Beiträge von Marcoberlin

    Abriss Artemis und Neubau eines Wolkenkratzers??? Das Autobahndreieck Funkturm wird für die nächsten 10 Jahre eine Großbaustelle sein - eher noch länger. Also ab 2040 könnte dort jemand einziehen. Macht ein 200-Meter-Turm nicht dem Funkturm Konkurrenz? Ist dies erwünscht? Wenn ich micht richtig erinnere war mal ein Messeturm an der Masurenallee geplant, aus diesem Projekt ist auch nichts geworden.

    Einerseits: Die Betonbrücken haben für mich nicht den Charm der filigranen U-Bahn-Viaduktbrücken aus Stahl im Park am Gleisdreieck, sondern sie erinnern mich eher an die Brücken der Stadtautobahn in Wilmersdorf Rudolstädter Str./Mecklenburgische Str./Heidelberger Platz und Schöneberg Innsbrucker Platz mit geringer Aufenthaltsqualität .

    Andererseits: Man sollte überall in der Stadt versuchen, die Aufenthaltsqualität zu steigern - somit auch hier. Es werden sich bestimmt später einige echte Städter finden, die diesen Bereich nutzen.

    Ansonsten dreht sich die Diskussion im Kreis.

    In Skandinavien werden traditionelle und neue moderne Holzhäuser mit atmungsaktiven Schlammfarben gestrichen, nicht nur in Schwedenrot sondern auch in Grün, Blau, Gelb und neuerdings Anthrazit. Dies ergibt eine sehr schicke Optik. Die Farben basieren oft auf natürlichen Rohstoffen wie Mehl, Wasser, Leinöl und Pigmenten und sind biologisch abbaubar. Dies trägt nicht nur zur besseren Optik bei, sondern sorgt auch für Langlebigkeit. So ein Haus kann bei guter Pflege über 100 Jahre halten.

    Zur Erinnerung: Am Alexanderplatz war nie eine Skyline, wie sie uns aus Amerika oder Asien bekannt ist, geplant. Kollhoff hatte damals den Wettbewerb gewonnen: Mit einer wuchtigen Blockrandbebauung und gleich hohen Hochhäusern. Der Entwurf von Libeskind hatte damals keine Chance. Die Hochhäuser am Potsdamer Platz und Breitscheidplatz stehen ja auch in einer Blockrandbebauung, nur verlaufen die Grundstücke dort spitz zu, so dass die Hochhäuser dort dadurch einen eigenständigen Charakter bilden können.

    Arty Deco: Va bene! Eine 2-EURO-Pizza ist keine Pizza. Vielleicht gibt es ja dann dort eine Gulaschkanone mit Soljanka oder ein Schnitzel mit Brauner Soße. Buon appetito.

    Ich persönlich finde die Kubatur des neuen Museums sehr angenehm und passend. Die Wirkung der berühmten Nachbargebäude wird nicht beeinträchtigt. Ich bin positiv überrascht.

    Wem es hier nicht gefällt, der kann doch zur Museumsinsel gehen. Berlin hat zwei große Kultur-/Museumsviertel, die architektonisch und städtebaulich sehr unterschiedlich sind. Toll!

    Ich bin Pragmatiker: Ich denke, es ist besser eine breitere Brücke zu bauen, die dann zur Hälfte in 20-30 Jahren anders genutzt wird (z.B. Begrünung), als dass man eine schmale Brücke baut, wonach gleich nach der Eröffnung festgestellt wird, dass sie zu schmal ist und der Verkehr zusammenbricht.

    Außerdem muss man hier zwei Themen auseinanderhalten: 1.) Mit weniger Straßenverkehr wird es deutlich ruhiger (ich wohne selbst direkt an einer Hauptverkehrsstraße). Dies erhöht die Aufenthalts- und Lebensqualität in der Stadt. 2.) Eine neue Randbebauung, die der Gegend eine neuen Stadtraum geben würde. Die Bewohner der Plattenbausiedlungen auf der Fischerinsel und der Leipziger Str. lehnen hier eine Verdichtung des Stadtraums kategorisch ab, wobei ich unterstelle, dass dort inzwischen mehr Zugezogenen wohnen als Bewohner aus DDR-Zeit.

    Die Berliner Innenstadt ist flächenmäßig sehr groß. Ich persönlich verstehe die Erwartung nicht, dass j e d e Straße und j e d e s Quartier lebendig und heimelig sein muss und alle Innenstadtquartiere nahtlos ineinander übergehen müssen.

    Ach, ja. Sir Moc: Ich finde die echten Bilder von Merlin #1891 genauso reizvoll wie das KI-Video - natürlich auf einer anderen Art und Weise. KI ist immer mit Vorsicht zu genießen, so wie alte Schwarz-Weiß-Fotos ebenfalls. Man sollte sich daran erfreuen, was man erreicht hat: 3 rekonstruierte Schlossfassaden plus Kuppel, wahrhaft keine Selbstverständlichkeit. Der Bundestagsbeschluss sah explizit nur die Rekonstruktion der Barockfassaden vor. Die Rekonstruktion der Gigantentreppe wurde nicht vorgegeben, sie ist aber auch nicht ausgeschlossen. Ich persönlich finde aktuell die Bauakademie wichtiger.

    Mit etwas mehr Grün (niedrige Büsche) lässt sich das Schlossumfeld schnell leicht weiter verbessern. Natürlich passt der Neptunbrunnen hervorragend vor das Schloss. In Berlin geht es letztendlich immer um 4 Dinge: Historisch vs Modern und Ost vs West, wobei die Ostberliner noch andere Ansichten zum Stadtzentrum Ost haben als die Ostdeutschen im ehemaligen Rest der DDR-Republik.

    M.E. kann man auch eine moderne Platzgestaltung mit wenigen historischen Elementen verbinden (moderner Brunnen und Rossbändiger). Man kann es nicht jedem recht machen.

    Treverer: Das heutige Park Inn-Hochhaus wurde nach der Wende umfangreich saniert. Die ursprüngliche Metallfassade aus DDR-Zeiten wurde zwischen 2005 und 2007 durch eine neue moderne Glasfassade ersetzt. Die Fassade ist somit nicht "DDR-Architektur". Auf die Dachterasse möchte das Hotel bestimmt nicht verzichten.

    Der neue Hochhauscluster am Alexanderplatz wird m.E. aus jeder Perspektive / Sichtachse einen Gewinn bringen.

    Gerade die Dichte, die unterschiedlichen Baustile und Stadtplanungsansätze der Großstadt Berlin und damit verbunden die zum Teil verwirrende innere Widersprüchlichkeit in ästhetischer, sozialer und kultureller Hinsicht machen doch gerade den Reiz und die Qualität der Metropole Berlin aus. Ich mag den Kontrast. Eine Metropole muss polarisieren.

    Auf den Bildern von RianMa #673 fällt mir neben der neuen wachsenden Skyline lediglich eine riesige Baulücke (Molkenmarkt) auf, die schnellstmöglich bebaut werden muss.

    Der Fokus muss sowieso auf Wohnungsbau liegen. Anstatt 5000 Wohnungen sollten 20.000 gebaut werden. Die entsprechenden Gesetze (Ausgleichsmaßnahmen e.t.c) sollten hierfür geändert werden. Für einen besseren ÖPNV-Anschluss kann die Siemensbahn langfristig bis zum Quartier weiter verlängert werden.

    Mit dem Bendlerblock hat das Verteidigungsministerium bereits einen historischen Gebäudekomplex in Berlin mit bewegter Geschichte. Der Ort ist hierfür prädestiniert und dort ist auch ein Erweiterungsbau für einen möglichen Komplettumzug möglich.

    Gegen das ehemalige Flughafengebäude am Tempelhofer Feld sprechen m.E. auch Sicherheitsaspekte. Diese könnten zu Einschränkungen der anderen Nutzer an diesem Ort führen.

    Ich möchte eigentlich nicht politisch werde, aber an Camondo: "Orientierungslos" ist nicht nur Deutschland, sondern es sind auch die USA, GB und andere westliche Demokratien. Die Problemlage ist vielschichtig und dies hier ist ein Architekturforum...

    Auch das Berliner Olympiastadion aus der entsprechenden Epoche wurde medienwirksam im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft 2006 genutzt. An Einwände aus dem Ausland kann ich mich nicht erinnern.

    Noch kurz zu den Hochhausvisionen am Tempelhofer Feld: Berlin sollte nicht weitere Hochhausstandorte in der Innenstadt ermöglichen, sondern sich auf die ausgewiesenen Standorte konzentrieren, aus wirtschaftlichen und ästhetischen Gründen.

    Beim Stadtschloss / Humboldtforum stand das äußere Erscheinungsbild im Fordergrund. Danach hat man eine passende inhaltliche Nutzung gesucht.

    Bei der Bauakademie ist es genau umgekehrt. Man definiert zuerst eine inhaltliche Nutzung, aus der sich dann das Äußere ergeben soll.

    Klimagerechtes Bauen verhindert letztendlich eine Rekonstruktion. Berlin braucht mehrere 100.000 neue Wohnungen. Hier im Wohnungsbau kann man doch zeigen, was klimagerechtes Bauen in der Praxis tatsächlich bedeutet und nicht anhand der Bauakademie.

    Berlin hat seine Altstadt verloren. Warum man wegen einer handvoll Rekonstruktionen nach dem 2. Weltkrieg in Berlin, die ja überwiegend nur Fassaden betreffen, so einen Gegenwind erzeugen kann, kann ich nicht nachvollziehen.

    Vielleicht "traut" sich der Bund nach der Schlossrekonstruktion nur nicht, noch einen draufzulegen.

    Ich bin für eine neue Volksabstimmung. Der Senat müsste dann aber mit einem fertigen Konzept antreten, damit jeder weiß, worüber er genau abstimmt und es eine Chance für ein anderes Votum gibt. Auf Wohnungsbau zu verzichten ist ein Luxus, den man sich nicht leisten kann. Die Neubebauung müsste nur durch städtische Wohnbaugesellschaften erfolgen. Der Rest müsste mit Bäumen bepflanzt werden. Bezüglich der Innenräume sollte der Denkmalschutz komplett aufgehoben werden. Es könnte z.B. ein Wohnheim für Studierende entstehen oder Büros. Nebenbei: Über einen Komplettumzug der Bundesregierung nach Berlin würde ich mich freuen, aber ich bin auch für Worthalten gegenüber Bonn. NRW und Bonn müssten die Initiative übernehmen.

    Auch der Westen Berlins hat Gebiete nahezu geschlossener Gründerzeitarchitektur, z.B. Nordneukölln und Teile Kreuzbergs. Das Quartier Bundesallee ist für mich guter Durchschnitt. Ich finde die Höhe der Gebäude passend in Bezug zur Straßenbreite. Alle künftigen Neubauten an der Bundesallee sollten in dieser Höhe gebaut werden.

    Auch das Bauhaus gehört zu unserem kulturellen Erbe. Übrigens ändert sich auch der Zeitgeist. Viele Menschen in den 1950er bis 1970er Jahren waren damals von den modernen gebauten Gebäuden nahezu begeistert und wollten das Alte weghaben. Heute werden diese Gebäude wiederum wenig geschätzt. Auch das Stuckabschlagen an Altbauten wurde etwa nicht nur von oben verordnet sondern fand auch in der Bevölkerung Zustimmung. Aber ich möchte nicht abschweifen. Proportion und Höhe der geplanten Hochhäuser finde ich stimmig. Von der Spree her wird dies einen großstädtischen Eindruck machen. Dass zwei schmale Hochhäuser neben einem pummeligen Hochhaus stehen sorgt für Abwechslung. Bezüglich der Fassade kann ich mir noch kein abschließendes Urteil erlauben.