Beiträge von damar

    Dekoratives Anführungszeichen


    Wir brauchen keine Kopie des Burj Dubai in München und auch keine Varaition von La Defence.

    Ich kann dir zustimmen, auch wenn ich nicht weiß, wie ein Rückgriff auf "Münchner Architekturstile" denn aussehen soll - ohne historisierend-kitschig daher zu kommen.

    Wo du schon La Defence nennst: So einen Stadtteil mit Hochhäusern (außerhalb des mittleren Rings :lach: ) und großen Bürokomplexen fände ich für München sehr spannend. Die Nachfrage in München würde es doch sicher möglich machen, einen solchen Stadtteil aus dem Boden zu stampfen, vorausgesetzt man schafft planerisch die richtigen Bedingungen durch attrakive Infrastruktur, repräsentative Anlage und bewirbt das Ganze ordentlich.

    Im Idealfall könnte man viel Pendler- und Verkehrsaufkommen nach "draußen" verpflanzen und gar nicht ins Stadtzentrum lassen, wo man sich viel mehr aufs Wohnen, Kultur usw. konzentrieren könnte.

    Irgendwie sind unsere "Visionen" doch ziemlich blutleer. Schaut man in andere Städte in Deutschland, so haben viele städtebauliche Visionen, die allmählich Gestalt annehmen. Stuttgart - S21, Köln verpasst seiner Innenstadt einen neuen Masterplan, Berlin besitzt immer noch große Flächen auf denen allesmögliche entstehen kann und Hamburg ist mit der HafenCity und dem "Sprung über die Elbe" wohl auch für die nächsten Jahrzehnte sehr gut bedient. Warum springt München nicht?

    Liegt das vielleicht auch am Charakter der Stadt? Man könnte ja sagen, dass München durch seinen Wohlstand einfach saturiert ist, es gibt keine interessanten "Brüche" und an sich ist man ja viel lieber Dorf als Großstadt. Die Innenstadt insgesamt schon sehr ansehnlich, es gibt keine riesigen Industriebrachen oder Hafengelände....

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    Der wohl aufsehenerregendste Zweckbau der Welt in seiner Kategorie steht in München. DIE ALLIANZ-ARENA !!!

    Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht...

    Schick ist die Arena schon, leider löst sie nicht die stadtentwicklerischen Probleme von München.

    Was ich mir wünschen, neben mehr innovativen Wohnbauprojekten, wäre eine Verbesserung der regionalen Zusammenarbeit in Südbayern. Man könnte den MVV ausweiten auf angrenzende Stadtregionen, wie Augsburg, schnellere ÖPNV-Verbindungen schaffen und so den "Enwicklungsdruck" gerechter verteilen.

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    ... für die mit der Ex-Reichsstraße auch schon eine brauchbare oberirdische Trasse vorhanden wäre. :cool:

    Brauchbar wäre eine Trasse entlang der Reichsstraße schon. Vernünftig eher nicht, da die Trasse an den Siedlungsschwerpunkten von Wilhelmsburg vorbei geht und so nur wenig Fläche erschlossen wird. Die U4 sollte schon durchs Reiherstiegviertel und durch Kirchdorf führen.

    Eigentlich ist ja sehr schön, was da in Wilhelmsburg passiert. Hoffentlich wird die Reichsstraße tatsächlich verlegt, die Chancen, die sich für Wilhelmsburg und Hamburg ergeben (weniger Lärm, große Flächen für Wohnungsbau, Aufwertung des Stadtteils) sollte man nutzen.

    Leider gefällt mir die eigentümliche Struktur des neu entstehenden Zentrums gar nicht. Diese Geraden im Plan, die die Wasser-, Grün- und Bauflächen gliedern, wirken sehr beliebig, ungeordnet und willkürlich. Mir fehlt ein prägendes städtebauliches Motiv.

    Ein eher klassischer Platz, der sich klarer von den Parkflächen abgrenzt, wäre vielleicht eine bessere Lösung gewesen. Wer weiß, ob die Idee der Architekten in 20 Jahren noch gutausschaut... Wilhelmsburg bietet schon genug Orte an den gescheiterte städtebauliche Visionen besichtig werden können.

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    weil die Gebäude des Univiertels (Dammtor) wohl zu marode sind, überlegt man den gesamten Komplex zum kleinen Grasbrook zu verlagern.

    Bis die Struktur mit allem drum und dran hergestellt sein wird, werden wohl auch Jahrhunderte vergehen.

    Warum denn Jahrhunderte? Eine solche Verlagerung wird nicht über Nacht geschehen, aber ein Zeitraum von 15 Jahren wäre doch realistisch.

    Ich halte eine (teilweise) Verlagerung für sehr interessant. Idealerweise sollte auch nicht die ganze Uni aus Rotherbaum verschwinden, da sie ja schon den Charme des Stadtteils ausmacht. In irgendeiner Zeitung habe ich gelesen, dass es vorstellbar wäre unterschiedliche Campi ("Campusse" ;) ) zu schaffen, einen für die Naturwissenschaften und einen für die Geisteswissenschaften.

    Mit dem Bau der Universität auf dem kleinen Grasbrook hätte man auch einen Grund die U4 nach Süden verlängern und die "städtebauliche Lücke zwischen Innenstadt und Wilhelmsburg zu schließen.

    Ich hatte im Frühjahr ebenfalls die Gelegenheit fast einen Monat in Shanghai und Peking (da nur 3 Tage) zu weilen.

    Die geringe Internationalität Shanghai - im Vergleich zu Hongkong, Bangkok oder gar New York - mag schon stimmen. Trotzdem ist die Stadt deutlich kosmopolitischer, bunter und vielfältiger als Peking und kommt unserem europäischen Stadtverständnis weitaus näher.

    Auffällig ist, dass Shanghai schon jetzt über ein sehr gutes ÖPNV-Netz verfügt und das auch sehr fleissig ausbaut. Hier orientiert man sich klar an den Netzen europäischer oder japanischer Großstädte. Bis auf die Hochautobahnen sind die Straßen im Inneren der Stadt auch vergleichsweise schmal und auch unregelmäßig. Es gibt sogar Bezirke (etwa die French Concession) in denen aufgrund der historischen Struktur keine Hochhäuser (chinesischer Maßstab - nich deutscher!) mehr gebaut werden dürfen/sollen. Interessanterweise werden scheinbar nur die historischen "europäischen" Gebäude geschützt, ursprünglichere, mit alter chinesischer Architektur bebaute Stadtgebiete (z.B. die Shanghaier "Altstadt") werden immernoch in der Fläche abgerissen.

    In Peking gibt es dagegen gerade mal 2 U-Bahn-Linien, wegen Olympia kommen nochmal 2-3 dazu, was angesichts der Größe der Stadt ein Witz ist. Dafür führen riesige Autobahnen und Paradestraßen, wegen der regelmäßigen Stadtanlage auch schnur-gerade, durch die ehemalige mittelalterliche Altstadt, die noch bis in 70er Jahre inklusive Stadtmauer fast komplett erhalten war. Bestehende Altstadtquartiere werden auch im Moment noch abgerissen und für die Touristen dann in einer Disneyland-Variante wieder aufgebaut oder einfach von gigantischer Konsum- und Macht-Architektur überformt.

    Sofern man das nach ein paar Wochen Aufenthalt sagen kann: Peking verdeutlich für mich den autokratischen Charakter der chinesischen Gesellschaft und Politik, während Shanghai eher an eine Schwester von Singapur oder Hongkong erinnert, die jetzt noch ordentlich was nachholen muss.

    Ich hoffe ich komme mal dazu ein paar Fotos online zu stellen.

    NewUrban: Nicht so angespannt. LEgende hat nur gesagt, er "hofft", dass die Sandsteinfassade wieder sichtbar gemacht wird. Ob da "durchgeboxt" wird, ist doch noch gar nicht abzusehen....

    Hätte man das alte Gebäude doch damals ganz abgerissen, dann kämen diese ewiggestrigen, nostalgischen 18jährigen gar nicht darauf die Errungenschaften der von unseren visionären Großvätern überlieferten Moderne in Frage zustellen! :lach:

    @JMD: So pauschal kann man das nicht sagen. Beispiele für Neubauten, die große Zustimmung bei der breiten Bevölkerung fanden, gibt es auch. Etwa die Elbphilharmonie in Hamburg, das neue Fußballstadion in München ...

    Auch wenn das Niveau der BILD nicht das höchste ist, so sollte man deren Lesern dennoch das Recht auf eine Meinungsäußerung zugestehen und diese auch ernst nehmen. Nicht umsonst ist die BRD eine Demokratie. Irgendwelche Eliten, seien es Manager oder auch Architekten, haben keinen Anspruch drauf unanfechtbar zu sein.

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    Was fuer eine Informationspoitik waere Dir denn genehm?

    Warum soll die Innenstadt mit einer U-Bahn optimal angeschlossen sein, ein benachbartes Viertel (Hafencity) von identischer Dichte (nach Fertigstellung) und groesserer Nutzungsvielfalt jedoch angeblich nicht?

    Ich finde eben, dass zuviel Aufheben gemacht wird für diese 2 Haltestellen. Wäre die U4 eingebettet in ein zielgerichtetes Konzept zum weiteren Ausbau über die Elbe oder nach Norden könnte man das groß bewerben, weil damit eine wirkliche U-Bahnlinie in Hamburg verkehren würde. Bislang sind die Absichten zum Weiterbau schon sehr vage und wer weiß, ob in 5-6 Jahren dann den Weiterbau nicht doch zurückstellt wird, wie damals in Steilshoop.

    Die Innenstadt lässt auch anders erschließen als mit einer U-Bahn. Noch aus rot-grüner Zeit gab es Ideen für ein Stadtbahnkonzept, dass von der CDU gekippt wurde. Zu sehen im Masterplan von 2000 ( http://hafencity.com/upload/files/p…erplan_2000.pdf )

    Natürlich freut sich bei der Hochbahn niemand heimlich, dass man die Leutemit der U4 verschaukeln kann. Ich denke eher, dass die CDU sagen kann: "Wir geben 300 Millionen Euro für die U-Bahn aus, wir setzen uns voll für den ÖPNV ein!". Letzlich hätte man aber mit dem Geld mehr bewegen können, der Bund hätte für andere Projekte auch Zuschüsse gegeben.

    Ich kann NewUrban schon verstehen. Der Bau der U4 wird von der Hochbahn sehr hochgejubelt und extrem beworben obwohl dieses Projekt nur für äußerst wenige Hamburger Vorteile bietet. Vielleicht politisch auch gewollt, da man so von den irrsinnigen Kosten und den bekannten Netzmängeln in Hamburg ablenken kann.

    Es ist sicher gut, dass so umfassend informiert wird. Leider steht das wie vieles in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen der U4.

    Kenne die Nürnberger Verhältnisse zwar nicht im Detail, dennoch kann ich dem Artikel zustimmen. Stadtplanung und -entwicklung hat nicht nur mit Wirtschaftsförderung zu tun.

    Die Städte, die sich als Gemeinden dem Gemeinwohl verpflichtet sind, sollten sich klar werden, wo-was-wie gebaut werden kann. Es kann nicht angehen, das Investoren, die nur sehr kurzfristigen Zielen folgen, mit fertigen Plänen auftreten und die Politik das einfach durchwinkt. Städtebaulicher Murks rechnet sich vielleicht für die Investoren, die bald ihre Kosten wieder reinbekommen, die Stadt darf sich aber viel länger mit einer verfehlten Baupolitik herumschlagen.

    Im Idealfall haben die Städte Flächen ermittelt und vorrättig, die sie als Standort für Autohäuser, Einkaufscenter anbieten und bewerben können, wenn ein Investor bauen möchte.

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    Noch mal zum Disneyland: Wenn ich also einen Bruch in der Kontinuität habe, also vielleicht 300 oder mehr Jahre Architekturgeschichte weitestgehend ausklammere, dann schaffe ich dort doch ein verklärtes Idealbild. Das ist etwas anderes, als wenn ich diese 300 Jahre berücksichtige und einen ähnlichen, aber modernen, gemütlichen Touri-Ghetto Idealbild-Ort schaffe?!

    Ich finde an dieser Argumentation ist was dran. Allerdings zu wenig um gegen die immensen Vorteile einer Altstadt-Reko auf dem TR Areal bestehen zu können.
    Jedoch genug um ein paar Überlegungen bei einem Kulturbau wert zu sein. Mehr will ich dazu gar nicht sagen.

    Kann ich nachvollziehen bzw. sehe ich sehr ähnlich. :) Die Krux ist doch aber, dass die Architekten nicht in der Lage sind einen Ort zu schaffen, der die Historie berücksichtigt, dabei so attraktiv ist, wie man es sich von einer Altstadt wünscht und auch noch "modern". Diese Aufgabe ist (in einem Gebäue) nicht zu bewältigen. Deswegen Rekonstruktionen in der Altstadt und qualitätvolle moderne Architektur statt Gelsenkirchner Barock in den Neubaugebieten.

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    Gerade die Rekonstruktion wirkt dabei in besonderem Maße geschichtsverklärend, da sie einerseits den zweiten Weltkrieg, andererseits auch die gesellschaftlichen Entwicklungen der Nachkriegsjahrzehnte ausblendet.

    War der Wiederaufbau nicht genauso geschichtsverklärend und -leugnend? Der Frankfurter Wiederaufbau setzte sich über die tradierten Parzellen- und Straßengrenzen hinweg, sprengte die historische Maßstäblichkeit und ignorierte die traditionellen Bauformen der Altstadt (z.B. Technisches Rathaus). Die Wiederbebauung vieler Teile der Frankfurter Altstadt geschah doch genau vor dem gleichen geistigem Hintergrund wie die heutigen Rekonstruktionsbestrebungen, nämlich der Negativbewertung der bisherigen (bau-)geschichtlichen Entwicklung.

    Damals gefielen die kleinen, engen Fachwerkhäuser nicht, entsprachen nicht den Anforderungen der Moderne und erinnerten an eine Vergangenheit, die man nur zu gern verdrängen wollte. Heute dagegen werden die Nachkriegsgebäude und ihr Umfeld dem Wunsch nach historischen Identifikationspunkten und einladenden öffentlichen Räumen nicht gerecht, den viele Menschen verspüren.

    Also ich finde den Entwurf schon gut - nur eben nicht an dieser Stelle der Altstadt.

    So ein großer, geradlinig-regelmäßiger Baukörper kann in der dichtbebauten Umgebung gar nicht wirken. Am Rande eines Parks mit viel Grün drumrum, da würde das gut aussehen.

    Die Längsseiten zur Saalgasse und zum Innenhof nehmen gar keinen Bezug zum Außenraum auf, das sind geschlossene Mauern. Wenn man am Römer steht und nach Süden neben die Kirche blickt, sieht man auf eine bloße Wand und die Gebäudeecke. Zumindest hier hätte man Öffnungen nach außen anbringen müssen und/oder eine irgendwiegestaltete Betonung der Ecke.

    Aber man hat ja noch Zeit was an dem Entwurf zu verändern. Die anderen, auch die angeblich missglückten, Wettbewerbsbeiträge wären echt interessant.