Ich teile Rohnes Befürchtungen - Zum Teil!
Deutschland unter Regierung der Angela M. spielt in den letzten Jahren in der EU auch meiner Wahrnehmung nach eine unrühmliche Rolle. Gerade Deutschland hätte UK bei notwendigen Reformen der EU entgegenkommen müssen - Man muss ja nicht gleich alles 1:1 umsetzen, was die Briten wollen. Aber diese Missachtung von Reformvorschlägen der britischen Seite (das war übrigens Anfang 2016 noch unter Cameron und Monate vor dem Referendum!) spiegelt sich 1:1 in der gleichwertigen Missachtung der Reformwünsche der EU seitens des französischen Präsidenten wider. Der mag momentan gar schon wieder auf dem absteigenden Ast sein, aber als er vor einem Jahr ins Amt kam, wollte er sein Momentum nutzen und Dinge verändern. Die Bundesregierung ließ ihn aber genau so ins Leere laufen wie zuvor den britischen Premier. Stattdessen reitet sie lieber weiter mausetote Pferde wie eine Flüchtlingsumverteilung. Wohin eine von Deutschland derart blockierte EU in den nächsten Jahren taumeln wird, ist kaum abzusehen. Bestenfalls passiert gar nichts. Schlimmstenfalls wird unabsichtlich der nächste EU-Austritt provoziert, nämlich der von Italien! Denn was in Deutschland viele nicht wissen: Würden die Italiener derzeit über die EU-Mitgliedschaft abstimmen, dann wären nur 44% dafür, in der EU zu bleiben (UK aktuell 53%)! Noch würde ein solches Referendum wohl pro EU ausgehen, aber noch ein paar Jahre mehr unter Wirtschaftsdauerkrise, gelähmter EU und einer populistisch-nationalistischen Regierung und der Italexit wäre da. Immerhin wäre dadurch aber Rohnes Südstaatenmehrheitsproblem gelöst. 
Aber zurück zum Thema Frankfurt und Brexit:
Hier gibt es ein hochinteressantes Video zu Ursachen und Auswirkungen des Brexit von keinem Geringeren als Prof. Hans-Werner Sinn, gehalten im Dezember 2018 an der Universität München.
Darin geht er zwar nicht auf Frankfurt ein, aber aus seinen Thesen und den ebenfalls hochinteressanten Ausführungen Capriccios lässt sich für mich leicht folgendes Bild konstruieren: Der Brexit ist für UK und die City of London (= Finanzbranche) ein GAU, der allerdings nicht explosionsartig eintritt, sich aber schrittweise entladen wird.
1.) Zuerst wandern die Unternehmen und Jobs ab, die abwandern müssen, weil sie sonst rechtliche Schwierigkeiten haben, ihre Kunden zu bedienen. Diese Abwanderungswelle ist bereits im Gange und wird es im Jahr 2019 auch noch bleiben.
2.) Die noch nicht so stark beachtete Sekundärwirkung des Brexit, nämlich die gesellschaftliche und politische Spaltung UKs, wird dort auf Sicht von Jahren keine echte Ruhe einkehren lassen. Theresa May ist Premierministerin auf Abruf. Sagt sie den Brexit ab (was sie darf), geht die eine Hälfte des Parlaments und der Bevölkerung auf die Barrikaden, zieht sie ihn durch (ob nun mit Vertrag oder auf die harte Tour), rebelliert die jeweils andere Hälfte. Dieser Zustand wird am 30.03.2019 nicht schlagartig vorbei sein, sondern sich ggf. sogar noch verstärken, mindestens aber lange Zeit erhalten bleiben. Wenn sich die Dinge extrem ungünstig für UK entwickeln, wackelt ggf. sogar die Union mit Nordirland und Schottland, was wiederum den EU-feindlichen Kräften im verbleibenden Rest von UK zu noch mehr Macht verhälfe. Die politische Opposition wird angeführt von einem durch und durch ideologisierten Altkommunisten, der wohl nichts lieber sähe, als nach einem EU-Austritt das UK unter seiner Führung in Richtung eines populistischen Sozialismus zu lenken. Das mögen jetzt alles Schreckgespenster sein, aber es gibt in UK derart viele Szenarien für das Spuken derartiger Schreckgespenster, dass es wohl kaum gelingen wird, kurzfristig alle zu verbannen. Das Ergebnis ist in allen Fällen weitere Instabilität und sinkendes Vertrauen. Ich spitze das jetzt mal zu auf die Frage: Will ein japanischer, chinesischer, koreanischer, indischer, nordamerikanischer oder südamerikanischer Konzern (welcher Branche auch immer) wirklich weiter in seinen Europasitz in einem zerrissenen UK investieren, von dem man nicht weiß, wohin die nächste Regierung das Land zu führen gedenkt, sofern sie das Land überhaupt führen kann? Und wenn ohnehin gerade Investitionsentscheidungen anstehen: Wird die Wahl dann auf UK fallen? Capriccios Geschichte gibt uns heute bereits die Antwort. Sein Arbeitgeber gehört für mich bereits zur zweiten Welle der Abwanderung, die von der beschriebenen Unsicherheit bzw. dem zerstörten Vertrauen ausgelöst wird und noch gar nicht wirklich in Gang gekommen ist.
3.) Je nachdem, was nach dem Brexit passiert, ist eine dritte Abwanderungswelle denkbar. Diese könnte bspw. ausgelöst werden, wenn ein Freihandelsabkommen zwischen UK und EU auf sich warten lässt, weil die EU absichtlich lieber erstmal die Gunst der Stunde nutzt, um mit neuen Auflagen weitere Teile der UK-Finanzindustrie auf den Kontinent zu zwingen (Stichwort Clearing). Oder weil die Republik Irland oder Spanien weitere Zugeständnisse bzgl. Nordirlands bzw. Gibraltars von UK einfordern, bevor sei einem solchen Abkommen zustimmen (wir erinnern uns daran, dass das Freihandelsabkommen zwischen Kanada und EU beinahe am Votum des belgischen Regionalparlaments gescheitert wäre, und der Partner Kanada lieferte gewiss weniger politischen Zündstoff als es der Partner UK täte). Ein weiterer Auslöser einer dritten Abwanderungswelle könnte sein, falls tatsächlich Jeremy Corbyn im Laufe des Jahres zum Premierminister würde, und damit begänne, seine stramm linke Agenda umzusetzen. Oder falls die wirtschaftlichen Folgen des Brexit allen Prognosen zum Trotz doch so erheblich sind, dass das Pfund und/oder die Londoner Börse und/oder der Londoner Immobilienmarkt und mit ihm etliche Fonds crashen. Eine dritte Abwanderungswelle könnte aber auch schlicht und ergreifend schon dadurch ausgelöst werden, dass junge, gut ausgebildete EU-Bürger aber auch junge, gut ausgebildete UK-Bürger in so großer Zahl das Land in Richtung Kontinent und Übersee verlassen, dass dadurch die Innovationskraft und das Wirtschaftswachstum des UK jahrelang stagnieren und das Land immer unattraktiver für ausländische Investitionen würde.
Fazit: Zwei Abwanderungswellen von Unternehmen sind mMn sicher, eine dritte wahrscheinlich. Wo aber gehen die hin? Natürlich nicht alle nach Frankfurt, aber die Wellen können so hoch und breit sein, dass es Frankfurt quasi flutet. Denn Frankfurts härtester Konkurrent Paris ... Nunja ... Ich würde derzeit keine 10 EUR darauf verwetten, dass der französische Präsident im Jahr 2020 Macron heißt. Und darauf, wohin das Land dann steuert, schon gar nicht. Dagegen wirken Deutschlands und damit auch Frankfurts schon bräsige Ruhe und Stabilität ja regelrecht verlockend! 
Und zuguterletzt: Falls auch du nach Frankfurt umziehen darfst, hier schon mal ein vorträgliches "Herzlich Willkommen, Capriccio!" ;-)))
PS: Capriccio, dürfen wir denn erfahren, in welcher Größenordnung in den kommenden Jahren neue Arbeitsplätze in Frankfurt durch den Wegzug deines Arbeitgebers aus London (und ggf. Berlin) entstehen werden?