Es stimmt mich nachdenklich, dass die öffentliche Hand ausbleibenden Investitionswillen von privater Seite nicht als Weckruf versteht. Offensichtlich ist die Attraktivität des Standorts verglichen mit anderen Metropolen nicht hoch genug, um die Korsettierung durch Beteiligungsverfahren und deren Ergebnisse zu kompensieren.
Attraktiver könnte die Lage auf zwei Wegen werden. Zum einen durch eine erhöhte wirtschaftliche Dynamik. Zum anderen durch ein mehr an Freiheit hinsichtlich der Gestaltung. Der erste Punkt sprengt den Rahmen dieses Forums. Interessierte seien auf einen kürzlich erschienenen Beitrag mit pointierteren Thesen in der FAZ verwiesen, der mit zeitlichem Abstand auch im Abendblatt sein Echo gefunden hat.
Zum zweiten Punkt interessiert mich die Meinung dieses Forums, denn er ist unmittelbar durch den Bezirk beeinflussbar. So befindet sich das in Frage stehende Areal mit den tanzenden Türmen und der Bebauung des ehemaligen Bavaria-Geländes bereits in einem veritablen Hochhauscluster. Diese Gestaltungsmaxime sollte hier mutig baulich aufgenommen werden. Über den geeigneten Nutzungsmix aus Wohn-, Büro- oder Hotelanteilen sollte ein Investor frei entscheiden können, damit er tatsächlich den Gebäudewert optimiert und nicht nur auf Bodenwertzuwachs spekulieren muss. Persönlich bezweifle ich, dass der im Interview angedeutete SAGA-Wunsch nach öffentlich gefördertem Wohnraum in dieser zentralen Lage eine Bereicherung des öffentlichen Raumes darstellt. Weitere Konflikte zwischen Ausgehviertel und dem Bedürfnis nach Ruhe scheinen unvermeidbar. Weiß jemand von einem Hochhausentwurf, an den angeknüpft werden könnte?