Auch wenn es Vorbehalte bzgl. der englischen Vorschläge gibt, lebt ein guter Brainstorm davon, sich zunächst keine Denkverbote aufzuerlegen. Das Aussieben geschieht dann im zweiten Schritt. Daher werfe ich auch ein paar Ideen in die Runde - auf Deutsch und Englisch (wie bei TS üblich ohne trennendes Leerzeichen):
I. Englisch
Bjarke Ingels beschreibt den Metzler-Turm selbst als ein Gebäude "that twists itself". Diese Formulierung des Architekten kann man aufgreifen:
- TwistingTower
Die Bezeichnung erinnert mich nicht nur wegen der Alliteration auch etwas an "Turning Torso" in Malmö. Auch wenn die Endung -ing besonders von Deutschen im Englischen oft überstrapaziert wird, finde ich sie hier passend, da der Turm durch sein Design gerade in einer Bewegung zu sein scheint. Das sollte sich im Namen widerspiegeln.
Und ja, dieser Vorschlag bricht mit der *-Turm Namenskonvention, allerdings fand ich das Argument, dass schließlich auch die Gestaltung des Turms sich von Messe- und Opern-Turm stark unterscheidet, durchaus stichhaltig. Insofern ist das "Turm" lediglich zu "Tower" übersetzt und schlägt so die Brücke. Ich denke, wir haben uns auch an das schräge "MyZeil" gewöhnt, dann ist ein Wort wie "Tower" in einer internationalen Stadt wie Frankfurt schon beinahe konservativ.
Weitere Varianten könnten sein:
- DancingTower (ähnlich: Tanzenden Türme in Hamburg)
- GroovingTower
- ShiftingTower (es gibt ein Projekt gleichen Namens in Shenzhen)
- TwistedTower
Besonderes Merkmal sind die Auskragungen des Wohnbereichs, die der Architekt als Terrassen nutzen möchte, dies führt noch zu folgendem Einfall:
- TerraceTower (in Edmonton/Kanada und in London existieren bereits Objekte mit diesem Namen)
Witzig finde ich die Beziehung zum Garden Tower - räumlich (gleich um die Ecke), inhaltlich (Terrasse + Garten) wie sprachlich (ebenfalls Englisch).
II. Deutsch
Die Ortsbezüge wurden in den vorherigen Beiträgen schon ziemlich umfangreich durchdekliniert. Mal abgesehen von der Frage, ob man ein Gebäude nun GallusTurm nennen kann oder nicht, bleibt die Frage, ob der Name denn zum Gebäude passt. Beim OpernTurm und MesseTurm gehen Name und Gebäude eine stimmige Symbiose ein. Bei anderen Gebäuden ist das nicht so, trotzdem gewöhnt man sich an die unmöglichsten Benennungen wie Tower 185 (wer spricht die Zahl eigentlich auf Englisch aus?), Selmi-Hochhaus, Soll und Haben etc.
Dennoch steht TS ja für das Besondere, da ist es nur recht und billig, auch der Bezeichnung etwas Aufmerksamkeit zu widmen. Das macht ja auch den Reiz dieses Threads aus.
Greife ich den letzten englischen Vorschlag auf, könnte man diesen natürlich auch auf Deutsch einbringen:
- TerrassenTurm
Aber der Klang dieser deutschen Übersetzung löst in mir eher Erinnerungen an den architektonischen Brutalismus und das ähnlich klingende Wort "Trasse" aus, was dem Projekt nicht gerecht wird. Auch zeigt sich, dass ein Wort mit zwei Silben zu bevorzugen wäre, wie eben bei "Oper", "Taunus", "Messe".
In diese Kategorie fallen die bereits genannten Vorschläge "Kaiser", "Goethe", "Speyer", wobei die ersten beiden nun mal so gar nicht zu dem Entwurf von BIG passen wollen.
Regionalen Bezug könnte man noch zur "Nidda" herstellen:
- NiddaTurm (im Kontrast zum Main Tower)
Eine Vokabel, die nun auch typisch Frankfodderisch ist, führt zu diesem Gedanken:
- RömerTurm
Im ersten Reflex hätte ich das fast aussortiert, andererseits ist "Römer"/"Römisch"/"Rom" im Gegensatz zu etwa "Goethe" ja nun nicht unbedingt nur mit einer bestimmten Epoche zu verbinden (Asterix und Obelix lassen grüßen). Das Wort hätte durchaus das Potential, modern aufgeladen zu werden. Minuspunkt ist natürlich der Umlaut, wenngleich die US-amerikanische(!) Eismarke Häagen-Dasz darin weniger ein Problem als ein bewusstes europäisches Stilelement gesehen hat.
Und wenn ich gedanklich schon bei Römern und regionalen Bezügen bin, ist es nicht weit zum
- LimesTurm
An dieser Stelle muss ich meinen Kreativprozess nun erstmal unterbrechen... ![]()
EDIT: Während ich den Post verfasst habe, wurde der Vorschlag "Momentum" vorgebracht. Der gefällt mir ad hoc ganz gut, auch wenn er natürlich vollständig mit der bestehenden Nomenklatur bricht. Schnelltest: "Ich habe eine Wohnung im Momentum", "Ich arbeite im Momentum", "lass uns ins Momentum gehen". Funktioniert für mich.











