Beiträge von lexibexi

    Ich schrieb, dass sie mich daran erinnern, nicht, dass sie es seien.

    Aber, gerne: die Farben, der Fassadenmix auf kleinster Fläche, die visualisierte Leuchtreklame verschiedenster Stile, die plakativ angebrachten Abluftrohre, die Außentreppen aus Metall- auf mich wirkt das alles sehr gekünstelt, fast schon kitschig. Kann am Ende natürlich trotzdem interessant sein. Mir fiel nur eben auf, dass gerade dieses Projekt& insbesondere diese Visu mich an einen Themenbereich eines immersiven Freizeitparks erinnert.

    Bei Rekos kommt ja oft der Disneyland-Vorwurf auf.

    Wenn ich das hier allerdings so sehe, denke ich unweigerlich an einen Darkride im EuropaPark, die billigen Fassaden einer Filmstadt oder Warner Brothers Movie World. (Ja, der Prozess hier ist mir bekannt. Man merkt, dass zu viel Bürgerbeteiligung auch nicht unbedingt die Lösung ist)

    Tolles Projekt. Die Ecke hat es definitiv verdient. Wie wird eigentlich der noch größere Hochbunker hinter der Marienschule genutzt? Auch das ist viel verschwendeter, innerstädtischer Platz. Aber im Nachverdichten ist in MS ohnehin noch Luft nach oben.

    Das direkte Entfernen hatte bei uns im Wohnblock im Nordend damals allerdings tatsächlich Erfolg. Irgendwann schien den Taggern das Ganze wohl zu teuer.


    Ich erwische mich leider immer wieder mal bei dem nicht sehr rechtsstaatlichen Gedanken, dass ich einem erwischten Sprayer sein ganzes Hab und Gut vollsprühen möchte.

    Das ist, vor allem aus der Fernwirkung, so ziemlich das hässlichste zeitgenössische Hochhaus der Republik. Die versetzten Fenster sehen nicht spannend aus, sondern so, als ob Maurer und Fensterbauer nach jeweils ausgiebigen Frühschoppen ans Werk gegangen sind. Die nicht einmal 50 Shades of Grey der Fassade lassen das Trübsal nur noch trüber blasen- das erinnert mit den (optischen) Minifenstern wirklich an eine aufgestockte und leidlich modernisierte Platte der schlimmsten Sorte.

    Danke für die Fotos. Der Neubau in der Salzstr. ist wirklich gelungen& eine deutliche Aufwertung im Vergleich zum (leider auch nicht mehr sonderlich gepflegten) Vorgänger. Bisher gefallen mir die Neubauten/Umgestaltungen (Alter Fischmarkt, Rothenburg) durch die Fa. Lohmann alle ausgesprochen gut.


    Die Kiste an der v.Steuben Str. ist eine Zumutung. Angesichts der Gegend (vorne, wie auch rückseitig) frage ich mich allerdings, wer diese extremen Preise (bis 1300/warm-all-in für knappe 60m2 bspw.) eigentlich bereit sein wird zu zahlen. Dafür findet man ja Appartements im

    Kreuz-, oder Südviertel. Letztlich ist es aber eine gute Lärmschutzwand zu den Bahngleisen& sorgt in den neuen Hotels für angenehmeren Schlaf^^

    Danke für die Bilder. Strahlt wirklich schön!

    Mich ermüden aber mittlerweile diese all überall konservierten (Kriegs?)Schäden. Die grundsätzliche Wichtigkeit von Mahnung und Erinnerung möchte ich überhaupt nicht in Frage stellen, allerdings frage ich mich schon, ob wirklich jedes Einschussloch und jeder Granatsplitter erhaltenswert ist, oder ob nicht die schiere Masse irgendwann so beliebig ist, dass fehlende Brocken und tiefe Risse gar nicht mehr wahrgenommen werden& den Sinn der Erinnerung verfehlen.

    Sorry, off Topic:

    Ich lese hier nun ja schon passiv seit Jahren mit, und bin nun im

    zweiten Jahr aktives Mitglied. Ich wiederhole mich hier nochmal: es ist schade, dass es hier immer öfter persönlich wird. Ja, es gibt hier Provokateure, die wissentlich ihr Gift verteilen und ihre politische Agenda leidlich subtil in ihren Kommentaren verstecken.


    Der Großteil hier will aber, wie üblich in Foren, einfach nur das Für und Wider diskutieren, Bilder betrachten, spekulieren, sich über BV ärgern oder freuen. Es wäre doch wirklich wunderbar, wenn wir hier anderen Sichtweisen und Überzeugungen mit einem Mindestmaß an Respekt begegnen könnten, ohne, dass ein Liebhaber der DDR-Architektur zum Mauerschützenversteher, ein Reko- Befürworter zum reaktionären Royalisten (oder noch ärger) abgestempelt, oder ein Kostenkritiker in eine Schublade mit besorgten Hut-, und Wutbürgern gesteckt wird.


    Dieses Forum lebt doch nun vom Austausch. Zurechtgeblockten, homogenen Bubbles, die sich nur gegenseitig bestätigen, kann man ja bei Twitter, Facebook oder Telegram beitreten.

    Ich finde das immer so amüsant, wenn besorgte Bürger sich über das Budget des Staates äußern.

    Moin,


    da ja auch ich mit den budgetierten Zahlen argumentiert habe, will ich mal darauf antworten. Wie du meinen bisherigen Beiträgen entnehmen kannst, bin ich nun wirklich alles andere als der stereotype “Besorgtbürger”- vielleicht könnten wir auf diese

    , für eine sehr bestimmte Gruppe gebräuchliche, Begrifflichkeit verzichten?


    Ich halte es für normal, dass auch über Kosten(-Nutzen) gesprochen wird, und auch eine kritische Betrachtung durchaus berechtigt ist, gerade, weil es sich um Steuergelder handelt. Ich finde das Projekt zwar spannend, bin aber hier nicht von der Wirkung, Strahlkraft und Attraktivität überzeugt- und da gehen die Meinungen eben auseinander. Möglich, dass dieses Projekt ein internationales Interesse entwickelt, allerdings reicht dazu meine Fantasie nicht aus, insbesondere, wie nachhaltig das Interesse daran ist. Ob wirklich Firmen aufgrund einer Flussbadestelle einen Umzug nach Berlin erwägen ist halt auch nicht ausgemacht, ich denke das da andere Faktoren eine Rolle spielen.


    Grundsätzlich finde ich extravagante und exzentrische Ideen wichtig, sie sind das Salz in der Suppe. Trotzdem bleibe ich, ganz unbesorgt, in diesem speziellen Fall bei meiner bisherigen Meinung, dass diese Summe zum Wohle der Stadt in der Masse besser in andere Schwimmprojekte gesteckt, oder aber auch über alternative Ideen eines innerstädtischen Freibades/Badestelle nachgedacht werden sollte.

    ^ Schon faszinierend, welche Karikaturen die Angst vor dem Neuen hier gebiert: Die Palette reicht von "Posern", "Checkern" und "besoffenen Halbstarken" bis zu "modernen Bohemiens, Hipstern und Instafans".

    Moin ElleDeBE,


    das war eine überspitzte Formulierung bezugnehmend auf die vorher hier platzierten und klischeebeladenen Stereotype. Wer das Bad, sollte es denn jemals kommen, besuchen wird, steht ja in den Sternen.


    Angst vor Neuem zu vermuten, nur weil nicht jede neue Idee unkommentiert beklatscht wird finde ich in einem Diskussionsforum dann doch etwas weit hergeholt. Gerade deinen Einwand, dass es in Mitte kein Freibad gäbe, griff ich ja auch auf mit meiner Frage, ob Ertüchtigung und Neubau von (Frei)Bädern in der Fläche nicht sinnvoller genutztes Geld wäre. Aber deshalb verschließe ich mich nicht Neuem. Wenn es kommt, weil es gewollt ist, soll es kommen. Wenn jemand anderes alternativ das MEF zum innerdtädtischen Badeparadies umgestalten will& dies die Mehrheit findet wäre mir das auch gleich. Trotzdem ich mittlerweile in Münster lebe, kann auch ich mich für Unkonventionelles begeistern. Und trotzdem schauen, ob nicht manchmal für die breite Masse eine andere Lösung die bessere sein könnte.

    Wir haben in Deutschland immer mehr Kinder (und dann auch Erwachsene), die nicht oder nur sehr schlecht schwimmen können. Die Gründe sind vielfältig, hauptsächlich aber aufgrund immer weniger Möglichkeiten für Schulen nahegelegene Schwimmbäder zu finden, die, oft aus Kostengründen, zusammengespart wurden.

    Ich bin nun eigentlich nicht der Typ, der Ausgaben gegen Ausgaben aufrechnet, da sich so immer ein “besseres” Projekt finden ließe, dass die Finanzierung eines anderen Projekts in Frage stellen könnte.

    Aber: bei solchen Summen für eine, zugegeben sehr attraktiv visualisierte, Prestige-Badestelle, in einer wirtschaftlich und sozial ohnehin nicht wirklich begünstigten Stadt, bin ich doch einigermaßen sprachlos, dass diese Idee derzeit weiterverfolgt wird.

    Hier wird eher nicht die befürchtete Problemklientel ins Wasser hüpfen, weil überproportional Nichtschwimmer, sondern eher- um mal stereotyp zu bleiben- die modernen Bohemiens, Hipster und Instafans, die schicke Backgrounds brauchen. Bis zu 200Millionen Euro, die Berlin besser in Ertüchtigung und Neubau von Schwimmbädern stecken sollte. Auch wenn sich schnöde 50Meter-Bahnen natürlich weniger sexy vermarkten lassen.

    Selbst wenn ohnehin Wasserschutzmaßnahmen in diesem Bereich umgesetzt werden müssen, halte ich diese Kirsche-auf-der-Sahne-Idee, zumindest derzeit, für völlig abgehoben und beinahe schon arrogant und alles andere als sozial.

    Die oftmals auf historische "Altstädte" projizierte Gemütlichkeitssehnsucht ist eben das: Projektion und völlig geschichtsvergessen.

    Ich finde schon schade, dass so oft (beidseitig) nur noch schwarzweiß argumentiert wird.

    Diejenigen, die in jedem sanierten oder gesicherten (Platten-) Bau der DDR ein Wiedererstarken des Kommunismus auf deutschem Boden durch R2G herbeireden. Und diejenigen, die beim Thema neue Altstadt und Bauen auf historischem Grundriss sofort ihre (politischen) Schreckensbilder verbreiten.


    Die von HarrySeidler gezeigten Bilder taugen nun wirklich nicht als Contra-Argument (auch wenn eine Reko ja gar nicht gefordert wurde). Egal ob nun in Lüne-, Quedlin-, oder Rothenburg: Altstädte sind im Jahre 2021 keine gammeligen Armenviertel mehr. Und nur weil in DE durch Krieg-, und Nachkriegzerstörungen kaum noch eine Großstadt mit echten Altstädten oder altstädtisch strukturierten Zentren aufwarten kann, und wir uns daran gewöhnt haben, dass diese so aussehen wie sie aussehen, muss das ja nicht in alle Ewigkeit so bleiben.

    Egal ob nun in den Niederlanden, Frankreich oder Spanien (uvam)- überall sind die Altstädte das Zentrum des städtischen Lebens, Treffpunkte (ohne, dass irgendwo jwd der x-te “Ort der Begegnung” künstlich geschaffen werden muss) Das war in Berlin vielleicht nie so, und ist auch nicht vergleichbar mit Barcelona, Lyon oder Amsterdam, aber ich weiß nicht, was in einer architektonisch so heterogen gestalteten Stadt dagegen sprechen sollte, auf altem Grundriss Neues zu bauen& so in der Stadt eben auch eine andere Umgebung erlebbar zu machen? Geschichtsvergessen ist daran für mich gar nichts.

    ^
    Mein Reden. Von Anfang war ich verwundert, dass man ausgerechnet diese Hainbuchenhecken genutzt hat, die auch noch ganz besonders spät austreiben. Hier ging es einfach nur um‘s Marketing, und (typisch deutsch) um billig. Es wurde mal wieder professionell übertrieben, da ja jedes Projekt irgendeinen herbeifantasierten Superlativ erfüllen muss.