Beiträge von Le Korb

    Aus meiner Sicht ist der Sieger Entwurf deshalb ausgewählt worden, weil er am meisten als Landmark verstanden werden kann und deutlich zu sehen ist, wenn man mit dem Zug in den Bahnhof ein - und aus fährt. Es gab anscheinend große Fürsprecher für einen hohen Bau, auch wenn ich der Meinung bin, dass ein eine vertikaler Organisation und das Thema der Schwellenlosigkeit oder Zugänglichkeit im Widerspruch stehen und sich Innenraum organisatorisch in der Regel nicht lösen lassen. Ich denke auch, das ist darum ging maximale Grünfläche zu erreichen so, dass das Haus gefühlt mitten im Grünen steht. Ich hätte mir bei dem Entwurf, der wie ein Zelt aussehen soll auch eine Leichtbaulösung als Tragwerk gewünscht. Die Innenraum Aufnahmen sehen sehr massiv aus und haben aus meiner Sicht nicht viel mit der Leichtigkeit der Gebäudekubatur zu tun.

    Ja, das ist schon ein ganz schöner Klopper mit den fensterlosen Räumen. Ich hab mir die Wettbewerbspläne mal genauer angeschaut – das ist tatsächlich so drin. Mehrere Räume ohne Tageslicht, obwohl diese entlang der Fassade organisiert sind. Und das in einem Musikhaus, wo es nicht gerade um Lagerflächen geht. Muss man auch erst mal bringen.


    Aber ehrlich gesagt: Es wundert mich überhaupt nicht. Das ist halt der Klassiker im Wettbewerbszirkus. Die Jury bekommt die Vorprüfung auf den Tisch, hat wenig Zeit, und wenn dann eine schicke Fassade vorne drauf ist, wird eben schnell gewunken. Wer da wirklich die Grundrisse im Detail prüft, ist eher die Ausnahme.


    Was dann passiert, kennen wir auch: Die gebaute Realität hat mit dem Wettbewerbsentwurf oft nur noch entfernte Ähnlichkeit. Natürlich kann man diese Räume nicht ohne Fenster bauen – weder bauordnungsrechtlich noch funktional. Also wird umgeplant, nachgebessert, Fassade aufgebohrt. Und dann sieht’s am Ende ganz anders aus.


    Dass im Preisgerichtsprotokoll trotzdem die Behauptung steht, alle relevanten Räume seien ausreichend belichtet, ist schon sportlich. Vor allem, weil’s schlicht nicht stimmt. Im Sinne der RPW ist das eigentlich ein No-Go. Aber gut, auch das ist nicht neu – Hauptsache, die Visualisierung stimmt.


    Jetzt bleibt halt die Frage, wie viel vom ursprünglichen Entwurf nach der “Verbesserung” noch übrig bleibt. Das wird man dann sehen. Jetzt sind im Endeffekt die Auslober, Bauherren und spätere Nutzer gefragt wie man damit umgeht.

    Ich finde den Entwurf auch sehr enttäuschend. Ich denke, man wird in ein paar Jahren schon merken, dass man mit dem überschreiben solcher Bauwerke einen Fehler begangen hat. Man muss diese Häuser nicht eins zu eins sanieren, als wären es kostbare Baudenkmäler, aber eine Auffrischung der stilistischen Mittel kann auch zu einer neuen, frischen Ästhetik führen, die sich aber immer noch auf das Original bezieht, ist wahrscheinlich ein ähnliches Thema wie beim Haus der Musik.

    Da reiben sich die Kollegen Architekten sicherlich schon die Hände. Das Parkhaus hat das Zeug dazu, das Guggenheim von Braunschweig zu werden. Ein wahnsinnig schöner Bau, der gerade zu danach schreit, in ein zeitgemäßes Konzept überführt zu werden. Ich denke da a das 111 Lincoln Road von HdM in Miami.