Zitat von Dykie
Ich denke mal, dass man im Zuge der Hafencity mit der weiteren Planung, bzw. Bau der Querspange beginnen wird.
Wäre jedenfalls sinnvoll, erst die Hafencity abzuschließen, um dann mit dem weiteren Sprung über die Elbe zu beginnen.
Ich fürchte, dass der Sprung über die Elbe mit dem Bau der Hafenquerspange beendet wird
. Und zwar bevor die HafenCity fertig ist.
Die Trassenfindung für die Hafenquerspange war so 1997 WIRE. Da staunten alle gerade über die absurde Idee, ein Gebiet namens HafenCity aus dem Hafen ausgliedern zu wollen. Die geplante Trasse der Hafenquerspange verlief weitgehend durch ein Gebiet, das außer ein paar Hafenarbeitern kein Hamburger kannte
. Bei der angrenzenden Wohnbevölkerung wurde kein größerer Raumwiderstand erwartet
. Nach einer stadtläufigen Fehleinschätzung sollten da "nur" Türken und Alkis leben.
Tatsächlich ist dem aber nicht so, sondern das Reiherstiegviertel und die Veddel haben ziemliches Potential
, auch wenn sie nicht ganz die Entwicklung Ottensens oder der Schanze nehmen mögen. Mit der Hafenquerspange wird zumindest fürs Reiherstiegviertel dieses Potential weitgehend verspielt :wein: . Es geht die erlebbare Weite des Spreehafens verloren
. Zudem will kein Mensch neben der Autobahn leben
. Ein wichtiger Grünzug entlang des Ernst-August-Kanals wird zerstört
. Und es findet auch optisch ein gewaltiger Schnitt statt: Wenn man bisher auf den Deich oder Brücken geht, sieht man die Silhouette der Innenstadt mit den Hauptkirchen, Fernsehturm und Elbhang.

Foto/Montage: Jürgen Könecke, Erlaubnis für Link liegt vor.
Zukünftig sähe man eine Autobahn mit LKW.
Wer jetzt noch diese Trasse weiterverfolgt, hat sich entweder nicht mit dem Gebiet außeinander gesetzt oder will den Sprung über die Elbe eher verhindern. Ersteren kann man vielleicht mit einem Stadtplan, der bis Harburg reicht, und einem Fahrrad, um im Sommer mal die Ecke zu erkunden, abhelfen. Zunächst hilft die Seite über die Hafenquerspange weiter.
Es ist auch nicht so, dass diese Hafenquerspange dort unabwendbar ist. Zum einen gab es andere, verträglichere Trassen weiter südlich. Die sind ohne explizite Nennung des Grundes ausgeschieden, weil der Kai Altenwerder bis Moorburg verlängert werden soll. Da sind aber nicht nur die Moorburger gegen, sondern Vattenfall plant gerade ein neues Kraftwerk auf dem alten Standort. Da ist dann ohnehin Ende der Kaikante und die 50m für eine Autobahn wird man dann auch noch am Kai entbehren können.
Zudem ist die Frage, ob sich die Steigerung im Containerverkehr eigentlich überhaupt sinnvoll auf die Straßen setzen lässt, im Anbetracht der auch anderswo dann nötigen Investitionssummen. Es gibt ja durchaus Alternativen.
Zitat von Dykie
Zum Bild: Bei den groben Planungen sind ja im Bereich der Elbbrücken viele Hochhäuser und andere Wohn-/Gewerbeimmobilien zu sehen. Was befindet sich eigentlich im Moment in dem ganzen Bereich (linker Bereich des Kreises und weiter in westlicher Richtung)? Meines Wissens sind da doch Hafenanlagen und Industrie angesiedelt. Rein logisch gesehen müssten die ja dann einen Ausweichplatz bekommen. Nur wo bitte sollen die denn dann hin? Einfach in Luft auflösen werden die sich bestimmt nicht und freiwillig gehen halte ich auch für sehr ausgeschlossen.
Das ist schon eher ein Punkt. Im Kreis selbst gibt es noch eine ziemlich aktive Kaikante am O'swaldkai und den Haupthafenbahnhof Hamburg-Süd, der mit dem Ausbau des Mittleren Freihafens wohl eher gegen seine Kapazitätsgrenze getrieben wird. Wobei der Mittlere Freihafen auch über den Rbf Hohe Schaar anzubinden wäre. Wenn endlich das dringend nötige Überwerfungsbauwerk zwischen Hafenbahn und Fernbahn in Wilhelmsburg käme, wäre das auch sinnvoller. Ansonsten sind dort im wesentlichen Pack- und Lagereibetriebe, wie das Überseezentrum, die eigentlich besser weiter westlich stehen könnten. Bleibt der O'swald Kai: Ja, da ginge eine wichtige Kaikante weg.