U-Bahnhof "Georg-Brauchle-Ring"
Wer gestern, Samstag den 18. Oktober 2003 zufällig in der Nähe der Uptown-Baustelle war, konnte schon von weitem hören, dass da wohl eine Art Straßenfete im Gang war. Unter anderen spielte auch, wie sich das in Bayern gehört, eine zünftige Blasmusik auf. Obwohl ich eigentlich eine Blasmusikallergie habe
- ich muss sagen, diese Formation war durchweg genießbar. Die Mischung aus Jazz, Blues und ein paar folkloristischen Elementen hatte was.

Ein richtiges kleines Volksfest war hier im Gang, und auf der gesperrten Hanauer Straße war bei strahlendem Sonnenschein sogar ein Biergarten aufgebaut worden. Dass der gut besetzt war, war logisch, denn es gab Freibier !!!!!

Anlass der Festivität war nicht etwa das Richtfest des Uptown-Hochhauses, dessen Rohbau gerade fertiggestellt wurde, sondern die Einweihung eines nicht minder beeindruckenden Bauwerkes, das aber unter der Erde liegt: die vorläufige Endstation der U1, der Bahnhof "Georg-Brauchle-Ring".

Die Linie U1 war an diesem Tag besonders sehens- und erlebenswert, nicht nur wegen des neuen Bahnhofes, sondern auch deswegen, weil zur Feier des Tages ausschließlich die megageilen neuen Züge der Baureihe "C" im Einsatz waren. Die sehen nicht nur von außen gut aus, sondern haben vor allem ein Innenraumdesign, gegen das das Raumschiff Enterprise richtig alt aussieht (sorry, leider noch kein Innenfoto). Die Züge sind in ihrer Gesamtlänge von 115 Metern durchgängig begehbar - ICE-Feeling im Münchner Untergrund.

Die Wände des Bahnhofs sind mit farbigen Tafeln verkleidet und dazwischen sind in Schwarzweiß Poster mit Architekturfotos aus aller Welt zu sehen. Recht witzig fand ich den Kontrast zwischen modernster Infrastruktur und dem altehrwürdigen Dschungeltempel Angkor Wat in Kambodscha.

Allen München-Besuchern kann ich nur empfehlen, auch einmal unter die Erde zu schauen. Was die Frankfurter an Beton in die Höhe bauen, ist zweifellos eindrucksvoll, da kann München bei weitem nicht mithalten. Dafür tut sich hier unter der Erde mehr als sonstwo in Deutschland und gerade die U-Bahnhöfe der neueren Generation sind für Architekturfreaks eine sehenswerte Attraktion - und eigentlich auch mal einen eigenen Bilder-Thread wert. Vielleicht komme ich in den nächsten Wochen mal dazu, einiges an Fotomaterial zu produzieren.
An dieser Stelle möchte ich noch herzlichen Dank an Patrick sagen, der den WEB-Space zur verfügung gestellt hat.
Gruß
Monaco-Mike