Beiträge von Tinus

    Wie sollten wir das beurteilen, wenn - wie hier und an vielen, vielen anderen Stellen in Berlin - durch Neubauvorhaben die Stadt "geglättet" wird, damit wohl Modernität (und Attraktivität?) gewinnt, aber ohne die Brüche auch langweiliger und geschichtsloser wird?

    @Lucas Das stimmt leider. Aber nicht nur diese Anpflanzung, sondern die gesamte Gestaltung der Freifläche ist mir ein großes Rätsel. Offenbar eine Restfläche für Reste: Reste von Bäumen, Reste von Trafos, Reste von Schotter, Reste von Gestaltungswillen.

    @Camondo : Da hast Du natürlich recht - so etwas hat niemand ernsthaft vor. Trotzdem halte ich es bei der Bewertung von Bauvorhaben für einen legitimen Kniff, sich vorzustellen, ob eine bestimmte Architektursprache auch noch befriedigende Ergebnisse liefern würde, wenn sie in größeren Zusammenhängen reproduziert würde. Dass an der Urania etwas vorwärts gegangen ist, ist fraglos zu begrüßen.

    Leider hat man alles, was man bei der Gestaltung des Schlossplatzes verkehrt machen konnte, tatsächlich umgesetzt: Man hat die den Platz einfassenden Gebäude auf den beiden Schmalseiten weggelassen, so dass der Schlossplatz kein Platz, sondern eine breite Straße wurde. Man hat sich nicht dazu durchringen können, den Brunnen an seinen ursprünglichen Standort zurückzuverlegen, wodurch der Platz Mitte und Maßstab gewonnen hätte. Stattdessen hat man zwei dürftige steinerne Bänke für ausreichend empfunden, wodurch nun ein "Horror vacui" (Angst vor leeren Räumen) entstand. Dem will man offenbar mit üppiger Bepflanzung entgegenwirken - das neu errichtete Schloss wird "weggepflanzt". Können sich bitte diejenigen einmal melden, die bei Politik und Verwaltung dafür Verantwortung tragen und das alles richtig finden?