Ich glaube städtebauliche Fragen muss man von der Architektur zu erst einmal trennen. Die von Lüscher bevorzugte Architektur (materiallastige "gemäßigte Moderne") ist sicher nicht zeitgemäßer als die Architekur von Frau Kahlfeldt. Beide zitieren Vorbilder aus dem letzten Jahrhundert, mir gefallen die Bauten aus dem Hause Kahlfeldt besser (Lüschers "eigene" Werke aus ihrer Schweizer Zeit findet man kaum im Netz). Letztendlich ist es eine Geschmacksfrage. Die Probleme mit dem Onlineshopping und die Klimawandel bzw die Verkehrsfrage sind städtebaulich zu lösen, aber auch hier ist eine an die Gründerzeit angelegte Planung sicher nicht falsch, einfach wegen ihrer Flexibilität.
In den 70ern gab es bekanntlich ein großes Städtesterben und die letzten Jahre haben wir wieder eine urbane Renaissance erlebt. Zu "zeitgeistiges" Denken ist, wenn man an die gerade erwähnte autogerechte Periode oder den "Stadtumbau-Ost" denkt, nicht so zeitlos. Da sind altbewährte Lösungen vielleicht gar nicht so verkehrt.