Beiträge von sweet_meat

    Wow. Danke für diese super strukturierte und verständliche Erklärung. Jetzt ist sogar bei mir der Groschen gefallen.

    Nur jetzt frage ich (als absoluter Looser-Laie, sorry falls die Frage blöd ist) mich: Wie verbindet man denn dann die Decken mit den bereits fertigen Stützen, die werden ja sicher nicht nur durch die Tallierung an Ort und Stelle gehalten, oder?

    Es ging glaube ich auch eher darum, dass das Kürzel „EU“ für „Europäische Union“ steht und nicht für den Europäischen Kontinent oder eben Europa im Allgemeinen. Die von mir verlinkte Liste heißt daher auch „Liste der Hochhäuser in Europa;)

    Wollte auch niemanden über geografische Gegebenheiten zu belehren, sondern eher das Missverständniss zwischen Euch Beiden ausräumen. Sorry, wenn das falsch rüber kam.

    Ich kann mit den Rekorden tatsächlich gar nicht so viel anfangen und bin spätenstens seit Dubai die Skala des Vernünftigen gesprengt hat, eher raus.
    Aber ich fürchte Ihr redet gerade aneinander vorbei. Russland liegt zwar zum Teil (u. a. Moskau) auf dem europäischen Kontinent ist aber ja nicht Mitglied der EU.

    Höchstes Hochhaus des Europäischen Kontinents ist also natürlich nicht drinne, aber höchste Hochhaus der Europäischen Union ist kein Problem. Dafür brauchen wir noch nicht mal bauen, das haben wir demnächst ohnehin schon. Wenn Großbritannien am Ende des Jahres die EU verlässt und „The Shard“ in London (mit seinen 306 Metern strukturelle Höhe) aus der Liste fällt, steht der gute alte „Commerzbank Tower“ (mit seinen 259 Metern struktureller Höhe) wieder auf Platz 1 der Europäischen Union.

    Dazu hier auch ein Link zur „Liste der Hochhäuser in Europa“ auf Wikipedia.

    Selbst wenn es am Ende nur noch schäbige Plätze geben würde, würden die Kids doch trotzdem nachts irgendwo auf der Gass abhängen. Zumindest solange der Corona-Notstand weiter besteht, die meißten Clubs und Parties dicht sind, wird sich da sicher nicht viel dran ändern.

    Hier müßte man eher ein wenig über Dinge wie Etikette im öffetnlichen Raum, Rücksicht auf Mitmenschen, soziales Verhalten reden. Da liegt derzeit so einiges im Argen und halbstarke Rühestörer sind dabei nur ein Problem von vielen.

    Das ist aber sicher kein Problem das man über abweisende, unwirtliche Plätze mit geringer Verweildauer lösen wird.

    Salopp gesagt: Ich zeihe doch auch nicht auf 'ne Müllhalde, nur damit meine nervigen Bekannten nicht mehr zu Besuch kommen!?

    Ich glaube nicht dass es schlau wäre, nur deshalb keine Plätze mehr mit Aufenthaltsqualität zu schaffen!?
    „Lasst die Nachbarschaft möglichst unattraktiv vor sich hin gammeln, blos keine Verbesserung! Nicht dass es zu schön wird und vielleicht noch jemand auf die Idee kommt sich irgendwo zu treffen und dabei am Ende Lärm entsteht!?“

    Versteh mich nicht falsch, ich bin sicher auch kein Freund von den Auswüchsen, die das zeitweise bei Opern- oder Friedbergerplatz angenommen hat. Da muss man auf jeden Fall schauen, wie man das wieder auf ein vernünftiges Maß zurückfahren kann. Deshalb aber eine unwirtliche Umgebung zu planen wäre sicher nicht gerade zielführend bei der Lösung dieses Problems. Damit würdest Du zudem ja dann alle Anderen bestrafen, die dort jeden Tag leben müssen.

    Ich weiß gar nicht ob man diesen himmelschreinden Blödsinn ernsthaft diskutieren sollte. Dieser Entwurf wird so NIEMALS auch nur im Ansatz in Betracht gezogen werden. Die Paulskirche würde nahezu komplett verdeckt und umschlossen – das Ganze wirkt beinahe wie ein Sarkophag für das Demokratie- und Baudenkmal.

    Der komplette Beitrag kann ja eigentlich nur Satire sein. Spätestens bei dem Satz „...Eine endgültige Architektur hat Hölzinger nicht entworfen, es geht ihm um die stadträumliche Wirkung des Ensembles...“ ist eigentlich offensichtlich, dass der Beitrag nicht ernst gemeint sein kann. Welche stadträumliche Wirkung sollte denn bitte hiermit (Klick zur Abb. des „Modells”) erziehlt werden. Enge, Platzangst, Orientierungslosigkeit?

    Mal abgesehen davon, dass fast der komplette Bau von außen nicht mehr sichtbar oder in seiner Gänze erfassbar wäre, stehen sich ca. 30 Meter hohe Mauern mit nur wenigen Metern Abstand gegenüber. Das verrückte Labyrinth lässt grüßen – absoluter Nonsense.

    Wow. Danke für den Fund.

    Ich war ja zu Beginn kein Fan der Silhouette des Gebäudes und der sehr unruhig wirkenden Fasade. Aber das Gebäude hat mich sehr positiv überrascht. Die Fasade ist, gerade gerade auch im Spiel mit den untschiedlichen Lichtverhältnissen, ein echter Hingucker geworden. Der Kontrast von den weißen Rahmenelementen zu den dunkleren Metall- und Glaselementen ist sehr spannend und abwechslungsreich – ohne unruhig oder zu dominant wirken.

    Ich glaube die Zusammenhänge zu pauschalisieren oder zu generalisieren, ist immer schlecht und tut Keinem gut.

    Natürlich sind die Leute die sich seit Beginn der Corona-Krise auf dem Opernplatz aufhalten, keine Randalierer. Allerdings muss auch hier die Frage gestattet sein, warum es am Opernplatz am Morgen danach aussieht wie auf einer Mülldeponie – normal ist das sicher nicht, sollte es zumindest nicht sein! Und ich kann auch durchaus die Kritik verstehen, dass es mitten in einer Pandemie vielleicht nicht unbedingt der richtige Zeitpunkt ist, mit ein paar hundert Personen dicht gedrängt auf einem Platz zu stehen und 'ne Party zu machen.

    Die Krawalle jetzt zum Anlass zu nehmen um rechte Tendenzen oder Rechtsextremisten bei der Polizei zu verharmlosen, ist genauso wenig zielführend wie die komplette Polizei unter Generalverdacht zu stellen. Der Großteil unserer Polizisten macht sicher ein sehr guten Job und hat gerade wegen der nicht zu leugnenden einschlägigen Vorfälle (NSU 2.0 Drohmails) leider zu unrecht ein hartes Standing. Jetzt allerdings so zu tun als wären diese Dinge nicht passiert, oder sie klein zu reden ist sicher auch keine Lösung.

    Ähnlich verhält es ziemlich sicher auch mit Einwanderern und Asylanten. Der Großteil von denen möchte mit Sicherheit einfach nur ein vernünftiges Leben führen, versucht sich irgendwie zu integrieren und hofft irgendwann, irgendwo angekommen und zuhause sein. Natürlich gibt es aber auch hier Probleme, die man nicht klein reden oder verharmlosen sollte. Auch hier gibt es schwarze Schafe, die mit dem System nicht klar kommen, sich nicht integrieren wollen oder können.


    Ich glaube es ist sicher ein wenig zu kurz gegriffen, jetzt einfach eine der beiden Gruppen pauschal als gut oder böse darzustellen. Oder diesen Vorfall zu gar nutzen die Einen gernerell auf- und die anderen abzuwerten. Ob das was sich dort entladen hat, nun allerdings einem Hass auf die Polizei selbst entsprungen ist oder ob es sich um eine Entladung genereller Wut auf den Staat und das System handelte (als dessen Stellvertreter die Polizei oft wahrgenommen wird), vermag ich zudem nur schwer zu beurteilen.

    Letztes zumindest ist sicher kein neues Phänomen und wird von beiden politischen Lagern stets genährt und gefüttert, so absurd das am Ende auch sein mag!? Denn der Staat ist nicht Angela Merkel oder irgendein politisches Gremium, die verwalten das Ganze nur – der Staat sind wir ja selbst, jeder einzelne von uns. Wir zahlen über das Umlagen- und Steuersystem für die Beseitigung von Beschädigungen im öffentlichen Raum, wir zahlen für benötigte Polizeipräsenz oder wenn jemand zum Beispiel mal wieder stolz ist das Finanzamt glinked zu haben – die fehlenden Summe muss der Rest dann eben aufbringen und das schließt natürlich auch Freunde, Familie, Angehörige und im Zweifel auch den Verursacher selbst mit ein. Solche Aktionen sind also nicht nur extrem asozial sondern auch ziemlich dumm und sollten meines Erachtens ganz egal woher die Täter kommen, entsprechend geahnded und bestraft werden.

    Krass, wie nah die Skyline jetzt auf dieser Seite an das Skyline-Plaza heran gewachsen ist.

    Wenn man sich jetzt noch das Icoon hinter dem frisch revitalisierten Virage dazu denkt und berücksichtigt, das evtl. mit dem „BahnTower“ anstelle des Parkhauses auf dem ehemaligen Campanilie Grundstücks noch ein weiteres Hochhaus in der gleichen Blickrichtung ansteht, kann man sich schon gut vorstellen wie grandios der Ausblick von der Dachterasse des Plaza wird. Wenn man dann noch mit einbezieht, dass zur Linken noch etwas auf dem Baufeld für den Millenium-Tower sowie am Polizeipräsidium dazu kommt... :love:

    ....(ähnlich wie im Bundesrat, wo die Grünen mit Ausnahme von BaWü's Winfried Kretschmann erfolgreich verhinderten, dass Algerien, Marokko und Tunesien als sichere Herkunftsländer eingestuft werden). Es ist bedauerlich, dass die Frankfurter Grünen gerade an dieser Stelle mit mangelndem Pragmatismus und nicht vorhandener Kompromissbereitschaft...

    Ähhh... verstehe ich das jetzt gerde richtig!? Du implizierst, dass wenn die Grünen sich breitschalgen lassen würden – Algerien, Marokko und Tunesien als sichere Herkunftsländer eingestuft werden würden – das Drogenproblem im Bahnhofsviertel eingedämmt würde?

    ...Da haben wir das Problem - nicht nur in Ffm.So lange der Wähler nicht erkennt, daß die Grünen nicht nur als Einzige die (Um)Welt retten, sondern vorrangig eine linksextreme, gegen das Bürgertum gerichtete Partei ist, wird sich an solchen Zuständen nichts ändern - im Gegenteil...

    Linksextreme Partei gegen das Bürgertum? Ist das Euer Ernst?
    Soweit ich mich erinnere, hat die damalige (fast schon revolutinäre) Koalition aus Schwarz/Grün unter Petra Roth, die Stadt ordentlich voran gebracht.

    Yep, sehe ich genauso.

    MA ist ja wie bereits erwähnt quasi noch so gut neu, Primark wird auf seinen Flagship-Store in der Mitte der Zeit nicht verzichten wollen und die Schäfergasse 17 gehört ganz zufällig dem netten Herren, der damals die Weiterentwicklung des MAs zum Wohn- und Geschäftshaus torpediert hat. Das wird wohl eher nichts mit einer Neuentwicklung des kompletten Blocks. Muss es aber auch gar nicht, denn die Masse die wohl zur Disposition steht sollte vollkommen ausreichen um den Block mit allen umgebenden Bereichen gehörig umzukrempeln.

    Ich musste das Ganze jetzt erst mal ein wenig sacken lassen und muss aber leider sagen, dass sich da seit meinem ersten Eindruck nicht so viel an meiner Einschätzung verändert hat.

    Was Postive vorweg - nicht der schlimmste Entwurf hat gewonnen, das ist für mein Empfinden definitv der Entwurf von David Chipperfield. Ich weiß nicht was mich da ratloser zurücklässt, die fragwürdigen und unpassenden Proportionen, der Mangel an Gestaltungswillen oder die Luftnummer an Werbegeschwafel (vermeintlich aus einen Abreisskalender für Worthülsen) die auf dem Rendering steht.

    Ähnlich brachial und unproportioniert erschien mir auf den ersten Blick auch der Entwurf von Ingenhoven Architects. Allerdings finde ich auf den zweiten Blick den Gedanken mit den Gärten im Innenhof und auf den Terassen recht charmant. Wenn man die Inneren Werte da auch ein wenig mehr nach aussen gekehrt hätte, die strenge, horizontale Linienführung durch geschossübergreifende Öffnungen mit etwas Grün hier und da ein wenig unterbrochen worden wäre, würde das Gebäude wahrscheinlich bereits viel einladender wirken.

    Auch beim Siegerentwurf von Meixner Schlüter Wendt hätte meines Erachtens ggf. ein Aufbrechen der Gradlinigkeit der Fassade ganz gut getan – zumindest im oberen Bereich des Hochbaus. Hier wirkt die Fassade schon ein wenig sehr uniform. Im hinteren Bereich der Flachbaus wurden diese Unterbrechungen ja auch vorgenommen, schade dass es auschließlich dort passiert ist.

    Die Tatsache dass der Siegerentwurf, sowie die Entwürfe von KCAP und HPP Architekten ein wenig wirken, als wären sie verschiedene Variationen des gleichen Gebäudes, spricht für mich irgendwie Bände und macht sie für mich leider recht austauschbar. Wobei HPP Architekten das für mich hier noch am Besten gelöst haben, klare Kanten nach außen, trotzdem geklustert und strukturiert, mit einem schönen Konzept für das Innenleben des recht offen Blocks.

    störmer, murphy and partners und KBNK ARCHITEKTEN haben zumindest außerhalb der „von der Stange“ Kathegorien gedacht und Mut bewiesen. Ob zuviel vermag ich aufgrund der zwei Abbildungen noch nicht so recht einzuschätzen, aber immerhin haben sie mein Interesse auf mehr geweckt. Die würde ich mir gerne nochmal im Detail anschauen.

    Mein Favorit wäre somit wahrscheinlich der Entwurf von C.F. Møller. Das Gebäude wirkt durch seine geschwungenen, organischen Formen und die angenehme Farbgebung sehr warm und einladend. Das Staffelgeschoss, sowie die Unterbrechungen im Rhytmus der Fassade tun dem Entwurf sehr gut, schaffen Harmonie und Kortraste zugleich. Auch die Idee mit der Durchwegung des Blocks finde ich gut, hier wäre allerdings vielleicht eine weitere Öffnung noch hinten ganz nett.

    Nun ja „ein/zwei kleine Wohntürme“ sollte jetzt natürlich auch nicht unbedingt Ausmaße wie bei FOUR Frankfurt implizieren. Ich hätte der Stelle auch nix mega-hohes gesehen, aber könnte mir eben vorstellen, das man auf diese Weise ganz gut ein paar Wohnungen mehr auf dem Gelände unter bekommt und damit der Ecke ein wenig mehr Leben einhaucht.

    Zur Rettung einer historischen Stadtsilhouette kommen wir in dieser Blickrichtung (mit Klick zur 3D-Ansicht auf Google Maps), wahrscheinlich ohnehin ein wenig zu spät. In nördlicher bis nordöstlicher Richtung gibt es bereits diverse Hochpunkte im Stadtbild, von allem westlich davon natürlich ganz zu schweigen. Wenn man gerne einen möglichst hochhausfreien Blick auf den Dom mag, geht das am ehesten schon jetzt nur in südlicher Richtung – zur anderen Flussseite hin.

    Der komplette Block wird aber ohnehin warscheinlich eher nicht fallen. Das MA-Neustadt (die ehemalige Diamantenbörse) wurde erst vor einigen Jahren mit nicht unerheblichem Aufwand wieder fit gemacht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Gebäude jetzt schon wieder zur aufgegeben wird. Auch das MA hätte man damals meines Erachtens übrigens schon als Wohnkonzept mit Gewerbe in EG/1OG umsetzen sollen. Es wurde am Anfang ja auch so geplant und vermarketet, scheiterte dann aber wohl einem der direkten Nachbarn, da dieser den Wertverlust seiner wunderschönen Geschäftsimobilie in der Schäfergasse fürchtete. Der Block besteht ja (leider) nicht nur Karstadt und dem dazugehörigen Parkhaus – könnte eine spannende Angelegenheit werden.

    Aber das habe ich doch gerade geschrieben, oder?

    Ich habe doch auch nie behauptet das explizit Signa alleine Schuld am Unteragng des Unternehmens ist, ganz im Gegenteil. Das schreibe ich ja, die Weichen für den Niedergang wurden viel früher unter allen vorherigen Besitzern gestellt.

    Es war zudem glaube ich auch ohnehin allen klar, dass sich kein wirtschaftlich handelndes Unternhemen in der heutigen Zeit zwei große Kaufhäuser mit identschen Sortiment und gleicher Zielgruppe, nur ein paar hundert Meter von einander entfernt, in der teursten Gegend der Stadt auf lange Sicht leisten würde. Spätestens seit dem großen Zusammenschluss, tickte die Uhr für das Zeil-Zebra.

    Ich glaube grundsätzlich liegen wir da gar nicht so weit auseinander. Um aber mal die sich ein wenig im Kreis drehende Konversation ein wenig zu verkürzen: Eigentlich ist es mir auch ziemlich egal, wer wann was wo im Detail verbockt hat. Fest seht Karstadt hat es leider verbockt – big time und mehrfach und das ist jetzt tragischer Weise wohl die Quittung.

    Was mich wesentlich mehr interessiert, sind die Chancen und Möglichkeiten die sich daraus ergeben. Für die Zeil selbst, aber auch für die Seitenstraßen und die komplette Innenstadt. Jedes Ende birgt schließlich auch einen Neubegin inn sich und dieser hier, könnte Gutes verheißen.

    Wenn ich mir also was wünschen dürfte, würde der ganze Block verschwinden und was neuem, besserem Platz machen. Eine Mischung aus Gewerbe und Wohnen fände ich gut – gerne etwas kleinteiligere Bebauung als Blockrand mit unterschiedlichen Restaurants und Stores und ein/zwei kleine Wohntürme. Mehr Durchwegungen des Areals, vielleicht ein wenig Grün im Blockinneren, gerne auch auf einer öffentlichen RoofTopBar oder Terasse.

    Über einen Mangel an Hotels können wir uns in Frankfurt mit Sicherheit nicht beschweren, aber wenn's unbedingt sein muss und es sich immernoch rechnet von mir aus auch gerne das. Vorallem aber auch endlich mal eine vernünftige Einbeziehung und Aufwertung der Seitenarme der Zeil.

    Schaun wir mal was kommt. Es kann immerhin ja nur besser werden als es gerade ist.

    Hab ich ja auch nicht getan. Ich wollte damit lediglich ausdrücken, dass der Konzern bereits eine Reihe fragwürdiger Entscheidungen getroffen hat oder von mir aus auch (abhängig vom jeweiligen aktuellen Besitzer) bereits ein Reihe von fragwürdigen Entscheidungen für den Konzern getroffen wurden.

    Karstadt steuert nicht erst seit gestern auf diesen Eisberg zu und viele dieser Entscheidungen haben nicht gerade dazu geführt das Ruder rum zu reißen, ganz im Gegenteil sie haben dazu geführt das Ganze noch ordentlich Fahrt aufnimmt.

    Es liegt vielleicht aber auch ein bisschen daran, dass man dachte die Revitalisierung eines Dinosauriers, wäre mit etwas Sprühfarbe and der Hauswand und einer hippen Retail-Verkaufsfläche in irgend einer Ecke zu erreichen. Hier wurden so einige Entwicklungen schlichtweg verschlafen und im Zuge von kurzfristiger Gewinnmaximierung leider einige sehr fragwürdige Entscheidungen getroffen.

    Zum Beispiel die Tatsache das ein Großteil fast nur noch aus untervermieten Retail-Flächen und Sub-Contractern besteht, ohne das es eine klare Struktur, Aufteilung oder Kundenführung gibt. Verkäuferin von Retail-Insel A, kann Dir oft nichts über Inhalte oder Angebote auf Retail-Insel B sagen, fühlt sich nicht zuständig – dann kannst Du Dir der Multibrand-Mehrwert eines Kaufhauses auch in die Haare schmieren. Das sich diese Untervermietung an andere Brands kurzfristig erst mal lohnt mag ja sein, aber der Kundenzufriedenheit sind sie mittelfristig leider ziemlich abträglich.

    Auf die Image-Verjüngung von außen muss ich ja gar nicht erst eingehen. So viel sei nur gesagt, gefühlte drei Sprühdosen mehr um die komplette Fassade anzumalen wäre viellicht ein erstebenswertes Minimum an Einsatz gewesen.

    Und die Sache mit der Miete ist meines Erachtens leider auch hausgemacht. So weit ich weiß gehörte Karstadt das Gebäude einst tastsächlich selbst, man zog es aber vor (für einen einmaligen Geldregen und den Mietabschriebungen im Anschluss) den Bau zu verkaufen und dann rückzumieten. Natürlich hat es ein Geschmäckle, wenn jetzt der eigene Mutterkonzern jetzt keine Mietnachlässe gewähren mag, das wäre bei einem externen Vermieter wahrscheinlich auch gar nicht so viel nicht anders.

    Der Angang vor'm Subway ist allerdings kein Abgang zur U-Bahn mehr, sondern der Eingang zu einer Notunterkunft für Obdachlose. Der Seitenarm der B-Ebene wurde zu diesem Zweck dicht gemacht und umgenutzt. Diese Lösung war ursprünglich mal nur für die Wintermonate gedacht, wurde aber (wenn ich es recht verstanden habe) im Zuge der Korona-Krise auf unbestimmte Zeit verlängert.

    Das soll jetzt natürlich nicht entschuldigen, dass sich auf offener Straße gespritzt wird, erklärt aber vielleicht ein wenig die plötzliche Ballung von Obdachlosen in der Gegend rund um den Eschenheimer Turm.

    Nenne mir doch mal positive, längerfristig funktionierende Beispiele von solchen Bauten in Deutschland.



    Da wäre zum Beispiel der um den Jahrtausendwechsel errichtete Skylight-Tower (mit Klick zum Wikipedia-Artikel) an der Bleichstraße. Der Turm ist mit seinen 66 Metern eines der ersten reinen Wohnhochhäuser Frankfurts, die auf der Basis eines modernen Hochhaus-Konzeptes (wenn man das so nennen kann) entwickelt und gebaut wurden. Er wurde vor knapp 20 Jahren errichtet und ist bisher mit ziemlicher Sicherheit nicht als sozialer Brennpunkt aufgefallen.

    Super tolle Bilder, schönes Video. Der Sonnenuntergang im Canyon der neuen Mainzer ist mega, hatte ich so noch nicht gesehen.

    Keine Anmerkung – falls DANIEL WALTHER @DAWAL97 mitliest: Die Wirkung der Bilder wäre sicher noch um ein vielfaches stärker, wenn man nicht permanent durch dieses gigantische Copyright in irgendeiner Ecke abgelenkt wäre. Ich glaube eine etwas dezentere Einbindung oder (wenn man auf Größe nicht verzichten mag) weniger Zeilendurchschuss und Semitansparenz, könnten das Ganze noch ordentlich aufwerten.

    Der ein wenig schmuddelige Anfang der Zeil hat meiner Ansicht nach sogar sehr großes Potential.

    Die vor sich hin gammelnde alte Stadtbücherei wäre Perfekt als Standort für einen kleinen Wohnturm mit Gewerbe unten im Blockrand zur Zeil hin. Ggf. könnte man sogar mit Neuentwicklungen auf den Grundstücken des Ex-Untersuchungsgefängnisses, sowie der ungenutzen Behelfspolizeiwache im Klapperfeld, ein nettes kleines Ensemble aus Wohntürmen entwicklen. Ich fürchte unterm Parkhaus am Gericht ist wahrscheinlich ein U-Bahn-Tunnel, sonst könnte das auch gerne unter die Erde und oben dann eine Wohnbebauung drauf.