Beiträge von tegula

    Natürlich, ich habe deine Bemerkung falsch zugeordnet. Und ja, bei solchen Videos aus der Retorte bzw. KI fehlt jegliche wissenschaftliche Korrektheit. Beim Durchzappen habe ich sogar barocke Architekturformen gesehen. Schöne neue Welt der KI! Daher:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Der Inhalt ist gut gemacht und die Optik wirkt realistisch.

    Nein, ganz und gar nicht.

    Dann bitte ich das zu entschuldigen. Ich habe in deinen letzten Satz vielleicht zu viel hineininterpretiert:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Wer will das noch sehen?

    Das klang für mich so, als würde sich niemand für das Bauhaus interessieren, und das zu Recht. Ich bin da etwas aus anderen Foren geschädigt, wo man das Bauhaus gerne mal als Ausgeburt schlechter Architektur verteufelt und entsprechend beschimpft. Eine solche Sichtweise widerstrebt mir als Architekturhistoriker grundsätzlich. Ich sehe prinzipiell alle Stilepochen gleichberechtigt nebeneinander. Es gibt lediglich bessere und schlechtere Ausführungen. Allerdings muss ich gestehen, dass mir diese Neutralität bei Architektur nach 1945 nicht immer leicht fällt. Ich denke, diese Einschätzung können spätere Generationen besser vornehmen.

    Ich wollte gerade ein dickes Like hinterlassen, aber dein letzter Satz bzw. die rhetorische Frage hat es mir reichlich vermiest. Natürlich war es ein Frevel, was dort am Schlossplatz in Dessau gebaut worden ist, obwohl es den eindeutigen Willen der Bevölkerung gab, einen großen Wurf am historischen Zentrum der Stadt zu gestalten. Wenn wir aber damit beginnen, unser historisches Bauerbe (wie hier das Bauhaus), ja sogar Welterbe, daran zu bemessen, wie viele Menschen es im Jahr besuchen, beschreiten wir einen wirklich problematischen Weg. Mit der gleichen Logik könnten wir dann Tschaikowsky gegenüber den Rolling Stones oder die Gedenkstätte Bergen-Belsen gegenüber dem Deutschen Museum in München abwerten. Das ist dann aber ganz dünnes Eis, wenn wir unsere Kulturstätten gegeneinander ausspielen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Architektonisch und bauhistorisch, stimmt hier aber leider kaum etwas.

    Kannst du das spezifizieren? Ich finde, nämlich das genaue Gegenteil ist der Fall. Es ist bemerkenswert, wie die KI trotz der bescheidenen Vorlage Details meist sehr akkurat erkennt. Das Original findet sich bei Wikipedia (gemeinfrei):

    Der_Deutsche_Ring%2C_Cologne_1900.jpg

    Stadtbildfreude

    Eine generelle Bitte an alle, die mit KI historische Fotos ins Jetzt holen: Veröffentlicht doch bitte auch die Vorlage. Nur so kann abgeschätzt werden, wie gut die Umsetzung gelungen ist und wo die Fantasie mit der KI durchgegangen ist.

    Der Autor ist Philosoph und da ist er sicher zu Hause. Angesichts dieses Artikels muss man aber leider feststellen, dass man hier lieber Architekturhistorikern oder ‑theoretikern das Feld überlassen sollte. In der Tat ist die Annahme, entsprechende Studien gäbe es für Deutschland nicht, eine entscheidende Kenntnislücke. Zumindest die Studie der TU Chemnitz sollte bekannt sein, wenn man sich so von seinen Thesen überzeugt auf dieses Terrain begibt.

    Aber auch im Übrigen machte der Autor bemerkenswerte Sprünge in der Argumentationskette. Dabei ist die Kritik am AfD-Programm zu den Vorgaben der Architektursprache in Sachsen-Anhalt absolut nachvollziehbar. Bereits Ende 2024 fuhr man dort einen entsprechenden Angriff gegen das Bauhaus. Der Antrag im Landtag wurde unter dem vielsagenden Titel "Irrweg der Moderne" bekannt. Den Bezugspunkt Donald Trump setzt die Partei hier noch selbst, aber die Verbindungen zu Bürgerinitiativen wie Architektur Rebellion oder Stadtbild Deutschland erscheinen mir doch zu konstruiert. Gerade von der Architektur Rebellion kann ich präzise berichten, dass man sich gegen jede Vereinnahmung des Themas von rechts entschieden positioniert.

    Ich fand diesen Wettbewerb zur Kunst am Bau bereits vor einem Jahr derart spannend, dass ich dazu eine kleine Kunstkritik geschrieben habe. Hier ein Auszug daraus:

    Es ist wahrlich viel Inhalt, den man diesem kleinen, unscheinbaren Pfeil zuschreiben möchte – vielleicht auch zu viel. Denn zunächst wirkt das Kunstwerk ganz banal und verweist auf die Inhalte der ethnologischen Ausstellungen hinter den ins Visier genommenen Mauern. Neben dem Bezug zur Kolonialgeschichte, die mit diesem Ort eng verbunden ist, kann der Pfeil auch Ausdruck sein für ein differenziertes Handwerk, für kulturelle Errungenschaften oder für die Frage, wie die Beschaffung von Nahrung und somit das Überleben einer Spezies in der Evolution vonstatten ging. Dagegen findet der Bezug zu den barocken Fassaden, deren Rekonstruktion in Fachkreisen bis heute umstritten ist, allenfalls auf einer Metaebene statt. Symbolisiert er vielleicht das Spannungsfeld, in dem über Jahre zwischen Befürwortern und Gegnern der Rekonstruktion um die Gestalt des monarchischen Prestigebaus in der Mitte Berlins gerungen wurde? Wird damit die kritische Reflexion mit den Barockfassaden angestoßen? Mir erscheinen solche Deutungsansätze fast schon zu konstruiert.

    Aber dieser Wettbewerb macht auf ein anderes Manko aufmerksam. Die sterile, ungegliederte Stirnwand, die im scharfen Kontrast zu den anschließenden Barockfassaden Schlüters steht, bedarf dringend einer gestalterischen Aufwertung, um den Gegensatz abzufangen. Ob der banale und minimalistische Pfeil dafür allerdings am besten geeignet ist, möchte ich bestreiten. Unter den Entwürfen finden sich stimmigere Vorschläge. Besonders passend erscheint mir aus ästhetischer Sicht das Konzept Der Spiegel von Jan Zappe. Es zeigt einen hochformatigen Kupferspiegel, in dem sich der Berliner Wolkenhimmel abzeichnet. Aber vor allem wird man dadurch an den durch seine farbigen Glasscheiben ähnlich wirkenden Palast der Republik erinnert, der dem Schlossneubau gewichen ist. Damit würde man der jüngeren, ambivalenten Geschichte des Ortes gerecht werden. Ganz unabhängig vom Kunstwettbewerb würde sich diese Wandfläche auch hervorragend für die bunten Werbebanner der Ausstellungen eignen. Aber offensichtlich erschien den Verantwortlichen eine rein ästhetische Bearbeitung der Wandfläche nicht der Bedeutung des Ortes würdig.

    Die Langfassung gibt es hier: https://www.zeilenabstand.net/kritik-das-hum…e-kunst-am-bau/

    Das sind die Bauten, die unsere geschundenen Stadtbilder benötigen. Deinen KI-Entwurf finde ich sehr ansprechend. Er zeigt Anklänge an Klassizismus und Barock, bleibt aber ein zeitgenössischer Bau, der seine Entstehungszeit nicht verheimlicht. Würden solche Bauten in großem Umfang entwickelt werden, müsste man sich nicht über die Sinnhaftigkeit von Rekonstruktionen unterhalten. Einige wenige identitätsstiftende, wiedererrichtete Bauten würden sich vorzüglich in ein solches Umfeld einpassen und ein Viertel mit städtebaulicher Vorbildwirkung entstehen lassen. Das ist wirklich eine lohnenswerte Vision!

    Das Verhältnis des Fördervereins zu den anderen Stakeholdern am Schlossbau war leider nicht immer unbelastet. Auch Boddiens Truppe hatte ihren Anteil daran, wenn man gegen Kritiker der Rekonstruktion gerichtlich vorging und dabei regelmäßig unterlag. Dass man den Förderverein nun vor die Tür setzt, geht aber in meinen Augen zu weit. Man sollte schon allen Beteiligten die Würde zukommen lassen, die ihrem Anteil am Gelingen des Projekts entspricht. Das wirft kein gutes Licht auf Dorgerloh, wenn man sich solcher Mittel bedient.

    Hinsichtlich des Pfeiles an der Schmalseite des Stella-Flügels bin ich zwiegespalten. Einerseits hat der Wettbewerb für mich deutlich gemacht, dass eine Gestaltung dieses Wandabschnittes bereichernd wirkt, weil sie den Übergang von barocker zu moderner Fassade weicher gestaltete, andererseits habe ich bei dem Ideenwettbewerb bessere Entwürfe gesehen. Ich hatte das im letzten Jahr bereits in einer kleinen Kunstkritik zusammengefasst: https://www.zeilenabstand.net/kritik-das-hum…e-kunst-am-bau/

    Wenn man den Graffiti-Auswüchsen Herr werden möchte, dann bräuchte es viel mehr solcher Projekte. Gleichzeitig tragen sie zur Verbesserung des Stadtbildes bei, indem sie Lebendigkeit in die Betonwüsten setzen. Den Ansatz einer härteren Verfolgung der Sprayer kann ich dagegen wenig abgewinnen, denn das Problem sind dabei nicht die Strafen für Sachbeschädigung, sondern die Chancen der Aufklärung.

    Bad Arolsen ist ein unbekanntes Kleinod, das als Paradebeispiel einer barocken Planstadt dienen kann, obwohl der ursprüngliche Idealplan nie in Gänze ausgeführt wurde. Das Thema der historischen Stadtplanung scheint mir hier in diesem Forum besonders gut aufgehoben zu sein.

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    Arolsen – Plan von 1787: Erkennbar ist noch die der Zeichnung unterlegte, aber nie vollständig ausgeführte Stadtplanung mit östlichem Achsenabschnit

    Arolsens Weg zur Residenz eines Kleinfürstentums

    Das nordhessische Bad Arolsen ist ein Musterbeispiel einer barocken Planstadt. Die Wurzeln des Ortes liegen allerdings im Mittelalter, in einem Kloster der Augustinerinnen, das im 12. Jahrhundert gegründet wurde. Das Waldecker Grafengeschlecht, namentlich Graf Philipp III., hob es in der Reformation 1526 auf und baute die ehemaligen Klostergebäude zum Residenzschloss der Eisenberger Linie der Familie aus. Das Renaissanceschloss erhielt den Charakter einer Festung mit Gräben und Wällen. Dabei wurde der Wirtschaftshof in weiten Teilen intakt belassen und in die Nebenresidenz einbezogen. Nach dem Austerben dieser Linie wurde Arolsen zur Residenz der gesamten Grafschaft.

    Schon Mitte des 17. Jahrhunderts entstand mit der Großen Allee eine Verbindung zwischen dem Residenzschloss und dem in den 1660er Jahren erbauten Sommer- und Jagdschloss Charlotten- bzw. Louisenthal. Diese Achse ist auch heute noch im Stadtgrundriss deutlich wahrnehmbar, während das Jagdschloss bereits im frühen 18. Jahrhundert wieder abgerissen wurde. 1710 begannen unter Graf Friedrich Anton die Bauarbeiten am Neubau des heutigen Schlosses. Als symmetrische dreiflügelige Schlossanlage folgte der von Julius Ludwig Rothweil für die Waldecker Fürsten entworfene Bau den Baugewohnheiten des frühen 18. Jahrhunderts.

    Stadtrundgang: https://www.zeilenabstand.net/bad-arolsen-als-barocke-planstadt/

    Galerie

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    Das barocke Residenzschloss von Bad Arolsen

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    Marstall und Regierungsgebäude

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    Die Schloßstraße mit der Evangelischen Kirche als Point de Vue

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    Die evangelische Kirche am Ende der barocken Straßenachse

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    Haus Canstein in der Schloßstraße

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    Nicht nur wie die Vorlage, vor Allem auch wie der Prompt und natürlich auch die Daten anhand deren das Modell trainiert wurde.

    Na ja, der Prompt ist in den Fällen, in denen man historische Vorlagen ins Jetzt holt, meist denkbar einfach. Ich habe das in meinem Artikel weiter oben skizziert. Viel wichtiger ist in der Tat die Wahl der richtigen Tools. Nano Bannana von Gemini ist da bei der Bildgenerierung erheblich zielführender als zum Beispiel ChatGPT. Und das hat nichts damit zu tun, ob ChatGPT deiner Ansicht nach auf "links-woke" trainiert ist. Als jemand, der in der digitalen Welt sein Geld verdient, kann ich nur dazu raten, von Grok die Finger zu lassen, das wohl keinerlei ethische Grenzen kennt: https://www.zeit.de/digital/2026-0…hatbot-grok-ein

    ^ Die KI kann nur so gut sein, wie die Vorlage. Dort, wo sie so diffus ist, dass auch das menschliche Auge das Motiv nicht genau ausmachen kann, muss die KI interpretieren. Die Kritik zu einem Risaliten kann ich nur bedingt nachvollziehen. Ein Risalit besitzt keine Ecken (streng genommen immer nur zwei). Insofern weiß ich nicht, was du meinst (Ergänzung: Du meinst wohl den Treppenturm oder Standerker – ja da erkennt die KI den Lichteinfall durch den Kantenbruch nicht korrekt). Einen gestauchten Kirchturm vermag ich auch nicht zu erkennen.

    Kurzum: Die Ergebnisse der KI werden immer besser. Dort, wo die Vorlage ungenau bleibt, schleichen sich kleinere Fehler aufgrund der Interpretation ein. Mehr ist aber zurzeit nicht zu erwarten. Ich finde das schon beachtlich. Für wissenschaftliche Zwecke sind die Ergebnisse aber noch nicht ohne kritische Nachfrage verwendbar.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Eine passende Nutzung würde man dann schon finden – Museum, Hotel, Markthalle, vieles ist möglich.

    In der Regel sind die Abläufe genau umgedreht. Es braucht ein tragfähiges Nutzungskonzept, mit dem dann die Finanzierung der Rekonstruktion verbunden ist. Damit steht und fällt ein solches Projekt, selbst dann, wenn große Teile spendenfinanziert sein sollten. Ganz so lapidar, wie du es also ausdrückst, funktioniert es nicht. Um Investoren anzulocken, benötigt man im Vorfeld gute Ideen, die wiederum auf einer Bedarfsprüfung aufbauen. Benötigt man an diesem Standort in Berlin ein Hotel? Würde eine Markthalle angenommen werden? Welches Museum kommt hier in Frage, wenn nun das Exilmuseum aus dem Rennen ist?

    Wirklich bedauerlich, dass das Museum nicht gebaut wird. Ich hatte bereits den Entwurf von Mandrup einige Seiten zuvor positiv rezensiert. Daran hat sich nichts geändert. Mir erscheint der Bau noch immer ideal dafür, den Portikus des Anhalter Bahnhofs aufzuwerten. Material und Gestalt erscheinen mir für diesen Ort passend, auch wenn einige kompromisslose Rekonstruktionsbefürworter an dieser Stelle nichts anderes als den alten Anhalter Bahnhof akzeptieren.

    Wenn Herr Bernau die inhaltliche Ausrichtung des Museums kritisiert, so mag er zwar nicht ganz Unrecht haben, aber die Aufblähung des Themas Exil sollte bedenken, dass es bereits ein Spitzenhaus zu diesem Geschichtsfeld in Deutschland gibt. Das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven ist eines der besten Museen, die ich bisher besuchen durfte. Wie möchte man sich aufstellen, um hier in Berlin keine schlechte Kopie zu bilden? Und wie möchte man sich thematisch absetzen? Da sind nun einige Fragen offen.

    Die jetzige Situation ist für alle nicht ortskundigen hier sehr gut nachvollziehbar:

    https://www.google.de/maps/@50.11008…SoASAFQAw%3D%3D

    Da wird auch deutlich, dass der jetzige Eckbau ein Altbau ist, bei dem man nur einen großen Teil des Bauschmucks beseitigt hat. Es wäre ästhetisch weitaus naheliegender, diesen Altbau wiederherzustellen, um das historische Ensemble wieder erfahrbar zu machen. Stattdessen macht man in Frankfurt das, was man seit Jahrzehnten macht und was an diesem Ausschnitt überdeutlich wird: Ein Altbau nach dem anderen fällt zugunsten eines Hochhauses mit immer derselben Pseudo-Argumentation. Ein Hochhaus würde die Altbauten besser zur Geltung kommen lassen. Am Ende fallen auch die letzten historischen Häuser. Aus Sicht derjenigen, die auf Rendite aus sind, mag das richtig sein. Für diejenigen, die Ortsbilder retten wollen, ist das ein nicht umkehrbarer Irrweg.

    Sorry, aber dieser Sichtweise kann ich nun gar nicht folgen. Der Unterbau ist mit seiner Dynamik ja noch ganz spannend, aber was darüber folgt, ist die Banalität eines Hochhauses. Was aber nun wirklich ein No-Go ist, ist der Standort, der die beiden historischen Fassaden in unmittelbarer Nachbarschaft komplett erdrückt. Wir kennen so etwas zu Genüge aus den USA, wo die einst stolzen neugotischen Kirchenbauten mittlerweile in den Metropolen im Meer der Hochhäuser wie alberne Spielzeugarchitektur wirken und, beraubt ihrer ursprünglichen Wirkung, komplett verloren gehen. Genau das geschieht hier in Frankfurt auch.

    Solche Filmchen, untermalt mit einer Menge Pathos, transportieren ein Bild der Frankfurter Altstadt, das so nie existierte. Die hygienischen Verhältnisse in Frankfurts Altstadt waren bis weit ins 20. Jahrhundert katastrophal, die Straßen und Wohnungen viel zu eng. Das änderte sich erst durch ein Sanierungskonzept in den 1920er und 1930er Jahren, bei dem aber auch viel Altstadtsubstanz verloren ging. Ähnliches gilt für viele deutsche Altstädte in dieser Zeit.

    Ich bin sicher ein Freund des neusten Wiederaufbaus der Frankfurter Altstadt, aber kein Anhänger von romantisierenden Verklärungen.

    (Nachtrag: Mein Kommentar war vor allem auf einen Wortbeitrag von heute Morgen bezogen, der von der Moderation entfernt wurde.)

    Dass man aus Kostengründen oder anderen Sachzwängen den einen oder anderen Gründerzeitbau nicht retten kann, ist wohl nicht vermeidbar, aber äußerst bedauerlich. Dass man das aber als Erfolgsgeschichte verkauft und sich wundert, wenn es negative Reaktionen hagelt, das zeugt doch von einer völligen Ignoranz gegenüber historischen Bauensembles. Den Namen "CC Baukonzepte" sollte man sich in diesem Kontext merken.

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    Abgesehen davon, weiß man auch, was die Leute erfreut und anlockt, sich auch bezahlt in Einnahmen macht. Es sind eben diese schönen historischen Fassaden oder schönen rekonstruierten Fassaden.

    Im Fall der Bauakademie kann ich dir vorbehaltlos zustimmen. An diesem ikonischen Ort, an dieser neuralgischen Stelle des Schlossumfeldes und im Zentrum des historischen Berlins dürfe alles andere als Schinkels Backstein-Fassaden wahrscheinlich einer ästhetischen Enttäuschung gleichkommen. Als pauschale Aussage möchte ich dir aber widersprechen. Es gibt auch moderne Architektur, die die Massen anzieht. Erst im vergangenen Jahr war ich in Oslo, wo das neue Operngebäude der architektonische Star ist und die Massen anzieht. Die Formel "klassisch = anziehend, modern = abstoßend" geht eben nicht immer auf. Vieles hat mit den Erwartungen und Voraussetzungen des Ortes zu tun.

    Ich bin ein wenig irritiert. Hier im Strang hat ein Nutzer nicht ganz zu Unrecht darauf hingewiesen, dass das Frankfurter Schauspielhaus in einem explizit preußischen Kontext der Stadt errichtet wurde. Dass dabei ein Berliner Baumeister zum Zuge kam und die Architektur in bestimmten Details an Berliner Bauten orientiert ist, ist daher sicher nicht zufällig. An diesem Punkt hätte sich eine interessante Diskussion entspannen können. Stattdessen biegt man ganz falsch ab und fabuliert über die Vorzüge der preußischen gegenüber der französischen Besatzung. Wirkt ein wenig irrational.