Beiträge von Adama

    Beggi hat recht: Das ist eine der Schokoladenseiten des Hochhauses. Nicht umsonst wurde aus diesen Perspektiven auch besonders viel visualisiert. Wenn man dann noch den Zoom-Effekt mit einberechnet, wirkt es gleich noch einmal beeindruckender.

    Vom Samstagabend kann ich noch zwei Nachzügler zeigen. Hier stehe ich allerdings weiter vorne direkt am Parktower, direkt bei der Ampel.


    cbt005.jpg


    cbt006.jpg


    Von gestern Abend möchte ich noch diese Aufnahmen zeigen. Die Fassade spricht mich bisher am ehesten bei bewölktem Himmel an.

    cbt003.jpg

    cbt004.jpg


    Interessant ist auch, wie die Fassade des CBT Towers im Vergleich zu den umliegenden Fassaden wirkt. Vielleicht wäre hier etwas mehr Mut angebracht gewesen - was meint ihr?


    Bilder: Adama

    Vom Bahndamm aus ein aktueller Blick auf den Baustand des neuen Heizkraftwerks West. Schön zu erkennen sind bereits die grün gehaltenen Pflanzflächen. Ebensolche, wenn auch etwas kleiner findet man auch auf der Ostseite (siehe Vorbeiträge). Die graue Haltekonstruktion sowie die derzeit noch sichtbaren blauen Planen werden später noch mit den braunen Fassadenpaneelen versehen. Die endgültige Fassadenwirkung dürfte sich dadurch noch einmal deutlich ins Positive verändern.

    kraftwerk.jpg


    Bild: Adama

    ^

    Da bin ich völlig entspannt und gelassen, zumal das Rendering ja tatsächlich von mir stammt (traue mich ja gar nicht das jetzt zu schreiben). Insofern darf ich vermutlich sagen: Es war mit Liebe gemacht, aber sicher nicht als endgültige Offenbarung der Baukunst gedacht. 😉

    Renderings auf Bauschildern sind ja ohnehin oft eher eine freundliche Absichtserklärung als das letzte Wort zu sehen. Entscheidend ist am Ende, was tatsächlich oben auf dem Turm entsteht. Und wenn der Lange Franz in der Realität besser wirkt als auf meinem Rendering, nehme ich diese Form der Abweichung selbstverständlich sehr gerne hin.


    Edit: Tunnelklick hat hier sehr anschaulich gezeigt, wie es wohl tatsächlich aussehen wird.

    Und ja: Wenn das Ergebnis überzeugt, darf es unbedingt Lust auf mehr machen. Der zweite Rathausturm, die Treppentürmchen, das Dach der Kämmerei und weitere verlorene Elemente hätten gegen eine Wiederentdeckung sicher nichts einzuwenden.

    Es geht weiter mit einigen wichtigen Perspektiven, die wir im Thema bereits gesehen haben, nun natürlich mit verändertem Baustand.

    Deutlich merkt man inzwischen, dass der Skyline-Impact vor allem aus östlicher und westlicher Richtung massiv ist. Das liegt insbesondere an der breiten Seite des Hochhauses, die mit rund 51 Metern eine erhebliche Präsenz entwickelt. Aus manchen Blickwinkeln wirkt der Central Business Tower dadurch weniger schlank als erwartet, sondern eher blockhaft und sehr dominant. Mit fortschreitender Höhe wird sich das wahrscheinlich noch ändern.

    Die Fassade ist aus meiner Sicht in Ordnung, aber bislang auch nur das. In ihrer momentanen Wirkung erscheint sie mir noch etwas uninspiriert und zurückhaltend, wobei ich mit einem abschließenden Urteil noch warten möchte. Immerhin spiegelt sie den Himmel und die Wolken recht schön, sodass sich die Wirkung je nach Licht, Wetter und Tageszeit deutlich verändert.

    Extrem wichtig wird aus meiner Sicht auch sein, wie die Fuge zwischen den beiden Baukörpern am Ende wirkt. Das wurde hier im Forum ja bereits von anderen Teilnehmern angesprochen, und auch ich halte diesen Punkt ebenfalls für entscheidend. Denn der Entwurf lebt stark von der Akzentuierung der beiden Hauptbaukörper - und eben genau diese Akzentuierung - steht und fällt mit der Wirkung dieser Fuge. Wenn sie klar ablesbar bleibt und genügend Tiefe entwickelt, kann sie dem Turm deutlich mehr Spannung verleihen. Wenn sie dagegen zu flach oder zu wenig differenziert wirkt, droht der Baukörper insgesamt schwerer und monolithischer zu erscheinen.

    Gerade auf den Detailaufnahmen zeigt sich aber auch, dass die Fassade stark von ihrer Umgebung und den Reflexionen lebt. Ohne diese Spiegelungen könnte sie schnell etwas nüchtern wirken. Es bleibt also spannend, wie sich der Turm im fertigen Zustand und mit vollständig geschlossener Gebäudehülle in die Skyline einfügen wird.


    db00.jpg


    db01.jpg


    db02.jpg


    db03.jpg


    db04.jpg


    Fassadenwirkung:


    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun/fassade01.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun/fassade02.jpg

    Bilder: Adama


    Bitte beachtet auch die neuen Bilder die oben genannte Wirkung im Stadtbild zeigen----> Klick

    Heute einmal mit Schwerpunkt auf den CBT-Tower.

    Zum einen von der Camberger Brücke aus, zum anderen vom Niederräder Mainufer. Sind ähnliche Perspektiven, wegen der neuen Heizkraftwerktürme habe ich aber mehr online gestellt, alle mit leichten Variablen.

    Gerade bei der letztgenannten Perspektive wird deutlich, dass im Gutleutviertel am Main in den kommenden Jahren eigentlich etwas passieren müsste. Dort liegt noch sehr viel Potenzial brach: für einige kleinere Wohnhochhäuser, ähnlich wie am Sommerhoffpark, aber auch für eine stärkere Belebung des Mainufers insgesamt. Die Lage ist dafür eigentlich zu gut, um sie weiterhin so zurückhaltend zu behandeln.

    Zurück aber zum CBT-Tower: Aus dieser Perspektive wird deutlich, dass der Turm nach Erreichen seiner endgültigen Höhe sehr auffällig in Erscheinung treten wird. Gerade deshalb muss man aber aufpassen, dass die Frankfurter "200-Meter-Mauer“ nicht weiter zementiert wird. (Vor dieser habe ich bereits vor über 20 Jahren gewarnt). Wenn nahezu jedes neue Hochhaus an dieser Marke hängen bleibt, entsteht auf Dauer weniger Dynamik in der Skyline, sondern eher eine künstliche Höhenkante, die wenig Attraktivität und Mut ausstrahlt.

    Camberger Brücke:


    camberger01.jpg

    camberger02.jpg


    Niederrad:


    sky01.jpg


    sky03.jpg


    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun/sky02.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun/sky04.jpg


    Bilder: Adama

    Gestern war ich kurz vor Ort. Ich bin sehr glücklich darüber, dass es nun endlich so weit ist. Wieder einmal sieht man, was erreicht werden kann, wenn man zusammensteht und jeder, der kann, einen Beitrag leistet. Besonders schön finde ich, dass die Namen aller Spender veröffentlicht wurden, auch wenn es fast einer Sisyphusarbeit gleicht seinen Namen zu finden. Meinen und die Namen von 2 anderen Forumsteilnehmern konnte ich schon entdecken.

    Auch die aktuelle Gerüstsituation wirkt bereits sehr spannend und macht sichtbar: Hier passiert nun wirklich etwas. Lange genug haben wir alle gewartet.

    Jetzt gilt es allerdings, die drohende Verunstaltung des Bethmannhofs zu verhindern, bzw. zu verbessern. Denn was wäre damit gewonnen, den Langen Franz aufwendig zu rekonstruieren, wenn ihm anschließend direkt gegenüber ein überdimensionierter, zu moderner Baukörper die Wirkung wieder nimmt? Der Bethmannhof darf nicht zu einem Fremdkörper werden, der sich weder zurücknimmt noch in dieses besondere historische Umfeld einfügt.


    Dies wird auf den ersten Bildern noch einmal besonders deutlich:

    LF01.jpg

    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun/LF02.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun/LF03.jpg

    Die Namen der Spender als jeweils große Datei, so kann sich jeder der gespendet hat vielleicht auch finden, trotz dieser furchtbaren Roller...

    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun/LF07.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun/LF08.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun/LF09.jpg


    LF06.jpg

    LF04.jpg

    LF05.jpg


    Bilder: Adama

    ^

    Danke. Traurig ist allerdings, dass man es bis heute nicht geschafft hat, ein Bauschild mit Visualisierung anzubringen, damit alle Bürgerinnen und Bürger sehen können, was dort eigentlich gebaut wird. Am schönsten Platz der Stadt.

    Meiner Meinung nach sollte so etwas zusätzlich zum verpflichtenden Bauschild auch für Projektentwickler zur Pflicht werden. Transparenz wäre hier wirklich nicht zu viel verlangt. Oder warum macht man das nicht? Angst vor den Reaktionen? Ich verstehe es nicht.

    Vier Bilder von Ende April, ich kam leider erst jetzt dazu, sie zu zeigen.

    Das Grün und die geschwungene Wegeführung im Quartierspark Ost machen sich inzwischen wirklich gut. Der Park gewinnt sichtbar an Wirkung und gibt dem Umfeld deutlich mehr Aufenthaltsqualität. Mittlerweile sollte auch der Rasen angezogen haben.

    Baufeld F1 ist äußerlich so gut wie fertiggestellt. Die Hybridschule habe ich diesmal nicht dokumentiert, da sie aktuell noch vollständig eingerüstet ist und daher ohnehin kaum sinnvoll zu beurteilen wäre.


    Bild: https://i.ibb.co/PsnfmQRQ/029.jpg Bild: https://i.ibb.co/mVd6tgGj/030.jpg
    Bild: https://i.ibb.co/MxwtHML4/031.jpg Bild: https://i.ibb.co/Q3RtS6nP/032.jpg

    Bilder: Adama

    Der Skyline-Impact von Sachsenhausen aus fällt geringer aus, als ich erwartet hatte. Aus den Wallanlagen heraus wirkt der Turm dafür umso gewaltiger. Gerade dort entfaltet er eine enorme Präsenz.

    Besonders die Schmalseite ist aus meiner Sicht derzeit die fotogenste Seite des Hochhauses, zumindest im aktuellen Bauzustand. Sie wirkt deutlich eleganter und spannender als die breiteren Ansichten.

    Baulich befinden wir uns inzwischen bereits im dritten Turmsegment. Die nächsten Abstufungen im Baukörper sind allerdings noch hinter der Kletterschutzwand beziehungsweise dem Windschild verborgen. Sobald diese sichtbar werden, dürfte sich die Wirkung des Turms noch einmal spürbar verändern, gerade in Bezug auf den in der Fassade farblich abweichend gestalteten Mittelteil.


    Bilder: Adama

    Eigentlich wollte ich das Projekt ANQR (vor allem das "Hochhaus") gar nicht fotografieren, weil ich es ehrlich gesagt nach wie vor ziemlich gruselig und an dieser Stelle unpassend finde. Besonders interessiert hat es mich daher zunächst nicht. Aber wie ihr wisst: Neugier tötet die Katz - also habe ich mir gestern doch einmal den aktuellen Baustand angesehen.

    Nun denn: Ein kompletter Weltuntergang ist es nicht. Ein wirklicher Gewinn für Frankfurt und das Ostend aber aus meiner Sicht leider auch nicht.

    Ich bleibe bei meiner Einschätzung, dass der Baukörper an dieser Stelle zu massiv wirkt, zu wuchtig auftritt und in seiner Form nicht wirklich zur Umgebung passt. Gerade an der Kreuzung entfaltet der Turm eine ziemliche Präsenz und zwar nicht im positiven Sinn. Er wirkt kantig, gedrungen und schwer, fast so, als würde er die Kreuzung eher besetzen oder beinahe erschlagen als städtebaulich fassen. Die Proportionen helfen dabei leider nicht: Der Bau ist nicht elegant hoch, sondern eher breit und blockhaft. Dadurch entsteht genau diese etwas erschlagende Wirkung, die ich schon anhand der Visualisierungen befürchtet hatte. In Bezug auf meine späteren Bilder noch ein Hinweis: Diese wurden mit einem extremen Weitwinkelobjektiv aufgenommen. Vor Ort wirkt der Bau im Raumgefüge deutlich gedrungener und wuchtiger. Das Weitwinkel ist hier also noch sehr gnädig mit der Realität.

    Was mir beim Blick auf das "Hochhaus" besonders auffällt: Die Sockel- und Turmfigur ist zwar formal sauber durchgearbeitet, aber sie bleibt sehr hart. Viel Glas, viel Raster, viele rechte Winkel, wenig Nachgiebigkeit gegenüber dem Ort. Die dunkle Fassade finde ich für sich genommen weiterhin nicht schlecht. Sie hat durchaus Qualität und wirkt hochwertiger, als ich es bei manchen anderen Projekten befürchtet hätte. In der Gesamtschau setzt sie hier aber einen sehr starken, fast zu harten Kontrast zur Umgebung. An dieser Stelle im Ostend, mit den vorhandenen Rundungen, Verkehrsachsen und der Nähe zum EZB-Umfeld, hätte eine weichere, elegantere Form meiner Meinung nach deutlich besser funktioniert. Eventuell sogar mit einer helleren Fassade.

    Genau deshalb werde ich wohl nie ganz verstehen, warum man sich damals nicht stärker für einen Entwurf mit runderen Formen entschieden hat. Gerade im Umfeld gibt es mehrere bauliche Rundungen und geschwungene Linien, auf die man hätte reagieren können. Ein Entwurf wie jener von C.F. Møller hätte aus meiner Sicht besser gepasst: Hochhaus stärker in der Mitte plaziert, rundere Formen, insgesamt weniger brutal an die Kreuzung gestellt. Alternativ hätte an der Kreuzung auch ein etwas höherer, dafür schlankerer und filigraner Baukörper besser funktioniert. So wirkt es leider eher nach: maximaler Block an maximal sichtbarer Stelle.

    Positiv überrascht hat mich immerhin, dass die breite Seite zur Stadt nicht ganz so schlimm wirkt wie befürchtet. Hier hilft ausnahmsweise tatsächlich die relativ geringe Höhe (und der Bahndamm). Der Bau bleibt dadurch zwar massiv, aber nicht völlig maßstabslos. Trotzdem bleibt mein Eindruck: Das Gebäude nimmt sich auf dieser kleinen Grundfläche an der Spitze des Grundstücks zu viel Raum in der Horizontalen und gibt städtebaulich zu wenig zurück.

    Weitaus interessanter, zumindest für mich, dürfte am Ende tatsächlich das eigentliche ANQR werden. Von außen wirkt es auf drei Seiten eher unspektakulär, aber die dem Hochhaus zugewandte Seite und vor allem der Innenhof mit seinen Stegen, Brücken und Verbindungen könnten durchaus spannend werden. Dort scheint immerhin ein räumlicher Mehrwert zu entstehen, der über reine Büroblock-Architektur hinausgeht.

    Unterm Strich bleibt für mich: handwerklich sicher kein Mega-Desaster, aber städtebaulich an dieser Stelle viel zu schwer, zu kantig und zu wenig elegant. Für Frankfurt und besonders für das Ostend hätte ich mir hier mehr Mut zu einer leichteren, runderen und besser proportionierten Lösung gewünscht.

    Wenn die derzeit entstehende Etage nicht bereits das Technikgeschoss ist, fehlt tatsächlich nur noch eine Etage. Ich vermute allerdings, dass es sich bereits um das Technikgeschoss handelt. Man möge mich gerne korrigieren, falls ich falsch liege.

    Nun denn, lassen wir die Bilder sprechen:


    002.jpg

    001.jpg

    003.jpg

    004.jpg

    005.jpg

    006.jpg

    007.jpg

    008.jpg

    009.jpg

    010.jpg

    011.jpg

    012.jpg

    013.jpg

    014.jpg

    015.jpg

    Noch eine letzte persönliche Anmerkung: Ganz furchtbar ist die Entwicklung vor Ort bei den Graffiti. Gefühlt ist inzwischen alles mit irgendwelchen schrecklichen Tags verschmiert. Wenn es wenigstens gute oder gestalterisch interessante Graffiti wären, aber so ist es einfach nur ein Graus.

    Besonders ärgerlich finde ich, dass offenbar nicht einmal vor Brücken, Sandsteinbrüstungen und anderen baulichen Details Halt gemacht wird. Das wirkt nicht kreativ, sondern schlicht respektlos gegenüber dem Stadtraum.

    Bilder: Adama

    So sieht man übrigens die Skyline aus dem Cockpit, wenn man sich im Endanflug auf die Landebahn Nordwest (07L/25R) befindet - sorry - die Bilder sind qualitativ nicht so gut aufgrund von schmutzigen Cockpitscheiben (wegen zahlreicher Insektenleichen), Gegenlicht, Dunst und Bewegung des Flugzeugs:


    Bild: https://i.ibb.co/MxBdrTmw/20260526-115347.jpg Bild: https://i.ibb.co/chpVzzjp/20260526-115405.jpg


    Bilder: Adama

    Ich sehe das alles etwas anders und dies möchte ich, in einem etwas längerem Beitrag, gerne erläutern:

    Der nun bekannt gewordene Verkauf des Campanile-Grundstücks durch CA Immo ist aus meiner Sicht ein herber Rückschlag für die städtebauliche Entwicklung rund um den Frankfurter Hauptbahnhof. Nicht, weil damit kurzfristig ein konkretes Hochhausprojekt verloren geht (das war unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ohnehin schwierig), sondern weil an dieser Stelle eine der wenigen wirklich schlüssigen Hochhaussetzungen Frankfurts seit Jahrzehnten erneut infrage gestellt wird.

    Der Campanile ist kein beliebiger Hochhausstandort. Er ist städtebaulich außergewöhnlich wichtig.

    Wie bekannt war bereits Ende der 1980er an dieser Stelle ein rund 270 Meter hoher Turm in der Form eines modernen Campaniles geplant, mit Antenne sogar nahe der 300-Meter-Marke. Dieses Projekt ist bekanntlich gescheitert. Dennoch ist die Grundidee nie verschwunden, und das aus gutem Grund: Ein Hochhaus an dieser Stelle wäre nicht einfach nur ein weiterer Büroturm, sondern ein städtebaulicher Schlussstein am Hauptbahnhof. Eine Ergänzung zur sehr großen Halle des Hauptbahnhofs.

    Der Begriff "Campanile“ ist dabei nicht zufällig gewählt. Wie ein italienischer Glockenturm würde ein hoher, schlanker Turm an dieser Stelle den Hauptbahnhof nicht bedrängen, sondern ergänzen. Der Frankfurter Hauptbahnhof besitzt eine enorme architektonische Präsenz, aber seine Umgebung wird diesem Anspruch bis heute nicht gerecht. Gerade ein sorgfältig entworfener Turm könnte hier als vertikaler Gegenpol wirken und den Bahnhof räumlich fassen, statt ihn in der heutigen Gemengelage aus Verkehr, Parkhaus, Zwischenräumen, Zweckbauten und Restflächen stehenzulassen.

    Dass manche diese Ecke als "schäbig“ bezeichnen, ist für mich kein Argument gegen Bebauung, im Gegenteil. Die Ecke wirkt doch gerade deshalb problematisch, weil dort heute ein banales Parkhaus steht, das keinerlei städtebauliche Qualität erzeugt. Solche Strukturen schaffen Rückseiten, dunkle Bereiche, Versteckmöglichkeiten und eine Atmosphäre, die man dann anschließend als Argument gegen Entwicklung verwendet. Das ist aber ein Zirkelschluss: Man lässt eine schwache Nutzung bestehen, beklagt die schwache Wirkung des Ortes und folgert daraus, dass dort kein anspruchsvolles Projekt entstehen sollte.

    Genau hier müsste man ansetzen.

    Ein hochwertiges Hochhaus mit öffentlicher Erdgeschosszone, Hotelnutzung, Gastronomie, vielleicht ergänzenden Wohnungen in den oberen Etagen und einer überzeugenden architektonischen Gestaltung könnte diesen Ort massiv aufwerten. Es würde nicht nur Fläche schaffen, sondern auch Präsenz, Orientierung und Sicherheit. Gerade rund um den Hauptbahnhof braucht Frankfurt keine weiteren Provisorien, sondern klare städtebauliche Setzungen.

    Das eigentliche Problem scheint mir weniger der Standort zu sein, sondern die Nutzungsvorgabe. Wenn ein Projekt an dieser Stelle fast ausschließlich als Bürohaus gedacht wird, ist es unter den aktuellen Marktbedingungen und der Lage natürlich schwerer darstellbar. Aber daraus zu schließen, der Standort sei grundsätzlich falsch, halte ich für kurzsichtig. Viel sinnvoller wäre es, den Bebauungsplan beziehungsweise die planungsrechtlichen Rahmenbedingungen so anzupassen, dass eine gemischte Nutzung möglich wird: Hotel, Wohnen, vielleicht Serviced Apartments, ergänzende Büroflächen, öffentlich zugängliche Nutzungen im Sockel. Ein klassisches Mixed Use Projekt, was ja der neue (und durchaus sinnvolle) Frankfurter Weg sein soll.

    Dann sähe die Rechnung anders aus.

    Ein 160 bis 200 Meter hoher Turm an dieser Stelle wäre absolut angemessen. Er wäre kein beliebiger weiterer Hochpunkt, sondern ein bewusst gesetzter städtebaulicher Akzent, der die Hochhausstruktur Frankfurts an einer entscheidenden Stelle ergänzt. Gerade weil der Standort am Hauptbahnhof liegt, besitzt er eine Bedeutung, die über reine Grundstücksverwertung hinausgeht. Hier geht es nicht nur um Quadratmeter, sondern um die Frage, welches Gesicht Frankfurt einem seiner wichtigsten Stadträume in Zukunft geben will.

    Natürlich kann man sagen: Der Markt ist schwierig. Natürlich kann man sagen: Büroflächen sind derzeit problematisch. Natürlich kann man auch sagen: Es gibt andere Hochhausstandorte, die kurzfristig leichter entwickelbar sind. Das alles mag stimmen. Aber es beantwortet nicht die städtebauliche Frage.

    Und städtebaulich ist der Campanile-Standort aus meiner Sicht einer der wichtigsten überhaupt.

    Frankfurt sollte nicht den Fehler machen, aus einer temporär schwierigen Marktlage eine dauerhafte städtebauliche Kapitulation abzuleiten. Der Verkauf durch CA Immo bedeutet nicht, dass die Idee falsch ist. Er zeigt eher, dass die bisherigen Rahmenbedingungen nicht ausreichend flexibel waren. Gerade deshalb sollte die Stadt an diesem Standort festhalten und ihn nicht wieder in die Beliebigkeit zurückfallen lassen.

    Ein Campanile am Hauptbahnhof wäre kein Luxusprojekt. Er wäre eine Chance, einen der wichtigsten Orte der Stadt endlich seiner Bedeutung entsprechend zu fassen. Nicht als rein spekulativer Büroturm, sondern als gemischt genutztes, architektonisch anspruchsvolles Hochhaus, das Bahnhof, Skyline und Stadtraum miteinander verbindet.

    Wer heute sagt, diese Ecke sei zu schäbig für ein solches Projekt, verwechselt Ursache und Wirkung. Gerade weil diese Ecke heute unbefriedigend ist, braucht sie eine starke städtebauliche Antwort.

    Und der Campanile wäre genau diese Antwort.

    Du zitierst hier eine ältere und sehr enge Auffassung aus der Rechtsprechung, die so heute nicht mehr den allgemeinen Stand widerspiegelt. Entscheidend ist: § 59 UrhG selbst enthält keine Beschränkung auf "naturgetreue“ oder "unveränderte“ Wiedergaben, sondern erlaubt die Nutzung dessen, was von öffentlichen Orten aus sichtbar ist.

    Und dazu gehört auch die Bearbeitung von Fotos. Die von dir zitierte Passage wird in der juristischen Literatur und Praxis gerade nicht als generelles Verbot digitaler Bearbeitung verstanden, weil sie sonst praktisch jede heutige Bildbearbeitung ausschließen würde, was ersichtlich nicht der Fall ist. § 14 UrhG (Werkintegrität) greift nur bei echten Entstellungen, also wenn berechtigte Interessen des Architekten konkret beeinträchtigt werden, nicht bei jeder gestalterischen Veränderung eines Fotos. Genau deshalb ist auch die verbreitete Praxis, Gebäudeaufnahmen zu bearbeiten, rechtlich weitgehend unproblematisch, solange kein herabwürdigender Kontext entsteht.

    Deine Schlussfolgerung, dass stärkere Bearbeitungen generell nicht von der Panoramafreiheit gedeckt seien, ist daher zu pauschal und so nicht zutreffend.

    Ich werde mich an der Stelle auch nicht weiter beteiligen, weil sich die Diskussion hier im Kreis dreht und mit dir erfahrungsgemäß kein Ende findet und zunehmend belehrend wirkt. Alles Gute.

    Deine Aussage zur Panoramafreiheit ist so nicht haltbar:

    § 59 UrhG beschränkt sich nicht auf "unverfremdete“ oder "naturgetreue“ Wiedergaben, sondern erlaubt die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe dessen, was von öffentlichen Wegen aus sichtbar ist und dazu gehört grundsätzlich auch die Bearbeitung eigener Fotos. Eine solche Einschränkung auf "nur originalgetreu“ steht so schlicht nicht im Gesetz. § 14 UrhG (Werkintegrität) ist davon zu trennen und greift nur bei entstellenden oder beeinträchtigenden Veränderungen des Werkes selbst, nicht bei jeder beliebigen Bildbearbeitung eines Fotos; in der Praxis spielt das bei normalen oder auch deutlich verfremdeten Außenaufnahmen kaum eine Rolle. Vorsicht ist nie falsch, aber die pauschale Aussage, starke Überarbeitungen seien von der Panoramafreiheit nicht gedeckt, geht über die tatsächliche Rechtslage hinaus.

    Bei fremden Visualisierungen hat Ziegel recht. Die sind in der Regel urheberrechtlich geschützt (sowohl vom Visualisierer als auch ggf. vom Architekten), und die einfach zu bearbeiten oder zu veröffentlichen kann tatsächlich problematisch werden. Bei eigenen Fotos von Gebäuden stimmt seine Darstellung so aber nicht: In Deutschland greift hier die Panoramafreiheit (§ 59 UrhG), d. h. Aufnahmen von Bauwerken im öffentlichen Raum dürfen nicht nur veröffentlicht, sondern grundsätzlich auch bearbeitet werden, sodass Photoshop- oder KI-Verfremdungen eigener Fotos in aller Regel zulässig sind, solange sie von öffentlich zugänglichen Standpunkten aufgenommen wurden; das Urheberrecht des Architekten ist dabei nur in Ausnahmefällen relevant, weil die Panoramafreiheit die Nutzung der Außenansicht gerade erlaubt, und eine pauschale Warnung vor "teuren Konsequenzen“ ist für solche Fälle daher deutlich zu weitgehend.

    Das nur zur schnellen Einordnung.

    Wahlplakate prägen aktuell wieder das Stadtbild.

    Und das leider im negativen Sinne. Zusammen mit der ohnehin schon zu großen Menge an Schildern und Hinweisen wird das Stadtbild dadurch spürbar beeinträchtigt und wirkt zunehmend überladen.

    Dabei stellt sich die Frage: Liest diese austauschbaren Sprüche überhaupt noch jemand? Die meisten dürften längst daran vorbeigehen, ohne ihnen Beachtung zu schenken.

    Statt echter Information bleibt vor allem eins hängen: ein Gefühl von Unordnung und Überladung. Und noch schlimmer: viele dieser Plakate bleiben nach der Wahl viel zu lange hängen und verkommen zum Müll. Und die Stadt spricht selten Strafen aus.

    Vielleicht ist es an der Zeit, diese Form der Wahlwerbung grundsätzlich zu überdenken.

    Hier mein Beispielbild von letzter Woche:

    D82_4443_2_kl.jpg

    Bild: Adama