Ich glaube, man muss hier zwischen den Erfahrungen in Texas und den Anforderungen einer dicht bebauten Stadt wie München unterscheiden. Wäre die Leopoldstraße in Texas oder Los Angeles, hätten wir dort vermutlich eine achtspurige Straße ("Stroad") mit großzügigen Abbiegespuren und weitläufigen Parkflächen.
Auch autonomes Fahren löst das grundlegende Platzproblem nicht. Wenn weiterhin jeder Fahrgast in einem eigenen Fahrzeug unterwegs ist, entstehen zusätzliche Konflikte durch haltende Fahrzeuge beim Ein- und Aussteigen. In Texas wird das durch breite Straßen und einen deutlich höheren Anteil an oberirdischen Parkflächen aufgefangen.
Ich bin keineswegs gegen autonomes Fahren und glaube auch, dass FSD kommen wird. Allerdings vermute ich, dass sich die Preise langfristig eher an heutigen Taxidiensten orientieren werden, statt den gesamten ÖPNV zu ersetzen. Ein autonomes Auto benötigt schließlich genauso viel Straßenraum wie ein herkömmliches.
Zurück zum Projekt: Über die Kosten kann man sicherlich diskutieren. Für mich geht es hier aber vor allem um Komfort und Sicherheit. Gerade der Abschnitt Richtung Münchner Freiheit ist extrem eng, und ich habe dort selbst schon mehrere schwere Unfälle beobachtet.
Im Rahmen des übergeordneten Radnetzes sehe ich zudem einen erheblichen Mehrwert in einer durchgehend sicheren Radverbindung bis zum Schwabinger Tor und perspektivisch weiter Richtung Nordosten entlang der Tramtrasse nach Neufreimann. Solche zusammenhängenden Verbindungen sind deutlich sinnvoller als Radwege, die ausgerechnet an den engsten Stellen enden.


















