bzw. Neuss hätten.


    BTW: Kürzlich blätterte ich in einer neuen Ausgabe des Spiegel Special über Metropolen - in Seoul habe man eine Stadtautobahn in eine Fußgängerpromenade mit einem renaturierten Bach mittendrin umgewandelt.

    ^^ Bedeutet der Unterschied hoch/flach nicht zufällig, dass ein halbwegs ansehnliches altes Gebäude abgerissen werden müsste? Dieses bedaure ich bei der ganzen Geschichte - welche der beiden Varianten an sich mehr/weniger öde wirkt, möchte ich mich nicht festlegen.


    Die Sorge von UNESCO um die ungehinderte Sichtbarkeit der im 19. Jh. fertiggestellten Kirchen finde ich geradezu entzückend. Merkwürdig, dass das Ding in der Bauhaus-Manier direkt am Münster die Herrschaften nicht stört (mich schon - wie auch der nur fragmentarische Wiederaufbau der Altstadt um den Dom nach WK II).

    ^^ Auf dem ersten Foto sieht man links oben diese ominöse Sammelfassade für zwei Gebäude mit unterschiedlichen Etagenhöhen (dort, wo der Laden Juppen sitzt) - welcher Architekt kommt auf derart kuriose Ideen? Im linken Teil gibt es auch noch ein paar chaotisch hingeklotzte doppelt so breite Fenster. Kann irgend jemand im Forum dem Produkt was positives abgewinnen?


    BTW: Wir haben auch den Thread Rund um die Schadowstraße, wo die Ausgangsfrage ab #44 beantwortet wurde.

    Weitere Bewerbungen: Hamm+Lippstadt

    Nach der WP vom 15. August 2008 seien in NRW drei neue Fachhochschulen a 2500 Studenten ausgeschrieben, die vorwiegend in den Kohlerückzugsgebieten entstehen sollten. So hätten sich u.a. gemeinsam Hamm und Lippstadt beworben (Hamm gehört noch zum Ruhrgebiet - B.) In Hamm wolle man das Areal der Paracelsuskaserne nutzen, in Lippstadt - 5 Hektar Land an der Lippe bebauen.


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    Nachtrag: Die WE vom 19. August 2008 berichtet, es gebe 11 Bewerbungen um die drei neuen FH-Standorte. Die Entscheidung komme bis zum Jahresende.

    Fußgängerzonen als Wachstumszonen für die Immobilienbranche

    Es dürfte zum Thread passen: Eine Meldung vom 14. August 2008 zitiert ein Immobilienunternehmen, welches die Entwicklung in 560 deutschen Fußgängerzonen beobachte. Diese sei besser als sonst in der Immobilienwirtschaft - da Einzelhandelsflächen oft langfristig an Filialen solventer Konzerne vermietet würden, die alle 3-5 Jahre in Renovierungen investieren. Ebenfalls die Praxen der Anwälte und der Ärzte in den Etagen darüber würden keine Probleme bereiten; außerdem jahrzehntelang an einem Standort bleiben. Man könne für Geschäftshäuser Preise von ca. 12,5-17 Nettojahresmieten erzielen, in einigen Großstädten sogar über 20 Nettojahresmieten.


    Noch eine Meldung vom 7. August 2008 - die Filialunternehmen hätten für sich Klein- und Mittelstädte entdeckt. Während der Filialisierungsgrad an der Frankfurter Zeil 82,5% und an der Düsseldorfer Schadowstraße 90,4% betrage, liege er an den Haupteinkaufsstraßen einiger kleineren Städte bei ca. 18-38%. Daher nehme die Expansion der Filialisten in solchen Städten zu.

    Neues Marktkonzept

    Die Stadt hat einen neuen City-Manager wie auch einen Wochenmarkt auf dem passend so getauften Rathausmarkt. Dieser sei nach der NRZ vom 18. August 2008 dem City-Manager nicht zentral genug, weswegen er den Markt auf die Schloßstraße verlegen möchte. Schon abgesehen davon, dass diese ein starkes Gefälle aufweist und mit komischen Brunnen etwas besetzt ist - kennt jemand eine Haupteinkaufsstraße einer Großstadt, die mit Marktbuden zugestellt ist?

    Umweltzone

    Die RP vom 19. August 2008 berichtet, die Bezirksregierung übe auf die Stadt Druck aus, in der City spätestens zum 1. Januar 2009 eine Umweltzone einzuführen. Interessanterweise sind sich mal die Grünen und die FDP einig: Die ersten wollen Bus- und Bahnlinien ausbauen; die FDP sehe die Lösung darin, dass "immer mehr Düsseldorfer auf Bus und Bahn umsteigen" (*). Die Stadtverwaltung verhandle noch mit der Bezirksregierung und warne vor dem Verwaltungsaufwand.


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    (*) Bedeutet die Formulierung "ähnlich denkt", dass die CDU (derer verkehrspolitische Sprecher Andreas Hartnigk) auch das mit dem Umstieg als Lösung meint?

    Die NRZ vom 18. August 2008 berichtet, die für die Entwicklung des Areals zuständige Entwicklungsgesllschaft habe mit der Wirkung zum 1. September ca. 13 Ha Fläche zwischen der Universität und der Friedrich-Ebert-Straße gekauft. Zuerst würde man den Investoren zwei Gewerbegrundstücke an der Segerothstraße und ein Grundstück für den Wohnungsbau (für ca. 140 Wohnungen) anbieten. Insgesamt seien 400 Wohnungen und ca. 50.000qm Gewerbe (vorwiegend Büros) vorgesehen. Die Grünanlage (darunter 5.000qm Wasser) solle 6 Mio. EUR kosten; der Baubeginn Ende November könne sich geringfügig verschieben, aber solle auf jeden Fall noch im Herbst 2008 stattfinden.

    Wohnen in Düsseldorf: Bei der Polizei umsonst

    Die NRZ vom 18. August 2008 berichtet, die Übernachtung in einer Ausnüchterungszelle sei in Düsseldorf umsonst (wenn man die Zelle nicht verunreinigt), was die Polizeigewerkschaft kritisiere. In Wiesbaden etwa seien die Einsätze kostenpflichtig: 31 EUR + 20 EUR für 6 Stunden in der Zelle. Dazu auch in der WAZ vom 17. August 2008.


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    Nachtrag: Nicht nur mir fällt auf, dass sich zu den Fußballfans immer mehr Polterabendgesellschaften (m/w) als Krawallverursacher gesellen - nicht nur in etlichen Zügen, sondern auch auf Bahnhöfen und in den Innenstädten. Ob lautes Gegröhle oder auch wenn ein hässliches Weib mit Angeboten der Zungenküsse für 10 EUR belästigt (was durchaus unter Straßenstrich fallen könnte) - die Ordnungskräfte sollten mE wegen der Ruhestörung eingreifen. Und ja - kostenpflichtig!