Beiträge von Joe

    Prinzipiell bin ich ein Befürworter von Rekonstruktionen, sehe diese hier aber als Utopie an. Ich glaube bei tag24 wurde diese Idee bereits geäußert (mit historischem Bilde, welches ästhetisch sehr ansprechend war). Dennoch wurde diese Idee in dem Artikel auch wieder verworfen.

    Wie andere bereits schrieben, wären im Falle eines Komplettabbruches der drei Brückenstränge komplexe und langwierige Verfahren notwendig, die z.B. auch den Bereich Rathenauplatz/Synagoge und die Verkehrsführung und Dimensionierung der Sankt-Petersburger-Straße miteinbeziehen müssten.

    Dann müsste entsprechend geklärt werden, wie man den Denkmalschutz handhaben sollte. Hier würde sich dann tatsächliche die Frage ergeben, ob das DDR-Bauwerk oder das Vorgängerbauwerk historisierend oder komplett historisch rekonstruiert werden soll.

    Eine komplett neue Variante wäre eventuell auch spannend.

    Wobei ich persönlich mit den Vorüberlegungen einen modernen praktischen Bau, der den aktuellen stadtplanerischen Ansprüchen entspricht (auch in Hinblick auf Verkehre, Verdichtung, Begrünung, Ausdehnung des Altstadtbereichs, Stadtraumplanung und Abwendung von der "Stadtautobahn") mit entsprechend historisierenden Schmuckelement wie den kunstvollen "Balkonen" (ähnlich der Augustusbrücke).

    Neben allen möglichen Planungshürden wird hier vor allem auch der Kostenfaktor eine Rolle spielen.

    Und andererseits hoffe ich (sowohl verkehrstechnisch und finanziell), das die bereits sanierten Brückenstränge von der Havarie keinerlei Schäden davongetragen haben. Der neue Radweg könnte hier zumindest zugunsten eines Fußgängerweges etwas dezimiert werden.

    :/ Da ich bautechnisch nicht sehr versiert bin, schätze ich die Situation wahrscheinlich falsch ein. Auch wenn es zu keinen Beschädigungen gekommen sein sollte, müsste der eine Strang zum Wiederaufbau der Straßenbahntrasse und des Fußgängerbereich genutzt werden und würde für den Verkehr sowieso gesperrt sein?

    Sollte es trotz allem wirklich zu einer längeren Sperrung kommen, so würde ich aus der Not eine Tugend machen wollen und auf ein bisschen mehr Zeit (eventuell Jahre?) für alles eingehen, damit Dresden hier dauerhaft und zukunftsträchtig plant und baut.

    Kreuzstraße bitte als Fußgängerzone. Baumbepflanzung und Fußgängerweg in den Dimensionen für Rettungsfahrzeuge. Seitenstreifen für Auengastronomie. Dabei Einbeziehung des Rathauskomplexes mit Restauration und Angeboten (Institut Francaise). Hier könnte ein neues Szeneviertel entstehen. Aus dem "Kneipenviertel" Weiße Gasse wird das Kneipenviertel Kreuzviertel.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Dann wirste deine Freude an dem x-ten Knerer&Lang Bau in dieser Stadt haben, der am Wiener Platz dem neuesten modernistischen Krempel hinterher eifert und nebst riesiger Dimension auch gleich grüne Lamellen und grünstes Grün an allen 5 Seiten zu bieten hat. Belebtes Gewerbe (ZOB) im EG inbegriffen.

    Hat den Vorteil, das Farbenspiel des Nachbargebäudes aus gleichem Büro wird für alle für immer vom Neubau verdeckt sein, denn auf Straßenbahnebene erschließt sich das nicht. Da folgt nicht mal mehr die LSD Fassade irgendeiner städtebaulichen Logik.

    Ein Spielplatz für Modernisten, sieht rund um den Hauptbahnhof eher wie ein unaufgeräumtes Kinderzimmer ganzer Vorschulklassen aus. Mit freundlicher Genehmigung ihrer Stadtplanungsamtspersoninnen, die Knerer&Lang offenbar echt mögen.

    Dem Ganzem kann ich leider nichts mehr hinzufügen bzw. Positives entgegenstellen.

    Hoffnung kann man nur noch in die Entwicklung des Wiener Platzes Ost stecken, der vielleicht noch einen stadtplanerischen Coup ermöglichen könnte. Aber daran habe ich auch meine Zweifel.

    Der Wiener Platz West ist für mich städtebaulich verloren. Der Simmelriegel ist komplett deplatziert und wirkt wie ein überdimensionierter Fremdkörper.

    Die Idee des Fernbusterminals halte ich jedoch für sehr interessant und auch sinnvoll. Vor allem mit der Straßenbahnhaltestelle und den Unterständen für die Terminals. Aber das Ganze liegt irgendwo in stadtplanerischen Nirgendwo und die Randkante Wiener Platz West ist ein Außenposten und kein integraler Bestandteil einer aktiven Innenstadtentwicklung.

    Durch die Randposition können hier Strukturen entstehen, die zum Scheitern des Wiener-Platzes mit Unterführung geführt haben.

    Vielleicht sehe ich zu schwarz, aber die tollen Ideen von damals mit direktem Zugang zum Hauptbahnhof sind auch sehr schnell fallen gelassen worden und dann hat sich ein Kriminalitätsschwerpunkt gebildet.

    Es fehlt an einem Gesamtkonzept Hauptbahnhof/Wiener Platz mit den entsprechenden Übergangsbereichen.

    Aus einem Kuchen werden Stücke - aber aus Stücken wird noch lange kein Kuchen.

    Civitas fortis

    Vielen Dank für Ihren anregenden Beitrag.

    Ich muss Ihnen teilweise Recht geben. Wie an anderer Stelle erläutert, sehe ich hier durchaus positive stadtplanerische Aspekte.

    Aber es fehlt wirklich an einem stadtplanerischen und architektonischen Konzept.

    Dies liegt aber m.E. auch an der Situation der Lingner Vorstadt und dem Festhalten an der Sankt Petersburger Straße als "Stadtautobahn".

    Es wird leider nur zu klein gedacht und geplant. Und das ist verständlich. Und das leider.

    Aber ich denke, dass man mit entsprechenden kleinen Schritten durchaus große stadtplanerische Würfe erreichen könnte.

    Leider kenne ich mich zu wenig aus.

    Einerseits müsste das Gebäude/Areal als BSZ der Stadt Dresden gehören. Würde die TU-Dresden hier investieren, wäre das m.E einerseits Ländersache und ggf. Bundessache. Damit könnten entsprechende Fördermittel beantragt werden.

    Da die TU-Dresden Exzellenz-Universität ist, könnte man mit entsprechenden Anträgen weite Fördermittel beantragen.

    Die Flächen und Gebäude wären somit dauerhaft an die TUD gebunden und es würden dadurch regelmäßige Mehrausgaben für Anmietung wegfallen.

    Leider bin ich kein Jurist und Architekt, sodass ich in diesen Angelegenheiten nur sagen kann, dass ich als stolzer geisteswissenschaftlicher Absolvent der TUD im Jahre 2006 meine Verbundenheit und Leidenschaft zur TUD und zu Dresden nicht verloren habe.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Also Tiefgaragen- und Parkhausplätze gibt es in der Umgebung doch wahrlich genug, Karstadt, Centrum-Galerie, Altmarkt-Galerie, Wöhrl, Altmarkt, Wiener Platz, Simmel - und aus- bzw. überlastet sind diese i.d.R. nicht. Da braucht es keine weitere Großgarage aus Steuergeld. Für Mitarbeiter und Bewohner müssen ohnehin Stellplätze gem. Stellplatzsatzung vorgesehen werden.

    Sehe ich leider anders. Vor allem an den Wochenenden. Ich denke, dass viele so empfinden und ähnliche Erfahrungen gemacht haben dürften. Aber ich lasse mich gerne eines Anderen belehren.

    Zumal ich aber auch perspektivisch gedacht habe.

    Es gibt nunmal verschiedene Wechselwirkungen zwischen Parkplatzangebot - ÖPNV-Erreichbarkeit - Investoren - Einkaufsangeboten und Aufenthaltsplätzen etc.

    Gefühlt meiden viele auch deshalb die Innenstadt, weil es vor allem zu den Spitzenzeiten zu wenig Parkplatzangebote gibt.

    Das Argument i.d.R. (in der Regel) lasse ich hier nicht gelten. Vor allem, wenn an den Wochenenden die Innenstadt (in gewisser Weise "zum Glück") überfüllt ist und die "i.d.R." leerstehenden Parkflächen in der Arbeitswoche obsolet erscheinen mögen. Am Wochenende oder zu Feiertagen und Veranstaltungen bieten diese Platz für viele Interessierte.

    Außerdem könnte dies (wie im ursprünglichen Post geäußert) die Innenstadt lukrativer machen.

    Und ich habe nicht von öffentlichen Geldern (Steuergeldern) gesprochen. Obwohl eine solche Investition könnte regelmäßig Geld in das Stadtsäckel fließen lassen.

    Nachtrag zu meinem vorhergehenden Post:

    Statt eines relativ weitläufigen Campus könnte man die anderen geisteswissenschaftlichen Institute (Geschichte, Politik, Sozialwissenschaften) in einem modernen Gebäudekomplex am Strehlener Platz zusammenführen (bei Erhalt des Tusculums, des Kinos im Kasten und der Fotothek etc. in der August-Bebel-Straße).

    Zwischen Teplitzer Straße und August-Bebel-Straße befindet sich das Ernst-Thälmann-Denkmal und erinnert auch an die DDR-Zeit, als der Strehlener Platz Ernst-Thälmann-Platz hieß. In diesem Areal sollte der Ernst-Thälmann-Park entstehen.

    Dies würde historische Bezüge aufbauen und dem Thälmann-Zitat "Politik, das ist die sich in der Gegenwart vollziehende Geschichte" funktionell wissenschaftlich ein angewandtes Denkmal setzen.

    Auch wenn ich politisch anders eingestellt bin, so muss man Thälmann und auch der DDR und ihrem Sozialismus einen adäquaten Platz in der Geschichte einräumen. Hier könnte man einen kritischen, aber auch würdigenden Erinnerungsort schaffen, der nachfolgende Geisteswissenschaftler kritisch und wertschätzend statt revisionistisch oder woke beinflusst.

    Mhm! Sehe ich das richtig? Eine PKW-Fahrspur wurde weggenommen, dafür ein überbreiter Fahrradstreifen geschaffen. Im Kreuzungsbereich wurde dann aber ein rot-markierter Fahrradweg zusätzlich im Fußgängerbereich installiert?

    Das halte ich nicht nur für überflüssig, sondern auch für sehr gefährlich. Entschärft werden könnte das ja nur, in dem die mittige Radspur entsprechend rot markiert werden würde. Aber zwei nicht unmittelbar aufeinanderfolgende kreuzende Spuren verwirren viele und führen m.E. zu noch mehr Unfällen.

    Da ich die Ecke (bis 2022) sehr oft mit dem Auto entlangfuhr, kann ich nur sagen, dass die KFZ-Spur-Verringerung nicht wie auch von mir erwartet, zu einem Verkehrschaos geführt hat, sondern eher gut funktioniert (jedenfalls bis 2022).

    Von daher stehe ich dem Radstreifen auch positiv gegenüber (leben und leben lassen - gegenseitiger Respekt). Aber das mit den zwei Radspuren im Kreuzungsbereich will mir einfach nicht in den Kopf.

    Was soll man dazu noch sagen? Ja, es passt ins Gesamtbild. Das Einzige, was nicht mehr passt, ist die Architektur des Hauptbahnhofes!

    Hier geben sich Ostmoderne und Postmoderne die Klinke in die Hand. Es soll das moderne Dresden darstellen, die Zukunft, die weltoffene sächsische Metropole. Ebenso die Architektur am Postplatz. Metropolistischer Flair und Hektik einer modernen und unpersönlichen Stadt, die einen selbst durch ihre Architektur stürmisch durch ihre Gassen treibt ohne eine Einleidung zum gemütlichen Verweilen.

    Der mit Kompromissen gespickte "Wieder"aufbau des Neumarktes, ach so gern als Disneyland verschrien, bietet trotz viel Quirrligkeit und menschlichem Gewusel eine behäbige und neugierige Ruhe an, die einem zum Verbleiben animiert.

    Rekonstruktivisten, Ostalgiker, Modernisten, Postmodernisten und Visionäre konnten sich bisher in Dresden austoben. Das macht aber auch den Flair dieser Stadt aus. Nur sollte man aufpassen, dass man (mehr oder weniger) zusammenhängende architektonische "Ensemble" nicht zerstört. Das wünsche ich mir für das Königsufer (Rekonstruktivistisch!) , während ich mir für andere Quartiere sogar mehr Mut zu modernem Bauen befürworten würde.

    Und manches Moderne würde auch besser wahrgenommen werden, wenn man mehr Bäume, Brunnen und Stadtbegrünung miteinbeziehen bzw. nachträglich hinzufügen würde. Ebenso im Bereich der Keller- Erd- und Sockelgeschosse Läden sowie Gastronomie. Dies würde m.E. auch die Innenstädte bzw. Stadtquartiere attraktiver und lebendiger werden lassen.

    Das Gebiet hat dennoch als "modernes" bzw. "postmodernes" Dresden ein gewaltiges Potential, was leider nicht ohne Gentrifizierung vonstatten gehen kann.

    Der Ferdinandplatz sollte eine riesige öffentliche Tiefgarage erhalten, um den weggefallenen innerstädtischen Parkraum zu kompensieren. Dadurch würde der Platz für Investoren attraktiver werden, da ein Großteil der Dresdenbesucher hier ihr Auto parken werden und somit das Areal zwangsläufig nutzen müssen. Das bedeutet potentielle Laufkundschaft und hohe Personenfrequenz.

    Als Fußgängerbereich können Aufenthaltsbereiche mit entsprechender Außengastronomie entstehen und dadurch die Aufenthaltsdauer verlängern. Ebenso schweifen dadurch die Blicke in der Gegend umher und kleinere Läden könnten dadurch in das Interesse der Passanten gelangen.

    Der "Brunnenplatz" ist hier schon eine gute Idee. Aber insgesamt sieht man in den Planungen zu wenig Baumbepflanzung.

    Die Ferdinandstraße zum Rundkino könnte mit entsprechender Baumbepflanzung und Außenrestauration zu einem attraktiven Boulevard werden. Dazu müsste natürlich die Randbebauung saniert und neu organisiert werden (Gentrifizierung). Wobei man hier auch einen entsprechenden Anteil Sozialwohnungen und einfach ausgestattete Wohnungen für die Mittelschicht berücksichtigen muss. Teile des Innenhofes des Plattenbaukomplexes könnten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und eine ähnliche Gestaltung wie sie Kunsthofpassage in der Neustadt erhalten (Ferdinandstraße zum Ufa-Palast). Der restliche Teil ist für die Anwohner.

    Zu dem Konzept gehört aber auch die Belebung der Trompeterstraße (Ost) sowie der Straße (Prager Straße) zwischen Karstadtgebäude und Globetrottergebäude.

    Nachtrag zur Tiefgarage Ferdinandplatz:

    - Teile der Tiefgarage sind natürlich ausschließlich für Anwohner oder Mitarbeiter reserviert. Zugang zu diesen Parkbereichen nur mit Zufahrtsberechtigung und damit auch besonderer Zugang zu den Gebäuden und nicht öffentlichen Flächen.

    - Ein- und Ausfahrt von der Waisenhausstraße mit der Zufahrt Tiefgarage Karstadtgebäude zusammenlegen.

    - Schaffung einer gesonderten untertunnelten Zu- und Ausfahrt auf den Dr.-Külz-Ring. Der Grünstreifen an der linken Fahrspur erhält eine Ein- und Ausfahrt (mit kurzem Verzögerungs- bzw. Beschleunigungsstreifen) und wird unter den Straßenbahnschienen und der Waisenhausstraße entlangführen.

    Der Komplex würde ein repräsentatives Verwaltungs- und Seminargebäude für die Fakultät Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften abgeben. Zum rückliegenden Park hin eine Cafeteria und der Park als grüne Oase für die Studierenden. Auf dem östlichen Parkplatz (zur Ackermannstraße hin) könnte ein modernes Seminargebäude mit einem großen Hörsaal entstehen. Die wegfallenden Parkplätze sollten durch eine Tiefgarage kompensiert werden. Im Turm könnte eine kleine Fachbereichsbibliothek mit Lesesaal entstehen.

    Laut möglichen Planungen (siehe Stadt Dresden und Werkstattverfahren Strehlener Platz: https://www.dresden.de/de/stadtraum/p…lener-Platz.php) würde dies in bereits vorhandene Konzeptionen passen und somit ein (zwar relativ weitläufiger) geisteswissenschaftlicher Campus mit potentiellen Erweiterungsflächen und Grünflächen entstehen, der eventuell sogar mit einem S-Bahnhaltepunkt angeschlossen werden könnte. Möglicherweise Verlängerung der S3 vom Hauptbahnhof bis nach Pirna (mit mehreren Vorteilen: Bessere Anbindung studentischer Wohngebiete (Plauen, Südvorstadt (Zwickauer Straße, Entwicklungsperspektive Gebiet Zwickauer Straße, Universelle Werke, Glauchauer Straße, Werdauer Straße, Hauptbahnhof zum geisteswissenschaftlichen Campus ohne Umstieg, linienunabhängige Taktverdichtung im Dresdner Osten mit Anbindung an geplanten Wissenschaftsstandort Ost (Reick)).

    Auch ohne Bezugnahme zum gegenüberliegenden Rathaus kann man das Stadtforum letztendlich erst dann bewerten, wenn der komplette Stadtraum "Ferdinandplatz" fertig gestaltet ist.

    Hier erhoffe ich mir einige stadtplanerische Leuchtturmprojekte, die dem zentralen Ort und der Stadt Dresden gerecht werden. Und bitte keine Angst vor Gentrifizierung. Sollte der Innenstadtbereich weiter belebt bleiben, muss man leider auch mal unsoziale Entscheidungen treffen. Diese müssten dann entsprechend ausgeglichen werden und die Betroffenen dürften keinerlei finanzielle Einbußen erhalten.

    Ich kann mir jedenfalls vorstellen, dass in naher Zukunft der Bereich Ferdinandplatz, Ferdinandstraße, Viktoriastraße, Trompetergasse und das angrenzende Areal zu lukrativen urbanen Zentren werden könnten. Man sollte hierbei nicht vergessen, dass das Areal "Ferdinandplatz" als ehemaliger Innenstadtparkplatz zu einer innerstädtischen Tiefgarage werden könnte. Damit würde das Areal weiter aufgewertet werden.

    Studentische Ideen sind immer mit zweierlei Maß zu genießen. Zum einen sind deren Ideen kühn, wagemutig, kreativ, fallen aus dem Rahmen und sind Teil einer neueng Ideenwelt. Zum anderen verstoßen sie gegen Konventionen, sind zu naiv geplant und es findet sich meist kein Investor, zumal sie auch sehr utopisch sind.

    Trotz aller und teilweiser berechtigter Kritik an solchen studentischen Projekten sehe ich hier eher einen Vorteil. Es wird mal etwas gewagt und es kommen bisher ungedachte Impulse in die Stadtplanung.

    Ich erinnere mich noch sehr gut an die vielen Vorschläge zum Wiener Loch. Da waren sehr gute Ideen dabei. Letztendlich ist aber diese traurige Stadtverschandelung entstanden, die den Platz sogar noch unwirtlicher macht als die modernistische Architektur und Verkehrsplanung am Postplatz oder Pirnaischen Platz.

    Da ich Fußgängerzonenfreund bin aber leider auch physisch mobil eingeschränkt und zusätzlich leidenschaftlicher Autofahrer, sage einfach nur: Phantastische Fußgängerzonen schaffen und in unmittelbarer Nähe genügend günstige Tiefgaragen. Nur so kann es funktionieren und nur so können die Innenstädte belebt werden.

    Hier müsste man den Studies eventuell mal auf die Finger klopfen. Der MIV sollte nicht aus den Städten verbannt werden, sondern sollte peripher geleitet werden und man sollte diesem dann auch schlussendlich genügend und günstigen Parkraum anbieten können.

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    Vielen Dank für diesen Link. Ich musste wirklich weinen.

    Kritik wird es immer geben und sollte es auch. Daran kann etwas wachsen und sich entwickeln. Was sich in den letzten Jahrzehnten in Dresden getan hat (und nicht nur in Dresden) ist unglaublich. Vor zwanzig oder dreißig Jahren hätte man denen, die eine solche Entwicklung prophezeiten den Vogel gezeigt und als Spinner abgetan.

    Die Entscheidung nach Dresden zu ziehen habe ich trotz vieler Schwierigkeiten nie bereut! Und deshalb bin auch hier im Forum, weil ich mich so mit dieser Stadt verbunden fühle, als wäre ich in einem früheren Leben Dresdner gewesen ;)

    Im Oktober 2000 bin ich nach Dresden gezogen, weil ich mich in diese Stadt verliebt habe und den Wandel und Wiederaufbau spannend fand. Mittlerweile bin länger in Dresden als in irgendeiner Stadt vorher und fühle mich als stolzer Dresdner, der die Entwicklung der Stadt durchaus auch kritisch sieht.

    Der Neumarkt spielt für mich natürlich eine ganz besondere Rolle. Zu Ostern 1989 war ich das erste Mal in Dresden und stand vor der Ruine der Frauenkirche. Von meinen Eltern und Großeltern habe ich so viel über Dresden (vor dem Zweiten Weltkrieg) gehört und war damals als BRD-Pubertier maßlos enttäuscht. Damals dachte ich mir auch nur: Nie wieder nach Dresden.

    Als ich 1997 einen Kommilitonen kennenlernte, der in Dresden studiert hatte (er promovierte damals an meiner alten Alma Mater), lud er mich ein, mit ihm nach Dresden zu fahren. Damals 1998 zur Bunten Republik Neustadt.

    Ich habe Dresden nicht wieder erkannt und Dresden (diesmal) wirklich etwas näher kennenlernen dürfen. Zum WS 2000/01 bin ich dann nach einem einjährigen Auslandsstudium direkt an die TU-Dresden gegangen.

    Ich habe seit dem den Wiederaufbau und die Neugestaltung und zig Diskussionen miterleben dürfen und muss aber auch sagen, dass ich vorher auch schon in anderen Touristenstädten gelebt habe (z.B. Prag).

    Von daher kann ich viele Kritik am Neumarkt verstehen. Darunter "leiden" viele andere Städte auch, aber sie leben davon gleichzeitig sehr gut.

    Mittlerweile bin ich eher selten im Stadtzentrum. Das liegt an der Arbeit. Aber mit meiner Familie nehme ich mir regelmäßig bewusst Zeit und wir fahren dann an den Neumarkt und setzen uns einfach nur irgendwo hin und genießen diesen Platz. Wir flanieren darüber und dann gönnen wir uns auch etwas. Zugegebenermaßen ist das auch etwas teurer. Aber der Blick, die Gestaltung, der Flair des Neumarktes sind einfach unbezahlbar. Auch wenn viele es als kitschiges Disneyland sehen. Ich sehe darin etwas anderes. Die Geschichte, die historische Komplexität des Platzes ist einfach atemberaubend und lässt mich oft so manche unbewusste Träne verdrücken.

    Wenn ich so manche Urdresdner höre, dann kann ich deren Kommentare nicht nachvollziehen.

    Ich sehe mich jedes Mal vor den Trümmern der Frauenkirche Ostern 1989 stehen und den Geruch und die Tristess und Enttäuschung spüre ich immer wieder. Und nun sehe ich das Wunder von Dresden, den historisierenden Aufbau des Quartiers, die bewunderten Blicke der Touristen aus allen möglichen Ländern. Ich sehe den Dialog zwischen dem katholischen August und seiner protestantischen Bevölkerung zum Bau einer neuen Kirche im Zentrum und ich sehe George Bähr mit seinen Plänen und dem Versuch etwas Unmögliches zu schaffen, was ihm letztendlich auch gelang, obwohl er es nie erleben konnte.

    Ich sehe diesen Platz als internationalen und versöhnlichen Ort. Menschen aus aller Welt kommen hierher. Nicht wegen des Platzes allein. Die meisten werden erst durch die Architektur angezogen und erfahren dann erst mehr über diesen Platz und seine Geschichte.

    Überall wo Touristen sind gibt es Kitsch und überhöhte Preise. Aber so empfinde ich den Neumarkt und Umgebung nicht. Und ein Espresso im Schatten der Frauenkirche ist nun mal teurer als in der Altmarkt-Galerie oder im Hauptbahnhof.

    Aber ich bin aufgrund des Ambientes bereit, da etwas mehr zu zahlen und alles zu genießen. Das bin ich aber nicht am Postplatz! (Das wäre jetzt aber ein neues Thema).

    Lange Rede - kurzer Sinn:

    Man sollte die Stadt nicht nur aus rein architektonischer Perspektive betrachten. Stadt bedeutet auch Geschichte, Emotionen und Lebensgefühl. Und dies sollte dann letztendlich die Architektur beeinflussen und nicht umgekehrt.

    Zum Schützengarten:

    Aufgrund diverser Visualisierungen habe ich mir sehr viel von diesem Projekt erhofft. Das "Tor" finde ich sehr gelungen, ebenso wie die angepasste moderne Architektur in der Schützengasse.

    Die Fassadengestaltung an der Könneritzstraße hat mich jedoch sehr enttäuscht.

    Jedenfalls bin ich auf die Restgestaltung und die Restbebauung gespannt. Letztendlich ist dann der Gesamteindruck entscheidend.

    Zum Thema Gründerzeit und Begrünung:

    gacki : Vielen Dank für das Beweisfoto. Als Freund gründerzeitlicher Architektur vergesse ich auch immer wieder sehr gerne, dass nur wenige Prachtstraßen und Prachtplätze mit viel Grün und Aufenthaltsqualität geschaffen wurden. Diese waren, vor allem in ärmeren Vierteln, meist nur wenige Hauptstraßen und Hauptplätze mit zentraler Bedeutung. Vieles wird (auch von mir) oft zu romantisch verklärt betrachtet. Dennoch ist die Fassadengestaltung und Kleinteiligkeit m.E. angenehmer und ästhetischer als die meisten modernen Blockrandbebauungen.

    Letztendlich sollte dies aber doch heißen, dass man für zukünftiges Bauen alte Fehler nicht wiederholt, aber Bewährtes umso mehr in die Stadtplanung einfließen lässt.

    Konkret meine ich hierbei die Schaffung großzügiger Verkehrsachsen mit viel Begrünung (z.B. Münchner Straße). Die Wohnquartiere werden als Einbahnstraßensystem mit den Hauptverkehrsachsen verknüpft. Eine Autospur, Parkbuchten für Anwohner, einen breiten Fahrradstreifen (mit Erlaubnis für entgegengesetzten Verkehr) und beidseitig breite Fußgängerwege und entsprechende Baumbepflanzung (z.B. zwischen einzelnen Parkbuchten). Wenn möglich sollten für Anwohner Tiefgaragen gebaut werden (z.B. bei Neubauten obligatorisch) bzw. in unmittelbarer Nähe der Wohnquartiere Parkflächen (z.B. in Geschäftshäusern, öffentlichen Gebäuden) für Anwohner und deren Gäste zur Verfügung gestellt werden (natürlich gegen entsprechende Bezahlung).

    Somit könnten viele Wohnviertel trotz enger Bebauung an Aufenthaltsqualität gewinnen und es würde hier auch einiges zum Klimaschutz beigetragen werden können.

    Mit entsprechender Hauptverkehrsstraßendichte und fußläufiger Parkplatzdichte könnten dann auch hier solche grünen Wohninseln wie in Barcelona entstehen, obwohl dies die Stadtarchitektur nicht auf den ersten Blick hergibt.

    Wichtig wäre es auch, dass vor allem im Innenstadtbereich genügend öffentlicher Parkraum in Form von Tiefgaragen oder Parkhäusern entsteht. Auch unter einem Grünring oder Hochbebauung könnten Tiefgaragenplätze geschaffen werden, die mittel Drainagen und Leitungssystem Regenwasser auffangen und an bestimmten Orten speichern. Dieses Wasser könnte dann bei Trockenheit zur Stadtbewässerung, als Löschwasser oder Brunnenwasser genutzt werden ("Schwammstadt").

    Es gibt mehrere mögliche Stellschrauben, damit sich Dresden (und andere Städte auch) weiter entwickeln können. Dazu bedarf es aber gemeinsamer Anstrengungen und Ideen und nicht ein Gegeneinander. Autofahrer, Fußgänger, Radfahrer, Anwohner, Kunden, Touristen, Geschäftsleute, Restaurantbesitzer und Kneipiers, Schichtarbeiter, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Rentner etc. Man muss Kompromisse eingehen. Ich denke, dass dies in einem urbanen Raum möglich sein sollte.

    Viele haben z.B. gar kein Auto, andere haben eines, weil sie es teilweise brauchen. Dann muss es aber doch nicht im öffentlichen Raum stehen, sondern kann auch in unmittelbarer Reichweite geparkt sein (was ist heute meist auch ist). Entsprechend zentralisierte Parkmöglichkeiten könnten bei adäquater Quantität dabei helfen, unnötige Parkplatzsuchfahrten zu vermeiden.

    Mehr Fußgängerzonen mit viel Grün und hoher Aufenthaltsqualität würden im Zusammenspiel mit entsprechenden gastronomischen Angeboten und einem vielschichtigen Einzelhandel die Innenstädte bzw. Quartiere beleben können, sofern es in deren direkter Peripherie günstige Parkmöglichkeiten gäbe.

    Dies wären so meine Visionen. Vielleicht ist dies zu utopisch gedacht. Aber ich halte es für einen guten Ansatz und wäre über sachliche Kritik erfreut, da ich schließlich kein Experte bin. Und bitte nicht mit dem Helmut Schmidt-Zitat ankommen ;)

    Der "neue" Kaufpark Nickern wirkt für mich wie eine Shoppingmall aus 2000 in Polen oder Tschechien. Ok. - Vielleicht noch aus 2010.

    Der "alte" Kaufpark war zwar etwas heimeliger und provinzieller und man hatte sich dran gewöhnt, aber ehrlich gesagt war er schon lange nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Manches liebgewonnene muss man leider manchmal aufgeben und sich an die veränderte Welt anpassen.

    Ich persönlich finde bisher die Neugestaltung gelungen und angebracht. Jedenfalls bin ich mal auf das Endprodukt gespannt.

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    Ich finde es traurig, dass scheinbar niemanden interessiert und von der "Belebung" rund ums Rundkino und der Ferdinandstraße habe ich auch schon einiges erfahren. Aber nicht gerade im positiven Sinne. Ich selbst habe mir von der Situation vor Ort bisher noch kein Bild machen können und berichte dementsprechend nur vom Hörensagen.

    Zum Bereich Pfarrgasse/An der Mauer: Ich habe bereits öfter meine "Verbesserungsvorschläge" hier gepostet und sehe im gesamt Bereich - zuzüglich der Kreuzstraße und der Innenhöfe der Blockbebauung ein riesiges Entwicklungspotential für die Stadt Dresden. Kulturell und gastronomisch könnte sich hier im "Kreuzviertel" zusammen mit Kulti, Neumarkt Postplatz, geplantem Promenadenring eine lebendige Altstadt bilden, die entsprechend auch als Hotspot touristisch und somit auch wirtschaftlich in den Fokus rückt (teilweise realisiert) und Dresden zu Recht zu einer Top-Location in den Bereichen Kultur, Architektur, Shopping, Gastronomie, Events und Lifestyle (Chillen) bringen könnte.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Quartier am Mozartbrunnen - fertig, noch leer, zuletzt #830, quasi das erste echte (und mE gelungene) Gebäude an der Bürgerwiese seit dem Krieg.

    Ich persönlich finde dieses Gebäude für die heutige Zeit an diesem Ort auch sehr gelungen. Sollte sich die Lingnerstadt qualitativ auf dieser Linie entwickeln, würde ich diesem Projekt Hoffnung schenken. Man kann nur hoffen, zumal wir hier einen ganz besonderen stadtplanerischen Bereich haben.

    Das Hexagon Bankmodell ist m.E. ansprechender als die Bambusaktion (bzw. Korbweidenstecklinge) letztes Jahr. Trotzdem wirkt es irgendwie lächerlich. Auch wenn wichtige Sichtachsen gestört werden (freier Blick auf den Kulti!), so würde mir dann nach Deinstallation der blauen Rohre (leider keine Rankhilfen - aber ich versuche mir die Idee gerade vorzustellen und finde sie gar nicht mal schlecht!) eine Baumreihe befürworten und zwischen Baumreihe und Kulti Wasserspiele mit Grün- und Sitzflächen, sodass der Kulti-Vorplatz zwar vom Altmarkt "abgeschottet" ist, aber dass eben dieser Vorplatz durch den Kulti (nicht nur Gastro) genutz wird und sich der Kulti zum Stadtraum hin öffnet.