Beiträge von Adama

    Am Opernplatz ist derzeit einiges in Bewegung, wie man gleich sehen kann. Mit dem Central Business Tower und dem Projekt Opernplatz 2 befinden sich hier tatsächlich gleich zwei Hochhäuser im Bau. Zusammen mit dem bereits sehr präsenten Four Frankfurt entsteht dadurch schon jetzt eine beeindruckende neue Kulisse.

    Der Central Business Tower wird den Platz künftig noch einmal deutlich stärker prägen und ihn aufgrund seiner großen Höhe und Nähe zum Opernplatz sicher stark dominieren.

    Auch das Projekt Opernplatz 2 wird mit acht Obergeschossen und einem zusätzlichen Technikgeschoss kein kleines Haus. Bauordnungsrechtlich dürfte es damit klar in den Bereich der Hochhäuser beziehungsweise Sonderbauten fallen, auch wenn eine genaue Gebäudehöhe öffentlich weiterhin schwer zu finden ist. Das Letzte, was ich dazu meine gelesen zu haben, waren 38 Meter, allerdings ohne Gewähr.

    Leider gibt es am Bauzaun weiterhin keine Visualisierung des geplanten Gebäudes. Offenbar hält man das bei einem Family-Office-Projekt nicht für nötig. Ärgerlich ist das trotzdem, denn gerade an einem so prominenten Ort wäre mehr Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit wünschenswert.

    Hier ein großes Übersichtsbild der aktuellen Situation:


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    Bild: © Adama

    Zum Projekt Midstad an der Zeil gibt es wieder Neuigkeiten. Nach außen war es zuletzt zwar eher ruhig, im Hintergrund wurde aber offenbar weitergeplant. Mittlerweile sind zwei Überarbeitungen des Entwurfs von Renzo Piano Building Workshop erkennbar.

    Zur Erinnerung: Es geht um die Revitalisierung des heutigen P&C-Weltstadthauses an der Zeil 71–75. Aus dem bisher weitgehend monofunktionalen Kaufhaus soll ein gemischt genutzter Komplex mit Einzelhandel, Gastronomie, Freizeit, Kultur, Arbeiten, gewerblichen Apartments und Bildungsnutzung entstehen. P&C soll auch nach dem Umbau als Ankermieter im Haus bleiben.

    Der ursprüngliche Wettbewerbsentwurf sah noch 11 Geschosse vor. Holz spielte dabei eine sehr starke Rolle, auch in der äußeren Wirkung des Gebäudes. Besonders zur Zeil hin wirkte der Entwurf deutlich wärmer und stärker durch die Holzkonstruktion geprägt.


    Hier noch einmal der Erstenwurf mit 11 Etagen:


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    Erste Überarbeitung:

    Bei der ersten Überarbeitung blieb es offenbar noch bei 11 Geschossen. Verändert wurde vor allem die Vorhangfassade, insbesondere zur Zeil hin. Die Materialität der oberen Baukörper wirkte in dieser Phase weniger holzgeprägt und gerade im rückwärtig gelegenen höheren Bereich eher wie eine helle Metall- beziehungsweise Aluminiumfassade.

    Gut gefallen hat mir an dieser Zwischenfassung die Auflösung der harten Gebäudeecken durch Rundungen. Das machte den Baukörper etwas weicher und eleganter. In der aktuellen Überarbeitung sind diese Rundungen leider wieder weggefallen.

    Sehr positiv war in dieser Variante die mittig im Komplex angeordnete, leicht erhöhte Aussichtsplattform. Sie hätte mit ihrem 360° Rundumblick eine schöne Reminiszenz an die frühere, sehr populäre und beliebte Aussichtsplattform der Zeilgalerie werden können. Die Sicht auf die Skyline aus dieser Position ist fantastisch. Gerade an dieser Stelle wäre eine öffentlich zugängliche Aussichtsebene ein großer Gewinn für die Innenstadt gewesen, zumal man Gastronomie und Aussichtsnutzung dadurch wohl besser voneinander hätte trennen können. Im ursprünglichen Entwurf war eine eher kleine Plattform beziehungsweise ein Balkon im hinteren westlichen Bereich, beiläufig zur Gastronomie vorgesehen.

    Frontalperspektive:

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    Perspektive von der Zeil:

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    Aktuelle Überarbeitung:

    Nun liegt offenbar eine weitere, möglicherweise schon sehr weit fortgeschrittene Überarbeitung vor. Ganz sicher kann man bei solchen Projekten natürlich nie sein. Auffällig ist vor allem, dass die Geschosszahl nun auf 10 Geschosse reduziert wurde. Das entspricht auch der aktuellen Beschreibung auf der Projektseite von RPBW, wo aus dem sechsgeschossigen Bestandsbau ein zehnstöckiger Multi-Use-Komplex werden soll.

    Die mittige Besucherplattform ist in den neuen Visualisierungen nicht mehr erkennbar. Sollte sie tatsächlich gestrichen worden sein, wäre das aus meiner Sicht sehr bedauerlich. Vielleicht ist sie in der aktuellen Planung aber auch nur an anderer Stelle vorgesehen oder in den gezeigten Perspektiven nicht erkennbar.

    Positiv fällt auf, dass die höheren rückwärtigen Baukörper jetzt wieder stärker an die gläsern-hölzerne Fassadensprache der Zeilseite angepasst wurden. Dadurch wirkt der Entwurf homogener und weniger als ein Sammelsurium unterschiedlicher Fassadensysteme wie bei der 1. Überarbeitung. RPBW beschreibt die Zeilfassade als transparente Holz-Glas-Struktur, die Einblicke in die unterschiedlichen Nutzungen des Hauses ermöglichen soll.

    Insgesamt bleibt Holz also weiterhin ein Thema, allerdings nicht mehr in der massiven Ausprägung des ersten Entwurfs, zumindest nicht auf der Frontseite zur Zeil. Wie stark die Holzkonstruktion im Inneren und in den Höfen später tatsächlich zukünftig wahrnehmbar sein wird, lässt sich anhand der momentan verfügbaren Visualisierungen natürlich nur begrenzt beurteilen.

    Städtebaulich bleibt der Ansatz interessant: Das heute sehr geschlossene Kaufhaus soll durchlässiger werden, unter anderem mit neuen Zugängen von Reiffensteinplatz und Reineckstraße sowie einer Passage, die zwei Höfe miteinander verbindet. Damit würde der Block deutlich offener und stärker mit seinem Umfeld verknüpft.

    Nach aktuellem Stand ist für das Projekt eine Realisierungsphase von 2027 bis 2029 angegeben. Also kann man davon ausgehen, das es nächstes Jahr losgeht.

    Frontalperspektive:

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    Mit der Skyline:

    Midstad-Frankfurt-Blick-Skyline-web.png


    Perspektive Zeil:


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    Rückseite:

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    Alle Bilder: Renzo Piano Building Workshop, ORANGE BLU building solutions, +IMGS, Midstad 

    Ich muss meine erste Einschätzung aus #449 zur neuen Fassade am angebauten Bereich von "The Bank“ etwas relativieren beziehungsweise korrigieren. Bei meinem letzten Update waren die Fassadenteile noch in einem früheren Zustand zu sehen. Offenbar fehlten damals noch wesentliche horizontale Elemente, vor allem die Gesimse beziehungsweise profilierten Bänder, die inzwischen montiert wurden.

    Beggi hatte mit seinem Hinweis also recht: Mit diesen zusätzlichen Gliederungen wirkt die Fassade nun deutlich ansehnlicher, plastischer und wertiger. Der erste Eindruck war für mich noch recht spröde, weil die großen hellen Fassadenteile ohne diese Profilierung sehr massiv und schlicht erschienen. Jetzt zeigt sich stärker, dass die Fassade auf Tiefe, Schattenwirkung und eine klassische Ordnung setzt. Besonders die dreidimensional gefassten Fensteröffnungen, die kräftigen vertikalen und horizontalen Elemente sowie die vorspringenden Gesimse und Brüstungsbänder geben der Fläche nun die Struktur, die mir zunächst fehlte.

    Entscheidend bleibt allerdings die Lichtstimmung. Im neutralen oder kühleren Licht wirkt die Fassade weiterhin eher streng und zurückhaltend. Im warmen Abendlicht gewinnt sie dagegen deutlich: Der Farbton erscheint angenehmer, fast sandsteinartig, und die plastischen Elemente treten wesentlich stärker hervor.

    Noch ist nicht alles fertig, und vor allem der Anschluss an die sanierte Bestandsfassade bleibt spannend. Der aktuelle Zwischenstand ist aber klar besser, als ich zunächst angenommen hatte. Die Fassade wirkt inzwischen nicht mehr wie eine einfache großformatige Verkleidung, sondern wie ein bewusst gegliederter, kräftig modellierter Baukörper mit klassischer Anmutung. Mein persönlicher Favorit wird sie vermutlich trotzdem nicht.

    Kurz gesagt: Mein erster Eindruck war zu früh. Mit den inzwischen montierten Gesimsen und Profilierungen gewinnt der Neubauanschluss deutlich an Tiefe, Struktur und Ruhe. Gerade im warmen Abendlicht sieht das bereits recht ansprechend aus. Und ich kann gut damit leben, eine Fehleinschätzung zu korrigieren, wenn der Baufortschritt zeigt, dass der erste Eindruck noch unvollständig war.

    Das erste Bild zeigt die Architektur-Betonfassade (jetzt wissen wir auch welches Material hier für den Anbau verwendet wurde) bei nur sehr subtiler direkter Sonneneinstrahlung. Hier wirkt sie eher zurückhaltend, fast kühl.

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    Detail im warmen Abendlicht:

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    Kontextbild, mit gerade verdeckter Abendsonne:
    Hier ist gut zu sehen, wie stark sich die Wirkung der Fassade schon innerhalb weniger Minuten verändern kann, je nachdem, ob die späte Sonne direkt auf die Oberfläche trifft oder gerade von Wolken verdeckt wird.


    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jul/The_Bank_06.jpg


    Auch am Hochhaus selbst ist inzwischen wieder ein deutlicher Fortschritt erkennbar, trotz der erdrückenden Hitzewelle der letzten Woche. Vor allem im unteren Turmbereich schließt sich die Fassade nun sichtbar schnell.

    Nach Angaben des Fassadenbauers besteht die Fassade aus rund 5.000 Elementen mit insgesamt etwa 36.000 m² Fläche. Davon sind aktuell etwas mehr als 1.072 Elemente montiert. Es ist also schon einiges zu sehen, zugleich bleibt noch ein großer Teil des Turms einzukleiden.

    Parallel zur eigentlichen Elementfassade folgen beziehungsweise laufen weitere Arbeiten an der Gebäudehülle: Architektur-Betonfassade, Pfosten-Riegel-Fassaden, Blechverkleidungen an Turm und Sockel, Fenstersysteme sowie die Fassadenbefahranlage. Für die spätere Wirkung dürften vor allem die horizontalen dunklen Bänder entscheidend werden, weil sie die gestapelten Baukörper stärker voneinander absetzen und dem Turm hoffentlich das nötige Tuning geben.

    Auch an der historischen Fassade des Sockelgebäudes geht es weiter. Dort wurden inzwischen zahlreiche neue Holzfenster eingesetzt. Gerade das Zusammenspiel aus saniertem Bestand, klassisch gegliedertem Neubauanschluss von "The Bank“, gläsernem Sockelbereich und darüberliegendem Hochhauskörper bleibt spannend.

    Auch der Kran zeigt, dass es weiter nach oben geht: Der WOLFFKRAN 355B wurde zuletzt von 128,20 m auf 155,70 m Turmhöhe geklettert. Bis zur endgültigen Turmhöhe von 204,70 m fehlen noch 11 Turmstücke und zwei weitere Abspannungen. Der Turm ist also bereits sehr präsent, baulich aber noch längst nicht am Ende seiner Entwicklung.

    Beim ersten Bild habe ich die stürzenden Linien bewusst nicht korrigiert, weil sie hier die enorme Höhe des Rohbaus und die schlanken Schmalseiten des Hochhauses besonders gut betonen.

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    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jul/cbt_02.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jul/cbt_07.jpg


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    Momentaner Turmabschluss:

    Nach meiner Zählung dürfte aktuell etwa die 36. Etage in Produktion sein. Der zweite Rücksprung liegt bei rund 30 Etagen bereits hinter uns; bis zum dritten Rücksprung bei etwa 42 Etagen fehlen also noch ungefähr sechs Regelgeschosse. Die Hochhauskerne sind zwar schon weiter, für die sichtbare Entwicklung des Rohbaus ist aber vor allem die Regelgeschossanzahl entscheidend. Aber ohne Gewähr.


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    Edit: 2.7.26

    3 Nachzügler habe ich noch:

    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jul/cbt_08.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jul/cbt_10.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jul/cbt_09.jpg


    Alle Bilder: © Adama

    Ach ja, wer sich auch für die sogenannten Buchstabenhochhäuser und Co in Mannheim-Franklin interessiert: Dort habe ich ebenfalls ein umfangreicheres Update eingestellt, #20 und folgende, das leider etwas untergegangen ist. Der Hitze zum Opfer gefallen könnte man vielleicht meinen. Vielleicht lohnt sich für den einen oder anderen noch ein Blick hinein, denn auch dort passiert städtebaulich einiges.

    Kommen wir noch einmal zum Hochhaus "Orbit“ und seinem Vorplatz. Auch hier ist die öffentliche Aussichtsterrasse leider weiterhin nicht freigegeben, daher zunächst wieder einige Bilder in Richtung dieser Anlage.

    Der Bereich ist durchaus aufregend gebaut: Die Wegeführungen, Treppen, Rampen und Ebenen erzeugen eine fast landschaftliche Architektur. Von dort oben dürfte die Aussicht später wirklich sehr spannend sein.

    Zum Hochhaus selbst noch ein kleiner Vergleich: Die bauliche Realität zeigt sehr deutlich, dass der große Durchbruch zwar das prägende Motiv des Gebäudes ist, die Wirkung des Hochhauses durch die niedrigeren, sehr schlichten weißen Vorbauten im Erdgeschoss- und Sockelbereich aber teilweise abgeschwächt wird.

    Um besser sichtbar zu machen, wie stark dieses Motiv eigentlich sein könnte, habe ich zusätzlich eine eigene Grafik erstellt, bei der die vorgelagerten Baukörper ausgeblendet wurden. Ohne diese Vorbauten wirkt der Durchbruch deutlich klarer, fast schon monumental, und das Gebäude erhält eine ganz andere Präsenz. Die Realität ist natürlich komplexer und städtebaulich vermutlich auch funktionaler, aber rein gestalterisch zeigt der Vergleich recht gut, welches Potenzial in dieser Idee steckt.


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    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin055.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin056.jpg


    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin058.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin059.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin054.jpg


    Die bauliche Realität:

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    Ohne Vorbauten würde das alles dann so wirken:

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    Das "Orbit“ ist extrem schwierig zu fotografieren; und genau deshalb macht es irgendwie Spaß. Zum einen ist es ein Gebäude, an dem man sich länger festsehen kann, zum anderen fordert es einen fotografisch ziemlich heraus: Perspektive, Maßstab, Durchbruch, Balkone, Farben und Fassadenstruktur konkurrieren ständig miteinander.

    Zum Abschluss daher noch eine eher normale Seitenansicht und anschließend eine kleine grafische Spielerei.

    Gerade das zweite Bild zeigt, wie eigenwillig das Gebäude eigentlich ist. Durch die Drehung und den engen Ausschnitt verliert man fast die Orientierung.

    Oben und unten sind nicht mehr sofort eindeutig, die Balkone wirken wie farbige Pixel oder herausgeschobene Schubladen, und der große Durchbruch wird plötzlich weniger als architektonisches Loch, sondern eher als abstrakter Raumkörper wahrgenommen. Die Fassade kippt dabei fast ins Grafische: weniger Wohnhochhaus, mehr geometrisches Muster, irgendwo zwischen Architekturaufnahme und konstruktivistischem Suchbild.

    Für mich zeigt dieses Bild ganz gut, warum das "Orbit“ trotz aller Kritik ein dankbares Motiv ist: Es ist sperrig, überladen, nicht unbedingt elegant.

    Aber fotografisch alles andere als langweilig.


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    Zum Abschluss noch eine kleine Bildserie zum Wohnhochhaus H, direkt am grünen Hügel und an der Europa-Achse gelegen.

    Fotografisch ist das Gebäude ein wunderbares Motiv. Vor allem aus der Look-Up Perspektive entfaltet es eine starke Wirkung: Die auskragenden Baukörper, die umlaufenden Balkone, die hellen Geländer und die gelben Fassadenfelder erzeugen ein spannendes Spiel aus Linien, Ebenen und Tiefe. Je nach Blickwinkel wirkt das Hochhaus fast wie eine gestapelte Stadtlandschaft, die sich über den niedrigeren Klinkerbauten erhebt.

    Auch städtebaulich funktioniert der Bau an dieser Stelle durchaus: Er setzt einen klaren Hochpunkt, markiert den Bereich um den grünen Hügel und bringt eine gewisse Großstadtwirkung in das Quartier. Gerade im Zusammenspiel mit den niedrigeren, eher ruhigen Sockel- und Hofbebauungen entsteht ein interessanter Maßstabssprung.

    Was mich allerdings deutlich stört, sind einige technische Details vor allem die deutlich sichtbar geführten Rohre und Leitungen unter den Auskragungen. Diese wirken an mehreren Stellen wie Fremdkörper und beschädigen die ansonsten recht klare architektonische Wirkung erheblich. Bei einem Gebäude, das so stark über Perspektive und plastische Wirkung funktioniert, hätte man solche Elemente gestalterisch sauberer integrieren müssen. Gerade weil das Hochhaus sonst viel hergibt, fallen diese Details umso stärker ins Gewicht. Auch der obere Abschluss der beiden Türme hätte aus meiner Sicht etwas mehr gestalterische Ausarbeitung verdient. So wirkt er leider recht schlicht und beinahe etwas abrupt.

    Trotzdem bleibt das Wohnhochhaus H für mich eines der interessanteren Gebäude in Franklin: nicht perfekt, stellenweise etwas rau, aber als Motiv und städtebaulicher Akzent ausgesprochen wirkungsvoll.

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    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin063.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin064.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin068.jpg


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    Gerade bei diesen Blicken auf das Wohnhochhaus H verschwimmen Realität, Perspektive und Verdrehung ein wenig miteinander. Und genau darin liegt für mich auch der fotografische, aber auch architektonische Reiz dieses Gebäudes.


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    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin075.jpg


    © alle Bilder: Adama


    Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

    Franklin ist trotz aller Kritik ein Quartier, das man sich durchaus einmal vor Ort ansehen sollte, vor allem dann, wenn es weiter fertiggestellt ist und die Aussichtspunkte freigegeben sind. Mit dem Hochhaus M kommt nun offenbar doch noch einer der wichtigen Bausteine hinzu, was die Entwicklung noch einmal spannender machen dürfte. Direkt nebenan liegt zudem mit Spinelli Quartier ein weiteres großes Neubaugebiet, das man in diesem Zusammenhang ebenfalls im Blick behalten sollte.

    Falls Interesse besteht, könnte man sich Mannheim-Franklin irgendwann auch einmal mit mehreren gemeinsam vor Ort ansehen. In Mannheim passiert derzeit ohnehin einiges: Der Bereich rund um den Hauptbahnhof, besonders in Richtung Lindenhof, hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Dazu folgt demnächst noch ein eigener Beitrag.

    Und Mannheim lohnt sich ohnehin: Die Quadratestadt mit ihrem riesigen Schloss, der Augusta-Anlage, der barocken Stadtstruktur und einer ganzen Reihe sehenswerter Kirchen ist schon für sich genommen einen Besuch wert. Wenn man dann ohnehin in der Gegend ist, könnte man auch noch einen Blick nach Ludwigshafen werfen. Die neue Bebauung am Luitpoldhafen ist durchaus interessant und wirkt stellenweise fast futuristisch.

    Weiter geht es mit Bildern vom Loop Richtung Hochhaus H, Franklin Mitte und Co und Richtung Hochpunkt an der Abraham Lincoln Allee 17:

    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin026.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin027.jpg

    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin028.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin032.jpg


    Direkt vorbei am Hochpunkt H verläuft die Europa-Achse, die sich als eine der zentralen städtebaulichen Linien durch das gesamte Quartier Franklin zieht. Sie ist als übergeordnete Fuß- und Radwegeverbindung gedacht und soll die verschiedenen Teilbereiche des Quartiers miteinander verknüpfen, und zwar von den Wohngebieten über die Freiräume bis hin zur Grünen Mitte.

    Dabei ist sie durchaus ein eigenwilliges und umstrittenes Element: Sie schneidet sich konsequent durch das Quartier, führt zwischen Baukörpern hindurch oder durchtrennt diese regelrecht und unterläuft beziehungsweise durchquert auch den Bereich des Nahversorgungszentrums mit dem grünen Hügel. Das kann man kritisieren, weil es stellenweise fast etwas forciert wirkt. Gleichzeitig mag ich diese Achse aber gerade wegen dieser Konsequenz. Sie ist nicht nur Weg, sondern auch eine städtebauliche starke Aussage.

    Im besten Fall betont sie sprichwörtlich die Bedeutung von Verbindung, innerhalb des Quartiers, aber auch symbolisch im größeren europäischen Kontext, wenn auch mit etwas Pathos, aber:

    Gerade in diesen sehr unschönen Zeiten für uns alle finde ich es allerdings wichtig, an das Gesamtkonstrukt Europa zu erinnern. Bei allen berechtigten Problemen, Widersprüchen und sicher auch erheblichem Verbesserungsbedarf bleibt Europa für mich der Rahmen, in dem unsere gemeinsame Zukunft liegen MUSS. Insofern bekommt diese Achse für mich auch eine symbolische Ebene: Sie steht nicht nur für eine Verbindung innerhalb des Quartiers, sondern auch für die Idee, dass Verbindung selbst wieder stärker betont werden sollte.

    Das 2. Bild zeigt wie es einmal aussehen könnte, wenn die Achse fertiggestellt wurde und auch dem Meister Yoda gefällt es auf dem Loop, wenn er auch nie hören will:

    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin029.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin076fertig.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin077MY2.jpg


    Immer wieder ergeben sich spannende Sichtachsen und immer wieder fällt auf wie oft der Baustoff Holz eingesetzt wurde, was ich absolut begrüße:

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    Deutlich aufragend zeigt sich der grüne Hügel, der künftig auch bestiegen werden kann. Dabei scheint die Anlage barrierefrei erschlossen zu sein; der sichtbare Aufzugsaufsatz deutet bereits darauf hin. Die im Inneren liegenden Geschäfte werden über die dreieckigen Lichtöffnungen mit Tageslicht versorgt. Gerade diese Öffnungen geben dem Baukörper eine besondere, fast skulpturale Wirkung: irgendwo zwischen Landschaftsbau, Nahversorgung und begehbarer Architektur, mehr dazu dann später. Vor diesem liegt noch die BFV Chapel aus dem Jahr 1955, bald ein Multikonfessioneller Kirchenraum:

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    Hochpunkt an der Abraham Lincoln Allee. Davor teilweise sichtbar ist ein Teil der großen Sportanlage Franklin:

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    Direkt am grünen Hügel entstehen zwei Holzhybridbauten, die von MVRDV entworfen wurden: "Timber Hill“ und "Timber Spirit“. Die Gebäude nehmen mit ihren langen, schmalen Baukörpern bewusst Bezug auf die früheren Riegelstrukturen des Kasernenareals, interpretieren diese aber deutlich offener und zeitgemäßer.

    Interessant ist hier vor allem die Konstruktion:

    Tragstruktur und Treppenhäuser werden in Beton ausgeführt, während die nichttragende äußere Hülle aus Holz besteht. Die außenliegende Balkon- und Laubengangkonstruktion übernimmt dabei gleich mehrere Aufgaben. Sie dient der Erschließung über externe Treppenanlagen, schafft zusätzliche Aufenthaltsbereiche, verschattet die Wohnungen und schützt zugleich die Holzfassade vor Witterung. Ein gutes Beispiel dafür, wie man kostengünstig, robust und trotzdem sinnvoll bauen kann.

    Gerade diese außenliegenden Erschließungen sind bei uns noch immer eher selten, während man solche Lösungen aus anderen Ländern deutlich häufiger kennt. In Franklin zeigt sich einmal mehr, dass man mit einfachen Mitteln viel erreichen kann, wenn das Grundkonzept stimmt. Dazu kommen begrünte Fassaden, Photovoltaik auf den Dächern und eine insgesamt deutlich ökologischere Bauweise durch den großen Holzanteil.

    Besonders auffällig ist der längere Bau mit der goldfarbenen Fassade direkt am grünen Hügel. Die glänzenden Fassadenelemente nehmen je nach Licht Himmel, Bäume und Umgebung auf und erzeugen dadurch eine erstaunlich lebendige Wirkung. Was schnell kitschig hätte werden können, funktioniert hier überraschend gut: Der Bau wirkt nicht einfach wie ein weiterer Wohnriegel, sondern fast wie ein markanter Baustein zwischen Architektur, Durchwegung und künstlicher Landschaft. Gerade im Zusammenspiel mit dem grünen Hügel bekommt dieser Bereich eine sehr eigene Atmosphäre.

    Für mich eine der stärksten Fassaden im Quartier. So eine ähnlich goldene Fassade wünschte ich mir einmal für ein Hochhaus in Frankfurt beispielsweise:


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    Aber auch die eher schlicht gehaltenen Bestandsbauten haben in Franklin ihre Daseinsberechtigung. Nach der Kernsanierung wirken sie weiterhin ordentlich und durchaus ansehnlich. Einziger Kritikpunkt: Die Stellplätze hätte man aus meiner Sicht besser in einer Tiefgarage untergebracht. Oberirdisch wäre dadurch Raum für Grünanlagen entstanden, ähnlich wie bei der Platensiedlung in Frankfurt. So ist es mir zu Auto affin.

    Dennoch entsteht im Zusammenspiel mit den deutlich selbstbewussteren Neubauten im Hintergrund ein interessanter Kontrast zwischen der ehemaligen Kasernenstruktur und dem neuen verdichteten Stadtraum:

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    Zurück zu den auffallenderen Kandidaten:

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    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin037.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin044.jpg


    Von der Thomas-Jefferson Straße in Richtung entstehender Europa-Achse:


    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin040.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin043.jpg


    Am Grünen Hügel in Franklin Mitte, hier ein interessanter Querschnitt und Draufsicht und zusätzlich hier eine sehr sehenswerte Bilderstrecke auf DBA-Bau:

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    © alle Bilder: Adama

    Auch der Meister Yoda fühlte sich in Franklin Mitte sichtlich wohl:

    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin077MY1.jpg


    Gleich geht es mit dem dritten Teil der Reportage weiter. Dann auch wieder mit etwas weniger Text.

    Vor etwa zwei Wochen war ich mal wieder in Mannheim und habe mir erneut das Neubaugebiet Franklin angesehen. Auch wenn das Quartier architektonisch nicht unumstritten ist, mag ich es auf eine gewisse Weise: Es ist groß, grün, abwechslungsreich, visuell selten langweilig und lebt gerade von der Mischung aus Alt und Neu, aus Brüchen, Experimenten und gelegentlich auch fragwürdigen Entscheidungen. Spannend.

    Zuerst zeige ich eine kurze Kartenübersicht mit meinem Laufweg. Meister Yoda, mein Ziehhund, war diesmal ebenfalls mit von der Partie. Ich glaube er ist ein paar Mal zu sehen.

    Spannend ist derzeit vor allem der Bereich rund um das Hochhaus "Orbit“ (leider war die Treppe zur Aussichtsplattform noch immer gesperrt), ebenso wie Teile der Umgebung von Franklin Mitte mit dem grünen Hügel, dem zukünftigen Versorgungszentrum des Quartiers.


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    Karte: © https://www.openstreetmap.org/copyright © OpenStreetMap-Mitwirkende


    Blick in das Quartier am Radschnellweg Mannheim-> Weinheim und über die Birkenauer Straße, schön zu sehen das recht gut gelungene Hochhaus H:

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    Nach rechts Richtung Columbusstraße, hier sieht man ursprüngliche Bebauung der US-Garnison Mannheim, auch bekannt als Basis Franklin:

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    Bunte Siedlung mit den fast fertig gestellten, sehr bunten Bauten an der Robert-Funari Straße:

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    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin005.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin010.jpg

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    Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich die Wohnbebauung "Forum Franklin“. Hier wurden die Bestandsbauten saniert und, wie ich finde, sehr gelungen erweitert und ergänzt (z.B mit neuen Balkonen und Dachgauben). Besonders positiv ist, dass so die alten Strukturen teilweise noch ablesbar bleiben, zugleich aber durch die neuen Baukörper und Ergänzungen an den Bestandsbauten ein deutlich urbanerer und zeitgemäßer Gesamteindruck entsteht:

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    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin007.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin008.jpg


    Ein wichtiger und prägender Bau innerhalb der ehemaligen US-Kaserne ist das "Clockhouse“. Ursprünglich wurde es als Stabsgebäude errichtet und später während der Nutzung durch die US-Army weiterhin militärisch-administrativ genutzt. Heute ist es zu einem Bürostandort umgebaut worden und dient unter anderem der MWSP als Sitz.

    Äußerlich wurde das Gebäude weitgehend unverändert erhalten; die Veränderungen fanden vor allem im Inneren statt. Gerade dadurch bleibt der historische Bezug des Ortes gut erkennbar, während das Gebäude zugleich eine neue zivile Funktion im Stadtteil Franklin übernommen hat. Schön gelegen ist es zudem gegenüber der George-Washington-Straße und wirkt dort wie ein ruhiger Ankerpunkt im Quartier:

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    Mehr aus der bunten Siedlung: Das kleine "höchste Haus“ befindet sich weiterhin im Rohbau. Um eine bessere Vorstellung davon zu vermitteln, wie es später einmal wirken könnte, habe ich es einer Fassade versehen. Diese Visualisierung zeige ich separat am Ende der Serie über die bunte Siedlung. Wichtig zu erwähnen ist auch die konsequent umgesetzte Infrastrukturplanung, insbesondere bei der Müllentsorgung. Die Sammelstellen sind unauffällig im Boden versenkt und ziehen sich einheitlich durch das gesamte Quartier. Das wirkt durchdacht, aufgeräumt und deutlich weniger improvisiert als vielerorts üblich. Man kennt solche Lösungen vor allem aus den Niederlanden.

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    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin015.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/franklin022.jpg


    Zentraler Platz der bunten Siedlung:


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    Höchstes Haus mit Fassade:

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    Wir verlassen nun die bunte Siedlung und gehen Richtung Loop:

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    Vom Loop aus öffnet sich ein schöner Blick Richtung "Orbit“ links, auf das Hochhaus H in der Mitte und das Hochhaus E rechts. Der Loop wird intensiv als Rad- und Fußweg genutzt und funktioniert damit bereits jetzt als zentrale Verbindung im Quartier. Große Rasenflächen und eine Vielzahl von Bäumen sorgen zusätzlich für eine angenehme Aufenthaltsqualität.

    Mehr dazu im nächsten Beitrag.

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    © alle Bilder: Adama

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    Du traust dich wirklich, bei dieser Hitze rauszugehen! Aber immerhin können wir den Baufortschritt dadurch bequem aus der kühlen Wohnung heraus verfolgen.

    Aus dieser Perspektive finde ich allerdings nach wie vor, dass der Turm kaum heraussticht. Hoffentlich ändern die noch ausstehenden 21 Etagen daran noch etwas. Im Moment wirkt er hier jedenfalls eher zurückhaltend als wirklich skylineprägend.

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    Nein, Naturstein hatte ich, glaube ich, auch gar nicht geschrieben. Genau deshalb war ich ja etwas vorsichtig in der Formulierung. Für mich wirkt es eher wie großformatige Fassadenfertigteile, vermutlich aus einem mineralischen Verbundmaterial, Kunststein oder einer gepressten beziehungsweise gegossenen Mischung. Ganz genau kann man das aus der Distanz natürlich schwer sagen.

    Der erste Eindruck ging bei mir kurz in Richtung Betonfertigteil, bei näherem Hinsehen wirkt die Oberfläche aber doch etwas anders: sehr rau, körnig, massiv und bewusst steinartig, nur eben ohne die Tiefe oder Lebendigkeit, die man von echtem Naturstein erwarten würde.

    Bei den Gesimsen bin ich ganz bei dir. Da müsste eigentlich noch etwas kommen, sonst bleibt das an dieser Stelle wirklich arg schlicht. Gerade im direkten Anschluss an den Altbau wäre ein wenig mehr Profilierung, Schattenwirkung und handwerkliche Anmutung schon wünschenswert.

    Und ja, die Hochhaus-Fassade braucht dringend diese Makrostruktur, sonst bleibt sie in der Wirkung tatsächlich ziemlich nüchtern ... höflich gesagt.

    Die erste vollständige Reihe der Betonstützen steht bereits. Umso erstaunlicher ist es und ja ich wiederhole mich da, dass am Opernplatz 2 noch immer kein Bauschild mit einer Visualisierung des Projekts zu sehen ist.

    An die Verantwortlichen:

    Ob Family Office, Lang & Cie, oder wer auch immer hier federführend ist: Wo bleibt die Visualisierung?
    Haben die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt kein Recht darauf zu sehen, was an dieser prominenten Stelle gebaut wird?

    Gerade an einem Ort wie dem Opernplatz, in direkter Nachbarschaft zur Alten Oper und mitten im Frankfurter Stadtraum, sollte Transparenz eigentlich selbstverständlich sein. Ein nüchternes Pflichtbauschild reicht hier nicht aus. In Frankfurt ist es längst üblich, größere Projekte mit einer Visualisierung vor Ort zu zeigen. Schon allein, damit sich Passanten ein Bild machen können.


    Kurz gesagt: Wenn dort schon gebaut wird, sollte man den Menschen auch zeigen, was dort entsteht. Alles andere wirkt unnötig intransparent.


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    Bild: Adama

    An der Nord- und Westseite sind die Sandstein-Fassadenplatten bereits vollständig entfernt worden; lediglich an der Ostseite hängen noch großflächig Platten. Nach Süden hin ist die Glasfassade noch weitgehend vorhanden. Insgesamt merkt man aber: Die Arbeiten nehmen spürbar Fahrt auf.

    Bemerkenswert ist dabei, mit wie wenig Platz man vor Ort auskommen muss. Zwischen Bestandsgebäuden, Parkanlage, Straßenraum und laufender Baustellenlogistik bleibt kaum Spielraum.


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    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/PT03.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/PT02.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/PT04.jpg


    Bilder: Adama

    Nur rund eine Woche später zeigt der Rohbau schon wieder spürbare Veränderungen. Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung merkt man, wie schnell sich der Eindruck von einem Besuch zum nächsten verändert. Auch bei "The Bank“ wird es nun konkreter: Am angebauten Gebäudebereich hängen inzwischen die ersten Fassadenteile, dazu gleich mehr.

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    Aktuell wird das erste der vier horizontalen, etwas breiteren dunklen Fassadenbänder montiert. Diese Bänder akzentuieren die vier gestapelten Baukörper des Hochhauses und markieren zugleich die Oberkanten der 3 Technikgeschosse und der Hochhaus Attika. Damit beginnt die Fassade nun, ihre spätere Gliederung zu zeigen, dadurch entsteht mehr Tiefe und Struktur. Weitaus besser als ein bloßes Glasraster:


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    Kommen wir jetzt zum wirklichen Salz in der Suppe:

    Etwas verwundert bin ich über die Materialität und Wirkung der Fassade am Neubauabschnitt von "The Bank“, also genau dort, wo der Neubau unmittelbar an die historische Bestandsfassade anschließt.

    Mir war natürlich klar, dass man hier offenbar eine bewusste visuelle Trennung zum Altbau herstellen wollte. Und grundsätzlich finde ich diesen Ansatz auch nachvollziehbar. Alt und Neu müssen nicht zwanghaft miteinander verschmelzen. Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung kann ein sauber gesetzter Kontrast durchaus funktionieren. Den haben wir ja in Frankfurt schon recht oft.

    Umso mehr überrascht mich allerdings die bisherige Wirkung der neuen Fassadenelemente. Auf den ersten Blick dachte ich zunächst tatsächlich an Betonfertigteile! Bei näherem Hinsehen erkennt man zwar, dass es sich um großformatige, massive Fassadenteile mit einer rauen Oberfläche handelt. Dennoch bleibt der Eindruck sehr schlicht, fast spröde. Die Materialität wirkt sehr kühl, die Oberfläche grob, und eine feinere Profilierung oder handwerkliche Tiefe ist bislang kaum erkennbar. Eine etwas wärmere wirkende Fassade wäre hier wahrscheinlich die bessere Wahl gewesen.

    Gerade an dieser sensiblen Stelle, direkt neben dem Altbau, hätte ich mir etwas mehr Raffinesse gewünscht: eine stärkere Plastizität, feinere Kanten, subtilere Schattenwirkungen oder zumindest eine Materialität, die etwas mehr Wertigkeit ausstrahlt. So wirkt das Ganze im Moment leider recht banal. Ich eghe sogar weiter: beinahe brutal in seiner Schlichtheit. Nicht brutalistisch im architektonischen Sinne, sondern eher: große helle Brocken, fertig.

    Natürlich muss man das Endergebnis abwarten. Die Baustellensituation, fehlende Anschlüsse, noch offene Öffnungen und die nicht fertiggestellten Nachbarfassaden verzerren den Eindruck zwangsläufig. Vielleicht gewinnt der Bereich in der Gesamtschau noch deutlich, wenn die sanierten Teile des Altbaus, die Fenster, die Erdgeschossnutzung und die übrigen Fassadenflächen fertiggestellt sind.

    Im aktuellen Zwischenstand bin ich jedoch eher enttäuscht. Gerade weil ich KSP grundsätzlich schätze, hätte ich an dieser Stelle etwas mehr gestalterische Spannung und Materialfeinheit erwartet. Ob die sanierte Altbaufassade später genug Qualität und Atmosphäre einbringt, um diesen Neubauanschluss aufzuwerten, bleibt abzuwarten. Im Moment wirkt es auf mich jedenfalls deutlich einfacher, als ich es an dieser prominenten Stelle erwartet hätte.


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    Einige Bilder aus den Wallanlagen:


    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/cbt010.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/cbt011.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/cbt013.jpg


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    Fassadenwirkung:


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    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/cbt015.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/cbt016.jpg


    Weitere, unter anderem Perspektiven, aus denen der neue Turm bald sichtbarer wird und neue Akzente setzt:

    Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/cbt017.jpg Bild: https://www.fvgffm.de/img2/2026/jun2/cbt018.jpg

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    Bilder: Adama

    Könnte eine interessante Veranstaltung werden, also wer kann:


    Veranstaltungstipp:
    „Architektur – Frankfurt: Zukunft denken, Stadt gestalten“

    Moderiert von Peter Cachola Schmal (Deutsches Architekturmuseum DAM).

    🗓 Mittwoch, 17. Juni 2026
    ⏰18 Uhr

    Frankfurt steht vor großen Herausforderungen und im europäischen Wettbewerb der Metropolen unter wachsendem Druck. Wie kann unter diesen Bedingungen langfristig Stadt- und Architekturqualität gesichert werden?

    Zu diesen Fragen sprechen Tina Kortmann (UNStudio) und Prof. Dr. Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen der Stadt Frankfurt am Main. Im Anschluss diskutieren Nikolaus Bieber (Groß & Partner), Florian Reiff (Tishman Speyer), Prof. Dr. Mirjam Wenzel (Jüdisches Museum Frankfurt) und Jürgen Engel (KSP ENGEL) über die Zukunft der Stadtentwicklung in Frankfurt.


    Genaueres und weiteres:

    https://www.facebook.com/share/1JPJc86eko/

    Am Sonntag habe ich mich einmal aufs Rad gewagt, um über den Lohrberg in Richtung Maintal und weiter über die Hohe Straße zu fahren. Auch wenn am Nachmittag noch mit Gegenlicht zu rechnen war, wollte ich gerne sehen, wie sich die Skyline aus diesen Perspektiven entwickelt hat udn es natürlich zu fotografieren. Oberhalb von Maintal war ich schon länger nicht mehr unterwegs, auf dem Lohrberg selbst bin ich ja öfter.

    Auf dem Weg dorthin, entlang der Friedberger Landstraße, eher als Rasermeile bekannt, steht gegenüber der Abzweigung zum Berger Weg das Alte Zollhaus, eines der älteren Gebäude unserer Stadt, erbaut 1775.

    Das hat zwar nicht direkt etwas mit der Skyline zu tun, ich wollte es aber einfach einmal zeigen und erwähnen. Zu Gast war ich dort bisher noch nicht; heute gilt es ja als beliebtes Ausflugsziel und Restaurant mit rustikalem Ambiente und traditioneller Küche.

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    Tolle Aussicht wie immer auf dem Lohrberg und dem zugehörigen Weinberg. Zum Fotografieren war es aufgrund des Gegenlichts zunächst etwas anspruchsvoller, am Abend wurde es dann aber deutlich besser; siehe die späteren Aufnahmen.

    Am Weinberg:

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    Auf dem Weg zur Location oberhalb von Maintal gibt es eine besonders schöne Stelle an der hohen Straße, einem "Tunnelview", man rast förmlich auf die Skyline zu:


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    Oberhalb von Maintal:


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    Auf der Rückfahrt Richtung Bergen-Enkheim und dem Lohrberg hat man dann des Öfteren solche Ausblicke:


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    Wieder auf dem Lohrberg mit deutlich besseren Lichtbedingungen:

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    Bilder: Adama

    Das soll es jetzt aber auch gewesen sein mit den Lohrberg/Maintal Bildern...