Dass der Entwurf von Fritschi & Stahl schneller umgesetzt worden wäre, haben wir in den letzten 25 Jahren ja gesehen, FanDerModerne. Wer diesem Entwurf weiterhin nachtrauert, kann sich ja an den beiden „Torhäusern“ (DSW21 und National Bank) vor der Petrikirche sowie an der vermurksten Gestaltung des Kirchumfeldes erfreuen. Ich finde, es ist an der Zeit zu sagen: „Fritschi & Stahl, das war einmal!“
Auch ich begrüße es zunächst, dass die Kampstraße erneut neu gedacht wurde und sich die Stadt für die Abwicklung des Alten entschieden hat. Mein Favorit ist der Entwurf von BOGL allerdings nicht, auch wenn allen beteiligten Teams großer Respekt gebührt. Die Aufgabenstellung war wirklich komplex.
Vor allem frage ich mich beim favorisierten Entwurf, wie die dargestellten Bäume (gerade um das Reinoldiumfeld und die Stadtbahnhalstestelle Reinoldikriche) in der Realität gepflanzt werden sollen. Wer sich näher mit der Kampstraße beschäftigt, weiß, wie komplex die Leitungssituation unter dem Asphalt ist und wie sehr dies eine „einfache Anpflanzung“ von Bäumen erschwert. Das ist vor allem der Grund, warum die Kampstraße bis heute eher baumlos daherkommt, auch wenn ich mir wünschen würde, dass dort überall etwas sprießen würde. Auch die Verwendung von Kies (?) finde ich im innerstädtischen Bereich eher problematisch.
Zum Thema möglicher Realisierungsverzögerungen noch ein Gedanke:
Zumindest der Bereich um die Sparkasse und die Wendeanlage wird m. E. erst in einer späten Phase zur Realisierung kommen. Der Grund ist der Neubau der Sparkasse selbst. Im besten Fall läuft dort alles nach Zeitplan, was ich jedoch grundsätzlich bezweifle. Solange in diesem Bereich der Baustellenverkehr mit schweren Fahrzeugen abgewickelt wird, macht es keinen Sinn, den Bereich bereits herzurichten. Aus baustellenlogistischer Sicht dürfte das ohnehin kaum möglich sein. Im besten Fall wird der Umbau der Kampstraße also nur bis an die Sparkassenbaustelle erfolgen, sofern diese dann überhaupt noch existiert, und anschließend zunächst pausieren müssen.
Und eine Randnotiz zum Schluss:
Auch wenn teils vom „Siegerentwurf“ oder vom „Wettbewerb“ die Rede ist: Genau genommen handelte es sich, meine ich, nicht um einen landschaftsarchitektonisch städtebaulichen Wettbewerb im Sinne der RPW 2013, sondern „lediglich“ um ein Verhandlungsverfahren mit Lösungsvorschlägen, und zwar ohne vorgeschalteten Planungswettbewerb. Das Ergebnis muss somit nicht 1:1 umgesetzt werden. Warum sich die Stadt für diesen Weg entschied, lässt sich sicher aus den Erfahrungen rund um Fritschi und Stahl ableiten.





