Beiträge von Stephantherock

    Ich glaube städtebauliche Fragen muss man von der Architektur zu erst einmal trennen. Die von Lüscher bevorzugte Architektur (materiallastige "gemäßigte Moderne") ist sicher nicht zeitgemäßer als die Architekur von Frau Kahlfeldt. Beide zitieren Vorbilder aus dem letzten Jahrhundert, mir gefallen die Bauten aus dem Hause Kahlfeldt besser (Lüschers "eigene" Werke aus ihrer Schweizer Zeit findet man kaum im Netz). Letztendlich ist es eine Geschmacksfrage. Die Probleme mit dem Onlineshopping und die Klimawandel bzw die Verkehrsfrage sind städtebaulich zu lösen, aber auch hier ist eine an die Gründerzeit angelegte Planung sicher nicht falsch, einfach wegen ihrer Flexibilität.

    In den 70ern gab es bekanntlich ein großes Städtesterben und die letzten Jahre haben wir wieder eine urbane Renaissance erlebt. Zu "zeitgeistiges" Denken ist, wenn man an die gerade erwähnte autogerechte Periode oder den "Stadtumbau-Ost" denkt, nicht so zeitlos. Da sind altbewährte Lösungen vielleicht gar nicht so verkehrt.

    Alle Demokratien in Europa benutzen Gebäude aus den alten Monarchien als Museen, Parlamente oder Repräsentationsgebäude. Von meiner Heimat Österreich muss ich gar nicht lange schreiben. In der Wiener Hofburg befindet sich auch das "Weltmuseum"(auch aus einem kolonialen Kuriositätenkabinett" entsprungen) und zusätzlich haben die wichtigsten Ämter der Republik hier ihren Sitz(anders als beim Stadtschloss) Ein beachtliher Teil der Hofburg ist ebenso eine Rekonstruktion, durch den Brand 1992 sogar ziemlich jung. Die Zäune um die Burg sind mehrfach so wiederhergestellt worden, wie sie Kaiser Franz Josef wollte( nämlich um ideal als Stütze für Gewehre gegen Demonstranten zu funktionien) und auch die von den Nazis aufgestellten Betonadler sind noch da.

    Hätte man den Spruch weggelassen oder durch einen anderen Spruch ersetzt, würde es die Monarchie viel eher verklären. So funktioniert das Gebäude wie ein Original mit allen Ecken und Kanten(mir ist klar, dass durch die moderne Ostseite und die fehlenden willhelmischen Seitenkuppeln da schon recht viel verändert wurde, im Vergleich zur angeführten Hofburg). Im Forum sollte ja dennoch genug Platz bleiben, um sich auch damit angemessen beschäftigen zu können, ohne die Monarchie zu verteufeln oder den Spruch zu verharmlosen.

    An der Ecke hätte es jeweils ein kleiner Aufsatz sein können oder ein wenig Schmuck, im Stile der Uhr beim Haus am Postplatz. Auch die Backsteine hätten von der Farbe durchaus lokaler sein dürfen(Blendziegel assoziere ich in Sachsen mit orangeroten und gelben Farben). Ist aber trotzdem ein relativ gelungener Bau geworden.

    Hallo, ich habe hier jahrelang im Forum mitgelesen und wollte mich nun auch mal beteiligen, weil mir die Gegend rund um den Molkenmarkt bei vielen Berlinbesuchen negativ aufgefallen ist.

    Bzgl des Urheberechtsverletzungen: Dann wäre jeder Entwurf (außer der schon disqualifzierte Satirebeitrag ) draußen, weil es wurden hier und im Nachbarforum eigentlich alle Entwürfe mit ihren Verfahrensnummern und Details besprochen (von "Bullerbü, der "Nachkriegssiedlung" bis zu den klassischen Entwürfen). Glaube nicht, dass sich irgendjemand dafür interessiert bzw deswegen die schon eher spärliche Bürgerbeteiligung annuliert werden würde, zumal keine Screenshots verbreitet wurden.

    Ich hoffe auf eine kluge Wahl der Jury, die drei klassischen Entwürfe taugen alle mE zumindest städtebaulich, die Misere dort zu lindern bzw zu beenden.

    Irgendetwas gestalterisch zwischen dem Gründungsviertel in Lübeck und dem Mercatorviertel in Duisburg angesiedelt(wenn es jemals wirklich gebaut wird) wäre hier vom Konzept schon gut.