Beiträge von aku

    Naja, man darf die LWB auch nicht zum total schwarzen Schaf in Sachen Sanierungen machen. Ja, das verlinkte Beispiel aus der Südvorstadt verdient Kritik. Genauso viel Kritik verdienen geplante und vollzogene Abrisse gerade aus den Jahren um 2005, wenngleich sie im Kontext der damaligen Zeit und unter Berücksichtigung der Situation der LWB damals nicht mehr so unfassbar erscheinen wie im Rückblick; doch wenn die LWB etwas saniert hat, dann meist mit guter bis sehr guter Qualität und teils über das Mindeste heraus (Rundling, Wohnanlage an der Lindenallee, Faradaystraße, Alt-Lößnig, viel weiterer Altbaubestand in unterschiedlichen Lagen, zB Reudnitz, Schönefeld, Probstheida etc.)

    Es ist schon ein paar Tage her und auch eher eine Nicht-Nachricht als eine Nachricht, aber: Der Parkplatz am Connewitzer Kreuz ("Südspitze) im Kreuzungsbereich Biedermannstraße/Wolfgang-Heinze-Straße, an den südlich eine kleine Grünfläche samt des berühmten Streetball-Platzes angrenzt, soll nicht zu Wohnzwecken bebaut werden. Stattdessen ist mittelfristig eine Erweiterung der erwähnten Grünfläche angedacht.


    Für das betroffene Grundstück steht eine Zwangsversteigerung bevor, bei der die Stadt mitbieten möchte, um o.g. Tatsachen zu schaffen. Der Stadtrat soll sich noch im März abschließend mit dieser Frage beschäftigen.


    Städtebaulich eine bedauerliche Entscheidung, wie ich finde, da wir uns ja hier vermutlich recht einig sind, dass dem Kreuz etwas mehr bauliche Fassung guttäte. Dennoch ist es am Ende wahrscheinlich die richtige Entscheidung - mit Sicherheit wäre wieder im preislich arg gehobenen Segment gebaut worden, was in der Lage eine besondere Provokation darstellen würde. Schwer vorstellbar, dass die künftigen Bewohner hier ihr Glück gefunden hätten.


    Als Bonus hier nochmal die Ansicht der betroffenen Fläche bis zur Zerstörung im Krieg, auch wenn sie bestimmt einigen schon bekannt ist:


    unnamedx9k0p.jpg

    https://www.arcgis.com/apps/we…b64fa4c85944710b947122a75


    Hier findet sich eine wirklich herausragend detaillierte Darstellung von Standorten des Buchgewerbes in Leipzig anno 1913.


    Aber auch unabhängig von Büchern und allem, was dazugehört(e), kann ich dieses Tool nur allerwärmstens empfehlen; denn die Karte von 1913 lässt sich quasi direkt über die heutige drüberlegen, sodass man herrlich Straßenverläufe, -namen, Bebauuungsstrukturen oder auch nicht realisierte Vorhaben aus der Zeit um den 1. Weltkrieg vergleichen und betrachten kann. Ich habe dazu über den 3. Reiter von rechts alle Layer deaktiviert, um die pure Karte zu erhalten und dann über den 2. Reiter von rechts die heutige mit der Karte von 1913 parallelgesetzt. Ich könnte mich stundenlang damit austoben :D

    Da stimme ich dir in allen Punkten zu. Grundsätzlich würde ich mir da am liebsten selbst ne Wohnung nehmen, aber das dürfte eng werden :D


    Die Mieten bei den frisch sanierten VLW-Anlagen gingen zuletzt auch immer weiter hoch, selbst ohne Tiefgarage. Das Riemann-Quartier war noch ok, die Otto-Adam-Straße zog dann abermals an und aktuell in der Kroker-/Wustmannstraße sind wir schon bei 9,50€ kalt. Es würde mich wundern, wenn sich diese Entwicklung beim Kleisthof nicht fortsetzen würde, leider...

    Um auch diesen Thread mal ins neue Jahr zu überführen, hier mal ein paar neue Entwicklungen zum Gohliser Kleisthof, dem Geviert zwischen Coppi-, Kleist-, Dinter- und Lützowstraße direkt am Bretschneider-Park.


    img_1381_shiftn2tojor.jpg

    Eigenes Bild, Dezember 2019



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    Screenshot Google Earth


    Das 1927-1929 errichtete Objekt besaß ursprünglich 120 Wohnungen, überwiegend Drei- und Vierraumwohnungen, an der "runden Ecke" Coppistraße 23 sogar acht Fünfraumwohnungen. Im Zuge der voraussichtlich im Sommer beginnenden Sanierung sollen daraus 132 Wohnungen werden, sodass ein breiteres Spektrum an Wohnungsgrößen angeboten werden kann. Die Eigentümerin VLW berichtet in ihrer Mitgliederzeitung regelmäßig über Planungen und Verlauf von Sanierungen ihrer Häuser (da gab es ja so einige in den letzten Jahren), so auch in der aktuellen Ausgabe Winter 2020: https://www.vlw-eg.de/wordpress/umschau42020/#0: Demnach soll die Wohnanlage ausgehend von den beiden Enden saniert werden, beide Abschnitte sollen dann in der Mitte der Seite Coppistraße zusammenlaufen. Bereits im Vorfeld soll, wie hier bereits besprochen, eine Tiefgarage mit 99 Plätzen in den Hof gesetzt werden.


    Eher durch Zufall stieß ich dann heute auf ein Portfolio einer in Leipzig ansässigen jungen spanischen Architektin, Amparo Cabezuelo, das mehrere Seiten über den Kleisthof enthält, die nach einer sehr konkreten Planung aussehen: https://issuu.com/amcasep/docs/amparo_cabezuelo_portfolio.

    (Da es nur eine Web-Ansicht ist, kann ich die Bilder hier nicht direkt verlinken, daher arbeite ich ausnahmsweise mal mit Screenshots.)


    Zunächst einmal enthält es ein Foto von ca. 1930, das die obige Ansicht entsprechend in einer kaum mehr vorstellbaren Neuartigkeit zeigt:


    kleisthof19304jjar.jpg

    Zugeschnittener Screenshot aus dem erwähnten Portfolio


    Darüber hinaus enthält es viele Visus vom Innenhof und der Tiefgarage, von denen ich, um das hier nicht komplett in die Länge zu ziehen, hier mal nur eine poste:


    screenshot359z2jhk.png

    Zugeschnittener Screenshot aus dem erwähnten Portfolio


    Bisherige Ansicht:

    anlage_innen2p2j1b.jpg

    Eigenes Bild, Oktober 2020

    So ganz hauen die Visus aber nicht hin; die eben gezeigte soll offenbar die Rückseite der Coppistraße abbilden, darauf deutet jedenfalls die fette Hervorhebung dieses Teils oben rechts in der Ecke hin. Dann würden aber eine Etage + der spitze Giebel fehlen, die man ja kaum wegfräsen wird. Möglicherweise erwarte ich von Visus aber auch zu viel Detailtreue, die abgebildeten Menschen dürften ja wohl auch kaum der Erscheinung der künftigen Bewohner entsprechen... :D


    Falls das Portfolio wirklich einen endgültigen Entwurf enthält, sind aber schon einige spannende Details zu entnehmen, etwa die Verteilung der unterschiedlichen Wohnungsgrößen auf die Häuser und grobe Grundrisse, wobei auch da beim genaueren Hinschauen einige Sachen nicht passen können. Die Ein- und Ausfahrt zur Tiefgarage soll übrigens hierhin kommen:


    luftbild_liovjaq.jpg

    Screenshot Google Earth, "Bearbeitung" von mir


    Schauen wir mal, was daraus wird. Ich hoffe, mir ist niemand böse für den Umfang dieses Posts, aber immerhin dürfte es sich beim Kleisthof um die größte noch weitgehend unsanierte Wohnanlage aus den 20er-Jahren in Leipzig handeln, zumindest fällt mir keine größere ein (Verbesserungen bitte gern ^.^).


    Cabezuelos Portfolio enthält zudem noch andere Projekte, u.a. eines zum Naturkundemuseum mit Lokation Baumwollspinnerei, wovon ich zum ersten Mal höre. Wahrscheinlich ist das tatsächlich nur ein Entwurf oder Wettbewerbsbeitrag, denn soweit ich das verfolge sind die Pläne für den Bowlingtreff doch sehr konkret, oder? Reinschauen lohnt sich dennoch auf jeden Fall.


    Schönen Sonntag noch :thumbup:

    Dieser Thread soll ja nicht nur die schönen Seiten Leipzigs abbilden, sondern auch düstere Stunden nicht in Vergessenheit geraten lassen. Dazu zählt für mich definitiv auch dieser Schnipsel von 1991, als Flüchtlingsunterkünfte in Grünau angegriffen wurden. Inklusive erschreckender Stimmen vermeintlich normaler Bürger. Irgendwo auf Twitter geisterten vor einigen Monaten noch weitere Teile dieser Doku rum, falls jemand auf der Suche nach mehr ist.


    ^ Was die Sanierung der PH16er angeht, gibt es in Leipzig zum Glück auch ein paar gute Beispiele. Zu nennen sind zB "Die drei gleichen" im Musikviertel oder die beiden Hochhäuser in der Volksgartenstraße, alle erst vor ein paar Jahren so gestaltet.

    Aber es stimmt schon, gerade um die Straße des 18. Oktober besteht Nachbesserungsbedarf, zumal es sich dort auch einfach unschön ballt.


    Zu den LWB-Neubauten sag ich in architektonischer Hinsicht mal lieber nichts... 🥴

    Die LVZ berichtete gestern online hinter der Paywall und heute print von neueren Entwicklungen dieses Ensembles aus den 20er-Jahren. Die Sanierung des ersten Riegels, der Kantstraße 63a/b, soll im Frühjahr starten. Insgesamt sollen 96 Wohnungen - allesamt Eigentumswohnungen, natürlich - entstehen, die zu Schnäppchenpreisen von knapp über 5000€/m² verkauft werden sollen. Verbleibende Mieter hätten dem Eigentümer, der Campus Group, zufolge nach erfolgter Sanierung die Möglichkeit, für lediglich 2€ mehr/m² als jetzt (3-4€/m²) dort zu wohnen, was etwas zu gut klingt, um wahr zu sein.

    Die immer mal wieder verfolgte Idee, dass die verbliebenen Mieter zumindest einen der Riegel gemeinschaftlich erwerben, ist hingegen wohl komplett vom Tisch.

    ^ Ich denke, bis dahin wird es noch ein weiter Weg sein, aber schon richtig, das könnte mal zu einer durchaus relevanten Frage werden.


    Bei dem hier besprochenen Objekt dürfte es sich wohl eher schlicht um die Vermeidung einer Ausrichtung der Balkone nach Norden handeln. Plus: Meist ist das Abgangszimmer des Balkons ja das Wohnzimmer, und da hätte man natürlich gern Licht, ergo macht sich auch hier die Nordseite eher schlecht.

    Ich kann viele Fans verstehen in ihrem Wunsch, der nun endlich in Erfüllung geht. Ich kann mir selbst aber nicht helfen - irgendwie mochte ich das "Schwimmbad" seit jeher und lasse daher nun eine kleine Träne kullern.

    ^

    Die Bebauung in der Riemannstraße steht ebenso kurz vor der Fertigstellung. Geplanter Einzug ist der 01.01.2021, die Kaltmiete lt. Aushang beträgt knapp 10 Euro/qm.

    Vielen Dank für das Update, speziell das Vergleichsfoto vorher/nachher :)


    Zum Architekten Fritz Riemann: In Gohlis gibt es Bestrebungen, den kleinen Platz zwischen Viertelsweg, Wilhelm-Plesse-Straße und Virchowstraße nach Riemann zu benennen, da die dortige Bebauuung fast vollständig von ihm stammt (falls wir das hier noch nicht hatten...).

    Kleiner Nachtrag zu deinem Beitrag: Einige der Häuser in der Wustmannstraße sind (planmäßig) erst ab 1.4. bezugsfertig.


    Grundsätzlich eine sehr schöne Sanierung mit Blick fürs Detail, wobei die neue Farbe stellenweise etwas fleckig wirkt. Hoffentlich verfährt man bei der ebenfalls von dir angesprochenen Sanierung des "Kleisthofes" ab 2021 insgesamt ähnlich gründlich, jedoch mache ich mir da im Hinblick auf andere jüngere VLW-Sanierungen eher wenig Sorgen. Dürfte aber bestimmt fast nochmal eine Ecke teurer werden als das aktuelle Projekt.

    In Schönefeld präsentiert sich bereits seit einigen Wochen die Löbauer Straße 61-63 in frischem Gewand. Die Nr. 59 links davon braucht noch etwas, die 65 rechts davon bleibt weiter vernachlässigt.


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    Bilder von mir

    Immer, wenn ich hier ins Forum komme und sehe, dass es in diesem thread hier Neues gibt, bin ich voller Hoffnung um das schöne Hotel - und dann geht es doch immer nur um die LWB-Blöcke :toll1:

    Aber danke für die News :)

    ^^^ Ich bin jetzt kein LWB-Insider, aber ich vermute mal stark, dass die auch nicht gern auf die Mieten verzichten; mutwillig leerstehen werden die Wohnungen also wahrscheinlich nicht. Da ist sicher noch was zu tun.


    Optisch bin ich bei euch: Speziell die Bauten an der Bernhard-Göring-Str. stellen ganz sicher keine Bereicherung für das Stadtbild dar.

    ^ Eine der letzten Lücken dieses Teils der Südvorstadt fällt damit. Es wird sicher interessant zu beobachten sein, wie die äußere Erscheinung aussehen wird und ob man sich vielleicht sogar (man darf ja mal träumen) an umgebender Architektur orientiert. Direkt rechts nebenan steht ja seit ein paar Jahren ein sehr extrovertierter, aber nach meinem Geschmack recht gelungener Neubau, der vielleicht auch Orientierungspunkte bietet.