Trotz teileweisen Schleifens relativ junger und nicht maroder Gebäudesubstanz und der "Störung" vieler Ärzte in diesem Ärtzehauskomplex, was ich beides für suboptimal halte, ist das natürlich ein toller Entwurf und hat das Potential den heutigen Bestand bzw. den Ort weiterzuentwickeln. Der bisherige relativ spannende Innenhof bliebe grundsätzlich erhalten und könnte durch die spektakuläre Baumasse an (Aufenthalts-)Qualität gewinnen.
Aber: Wir kennen ja unser München: Hier wird es traditionell höchstwahrscheinlich wieder nicht zu knapp Gegenwind geben. Aus Gründen der Optik (ich denke an den gerade im Bau befindlichen, leicht verwrungenem Turm Nähe Heimeranplatz, der auch in seinem "wilden" Entwurf "entschärft" wurde), der Maßstäblichkeit und wohl auch aufgrund der möglichen Preissteigerungen im Wohn- und Gewerbeumfeld in diesem Viertel. Am linken Bildrand entsteht übrigens auch gerade ein 10 oder 12 stöckiges Wohnhochhaus. Grundsätzlich befürworte ich immer sehr eine Verdichtung an ÖV-Haltepunkten wie es sich nun hier vollzieht. Das ist nachhaltiger Städtebau. Stappelung von Straßen und Gebäuden auch wie hier kann zudem städtebaulich spannend sein. Zu Argumenten wie man sie an anderer Stelle im Netz bereits lesen kann, dass einige Mieter in diesem Hochhaus ja einen "tollen" Ausblick auf die Stadtautobahn hätten, kann ich allerdings nur sagen: So ist das eben mitunter in einer Großstadt. Niemand wird gezwungen hier einzuziehen. Noch eine Anmerkung: Die Bäume zur Straßenseite auf dem Rendering kann man sich, denke ich, erstmal wegdenken. Die werden wahrscheinlich gefällt, denn sie stören die Großbaustelle gewiss. Hier müssen dann ja auf ziemlich engem Raum diverse Kräne, Baucontainer, etc. aufgestellt werden, will man den massiven Straßenverkehr drumherum aufrechterhalten.
Kurzum: Bitte entweder genau so bauen. Oder gar nicht und den funktionierenden Bestand belassen. Bitte keinen "entschärften" Entwurf. Aber wir wissen: Die Gefahr ist groß in unserer Stadt, dass es wieder genau darauf hinausläuft...