Beiträge von Rheingeo

    Eine solche Begrünung finde ich auf der Zülpicher Str. unnötig. Man macht solche engen Straßen für Fußgänger durchlässiger, indem man den Gleiskörper NICHT abtrennt. Denn so etwas verlängert Fußwege, weil man dann erst zum nächsten Überweg laufen muss, um den Gleiskörper zu überqueren... ich denke eher schon an so etwas: http://upload.wikimedia.org/wi…ille-tram-Longchamp09.jpg Und so etwas kann man auch sehr schön mit Kopfsteinpflaster machen... Den Umgang mit Formen, Farben und Materialien hat die Stadt Köln aber nie gelernt...

    Wie soll denn bitte ein begrünter Gleiskörper auf der Zülpicher Str. untergebracht werden? Realistisch finde ich den Gleiskörper hochzupflastern, die Hochkettenfahrleitung durch eine einfachere Konstruktion zu ersetzen, die Bürgersteige zu verbreitern (oder einzuebnen), Bäume zu Pflanzen etc. Anlieferverkehr für Geschäfte, Kneipen und Wohnungen wird es wohl weiterhin geben müssen. Die Frage ist auch, wohin sich der Autoverkehr verlagern wird. Wahrscheinlich auf die Luxemburger- und Aachener-/Richard-Wagner-Straße. Die Anwohner werden sich bestimmt freuen ;)

    Ich muss mal Off-Topic gehen....
    MasterMind: Und warum bist du dann nicht gegen die Erweiterung des Wallraf-Richartz-Museums, oder gegen die Bauvorleistungen unter der Rheinuferstraße an der Schönhauser Str. (meiner Meinung nach wirklich unnötig verbuddelte 5 Millionen Euro!), oder gegen die Erweiterung des Kölnischen Stadtmuseums oder auch gegen den Bau der unterirdischen Kinderoper? Die Betriebskosten des neuen Museums werden durch den LVR getragen. Das ist bei den anderen Museen nicht so. Und wenn die Stadt Köln sparen möchte, dann kann sie das an vielen Punkten tun. Die Stadt braucht z.B. keine neun Stadtbezirke, 17.000 Verwaltungsangestellte erscheinen mir auch sehr viel, wozu braucht es ein "Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern", was kostet so ein überflüssiger Ehrenamtstag ("hauptsache die Höhner treten auf"), was kostet Karneval und über die zu hohen Mietausgaben beim technischen Rathaus wollen wir nicht mal reden.... Und das ist nur ein klitzekleiner Bruchteil dessen, was wirklich eingespart werden könnte, wenn man wirklich wollen würde. Wenn wir mal ehrlich sind, ist die Stadt Köln nicht erst seit gestern vollkommen Pleite. Es hat die Bürger aber kaum gestört ("hauptsache wir können Karneval feiern") und die DuMont-Gruppe noch weniger ("hauptsache unsere Lieblingsprojekte werden gefördert, egal was es kostet"). Aber aus der archäologischen Zone wird nun plötzlich ein Riesenproblem konstruiert.

    Ich finde die Station überwiegend gut gelungen. Das gilt sowohl für die Nord-Süd-, als auch für die Ost-West-Ebene. Kleine Abzüge gibt es für mich in den Eingangsbereichen. Hier finde ich tatsächlich die Verarbeitung des Sichtbetons nicht sonderlich gut: Man erkennt die Maserung der Holzverschalung und die Mischung ist etwas dunkel geworden. Aber insgesamt ist die Haltstelle: :daumen:


    Hier gibt es Bilder: http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?5,6683980

    Um ehrlich zu sein, finde ich das Museum immer besser. Die geplanten Materialien sind hochwertig, die optische Trennung von Erdgeschoss und oberen Stockwerken gefällt mir auch (Patchwork aus historischen Steinen, Gitter und Glasflächen) und die Dachform ist immer noch genial. Hier entsteht ein durchaus ansprechendes Gebäude, das wirklich einen Beitrag zur Stadtreparatur leistet. Anstelle eines großen, funktionslosen Nicht-Platzes entstehen zwei kleine, ansprechende, intime und gut proportionierte Stadtplätze mitten in der Altstadt: Ein wirklicher Rathausplatz und ein Platz zwischen den Museen.


    Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass der Alternativentwurf wirklich kostengünstig wird (volle Zustimmung zu emvau!). Außerdem bleibt diese Kriegsbrache erhalten, die durch diese komischen Glaskuben räumlich nicht gefasst wird und keine Beachtung finden wird. Das Rathaus wird in diesem Entwurf weiterhin merkwürdig unproportioniert wirken und die Chance auf Stadtreparatur ist für immer dahin...


    Die Ambitionen Peter Busmanns sind sehr offensichtlich. Er möchte seinen Entwurf (von 2008) unbedingt nachträglich durchdrücken. Der Gedanke macht mir allerdings Angst, da die Stadt schon häufiger von seinen Gebäuden "beglückt" wurde: http://www.bilderbuch-koeln.de/Fotos/1073

    Ich lege keinen Wert auf Erhalt des jetzigen "Platzes". Dieser Platz ist kein Platz, es ist eine Brachfläche. Das merkt man schon daran, dass die Rathauslaube in ihrer Architektur für einen solch großen Platz niemals konzipiert wurde. Nur eine Bebauung kann die städtebaulichen Dimensionen der Vorkriegszeit wiederherstellen.

    Da kann man nur sagen :daumen:


    Der ganze Block wird dadurch richtig aufgewertet. Der Bereich um den Kaiser-Wilhelm-Ring wird offensichtlich einer der attraktivsten Orte in der Kölner Innenstadt. Generell ist es zu begrüßen, dass seit langem ungenutzte Büroimmobilien in Wohngebäude umgebaut werden. Der Leerstand von Büroimmobilien in Köln ist ja doch enorm.

    Das Problem ist nicht das Bauhaus, sondern die Tatsache, dass es keine Auseinandersetzung mit Materialien und Farben gibt. Ich rede von penetranten Farben, weißen Plastikfenstern und Baumarktambiente... Das Bauhaus würde sich bei dieser Wahl von Materialien und Farben übergeben. Der Bau von großen Wohnkomplexen durch große Investoren, hat also mit dem Bauhaus NICHTS zu tun! Da wäre eher die Stadt gefordert, eine strengere Reglementierungen der Gestaltung per Satzung zu schaffen, wie das auch andere große Städte machen...

    Interessant ist die Desinformationskampange des KSTA. Diese Kampange setzt an mehreren Punkten an:


    • Es werden nur veraltete Visualisierungen und Ansichten gezeigt, in denen der Baukörper noch wesentlich größer war. Das erzeugt die Angst vor einem zu massiven Baukörper.
    • Immer wieder das Kostenargument...
    • Unterschlagung der eigentlichen Dimension des ganzen Projekts: Es wird immer nur der Hochbau erwähnt. Die unterirdischen Besichtigungsmöglichkeiten werden NIE genannt.
    • Es werden keine Aussagen zum inhaltlichen Konzept gemacht, dass sicherlich einzigartig in Deutschland und ganz Westeuropa ist.
    • Andere sehr teure Kulturprojekte, die den DuMont-Medien heilig sind, werden nicht kritisiert (Erweiterung Wallraf-Richartz-Museum, Erweiterung Stadtmuseum, unterirdische Kinderoper etc).
    • Positive Aspekte des Baukomplexes werden NIE prominent platziert.


    Insofern kann man Magenschmerzen vermeiden, wenn man nicht DuMont ließt.

    Das Stück ausgestellte Fassade passt ganz gut zu den aktuellen Visualisierungen: http://koelnarchitektur.de/php…pup.php?id=53022&size=640


    Sieht für mich nach einer endgültigen Version aus. Werde mir das ganze mal ansehen, wenn die Gerüste weg sind. Erst dann kann ich es beurteilen.


    Es ist aber interessant, dass mit der Fassade die unterschiedlichen Materialien der Umgebung aufgenommen und neu zusammengesetzt werden, wie ein Mosaik. Das Gebäude also als Spiegelbild seiner Umgebung. Insofern zunächst ein intelligenter Ansatz. Dazu werden außerdem nur hochwertige Materialien verwendet.
    Die Verschandelung des Gebäudes fing leider schon in der Planung an. Die Politik forderte mehr Abstand zum Wallraf-Richartz-Museum, eine deutliche verkleinerung des Baukörpers und auch sonstige Baukosteneinsparungen. Dementsprechend wirkt die Fassade wahrscheinlich nicht mehr so transparent, wie ursprünglich beabsichtigt. Wenigstens ist die städtebauliche Wirkung noch vorhanden.


    Die Eröffnung ist übrigens für 2019 geplant (http://koelnarchitektur.de/pages/de/home/aktuell/2863.htm). Wenn man sich vorstellt, dass das Projekt zur Regionale 2010 gehört, ist diese Planungszeit einfach unfassbar!

    Es fehlt eine klare Gestaltungssatzung für die zentralen Gebiete der Stadt Köln. In Städten wie München oder Berlin (und selbst in Gelsenkirchen Buer) hat man mit solchen Satzungen hervorragende Erfahrungen machen können. Beispiele für Vorgaben: Rasterung der Fassade, Gestalt des Dachs, Zulässige Materialien, Fensterform, Material der Fenster, Außenwerbung...


    Innerhalb von 20 Jahren könnte Köln mit einer solchen Satzung einen unfassbaren Sprung nach vorne machen. Es fehlen der politische Wille (Interessengruppen der Hauseigentümer und der Architekten), die Weitsicht (das ständige drehen um seine eigene Achse) und der Sinn für Ästhetik und Materialien...


    Natürlich gibt es auch positive Beispiele der letzten Jahre (um mal ein paar zu nennen):


    Das Dominium (mir etwas zu historisierend) http://bauwatch.koelnarchitekt…urfuehrer/97.dominium.htm


    Das Weltstadthaus http://bauwatch.koelnarchitekt…_pianos_weltstadthaus.htm


    Der Kölnkubus (war neulich seeeehr überrascht!) http://koelncubus.de/


    Das Bürogebäude an St. Kunibert: http://bauwatch.koelnarchitekt…baeude_an_st_kunibert.htm


    Das Ernst-Flatow-Haus (man kann auch kostengünstig UND attraktiv bauen) http://bauwatch.koelnarchitekt…109.ernst_flatow_haus.htm


    Die Sanierung des Wohngebäudes am Theodor-Heuss-Ring, Ecke Domstraße ist auch ein positives Beispiel...

    Ich sehe das genauso wie Salzufler. Eine Seilbahn ist eine vollkommene Verschwendung. Wenn die S-Bahn-Stammstrecke ausgebaut wird und die Takte dort verdichtet werden, besteht eine attraktive und sehr dichte Verbindung vom bisherigen Hauptbahnhof zum Bahnhof Messe/Deutz.


    Der Bahnhof Messe/Deutz muss dringend ausgebaut werden. Das war ja bereits vor 10 Jahren geplant: http://www.jswd-architekten.de…eterminalkoelnmessedeutz/ Leider sind diese Planungen vollkommen verschwunden. Damals gab es die Idee den Bahnhof Messe/Deutz zum neuen Fernverkehrsterminal auszubauen. Dazu sollte auch der Tiefbahnhof vier Bahnsteiggleise erhalten. Die Planung stand im Zusammenhang mit dem Bau der Hochhäuser in Deutz.

    So gut der Denkmalschutz bei Gebäuden der 1950'er, 1960'er und 1970'er funktioniert (und das bewerte ich wirklich positiv), so schlecht funktioniert er bei gründerzeitlichen Gebäuden. Das war in Köln schon immer so und wird auch scheinbar immer so bleiben. Während andere Städte versuchen möglichst viele Gebäude des Historismus zu erhalten (klar, manche dieser Städte verfallen auch in einen etwas fragwürdigen Historismuswahn), hat man in Köln das Gefühl als würde diese Epoche der Architektur im Stadtbild regelrecht stören (vermutlich stört es in diesem Fall die Banalität der Domplatte).