Beiträge von ZET-101

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    Es geht zwar etwas am Thema vorbei, aber was spricht eigentlich Weltbewegendes dagegen, einen Parkplatz in Duisdorf "Auf der Urdel" zu nennen? :D

    Dekoratives Anführungszeichen


    [Hümmrich:] "Die Stadt wird gut repräsentiert, aber nicht geführt", sagt er. Und findet: "Man hat manchmal den Eindruck, man sei bei Hofe."


    Da muß die Uni wohl aufpassen, daß ihr die alte Residenz nicht abspenstig gemacht wird. Sonst feiert Kurköln in Bonna bald sein großes Revival. :D

    Zu #74:

    Ich bin auch fast vom Stuhl gefallen, als ich den Hinweis auf Wikipedia gelesen habe. Letztendlich ist er bei aller Angreifbarkeit für die Argumentationsführung ohne Bedeutung, denn es war nicht Aufgabe der Bezirksregierung, die Denkmalwürdigkeit des Metropols neu zu begründen. Das ist bereits vor Jahren abschließend in Münster geschehen.

    Von größerer Bedeutung ist da schon die Feststellung, die Eigentümer hätten erst gar keinen Versuch unternommen, eine wirtschaftliche Kulturnutzung zu finden und, noch entlarvender, auch nichts getan, um eine fehlende Wirtschaftlichkeit bei den zuständigen Stellen überhaupt nachzuweisen.

    formschön,

    Dekoratives Anführungszeichen

    Irgendwie scheint in Bonn jedoch stets ein Investor an die Stadt heranzutreten, diese stellt fest, dass kein Planungsrecht besteht, reagiert hektisch, und die Bürgerinitiativen beginnen (ihr gutgemeintes, manchmal jedoch allzu destruktives) Werk. Ergebnis bekannt.

    besser kann man es nicht zusammenfassen. Gerade weil die Prognosen für Bonn so günstig sind, schmerzt es sehr, die Stadt von solch einer überforderten Verwaltung geführt zu sehen. Wenn sich hier im Bewußtsein nichts ändert, wird Bonn, so pathetisch es klingen mag, zu einer Stadt der verpaßten Chancen.

    rec,
    indem die Stadtverwaltung und die Fraktionen von CDU und SPD eine kulturelle Nutzung kategorisch als unwirtschaftlich einstufen, ergreifen sie schon lange Partei - ganz unabhängig von dem neuen, zusätzlichen Kaufangebot durch Brunotte. Asbeck, der bereits Kinos in Bonn führt und dessen Pläne nicht zuletzt deshalb kaum als unseriös zurückgewiesen werden können, stand ja bereits früher als Interessent fest. Und selbst im Falle von Roncalli hat die Stadt nicht einmal halbherzig nachgehakt, als die Verhandlungen scheiterten, noch bevor sie richtig begonnen hatten. Durch Unterlassen hat die Stadtführung bereits mehr versagt, als sie vor der Öffentlichkeit verantworten kann. Es wird kein Zufall sein, daß die Oberbürgermeisterin gerade nach den letzten Entwicklungen Wert darauf legt, niemals behauptet zu haben, eine Bühne im Metropol sei unwirtschaftlich:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Sie [OB Bärbel Dieckmann] widersprach zudem der FDP, die zuvor erklärt hatte, die OB habe den Eindruck vermittelt, es gebe für das Metropol keine wirtschaftlich tragbare Nutzungsmöglichkeit als Kulturstätte. Die OB: "Richtig ist vielmehr, dass es keinen Investor gibt, der dazu ein tragfähiges Konzept vorgelegt hätte."

    http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=ne…detailid=348586
    Eher verlegen als überzeugend wirkt dieser Rechtfertigungsversuch eines Stadtoberhauptes, das mit spitzfindigen Begründungen für die eigene Untätigkeit stärker beschäftigt ist als mit einer Vermittlung im "Fall Metropol".

    Übrigens ist in diesem Zusammenhang genauso interessant, ob die Lokalpresse "ihre" Meinung wieder einmal an die neue Situation anpassen wird. Mit Blick auf den unvermittelten Stimmungsumschwung in diesen beiden Kommentaren scheint nichts unmöglich:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Das Argument "nicht wirtschaftlich" fällt jetzt weg, wenn es um die Zukunft des Metropols geht.

    http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=ne…detailid=326659 (26.06.07)

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    Natürlich wäre eine weitere Nutzung als Kino oder gar als Theater wünschenswert gewesen. Doch niemand - einschließlich Filmstiftung NRW - konnte seriös nachweisen, dass ein derartiges Konzept wirtschaftlich umsetzbar ist.

    http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=ne…detailid=334842 (19.07.07)

    rec,

    weißt Du etwas über die Bauzeit des abgerissenen Altbaus? Obwohl er im Schnittpunkt von Friedrichstraße und Wenzelgasse stand, war es kein Eckgebäude. Er muß folglich vor einer Verbreiterung der Friedrichstraße oder - wahrscheinlicher - bereits vor dem Durchbruch der östlichen Friedrichstraße erfolgt sein. Ich weiß aber nicht genau, wann das war. Auf jeden Fall nach 1865, wie aus einem mir vorliegenden Plan hervorgeht... Ich schätze sein Alter auf das der Häuser in der Thomas-Mann-Straße; die großzügigen Altbauten an der (neuen) Friedrichstraße sind auf jeden Fall deutlich jünger.

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    Zustimmung, auch was das "U-Bahn-Feeling" betrifft. ;)
    Es ist wirklich bedenklich, daß solide Fahrzeuge durch eine Sparversion ersetzt werden, nur weil sie neu ist (und die KVB sie auch kaufen). Dabei sind dreißig Jahre kein ausnehmend hohes Alter für Schienenfahrzeuge. Das einzige Argument für neue Züge, nämlich die Umstellung auf Niederflurigkeit, fällt im Stadtbahnbereich ohnehin weg.

    Zum Wertgutachten:
    Das Wertgutachten scheint mir realistisch zu sein. Denn wer zahlte mehr für eine Immobilie, in der nicht einmal die Stühle verrücken darf? :D

    Zum Gutachten über die Wirtschaftlichkeit eines Kulturbetriebes:
    Nachdem die Lokalpresse die städtische Schelte für dieses Gutachten unreflektiert übernommen hatte, hat sich der Gutachter selbst mit einem Leserbrief im Generalanzeiger zu Wort gemeldet.
    http://www.rettet-das-metropol.de/CMS/images/sto…c_gutachten.jpg

    Der Vorschlag, die geplante Rheinuferbebauung als städtebaulichen Abschluß eines neuen Weges zum Rhein zu gestalten, ist wirklich nicht schlecht und auch sehr naheliegend. Doch auch an der Giergasse müßte sich dann einiges zum Besseren ändern. Der Abriß des Viktoriabades schafft hier eine einmalige Gelegenheit. Klar, daß sie ungenutzt bleiben wird. Letztendlich ist die Option einer neuen Verbindung zum Rheinufer auch keine besondere Eigenschaft des dritten Platzes.

    Die Stadtwerke Bonn möchten ihre B-Wagen aus wirtschaftlichen Gründen modernisieren und weitere zwanzig Jahre lang einsetzen. Außerdem hätten sich die K5000 als Fehlkauf erwiesen. :o

    Die Dortmunder können diese späte Einsicht mit Gleichmut sehen, denn sie brauchen keine weiteren B-Wagen mehr.
    Eine Bemerkung wert sind noch die gleichbleibenden Begründungen für verschiedenen Entscheidungen. Vor kurzer Zeit wurden Neufahrzeuge aus wirtschaftlichen Gründen beschafft - denn sie seien wartungsärmer, Ersatzteile leichter zu beschaffen, blablabla...-, jetzt bleibt das alte Rollmaterial aus wirtschaftlichen Gründen im Dienst. Was ist nun gelogen?

    Enzo Molinari,

    ZET-101, mit dem Hinweis auf das aktuell eingerichtete, unsägliche Geschäft wollte ich vor allem verdeutlichen, dass man den Eigentümer gerade nicht durch die Hintertür zum Betrieb eines Kinos bzw. zum Verkauf zwingen kann.
    Ich glaube, Du überbewertest dieses Geschäft. Es ist eine Übergangslösung, die nach Beendigung der Hängepartie um das Metropol - ganz gleich, wie sie ausgeht - keinen Bestand haben wird. Sollte es tatsächlich zu einem Urteil in dem schwebenden Gerichtsverfahren kommen, und solte dies zuungusten der Eigentümer ausfallen, dann kommen die Eigentümer sehr wohl in Zugzwang. Denn es ist nicht Teil ihrer Kalkulation, ad Kalendas Graecas auf einem Bruchteil der Gesamtfläche einen Ramschladen betreiben zu lassen.

    Mir sind aber durchaus Ladengeschäfte (auch mehretagige) bekannt, die nicht über Rolltreppen verfügen. Man könnte dem Eigentümer daher schon abverlangen, dass er die vorhandenen Treppen nutzt und nur solche hinzufügt die z.B. aus Gründen des Brandschutzes notwendig sind.
    Gewiß. Meist beherbergen solche Ladengeschäfte jedoch keine Filialisten. Ich denke, es hat schon seinen Grund, daß bei diesen Bedingungen von den Interessenten letztendlich Thalia übriggeblieben ist. Und selbst Thalia wird bei einer denkmalgerechten Überarbeitung der Umbaupläne das Interesse verlieren.

    Zur Bonner Einzelhandels- und Wirtschaftspolitik wurde hier schon viel geschrieben. Letztendlich läuft auf diesem Bereich fast alles schief. Dieses Unvermögen der Stadtverwaltung nun gegen das Metropol auszuspielen, ist jedoch unredlich. Um zu kaschieren, daß die Bonner Wirtschaftsförderung, falls es so etwas überhaupt gibt, als Ganzes überall versagt hat, hängt man nun alles an diesem einen Fall des Metropols auf und setzt sogar die Untere Denkmalbehörde unter Druck.
    Jede "Bemühung" der Bonner Verwaltung um Einzelhandel im Metropol wird durch zig Verhinderungsmaßnahmen Gewerbetreibenden gegenüber zur gleichen Zeit konterkariert. Das Metropol-Interieur für eine unfähige Stadtführung zu opfern, ist letztendlich keine Zukunftsperspektive für neue Einzelhandelsflächen. Dafür hat Bonn nicht genug leerstehende Kinos.


    Bonn fehlt z.T. etwas kapitalistische Chuzpe.
    Wahrscheinlich deshalb mißlingt der Verwaltung auch gerade der Versuch, am Metropol krampfhaft das Gegenteil zu beweisen.

    Ich sehe es wie ponzi. Der Entwurf wirkt nicht gerade sehr inspiriert, um es so zu formulieren. Das Problem wird sein, daß die Mittel für die Regionale zweckgebunden verpulvert werden müssen. Auf den Abriß der Südüberbauung sparen kann man damit leider nicht.

    Der Vorschlag, beide Verteilerkreise mit städteverbindenen Skulpturen zu schmücken, ist dagegen nicht schlecht. Wie so oft fehlt die nötige Kreativität bei der Umsetzung einer guten Idee.

    Enzo Molinari,

    [...] Warum sich der Investor aber als "Immobilienspekulant" beschimpfen lassen muss, leuchtet mir nicht ein - er ist halt Geschäftsmann. Er kauft das Haus, weil er glaubt, dass es sich gut vermarkten lässt - und?
    Gewöhnliche Geschäftsleute geben für Immoblien, deren Verkehrswert mit 1,8 Millionen Euro angesetzt wird, nicht über 3 Millionen aus. Der extrem niedrige Wert und seine Ursache, nämlich der weitreichende Denkmalschutz, werden auch den Käufern aufgefallen sein. Wenn sie dennoch so hoch einsteigen, dann spekulieren sie auf etwas, im vorliegenden Fall u. U. auf die Stadtverwaltung. Insofern ist die Bezeichnung "Immobilienspekulant" sachlich zutreffend und keine Beleidigung.

    ZET-101: Oh, da habe ich Dich tatsächlich falsch verstanden. Was die Wirkung ins Faktische betrifft habe ich aber meinen oben genannten Einwand.
    Wenn nun Deine Einschätzung, daß der Denkmalschutz zu weit ausgelegt wird, stimmt
    - und das möchte ich nicht einfach gänzlich ausschließen -, frage ich mich, warum die Forderung der Vewaltung, die Sitzreihen im Metropol wieder einzubauen, richterlich bestätigt wurde. So klar scheint es also nicht zu sein mit dem Denkmalschutz. Vor diesem Hintergrund wird es noch unverständlicher, daß die Eigentümer so viel in ein Projekt mit ungewissem Ausgang investiert haben. Zumindest, wenn es sich um "gewöhnliche Geschäftsleute" handelt, die ihre Kalkulation nicht auf Hinterzimmerabkommen gründen.

    Mit dem Begriff der Rechtsbeugung musst Du sehr vorsichtig sein - es ist ein Verbrechen, § 339 StGB. Daher auch mein Aufruf zur sachlichen Kühle.
    Ich bin mir der Tragweite dieses Begriffes bewußt.
    Der Kurs der Denkmalschutzbehörde - die innerhalb der Verwaltung auf dem maßgeblichen Gebiet doch die größte Fachkompetenz besitzen sollte -, wurde auf Drängen der Verwaltungsspitze auf ein bestimmtes Ergebnis eingefahren.
    Ich habe keiner konkreten Person Rechtsbeugung vorgeworfen. Zu prüfen, ob eine solche vorliegt, kann bei diesem Vorgehen und dieser Vorgeschichte jedoch nötig sein, gerade weil es ein Verbrechen ist.
    Nicht umsonst kommentierst Du den ganzen Ablauf weiter oben ebenfalls kritisch:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ich sage: Stümperei mit einem satten Geschmäckle.



    Nach meiner Einschätzung ist der Einzelhandel nicht zu untersagen - es gibt ja aktuell schon dieses lächerliche Geschäft im Gebäude.
    Beachte: Das "Geschäft" befindet sich im Foyer, erstreckt sich nicht auf den Saal und kommt im ohne Umbauten aus. Dies ist der entscheidende Unterschied zur geplanten Nutzung als umgebautes Kaufhaus.
    Wie Du selbst schreibst: Der Denkmalschutz schreibt keine Nutzungen vor, sondern er regelt den Umgang mit der Substanz. Von einer "umbaufreien" Einzelhandelsnutzung auf die Rechtmäßigkeit einer "umbauintensiven" Geschäftsnutzung zu schließen, widerspricht Deiner eigenen Argumentation.

    Wer das Kino unbedingt retten wollte, hätte halt zuschlagen müssen, als es zum Verkauf stand. Man beachte den irrealis.
    Dieser Folgerung ist nur zuzustimmen, wenn das Höchstgebot nicht aufgrund unzulässiger Absprachen zustande gekommen ist.

    Weg vom Recht hin zur Architektur: Das mit den Rolltreppen macht mir auch Sorge...
    Doch wer mietet ein Kaufhaus ohne Rolltreppen? Daher mein Einwand auf diese Deine Frage:

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    >2. Nachtrag: Die interessante Frage ist daher für mich: "Gehen Rolltreppen?"
    >und nicht "geht Einzelhandel?"

    Vielleicht ist das bei Licht besehen für den Investor ein und dieselbe Frage.


    rec,
    Thalia möchte Bouvier in der Fürstenstraße wohl weiterhin betreiben. So stand es zumindest in der Rundschau. Ob dies eine langfristige Perspektive ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt.