Beiträge von sowieso

    Hat man eigentlich schon realisiert, dass es mit dem seit langem gewünschten und hoch gepriesenen Schienenring um Frankfurt nichts wird? Der Regionale Nahverkehrsplan des RMV zeigt, dass eine Südtangente im Bahnhof Stadion nicht mit der RTW verknüpft wird. Stattdessen ist eine Neubaustrecke von Neu-Isenburg durch den Wald zum Bahnhof Zeppelinheim und weiter zum Terminal 3 vorgesehen. Der Entwurf zum Deutschlandtakt zeigt immerhin eine Verknüpfung in Neu-Isenburg. Doch dann würde eine Südtangente keinen Beitrag zum Veranstaltungsverkehr im Stadion leisten. Wer tagsüber glaubt, dass eine NBS mit beiderseits aufwendigen Anschlüssen bei nur 2 Zügen pro Stunde und Richtung jemals wirtschaftlich wird und gefördert werden kann, muss sich fragen, wovon er nachts träumt. Geschweige denn von der ökologischen Durchsetzbarkeit. Und dann fällt auch der Anschluss des Terminals 3, den der Flughafen ohnehin nicht für erforderlich hält. Wie kann die Planung für die RTW und den Ausbau des Bahnhofs Stadion nur so vermurkst werden? Was macht eigentlich die ach so fachkundige Truppe bei FrankfurtRheinMainplus? Der BVWP enthält doch eine zweigleisige Überwerfung im Bahnhof Stadion, mit der eine gute Lösung möglich gewesen wäre. Jetzt wird die verbaut. Schade!

    https://c.gmx.net/@328105411037108066/aKfmUkGdgp4YKZ4bXB7ATA

    https://c.gmx.net/@328105411037108066/uBhKepLAgFEHRc7i3SACmA

    Vielleicht ist die Idee mit dem Gleis 25 doch nicht so gut, denn es braucht ja auch noch Platz für den Nordausgang der Querpassage des Fernbahntunnels. Das darf kein Loch werden. Und wenn der Knoten Frankfurt incl. Fernbahntunnel mal digitalisiert ist (ETCS), dürfte es auch mehr Kapazität geben. Jedenfalls sollte vor dem Bau des Nordflügels mit Gleis 25 mal gezeigt werden, wie das Ganze am Ende aussehen soll.

    Der Busbahnhof ist an seiner Stelle eigentlich fehlplaziert. Es hätte eine Sichtverbindung zum Hauptbahnhof und mehr Platz sowie gute Serviceeinrichtungen gebraucht. Man sollte im Zusammenhang mit den städtischen Planungen im Umfeld des Hauptbahnhofs/Querpassage mal prüfen, ob das noch zu ändern ist. Vielleicht kann mann ja doch am Rande des Kopfbahnhofs einige Gleise wegnehmen, wenn der Fernverkehr im Tiefbahnhof hält. Dann gäbe es auch mehr Platz für eine ordentliche Gestaltung der Ausgänge der Querpassage. Spätestens im nächsten Dialogforum müsste die Stadt mal erläutern, was man sich in der angeblich intensiven Zusammenarbeit im Teilprojekt Bahn/Stadt dazu so überlegt.

    Die Sitze sehen so schmal aus als wären es Kindersitze. Der Gang hingegen ist sehr breit. Ob das der geforderten Platzzahl geschuldet ist? Bequem geht anders.

    Leider fehlen Angaben zum Preis. Rechnet man die 2022 bestellten19 37,5 Meter CITYLINK Zweisystemfahrzeuge für Chemnitz (Preis 235 Mio. Euro incl. Wartung und Werkstatt, ohne ETCS) hoch, landet man bei etwa 450 Mio. Euro (ohne seitherigen Preissteigerungsindex). es wird also spannend. Wer wagt es, den Preis für die RTW-Fahrzeuge zuerst zu nennen?

    Die Gestaltung des Vorplatzes der Festhalle war immer mehr ein Projekt des Stadtplanungsamtes, damals unter der Leitung von Dieter von Lüpke, als ein Projekt der Messe. Die Messe und auch die jeweiligen Planungsdezernenten haben sich wenig um eine Realisierung des Ergebnisses des Gestaltungswettbewerbs bemüht. Es gab und gibt zwei Probleme: Die Sicherung des Messegeländes, ohne die Einheit des Platzes zu stören (was aber dem ersten Preisträger des seinerzeitigen Wettbewerbs gut gelang), und die Auseinandersetzung mit dem Eigentümer des Messeturms, der einem aufwändigen Umbau der Tiefgarage und einer Verkürzung von Abstandsflächen für den Bau eines weiteren Hochhauses zustimmen muss. Leider kam es nach dem von der Messe ausgelobten Gestaltungswettbewerb bis heute nicht zu einer tiefer gehenden Projektentwicklung.

    Im neuen Koalitionsvertrag heißt es auf Seite 26: "Europa-Züge mit Fernverkehrsstandard zur besseren Anbindung aller unserer europäischen Nachbarländer werden eingesetzt." Da scheint sich der Bund doch ein wenig in einer Art Aufgabenträgerschaft für Teile des Fernverkehrs zu sehen. Die Länder forderten das im Bundesrat schon mehrmals. In Artikel 87e Abs. 4 GG heißt es: "Das Nähere wird durch Bundesgesetz geregelt." Ein solches gibt es betreffend den Fernverkehr aber noch nicht.

    Zur Beurteilung der Planung am Südbahnhof müsste allerdings noch mitgeteilt werden, wieviele Züge in welchem Takt welche Relationen befahren sollen. Auch sollte sich die Stadt bald dazu äußern, was ihr mit der Deutschherrnbrücke vorschwebt und welche Kosten zu erwarten sind.

    Die Anbindung des Stadions wird durch die RTW noch weiter vermurkst. Für Großereignisse im Frankfurter Waldstadion eignet sich die RTW mangels Verstärkungsmöglichkeit und zu geringer Taktfrequenz von nur 30 Minuten je Linie überhaupt nicht. Dies ergab bereits ein Variantenvergleich im Jahr 2010. Es drohen Verspätungen durch den Andrang bei bereits gut besetzten Zügen. Diese übertragen sich dann auf die mitbenutzten S-Bahn-Strecken. Und das, wenn es bei den Großereignissen auf eine rasche Zugfolge besonders ankommt. Da die Schiebetritte nur bei geschlossenen Türen eingefahren werden können, kann die Abfahrt eines Zuges leicht verhindert und das erneute Öffnen der Türen erzwungen werden. Es genügt, sich auf einen Schiebetritt zu stellen, der dann nicht eingefahren werden kann.

    Hinzu kommt, dass die beiden RTW-Stationen Stadion und Mörfelder Landstraße nach dem noch Ende 2024 kommunizierten Haltekonzept nur alternierend, das heißt halbstündlich von nur einer Linie bedient werden sollen. Dabei fährt die Linie aus Neu-Isenburg am Stadion und die Linie aus Dreieich an der Mörfelder Landstraße durch. Dies führt zum Verzicht auf wichtige Umsteigebeziehungen und Irritationen bei den Fahrgästen sowie zu Sicherheitsproblemen. Man stelle sich nur vor, dass fast leere Züge nach Veranstaltungen an vollen Bahnsteigen einfach durchfahren. Noch skurriler wird es, wenn durchfahrende Züge in Richtung Stadion/Flughafen wegen der Belegung des eingleisigen Brückenabschnitts durch einen Gegenzug dennoch halten müssen, aber die Türen nicht geöffnet werden, obwohl von außen noch viele leere Plätze zu erkennen sind. Das dürfte auf komplettes Unverständnis bei den Wartenden stoßen. Das wird auch nicht besser, sondern schlimmer, wenn – wie in dem Gutachterentwurf zum Deutschlandtakt vom Juli 2023 enthalten – eine RTW-Linie sowohl am Stadion als auch an der Mörfelder Landstraße hält und die andere Linie an beiden Stationen durchfährt. Dann halten bei Veranstaltungsende bereits volle Züge an ebenso vollen Bahnsteigen, während leere Züge durchfahren.

    Noch im Erläuterungsbericht zur Planfeststellung wird der RTW-Haltepunkt Mörfelder Landstraße für das benachbarte Waldstadion als eine wichtige Zugangsmöglichkeit bezeichnet. Aus diesem Grunde werde eine beidseitige Erschließung der Bahnsteige geplant. Allerdings weist die Planung nur eine Bahnsteigbreite von drei Metern auf. Das ist kaum mehr als die Mindestbreite von 2,50 Metern, wobei die Breite noch durch Wetterschutzhäuschen an den betreffenden Stellen etwa halbiert wird. Es sei in Erinnerung gerufen, dass hier bei Konzerten bis zu 65.000 Zuschauer Platz finden. Seitens der Stadt Frankfurt wird am Stadion außerdem noch eine Multifunktionsarena mit rund 13.500 Plätzen geplant. Bei dieser Randbedingung muss die Breite der Bahnsteige leider als völlig unzureichend, ja gefährlich bewertet werden, gerade wegen durchfahrender Züge.

    Aufgrund des Interesses hier noch die Flyer der DB zum Baulos 12 der S-Bahn sowie ein Foto von mir, das den Übergang vom Los 12 zur nördlichen Startbaugrube des Schildvortriebs im Baulos 13 (Station Ostendstraße) zeigt. Nachdem von Westen her zunächst die U-Bahn zum Zoo von dem Gemeinschaftstunnel unter der Zeil abzweigte, wurden die beiden Gleise der S-Bahn in unterschiedliche Höhe gebracht, um sich im Los 12 niveaufrei zur späteren nordmainschen S-Bahn und zur Ostendstraße zu verzweigen. Am südlichen Ende von Los 12 waren die Gleise wieder auf gleicher Höhe. Der bergmännische Vortrieb wurde in Neuer Östreichischer Bauweise (NÖT) ausgeführt (stufenweiser Ausbruch mit Bagger, Spritzbetonsicherung, Innenschale in wasserundurchlässigem Ortbeton mit Schalwagen hergestellt).

    https://c.gmx.net/@328105411037108066/ArXWpmZ-TOOXqgY9i7awMg

    https://c.gmx.net/@3281054110371…8TIOxDb9ZXX9L_A

    https://c.gmx.net/@328105411037108066/4Yv2-e5gSwyO7GBQzK33YQ

    https://c.gmx.net/@328105411037108066/MiVMmJdMTMiDxsogGQ-lZw

    https://c.gmx.net/@328105411037108066/IkoKE7NIT36aa3_IONYS0Q

    https://c.gmx.net/@328105411037108066/sZDV5pshQIqTbnDrlZrVcw

    https://c.gmx.net/@328105411037108066/uIXrOl2gSl60SE1ctBsipQ

    Eine nordmainische S-Bahn wurde bereits 1962 erwogen und auf einem offiziellen Plan der DB im Januar 1963 dargestellt.

    Ein erster offizieller Plan der DB, der die S-Bahn zeigt, datiert vom Januar 1962. Hier war noch keine Mainunterquerung vorgesehen. Die S-Bahn sollte weiter nach Osten geführt werden, im Zuge der Luxemburger Allee aus dem Hang des Röderbergs austreten und zum Ostbahnhof verlaufen. Neben der Deutschherrnbrücke sollte der Main wohl mittels Brücke gequert werden. Im Norden greift der Plan die Ringbahn-Idee aus der Zeit des Neuen Frankfurt unter Ernst May auf. Ich habe die Entwicklung in einem Beitrag im Jahrbuch für Eisenbahngeschichte 2015/2016 "Vom Ursprung der S-Bahn in Frankfurt a.M." der DGEG beschrieben. Beim Baulos 12 (Abzweig zur nordmainischen S-Bahn) war ich DB-seitig 1982/83 für die Bauüberwachung zuständig. Hier die genannten Pläne:


    https://c.gmx.net/@328105411037108066/483OUk-mSYq8ylgYPDf7EQ


    https://c.gmx.net/@328105411037108066/CoryrHoGRS2E-TEkHvbiIw

    Bahnhofsverlegungen in größeren Städten, wo viele ein- und aussteigen haben sich seit dem Ersten Weltkrieg nicht mehr bewährt (Ludwigsafen, Braunschweig ...). Selbst Darmstadt (1912) brauchte bis in die letzten Jahre bis die Stadt ihren Hauptbahnhof eingeholt hatte. TGV-Bahnhöfe auf der grünen Wiese in Frankreich wurden auch nicht der Brüller. An der Neubaustrecke Köln - Rhein-Main war nur der ICE Bahnhof in der Kleinstadt Montabaur ein Erfolg, in Limburg hingegen eher nicht. Die Reisezeiten für die vielen Ein- und Aussteiger verlängern sich, der kommunale und regionale Nahverkehr wird auf Kosten der Städte aufgebläht, Standortentscheidungen der Wirtschaft (gerade in Frankfurt im Westen (Messe, Bankenviertel, ...)) und die auf den bisherigen Standort ausgerichteten Infrastrukturen (S- und U-Bahn) werden entwertet, neue müssen gebaut werden. Zum Glück scheiterte Anfang der 1990er-Jahre angedachte ICE-Bahnhof für das Rhein-Main-Gebiet bei Groß Gerau.

    Der Fernbahntunnel bestätigt den bisherigen Standort des Hbf zum Nutzen Frankfurts und des Rhein-Main-Gebiets. Viele wichtige Ziele sind fußläufig erreichbar. Er wird aber nur dann seinen vollen Nutzen entfalten, wenn er durch angepasste städtische Planungen flankiert wird. In der Architektur der neuen Anlagen im und am Hbf könnte z.B. durch die Verwendung naturnaher Materialien mit Begrünung der Plätze und anderer Einrichtungen der umweltschonende Anspruch der Bahn sichtbar gemacht werden. Die Stadt sollte Ideenwettbewerbe ausloben, zeigt sich aber leider interessenlos.

    Dass diese neuen Zugänge zum geplanten Quertunnel nicht bloss Löcher sein können, sollte unbestritten sein. Es braucht dazu sowohl einen angemessenen Auftritt in Form von Plätzen mit Gstaltung der Ränder als auch einer dem hohen Anspruch des Hauptbahnhofs folgenden Architektur. Nicht zuletzt wäre eine verkehrliche Anbindung sowohl im IV als auch im ÖV nötig, die geeignet ist, den bisherigen Vorplatz des Hauptbahnhofs besonders vom Zu- und Abbringerverkehr zu entlasten und die von Bahn und Politik erhofften beträchtlichen Mehrverkehre aufzunehmen. Besonders der Zu- und Abbringerverkehr von/nach Westen muss nicht bis zum Vorplatz des Hbf geführt werden. Er wäre damit auch nach einem Umbau überfordert. Es handelt sich städtischerseits also um eine gemeinsame Aufgabe von Planungs- und Verkehrsdezernat auf Augenhöhe zusammen mit der DB AG.

    Die städtischen Überlegungen sollten darüber hinaus nicht alleine den Absichten der Bahn folgen. Auch städtischerseits könnten einige Wünsche auf der Liste stehen. Mit den positiven Entwicklungen des Mainraums südlich und des Gallus mit dem Europaviertel nördlich der Gleisfelder tritt immer stärker deren Trennwirkung schmerzlich in Erscheinung. Weder der Hafentunnel noch die Camberger Brücke noch die A5 sind geeignet, die beiderseitigen Räume für Fußgänger und Radfahrer attraktiv zu verbinden. Damit fehlt eine solche Verbindung vom Hauptbahnhof bis nach Griesheim über eine Länge von rund vier Kilometern, was in der Stadtstruktur nur als völlig unzulänglich bezeichnet werden kann. Vielleicht ließe sich dieser Mangel durch eine Landschaftsbrücke im Zuge der Camberger Brücke beheben, in deren Nähe zudem schon vor rund 100 Jahren eine Bahnstation für Züge des Nahverkehrs vorgeschlagen wurde. Im Grunde müsste sich eine attraktive Verbindung sogar über den Main fortsetzen, z.B. zusammen mit einer der Bahnbrücken.

    Leider scheint die Stadt den Fernbahntunnel als reines Bahnprojekt anzusehen, das die Stadt wenig koste. Auch die Ortsbeiräte und das Stadtparlament interessieren sich nicht für begleitende städtische Planung und deren Ziele. Außerhalb ihres engeren Bereichs wird die DB AG aber nichts investieren. Und das Zeitfenster für eine substanzielle Einflussnahme schließt sich mit dem weiteren Fortschritt der Planungen der DB AG.

    Die bisherige Bürgerbeteiligung ist eine Farce. Gemäß dem Anspruch des Freiheitsinformationsgesetzes sollten eigentlich alle Protokolle der Projektgruppen online verfügbar gemacht werden.