Hab einen anderen Artikel dazu gefunden:
Sächsische Zeitung
Zwei Hochhäuser geplant – Gasometer als Kulturraum und Parkhaus
Dresden plant auf einem etwa 17 Hektar großen Gebiet einen Innovationscampus. Was dort entstehen soll.
Von Dirk Hein
17 März 2026
Große Flächen rund um die Dresdner Gasometer zwischen Gasanstaltstraße und den Bahngleisen liegen noch brach, andere werden für Industrie und Gewerbe genutzt.
Seit Jahren will Dresden die Flächen entwickeln, kam bisher aber kaum voran. Jetzt liegt eine gemeinsam von Sachsen-Energie, dem Rathaus und TSSB Architekten entwickelte Studie vor, wie konkret der „Innovationscampus an den Gasometern“entwickelt werden soll. Das sind die wichtigsten Fakten.
Welche Fläche konkret soll als Innovationscampus durchstarten?
Bebaut und damit in seiner Entwicklung wesentlich beschleunigt werden soll ein etwa 17 Hektar großes Gebiet rund um die drei historischen Dresdner Gasometer. Das Areal ist Teil des wesentlich größeren Wissenschaftsstandorts Ost.
Das Gebiet wird im Norden durch die Winterbergstraße, im Osten durch die Gasanstaltstraße, im Süden durch die Bahnstrecke Dresden–Prag sowie im Westen durch den Blasewitz-Grunaer Landgraben und die Liebstädter Straße begrenzt. Auf einem Teil der Flächen hat sich Industrie und Gewerbe angesiedelt, der Rest liegt derzeit brach. Ökologisch wichtig: Der Landgraben verläuft überwiegend verrohrt und ist im Gelände nicht sichtbar. Der Bachverlauf soll dauerhaft renaturiert und parkähnlich erlebbar werden.
Was geschieht mit den drei Dresdner Gasometern?
Das gesamte Areal wird durch die insgesamt drei Gasometer geprägt. Der Gasometer II ist saniert und wird seit Jahren als Panometer genutzt. Der 68 Meter hohe Erlwein-Gasometer ist ungenutzt, vom dritten einstigen Gasometer sind nur noch die Grundmauern erhalten. Das Panometer bleibt auch zukünftig Panometer. Mit den anderen beiden Bauwerken hat Dresden Großes vor.
Der Erlwein-Panometer soll saniert werden, ein Dach bekommen und komplett neu erlebbar werden. Auch der dritte einstige Gasbehälter wird neu aufgebaut. „Geplant ist eine Wiederverwendung, bei der die historische Substanz und prägnante Merkmale erhalten bleiben, während die Gebäude für zeitgemäße Nutzungen angepasst werden“, schreibt Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) in der Beschlussvorlage für den Stadtrat.
Wird das Gasometer zum reinen Parkhaus?
Der Innovationscampus wird in großen Teilen autofrei gestaltet, so der Plan. Wer mit dem Auto anreist, soll auf zentrale Parkplätze geleitet werden. Eine Vielzahl an Autos soll in die teilweise zum Parkhaus umgebauten beiden ungenutzten Gasometer gelenkt werden.
Von der Gasanstaltstraße kommend soll das kleine Gasometer genutzt werden, welches komplett neu aufgebaut werden muss. Von der Liebstädter Straße aus würde der Verkehr in das einstige ErlweinGasometer geführt. Innerhalb des Campus sollen möglichst keine Autos fahren. Entstehen wird ein „Shared Space“, also Flächen, die alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt nutzen können.
Parken soll dabei nicht der zentrale Zweck der imposanten Bauwerke sein. Geparkt wird hauptsächlich im Untergrund oder in der ersten Etage. Darüber soll ein Mix aus Kongresszentrum, Veranstaltungsflächen, Laboren und Büros neu geschaffen werden. Vorbilder dafür sind der Gasometer Wien, Gasklocka 2 in Stockholm und die Elbphilharmonie Hamburg.
Die einzelnen Räume könnten dabei nach außen hin im Gasometer entstehen, in der Mitte bliebe ein imposanter Luftraum, der nach oben offen sein könnte.
Was wird noch neu im Innovationscampus entstehen?
Die Planungen sind in drei Bereiche unterteilt. Zwischen den drei Gasometern soll ein Kulturbereich entstehen. Entlang einer Campusachse könnten sich Institute und Forschungseinrichtungen ansiedeln. Im südlichen Bereich in Richtung Bahnhof Reick werden zwei neue Hochhäuser gebaut. In diesem Bereich soll auch geparkt werden können. Hier können Büros und Gewerbeflächen entstehen.
Die Gebäude sollen in der Regel drei bis fünf Geschosse haben, größere Hallen sollen Platz für Wissenschaft und Forschung, aber auch für Gewerbe bieten.
Warum entstehen zwei neue Hochhäuser?
Als südlichen Eingangspunkt zum Innovationscampus will Dresden die Möglichkeit zum Bau von zwei Hochhäusern schaffen. Ein Hochhaus soll 68 Meter (18 Geschosse) hoch gebaut werden, das zweite Gebäude hätte eine Höhe von 45 Meter (zwölf Geschosse).
Da beide Gebäude deutlich über 30 Meter erreichen werden, kommt die Hochhausleitlinie der Stadt zur Anwendung. Dort wird das Areal als Eignungszone für solche Bauwerke ausgewiesen. Die Hochhäuser sollen eine Art Eingangstor zum neuen Campus darstellen und Orientierung im Areal bieten. Die Höhe überschreitet dabei nicht die Höhe des Erlwein-Gasometers. Ein Architektur-Wettbewerbsverfahren soll später das genaue Aussehen der Bauwerke bestimmen. Um die Wirkung der Gebäude im Stadtbild zu simulieren, haben die Macher der Studie unter anderem die Sichtbeziehungen vom Fernsehturm, vom Trümmerberg Leuben und vom Fichteturm prüfen lassen.
Wann werden die Pläne umgesetzt?
Der jetzt durch den Rat zu beschließende Rahmenplan bildet die Grundlage für die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens, was an sich schon mehrere Jahre dauern wird und immer durch Bürgerbeteiligung ergänzt wird.
Gebaut werden kann frühestens im Anschluss, also kaum vor 2030. Die Vorlage selbst äußert sich dazu jedoch nicht.