Beiträge von Friedward

    Ich habe es noch nicht abgeschrieben. Einen ähnlich negativen Eindruck hatte ich auch (auf den Visus und während der Errichtung) von den Gebäuden am Schinkelplatz. Mittlerweile gefallen sie mir in ihrer Schichtheit jedoch - auch aufgrund der wertigen Verarbeitung.

    Mod: Bezieht sich hierauf, dürfte hier aber mehr Resonanz erfahren.


    Auch wenn es jetzt fast schon ein wenig off-topic ist, aber weiß jemand, ob es grobe Berechnungen gibt, welche Pumpleistung ein solch begrüntes Dach theoretisch erfordern würde?


    Auch wenn es sich jetzt um Kleinstbäume, wie Hartriegel, Kuperfelsenbirne oder Kornelkirschen handelt, so müsste deren Wasserverbrauch gerade im Hochsommer doch nicht zu verachten sein - vom ganzen Buschwerk mal abgesehen.

    Nun ja - bei allem Verständnis darüber, dass zwei gleichförmige Bauten an der Stelle wenig inspirierend erscheinen, so belegen sie doch zwei Brachflächen/Parkplätze. Kein Bestandsbau musste für die Errichtung weichen.


    Man könnte auf die Stinkefingeridee kommen, man könnte jedoch einfach annehmen, dass die Flächen, von denen die Ansässigen wohl kaum profitiert haben nun einem Nutzen jenseits des Perkens zugeführt wurden. An sich finde ich hier wenig dagegen einzuwenden.

    Das Bauschild hängt tarsächlich schon seit dem Jahreswechsel. Dieses scheint jedoch nicht 1:1 den Patzschke-Entwurf darzustellen - oder ich bin mir über den Blickwinkel darauf nicht ganz im Klaren.


    Seit der Räumung vor ein paar Wochen scheint jedoch erst einmal Ruhe (wenn auch nicht Stillstand eingekehrt). Die Baustelle ist jeden Tag geöffnet - es ist Personal vor Ort, jedoch sieht man wenig von Aushub irgendeiner Art..

    Ganz ehrlich. Also ich fands nicht besonders angenehm dort, jede Menge Obdachlose auf den Bänken, Kampfhunde wie gesagt und ansonsten, recht verwahrlost. Es fühlt sich an wie ein Ghetto.

    Und auch hier ... als jemand sich regelmäßig auf der Fischerinsel aufhält, erkenne ich diese in Ihren Beschreibungen nicht wieder, aber Begriffe wie "martialisch", "verwarlost" und "Ghetto" sind eben zu gutem Teil Empfindungssache.

    Ein wirkliches Armutsghetto ist die Fischerinsel nun auch wirklich nicht. Das Milieu besteht hier zu einem guten Teil aus Familien mit unteren Durchschnittseinkommen, zu einem deutlich größeren Teil jedoch aus betagten Erstbezüglern, die, ganz DDR, dank Doppelbezugsrenten wahrscheinlich auch nicht wirklich am Existenzminimum leben.


    Vergessen darf man auch nicht, dass diese Gebäude eben Vorzeigebauten des Sozialen Wohnungsbaus (wenn auch etwas anders strukturiert) waren. Überdurchschnittliche Ausstattung, umgeben von Nahversorgung, Betreuung, viel Grün - verkehrstechnisch gut angebunden. Was wollte man in den frühen 70'ern mehr?

    Dass Sie die ausbleibende Aussicht auf einen Abriss als "nicht gerade so optimistisch" bezeichnen hat Architektenkind nicht herbeigeredet - das ist Ihr O-Ton.


    Den Verlust der eigenen zentralen Wohnung in einer Stadt, in welcher innerstädtisches Wohnen unterhalt einer gewissen Preisklasse weniger und weniger möglich ist, würde ich auch nicht undbedingt als irgendeine Veränderung bezeichnen...

    Optisch sicherlich eine Verbesserung - ich frage mich nur, ob man das nicht auch durch eine Renovierung hätte erreichen können...


    Flure, wahrscheinlich recht kleinteilige Wohnungen, eine Geschäftsfläche im Erdgeschoss für Lobby und Restaurant - scheint auf den ersten Blick keine unlösbare Aufgabe.

    sollte das der anspruch der hauptstadt sein?‽

    Sich einer deutlichen Aufwertungen zu versperren, da sie nicht den Idealzustand repräsentiert, halte ich genaus für verfehlt. Investoren, die zu deutlichen Ertragseinschnitten bereits sind, um etwas Repräsentativeres zu bauen, stehen in Berlin nun einmal nicht Schlange. Jedes dieser Hochhäuser ist ein Fortschritt auf den ich mich persönlich freue.


    Um dir also zum Teil Recht zu geben: Nein, es sollte nicht Anspruch einer Hauptstadt sein, ist jedoch eine gute Kompromisslösung mit der diese Stadt gut leben können sollte.

    keine rückwärtsgewandte, kleinbürgerliche, architektonische Spiessigkeit

    Ich weiß zwar worauf du hinauswillst, kann diese Beschreibung beim besten Willen jedoch nicht auf den Alexanderplatz anwenden - vielmehr passt sie auf den Ständigen Ruf sich an den Mietskasernen der Gründerzeit zu orientieren. Dass sich die zukünftige Bebauung des Alexanderplatz am Park Inn orientieren soll, würde auch ich für einen fatalen halten - auch wenn ich dem Gebäude selbst etwas abgewinnen kann.


    Vielmehr ist es doch aber so, dass sich (die Höhe einmal ausgenommen) die Gestaltung der geplanten Hochhäuser, wie hier so oft beschrieben, vielmehr an der Gewinnmaximierung orientiert. Welche Möglichkeiten des Einschreitens die Stadt durch eine Änderung der Vorgaben hat, wage ich jedoch nicht zu beurteilen - da sind andere hier im Forum bei weitem qualifizierter als ich.

    Wam am "Look" des Park Inn, dem Haus des Lehrers, dem Haus des Reisens oder einfach der Wohnbebauung in der Alexanderstraße etc nun militärisch ist, kannst du ja nochmal ausführen, aber ich schätze mal auch ohne das Park Inn werden sich die kommenden Hochhäuser an den dann bestehenden orientieren.


    Lassen wir es doch einfach da ;)

    Architektur-Fan


    Da stimme ich dir zu - aus architektonischen Gesichtspunkten, kommen auch mir bei den Hochhäusern der Fischerinsel (und noch viel weniger der Freiflächengestaltung) Freudentränen auf. Und auch ich bevorzuge an dieser Stelle einen Blockrand - hätte mich jedoch auch über das gestrichene WBM-Hochhaus gefreut.


    Den Hinweis, dass sich die immer wiederkehrende Forderung (nein, nicht direkt von dir) nach einem Abriss der aktuellen Bebauung - denn diese sei geschichtsvergessen oder ahistorisch - mit dem Vorwurf, man hätte für deren Errichtung die Vorbebauung abgerissen, beisst, erlaube ich mir dennoch.


    Die Hochhäuser sind in ihrer Art eben nicht geschichtsvergessen, sondern stellen einen offensiven, herleitbaren historischen Bruch mit der Vorbebauung dar - eine Gegenthese die konkret auf die Vorbebauung verweist. Die muss uns natürlich nicht gefallen, auch einem Freund der Moderne nicht ;)

    Dabei ist es ja gerade der modernistische DDR-Städtebau gewesen, der geschichtsvergessen gewesen ist, weil er alle anderen architektonischen Epochen mit der Planierraupe eingeebnet hat.

    Ist es nicht genau das, was hier oftmals gegenüber der aktuellen Bebauung der Fischerinsel gefordert wird?


    "The pot calling the kettle black" drängt sich da ein wenig auf...


    oft vergessen wird das dort überall ja schon Platten der selben Höhe stehen… von Ostbahnhof bis Alex… wenn man von der Warschauer BrückeRichtung Alex schaut wird es aussehen wie viele einheitliche Platten.

    Eher eine pessimistische Auslegung ;) - Ich verstehe dein Problem mit der Einheitshöhe sehr gut, bin aber dennoch etwas optimistischer was den Gesamteindruck angeht. Durch die abwechslungsreiche Fassadengestaltung und Kubaturen (auch wenn keine wirklichen Exoten darunter sein werden), wird die Gleichartigkeit wohl nur bei einer selbst erhöhten Perspektive aus großer Ferne einstellen. Wenn man sich die verschiedenen Entwürfe für den Central Tower, Chipperfield, die ehemalige Schwimmhalle an der Holzmarktstraße und das Holzhochhaus vis-a-vis ansieht, kann ich beim besten Willen -und gerade vom Straßenniveau aus- keine Monotonie erkennen oder vermuten.