Und ein paar Ansichten vom Main aus:





Bilder: © Adama
Und ein paar Ansichten vom Main aus:





Bilder: © Adama
Wie jedes Jahr ein Panorama der Skyline, aufgenommen vom Goetheturm aus, das nächste kommt dann wieder im Frühjahr 2027:

Bild: © Adama
Ganz wunderbar, vielen Dank! Bad Wimpfen steht schon seit einiger Zeit auf meiner Liste, jetzt gibt es schon einmal wunderbare Inspirationen. Besonders kurios finde ich, dass die Stadt von 1803 bis 1945 als hessische Exklave weit entfernt vom hessischen Kernland lag. Auch die Schlacht bei Wimpfen von 1622 gehört zu den bedeutenden Ereignissen der frühen Phase des Dreißigjährigen Krieges. Gerne mehr davon!
Der L-förmig angelegte sog. Ehrenhof des Kurfürstlichen Schlosses Mainz zeigt besonders eindrucksvoll die reich gegliederten Renaissancefassaden mit ihren Fensterachsen, Balkonen und dem plastischen Schmuck aus rotem Sandstein. Licht und Schatten arbeiten die zahlreichen Details sehr schön heraus und verleihen der langen Fassadenfront zusätzliche Tiefe.
Weniger repräsentativ präsentiert sich dagegen der Hofbelag, der an vielen Stellen deutlich vernachlässigt und stark ausgebessert wirkt. Für die Aufnahme habe ich auf der linken Seite lediglich ein größeres Zelt sowie weitere temporäre Aufbauten einer Veranstaltung entfernt, um den Blick auf Architektur und Hofraum nicht unnötig zu stören.



Die Ostseite des Kurfürstlichen Schlosses im schwierigen Nachmittagsgegenlicht. Zum Zeitpunkt der Aufnahme war ein großer Teil der Fassade eingerüstet. Für die bearbeitete Fassung habe ich das Gerüst sowie weitere temporäre Störelemente entfernt und Teile der verdeckten Architektur rekonstruiert. Das zweite Bild zeigt zum Vergleich den tatsächlichen Zustand während der Aufnahme.


Ein Detail an der Fassade des Hessischen Landtags in Wiesbaden: Die plastisch ausgearbeitete Figur tritt im kräftigen Seitenlicht besonders deutlich hervor. Fast ebenso präsent wie die Skulptur selbst ist ihr scharf gezeichneter Schatten auf dem roten Sandstein.
Bilder: © Adama
Trotzdem gehören die Twin Towers heute zur Architekturgeschichte. Nicht wegen ihrer Zerstörung allein, sondern wegen ihres Tragwerks, ihres Aufzugssystems, ihrer Dimensionen und ihrer radikalen formalen Klarheit.
Das ursprüngliche World Trade Center war ein Produkt einer Zeit, in der Hochhäuser noch als große Ingenieuraufgabe verstanden wurden. Man musste neu darüber nachdenken, wie ein 400 Meter hohes Gebäude überhaupt wirtschaftlich erschlossen werden konnte, wie es sich im Wind verhielt, wie man seine Geschossflächen möglichst frei hielt und wie sich Hunderttausende Quadratmeter Bürofläche vertikal organisieren ließen.
Viele Lösungen, die dort eingesetzt wurden, wirken heute selbstverständlich.
Damals waren sie es nicht.
Galerie: Das World Trade Center kurz vor seiner Zerstörung:

Luftaufnahme des World Trade Centers, Sommer 2001. Foto: Carol M. Highsmith / Library of Congress. Public Domain

360-Grad-Panorama vom Dach des World Trade Centers, August 2001. Foto: Dheera Venkatraman. Public Domain

World Trade Center, März 1999. Foto: Geheimnisträgerin / Wikimedia Commons. Public Domain
zum Fotografen:
Balthazar Korab (1926–2013) gehörte zu den bedeutenden Architekturfotografen der amerikanischen Nachkriegsmoderne. Der in Budapest geborene und in Paris zum Architekten ausgebildete Korab arbeitete zunächst im Büro von Eero Saarinen und machte sich später als Fotograf einen Namen; Architekten wie Mies van der Rohe, Frank Lloyd Wright und Minoru Yamasaki ließen ihre Bauten von ihm dokumentieren. 1976 fotografierte Korab das damals noch junge World Trade Center in einer umfangreichen Serie mit Außenansichten, Details, Modellen und Aufnahmen der Plaza. Er erlebte die Zerstörung der von ihm dokumentierten Twin Towers 2001 noch mit und starb am 15. Januar 2013 im Alter von 86 Jahren. Sein umfangreiches fotografisches Archiv befindet sich heute in der Library of Congress.
New York City war für mich nie einfach nur eine interessante Stadt. Die Stadt hatte immer einen besonderen Platz in meinem Herzen, und das World Trade Center gehörte ganz wesentlich dazu. Die Twin Towers waren zum Zeitpunkt meiner Geburt gerade einmal 4 Jahre alt. Vielleicht hat mich gerade deshalb ihre Präsenz so früh geprägt.
Meine Begeisterung für Hochhäuser begann jedenfalls nicht erst mit Architekturzeitschriften oder Fachbüchern. Sie begann mit solchen Bildern. Mit Manhattan, mit der Skyline und mit diesen beiden Türmen, die für mich über viele Jahre ganz selbstverständlich zu New York gehörten.
Beenden möchte ich diesen Beitrag deshalb ganz bewusst mit einem eigenen Foto. Es ist keine besonders gute Aufnahme. Falsch fokusiert, technisch schwach und aus heutiger Sicht sicher nichts, was ich fotografisch noch so stehen lassen würde. Aufgenommen habe ich sie von Weehawken aus im Juni 2001 noch mit einer Minolta DiMAGE , einer frühen Digitalkamera mit wenigen Megapixeln.

Bild: Adama
Nur drei Monate später existierte dieses Bild nicht mehr.
Zur Terrorattacke selbst möchte ich hier bewusst keine weiteren Bilder zeigen. Jeder kennt diese Aufnahmen, und jeder weiß, wo sie zu finden sind. Mir war wichtiger, das World Trade Center noch einmal so zu zeigen, wie es einmal war: als Architektur, als Teil von New York und als zwei Gebäude, die meine eigene Begeisterung und die vieler anderer für Hochhäuser auf der ganzen Welt wesentlich mitgeprägt haben.
25 Jahre danach: Das ursprüngliche World Trade Center in New York
Am 11. September 2026 jähren sich die Terroranschläge auf New York und Washington zum 25. Mal. Fast 3.000 Menschen wurden an diesem Tag getötet. Für ein Architekturforum ist dieses Datum aber auch Anlass, an ein Bauensemble zu erinnern, das weit mehr war als die Kulisse dieser Katastrophe: Das ursprüngliche World Trade Center gehörte zu den technisch und städtebaulich prägendsten Hochhausprojekten des 20. Jahrhunderts.

World Trade Center mit Brooklyn Bridge, 1976. Foto: Balthazar Korab / Library of Congress. Public Domain
Die Planungen für das World Trade Center reichen bis in die 1950er-Jahre zurück. Bauherr war die Port Authority of New York and New Jersey. Den entscheidenden Entwurf entwickelte der amerikanische Architekt Minoru Yamasaki gemeinsam mit seinem Büro Minoru Yamasaki & Associates; beteiligt war außerdem Emery Roth & Sons.
1964 wurde der endgültige Entwurf vorgestellt. Statt eines einzelnen gigantischen Hochhauses entschied man sich für zwei nahezu identische Türme mit jeweils 110 Geschossen. Sie sollten gemeinsam eine große Plaza beherrschen und zum weithin sichtbaren Symbol für Lower Manhattan werden.

Modell des World Trade Centers mit den Twin Towers und der Plaza, 1976. Foto: Balthazar Korab / Library of Congress. Public Domain

Architekturmodell des World Trade Centers mit Twin Towers und Plaza, Aufnahme 1976. Foto: Balthazar Korab Studios / Library of Congress, No known restrictions on publication
Die Bauarbeiten begannen am 5. August 1966. Allein die Arbeiten für Fundamente und Untergeschosse dauerten fast zwei Jahre. 1968 begann der eigentliche Hochbau. Der Nordturm wurde 1970 fertiggestellt, der Südturm 1971. Am 4. April 1973 wurde das World Trade Center offiziell eröffnet.
Der Nordturm, 1 World Trade Center, erreichte eine Dachhöhe von rund 417 Metern. Der Südturm, 2 World Trade Center, war mit etwa 415 Metern nur geringfügig niedriger. Zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung waren die Twin Towers die höchsten Gebäude der Welt.
Beide Türme hatten einen nahezu quadratischen Grundriss von rund 63 × 63 Metern. Jede typische Büroetage bot eine riesige zusammenhängende Fläche. Zwischen Fassade und Kern standen praktisch keine Stützen. Gerade das war eine der großen technischen Leistungen des Projekts.

Das eigentlich Revolutionäre steckte im Tragwerk.
Die Twin Towers waren frühe und besonders konsequente Beispiele des sogenannten Framed-Tube-Prinzips. Die Außenfassaden bestanden aus dicht nebeneinanderstehenden Stahlstützen, die zusammen mit horizontalen Trägern eine steife tragende Röhre bildeten. Je Fassadenseite standen 59 Außenstützen, insgesamt also 236 pro Turm.
Im Inneren befand sich ein kompakter Kern mit weiteren tragenden Stützen, Aufzügen, Treppenhäusern und Versorgungsschächten. Zwischen diesem Kern und der Außenfassade spannten leichte Stahlfachwerkträger, auf denen die Geschossdecken lagen. Damit übernahm die Fassade selbst einen erheblichen Teil der Tragfunktion. Das ermöglichte ungewöhnlich freie Grundrisse und war für Bürohochhäuser dieser Größenordnung ausgesprochen fortschrittlich.

Blick von der Plaza auf die Fassadenstruktur des World Trade Centers, 1976. Foto: Balthazar Korab / Library of Congress. Public Domain
Auch das Verhalten im Wind spielte bei der Planung eine große Rolle. Die Türme wurden intensiv im Windkanal getestet. Ihre enorme Höhe führte dazu, dass sich die Gebäudespitzen bei starkem Wind merklich bewegen konnten. Diese Bewegung war konstruktiv vorgesehen und Teil des statischen Konzepts.
Beeindruckend war auch die vertikale Erschließung.
Jeder Turm verfügte über 99 Aufzüge. Hätte man für alle 110 Geschosse konventionelle Aufzugsschächte vorgesehen, wäre ein enormer Teil der Nutzfläche verloren gegangen. Deshalb arbeitete man mit sogenannten Sky Lobbies. Expressaufzüge brachten die Menschen zunächst zu Umsteigeebenen im 44. und 78. Stock. Dort wechselten sie in lokale Aufzüge, die jeweils nur bestimmte Gebäudebereiche bedienten. Das Prinzip ähnelte dem Express- und Local-System der New Yorker U-Bahn. Einige der großen Expressaufzüge konnten mehr als 50 Personen gleichzeitig transportieren.
Auch optisch waren die Twin Towers ungewöhnlich. Aus der Entfernung wirkten sie fast vollkommen abstrakt: zwei gewaltige silberne Quader, extrem ruhig und beinahe monolithisch. Näherte man sich ihnen, veränderte sich dieser Eindruck deutlich. Die Fassaden bestanden aus einem sehr engen Raster schmaler vertikaler Stützen. Die Fenster waren ungewöhnlich schmal. An den Gebäudesockeln verzweigten sich die Außenstützen zu hohen, spitzbogenartigen Öffnungen.
Bild links: Eingangsbögen des World Trade Centers mit James Rosatis Skulptur „Ideogram“, 1976. Foto: Balthazar Korab / Library of Congress. Public Domain
Bild rechts: Innenraum des World Trade Centers mit den charakteristischen hohen Bogenfenstern, 1976. Foto: Balthazar Korab Studios / Library of Congress. Public Domain
Beide Bilder: Balthazar Korab / Library of Congress. Public Domain
Zwischen den Gebäuden lag die große Austin J. Tobin Plaza. Ihr bekanntestes Kunstwerk war Fritz Koenigs monumentale Bronzeskulptur „Große Kugelkaryatide N.Y.“, besser bekannt als „The Sphere“.
Die Skulptur stand seit 1971 im Zentrum der Plaza. Sie überstand den 11. September schwer beschädigt und wurde bewusst nicht wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. Heute steht sie im Liberty Park am neuen World Trade Center.

Fritz Koenigs „The Sphere“ vor den Eingangsbögen des World Trade Centers, 1976. Foto: Balthazar Korab / Library of Congress. Public Domain
Beide Bilder: Balthazar Korab / Library of Congress. Public Domain
Das gesamte World Trade Center bestand aus sieben Gebäuden.
Zwischen den beiden Türmen stand das 22-geschossige Marriott World Trade Center Hotel, 3 WTC. Hinzu kamen 4 und 5 World Trade Center mit jeweils neun Geschossen sowie das achtgeschossige 6 World Trade Center, das unter anderem vom US Customs Service genutzt wurde.
7 World Trade Center stand auf der anderen Seite der Vesey Street. Dieses 47-geschossige Hochhaus wurde erst 1987 fertiggestellt und gehörte damit nicht zum ursprünglichen Bauabschnitt der 1970er-Jahre.
Unter dem gesamten Komplex lag eine gewaltige Infrastruktur mit Einkaufsflächen, Technikbereichen, Parkanlagen und Verkehrsanbindungen. Das PATH-System verband das World Trade Center direkt mit New Jersey. Zehntausende Menschen arbeiteten täglich auf dem Areal.
Die beiden Türme waren entsprechend schwer. Für jeden einzelnen werden häufig Größenordnungen von rund 450.000 Tonnen genannt. Für den gesamten Komplex wurden ungefähr 180.000 bis 200.000 Tonnen Stahl verbaut.
Allein die beiden Türme besaßen zusammen mehr als 43.000 Fenster.

World Trade Center vom New Yorker Hafen aus gesehen, 1976. Foto: Balthazar Korab / Library of Congress. Public Domain
Am Morgen des 11. September 2001 traf um 8:46 Uhr American-Airlines-Flug 11 den Nordturm zwischen ungefähr dem 93. und 99. Stock.
Um 9:03 Uhr schlug United-Airlines-Flug 175 in den Südturm ein, ungefähr zwischen dem 77. und 85. Stock.
Beide Gebäude überstanden die unmittelbaren Einschläge zunächst. Um 9:59 Uhr stürzte der Südturm ein. Der Nordturm folgte um 10:28 Uhr.
Die späteren technischen Untersuchungen zeigten, dass das Zusammenspiel mehrerer Faktoren entscheidend war. Die Flugzeuge beschädigten tragende Bauteile, zerstörten große Teile des Brandschutzes und verteilten Treibstoff über mehrere Geschosse. Die anschließenden Brände erwärmten die Stahlkonstruktion über längere Zeit. Stahl muss dabei nicht schmelzen, um seine Tragfähigkeit erheblich zu verlieren. Die Geschossdecken verformten sich, Tragglieder verloren Steifigkeit und Teile der Außenfassaden wurden nach innen gezogen. Schließlich erreichte die Konstruktion einen Zustand, in dem die verbliebenen tragenden Elemente die Lasten nicht mehr aufnehmen konnten.
Mit dem Einsturz der Türme wurde auch ein großer Teil des übrigen World-Trade-Center-Komplexes zerstört oder so schwer beschädigt, dass die Gebäude später abgetragen werden mussten.
Das World Trade Center war schon bei seiner Entstehung umstritten. Für den Bau wurde ein ganzer Bereich von Lower Manhattan neu geordnet. Mehrere Straßen verschwanden. Ältere Häuser wurden abgerissen. Kritiker bemängelten die gigantischen Dimensionen, die große Plaza und die scheinbare Monotonie der Türme.
Mit den Jahren änderte sich die Wahrnehmung. Die beiden Türme wurden zu einem der weltweit bekanntesten Stadtbilder überhaupt. Ihre einfache Form machte sie aus großer Entfernung sofort erkennbar. Von Staten Island, aus Brooklyn, aus New Jersey oder vom Hafen aus bildeten sie einen Fixpunkt der New Yorker Skyline.
Sie existierten nur rund drei Jahrzehnte.
Auf den Bildern macht der eröffnete Parkteil grundsätzlich einen ordentlichen Eindruck, gerade die etwas natürlichere Gestaltung gefällt mir. Trotzdem bleiben für mich einige Punkte unverständlich: Warum hat man bei einer komplett neu geplanten Anlage keine Wasserspender vorgesehen, keine Pergolen oder andere feste Schattenspender und auch keine Vorrichtungen, an denen bei Bedarf Sonnensegel angebracht werden könnten? Die jungen Bäume werden noch viele Jahre kaum Schatten liefern. Immerhin hat man bei den Kinderspielbereichen ein paar Sonnenschirme bedacht. Kühler wird es die nächsten Jahre nicht mehr.
Und natürlich nutzen Bürgermeister Josef und der Planungsdezernent Dr. Gwechenberger auch diese Eröffnung wieder für die obligatorische Foto-Op. Man kennt es inzwischen. Vielleicht sollte man sich darum bemühen, das Viertel endlich besser anzubinden, Stichworte Unterführung und den direkten Zugang zum Westbahnhof.
Innenansichten von Kirchen:
Mainzer Dom:
Bilder: Mittelschiff des Langhauses in Richtung Westchor (Altar), Kreuzrippengewölbe des Mittelschiffs, Westchor (Altar) und Ostchor mit kleinerer Kuppel.
Der Mainzer Dom blickt auf eine mehr als 1000-jährige Baugeschichte zurück. Der heutige Bau ist im Kern romanisch geprägt, insbesondere die Westgruppe mit Westchor und Querhaus ist spätromanisch. Später kamen zahlreiche gotische Elemente hinzu, darunter die Seitenkapellen des Langhauses. Seine heutige Grundform war mit der Weihe von 1239 im Wesentlichen vollendet. Der Dom war über Jahrhunderte eines der religiösen und politischen Zentren des Heiligen Römischen Reiches, Schauplatz von Krönungen und Reichstagen und hat in seiner Geschichte unter anderem sieben Brände überstanden.
Gerade diese lange und teilweise ziemlich dramatische Geschichte ist im Inneren für mich tatsächlich spürbar. Der Dom besitzt eine ganz besondere, schwere Atmosphäre. Man merkt einfach, dass dieser Bau nicht erst seit gestern dort steht und was sich innerhalb dieser Mauern über Jahrhunderte abgespielt haben muss.
Fotografisch ist er allerdings nicht ganz einfach. Im Inneren ist es stellenweise ausgesprochen dunkel und eine zusätzliche Beleuchtung gibt es natürlich kaum. Deshalb habe ich hier letztlich überwiegend das Handy benutzt. Ein Stativ hätte vieles erleichtert, aber ich wollte mitten im Dom keines aufbauen und damit andere Besucher oder Menschen, die dort tatsächlich zum Gebet sind, stören. Ohne vorher zu fragen, mache ich so etwas grundsätzlich ungern.
St. Quintin mit wunderbarer Kanzel:
St. Quintin ist wesentlich unscheinbarer als der Dom und von außen für mich ehrlich gesagt kein Bauwerk, bei dem ich sofort stehen bleiben würde. Innen sieht das anders aus.
Die heutige Kirche entstand zwischen 1288 und 1330 und ist eine spätgotische, dreischiffige Hallenkirche. Bemerkenswert ist auch, dass St. Quintin bereits 774 erstmals erwähnt wurde und damit zu den ältesten nachweisbaren Kirchenstandorten von Mainz gehört. Der heutige Turm kam später hinzu.
Im Inneren entwickelt die Kirche einen sehr angenehmen, ruhigen Charakter. Besonders schön finde ich die restaurierte Predigtkanzel, die ursprünglich aus St. Emmeran stammt. Zusammen mit dem Hochaltar und der insgesamt eher zurückhaltenden Architektur entsteht ein schöner Kontrast zum wesentlich monumentaleren Dom.
St. Quintin gehört zu den offenen Kirchen der Stadt. Das gefällt mir grundsätzlich sehr: Kirchen, die sich nicht abschotten, sondern tatsächlich als Orte verstehen, die man betreten, ansehen und auch einfach einmal für ein paar Minuten auf sich wirken lassen kann.
St. Peter:
Ganz anders dann St. Peter. Die Kirche wurde im 18. Jahrhundert errichtet und 1756 fertiggestellt. Sie ist ein spätbarocker Kirchenbau mit einer ausgesprochen reichen Rokokoausstattung im Inneren.
Und reich ist hier durchaus wörtlich zu nehmen. Mir persönlich ist die Ausstattung mit ihren Pastelltönen, Altären, Figuren, Vergoldungen und Ornamenten stellenweise fast etwas zu viel. Man weiß zunächst gar nicht so recht, wohin man schauen soll.
Aber die Kirche hat ihren Reiz. Besonders die wunderbaren Deckenfresken geben dem Innenraum eine enorme Wirkung und sorgen dafür, dass man dann doch ziemlich lange nach oben schaut.
Auch hier war das Fotografieren ohne Stativ nicht ganz einfach. Gerade für die Deckenfresken und die dunkleren Bereiche wäre ein Stativ natürlich ideal gewesen. Aber auch hier gilt für mich: In einer Kirche stelle ich nicht einfach ungefragt mein großes Fotostativ mitten in den Raum. In erster Linie ein Gotteshaus und kein Fotostudio. Wenn ich aber jemanden getroffen hätte, Priester oder dergleichen, hätte ich gefragt, da zum Beten niemand vor Ort war. Ein andermal eben.
Evangelische Christuskirche:
Die Christuskirche kennen wir aus den vorherigen Beiträgen bereits von außen. Und von außen finde ich sie wirklich großartig.
Die Ansichten aus der Grünanlage entlang der Kaiserstraße wirken im Winter natürlich noch einmal deutlich dramatischer. Wenn das Laub fehlt, sieht man wesentlich mehr von der Architektur, der Baukörper der Kirche tritt klarer hervor und bekommt aus diesen Perspektiven erheblich mehr Präsenz. Im Sommer verschwindet davon durch die dichte Vegetation zwangsläufig einiges. Leider ist auch die Grünanlage entlang der Kaiserstraße nicht im allerbesten Zustand und könnte an einigen Stellen, gerade im südwestlichen Bereich deutlich mehr Pflege vertragen.
Der von Stadtbaumeister Eduard Kreyßig entworfene Bau entstand Ende des 19. Jahrhunderts und wurde 1903 nach siebenjähriger Bauzeit eingeweiht. Architektonisch orientiert er sich an der italienischen Hochrenaissance, wobei die mächtige Kuppel ganz bewusst an St. Peter in Rom erinnert. Mit rund 80 Metern Höhe war sie zugleich als selbstbewusstes evangelisches Gegenstück zum katholischen Dom gedacht.
Im Inneren setzt sich diese Begeisterung bei mir allerdings nicht wirklich fort. Da ist mein Eindruck eher: na ja. Bedauerlich finde ich vor allem, dass die gewaltige äußere Kuppel im Kirchenraum heute kaum noch erfahrbar ist. Die Christuskirche wurde im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört und in den frühen 1950er-Jahren in vereinfachter und im Inneren sehr schlichten Form wieder aufgebaut. Die ursprüngliche innere Kuppelschale lag deutlich höher als die heutige und dürfte dem Raum wesentlich mehr Höhe und Monumentalität gegeben haben. Nach einer historischen Schnittzeichnung war der Innenraum zwar auch damals nicht vollständig bis in die äußere Kuppel geöffnet, allerdings gab es im Scheitel noch eine Lichtöffnung. Gerade deshalb muss die ursprüngliche Raumwirkung erheblich eindrucksvoller gewesen sein. Heute geht davon leider viel verloren.
Fotografieren konnte ich den Innenraum ohnehin nicht vernünftig, weil gerade eine Yogaklasse zugange war. Aber immerhin zeigt genau das auch etwas, was mir an dieser Kirche gefällt. Die Christuskirche gehört auch zu den offenen und toleranten Kirchen, in denen offenbar auch Veranstaltungen jenseits des klassischen Gottesdienstes ihren Platz haben.
Und das macht für mich einiges wieder wett.
Auch die Regenbogenbank vor der Kirche ist ein schönes, sichtbares Statement für Inklusion. Die AfDler im Forum werden deswegen vermutlich wieder einen Herzkasper bekommen. Mir Egal. Ich mag es.


So war der Kuppelbau früher im Vergleich zur heutigen Kostruktion aufgebaut, hier in einer parametrischen Schrägansicht:
Bilder und Texte: © Adama
Da ich nun ohnehin vor Ort war, zeige ich anschließend noch ein paar Bilder, die mit dem Zollhafen selbst nichts zu tun haben, eher als kleine Vorschau für ein anders Bilderthema: das Kurfürstliche Schloss, die von außen wirklich sehr schöne evangelische Christuskirche und den Landtag Rheinland-Pfalz.
Was mir bei diesem Rundgang allerdings negativ aufgefallen ist, ist der Zustand einiger wichtiger Plätze in der Innenstadt, insbesondere des Helmut-Kohl-Platzes, des Ernst-Ludwig-Platzes und des Platzes der Mainzer Republik. Da müsste man sich aus meiner Sicht deutlich besser kümmern. Vieles wirkt mitgenommen, teilweise lieblos, und immer wieder finden sich lose oder schief sitzende Gehwegplatten. Schade, denn gerade diese Plätze rahmen einige der schönsten und bedeutendsten Bauwerke der Stadt. Da wäre mit vergleichsweise überschaubarem Aufwand sehr viel zu gewinnen.
Die (von außen) wunderbare Christuskirche:
Landtag Rheinland-Pfalz:
Barocke Katholische Kirche St.Peter (herrlich im Innenbereich):
Kurfürstliches Schloss:
Bilder: © Adama
Ich war vor ein paar Tagen das erste Mal selbst am Mainzer Zollhafen unterwegs und habe mir vor allem das ZigZag-Hochhaus, auch Timber Peak genannt, und das DOXX etwas genauer angesehen.
Mein Eindruck vom Quartier ist recht positiv. Die Bebauung wirkt überwiegend sehr wertig, gerade durch den konsequent eingesetzten Klinker, der bei vielen Gebäuden bis in die oberen Geschosse durchgezogen wurde. Dazu kommen schöne Innenhöfe, Wasserflächen und eine insgesamt recht sorgfältige Gestaltung des öffentlichen Raumes und der Block-Innenhöfe. Momentan sieht man wegen der Hitze und des niedrigen Rheinpegels natürlich an einigen Stellen deutlichen Algenbefall, auch im Hafenbecken der Marina.
Das ZigZag-Hochhaus beziehungsweise Timber Peak ist für mich okay, aber kein großes Highlight, abgesehen natürlich von der innovatievn Bauweise Ein paar zusätzliche Geschosse hätten ihm gutgetan.
Diese Kritik an der Höhe gilt für mich generell an einigen Stellen des Zollhafens. Die Traufhöhen sind teilweise etwas zu gleichförmig und zurückhaltend. Zwei, drei oder auch vier Geschosse mehr hier und da hätten das Quartier räumlich deutlich lebendiger gemacht. Stichwort: Hamburg Hafencity.
Besonders gut gefällt mir dagegen das DOXX. Die gelbe Fassade, die Innenhöfe, das futuristische Design und vor allem das Zusammenspiel mit der älteren Bausubstanz funktionieren für mich sehr gut.
Das Viertel selbst wird offensichtlich sehr gut angenommen, und das trotz der nach wie vor erheblichen Einschränkungen durch die zahlreichen Bauarbeiten. Die Wohnungen wirken hochwertig, allerdings dürften die Preise in weiten Teilen für Normalverdiener kaum noch leicht zu stemmen sein. Insgesamt ist hier trotzdem ein schönes neues Quartier entstanden, auch wenn etwas mehr Mut bei den Höhen nicht geschadet hätte. Und ein paar Bäume mehr an diversen Stellen würde auch nicht schaden, Stichwort Hitzeschutz.
Ich werde sicher noch einmal hinfahren und mir einzelne Bereiche genauer ansehen.
P.S.: Die Bilder, bei denen ich KI einsetzen musste, etwa um unfertige oder besonders unschöne Bereiche zu ergänzen beziehungsweise zu überdecken, habe ich mit den offiziellen EU-Kennzeichnungen versehen. In unserem Rahmen hier wäre das zwar gar nicht zwingend nötig. Aber auch aus Transparenzgründen werde ich das aber künftig so handhaben.
Tolle Fassade am Bürohaus Marina B, mit schönen Art Deco Elementen:
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Bilder: © Adama
Übrigens wirkt der Park Tower inzwischen schon ziemlich angenagt und hat durch den fortschreitenden Rückbau sichtbar an Höhe eingebüßt, aber er wächst ja bald wieder:

Bild: © Adama
Update vom Opernplatz 2. Bei dem weiterhin sehr kontrovers diskutierten Projekt ist der Rohbau inzwischen deutlich vorangekommen und beginnt, den Platz und die Umgebung räumlich wieder zu fassen. Gerade aus Richtung Opernplatz wird nun immer klarer, wie massiv der neue Baukörper an dieser prominenten Stelle wirken wird. Vor allem mit seinen abschließenden 38 m Höhe. Glücklicherweise steht eine Baumreihe davor, sodass der klassische Opernplatz Blick in Richtung des Bankenviertels nicht so beeinträchtigt werden wird wie befürchtet.
Noch lässt sich die endgültige architektonische Wirkung natürlich kaum beurteilen. Spannend wird vor allem die Fassadenausführung. Sie muss hier wirklich überzeugen, denn bei einem Standort dieser Qualität verzeiht der Opernplatz gestalterisch nur sehr wenig.
Übrigens, liebe "Family Offices" Investoren und sonstige Beteiligte, wir hätten immer noch gerne ein Bauschild mit Visualisierung. (Sollte meiner Meinung nach sowieso zur PFLICHT werden bei jedem neuen Projekt)



Bilder: © Adama
Ein paar Detailaufnahmen vom Central Parx. Die neue Fassade gefällt mir wirklich ausgesprochen gut. Sie orientiert sich erfreulich stark am Charakter der ursprünglichen Fassade, wirkt dabei aber deutlich hochwertiger und zeitgemäßer.
Besonders die dunklen, fein gemaserten Natursteinplatten in Kombination mit den schlanken vertikalen Metallprofilen und den großen Fensterflächen funktionieren für mich sehr gut. Je nach Licht treten die hellen Adern des Steins unterschiedlich stark hervor und geben der Fassade eine erstaunliche Tiefe. Das Ganze wirkt ruhig, elegant und überhaupt nicht beliebig.
Gerade bei einer Revitalisierung ist es ja schnell passiert, dass vom ursprünglichen Gebäude am Ende kaum noch etwas wiederzuerkennen ist. Hier hat man meines Erachtens genau den richtigen Weg gefunden: modernisiert, aber den architektonischen Grundcharakter bewahrt. Ich mag das Ergebnis bisher wirklich sehr. Auch bei bedecktem Himmel.


Bilder, Text: © Adama
Ein paar Bilder vom Donnerstagabend und von Freitag. Gerade im warmen sommerlichen Abendlicht kommt der grünliche Ton des Fassadenglases besonders deutlich zur Geltung. Je nach Sonnenstand wirkt das Gebäude dabei fast völlig anders als im neutralen Tageslicht und bekommt eine wesentlich wärmere, teilweise beinahe smaragdgrüne Erscheinung.
Auf den Bildern vom Abend gefällt mir dieser Effekt ausgesprochen gut, weil das Glas deutlich mehr Tiefe entwickelt und der Turm dadurch wesentlich lebendiger wirkt. Was dem Gebäude optisch ebenfalls sehr hilft, sind seine vergleichsweise schlanken Seiten. Gerade aus diesen Perspektiven verliert der Turm etwas von seiner massiven Wirkung. Für mich retten diese schmalen Ansichten den Baukörper tatsächlich ein gutes Stück. Und da kommt ja noch ein gutes Viertel oben drauf.



Das Gerüst an der historischen Fassade wurde ja inzwischen Stück für Stück abgebaut, und damit wird leider auch sichtbar, wie enttäuschend die Sanierung beziehungsweise Ausbesserung der Sandsteinfassade teilweise ausgeführt wurde.
Auf den freigelegten Flächen fallen zahlreiche Unregelmäßigkeiten auf: Risse beziehungsweise feine und grobe Schadstellen, deutlich sichtbare Ausbesserungen und vor allem etliche verschlossene Bohrlöcher, deren Material sich farblich teilweise erheblich vom umgebenden Sandstein absetzt. Gerade an den großen vertikalen Flächen ist das auf den Fotos ziemlich gut zu erkennen. Natürlich kann sich das Erscheinungsbild nach vollständiger Reinigung und Trocknung noch etwas angleichen. Sollte dies allerdings tatsächlich der Endzustand sein, wäre das für mich kaum nachvollziehbar.
Das Gerüst stand sehr lange, Zeit für eine sorgfältige Bearbeitung war also vorhanden. Und wir sprechen hier nicht über irgendeine belanglose Rückfassade, sondern über eine ausgesprochen hochwertige historische Sandsteinfassade, die eines der wichtigsten Elemente des gesamten Projekts darstellt. Umso unverständlicher wäre es, wenn diese sichtbar geflickte, weiterhin rissige, fehlerhafte und fleckige Oberfläche nun tatsächlich so bleiben sollte.
Auch mit dem neuen Abschluss oberhalb des Altbaus kann ich mich weiterhin überhaupt nicht anfreunden. Die sehr dunklen Blindfelder der Techniketage wirken schwer und drücken optisch regelrecht auf die historische Fassade. Hier hätte meines Erachtens eine wesentlich hellere, zurückhaltendere Gestaltung sehr viel besser funktioniert. Sie hätte den neuen Aufbau optisch leichter gemacht und Altbau und Neubau sauberer voneinander getrennt, anstatt den historischen Baukörper von oben derart zu erschlagen.
Da hat man eine wirklich großartige historische Fassade, enorme Mittel und jahrelange Bauzeit zur Verfügung, und dann entsteht ausgerechnet an dieser prominenten Stelle ein Ergebnis, das in den Details derart unfertig wirkt. Ich hoffe noch immer, dass hier nachgearbeitet wird. Im Moment fürchte ich allerdings, dass wir bereits ziemlich nah am endgültigen Zustand sind.


LookUps:


Weitere:
Hier entsteht eine massive Hochhauswand, die glücklicherweise vom T1 des Four-Projekts zumindest etwas aufgebrochen wird:


Bilder und Text: © Adama