Beiträge von frankfurter13

    Es bleibt mir ein Rätsel, wie sich die zufällige Anordnung von Fenstern und Kanten Architektur schimpfen darf. Gerade neben der denkmalgeschützten Villa wirkt der Neubau in meinen Augen wie ein zusammengewürfelter Kindergarten aus dem Europaviertel.

    Einzig positiv sind die rotbraunen Fensterrahmen. Wenn diese jetzt auch noch weiß gewesen wären, würde dem Gebäude jegliche Wertigkeit fehlen.

    Wirklich eine grandiose Burg! Gerade im Schulkontext hat es was von Hogwarts. Man wünscht sich ja fast, dass es nicht wieder verputzt wird... und natürlich vor allem nicht vom unsäglichen grünen Kasten zugebaut wird.

    Zur Debatte um die Glasfassade möchte ich beitragen, dass die Visualisierungen wie so oft ja leider viel zu überbelichtet dargestellt werden. Alle Lampen im Inneren brennen dort aus, als wären es Flutscheinwerfer, was die tatsächliche Verspiegelung und spätere Verschattung innerhalb des Gebäudes nicht realistisch widergibt.

    Die von Midstad gezeigte Frontalansicht habe ich mal mit Google Gemini in die Realität gebracht und möchte vor allem darauf hinweisen, wie wenig man tagsüber vom Inneren erkennen wird, wenn darin nicht durchgängig taghell beleuchtet wird. Dann ist es ganz schnell eben doch nur ein beliebiger Glaskasten und die Holzstreben erkennt man höchstens noch beim genaueren Hinsehen.

    Midstad-Frankfurt-Frontalperspektive-REAL.jpg

    Visu.: Midstad / KI Bearbeitung durch Google Gemini

    Der aktuelle Entwurf der Bundespolizei-Zentrale wirkt leider noch wie gestapelte Container auf einer ewig währenden Baustelle oder einer Flüchtlingsunterkunft. Das macht auch noch so viel Sonnenlicht auf dem Rendering nicht besser. Ich hoffe auf Überarbeitung!

    Da das Lob und Kommentare zum Mäckler-Entwurf ja nun auch vermischt mit den KI Vorschlägen in die Lounge verschoben wurden, möchte ich hier nochmal zum Ausdruck bringen, was für eine gewaltige Aufwertung dieses Haus dadurch erhält. Das ist ein wahnsinniger Sprung und zeigt mal wieder, dass wir so einige 50er bis 80er Jahre Bauten nicht einfach nur neu anstreichen dürfen, sondern echte Stadtreparatur betreiben können (ohne etwas rekonstruieren zu müssen)!

    Mod: Fragen aus dem Thread zur Bundesbank-Zentrale hierher verschoben.


    Weiß denn jemand von euch, ob die Sanierung tatsächlich die letzten Monate weitergeführt wurde? Ich hatte den Eindruck, dass nichts angefasst wurde und eben nur die Gutachten angefertigt wurden.

    Kann ein Denkmalschutz theoretisch aufgehoben werden und es abgerissen werden, wenn eh niemand mehr in den Betrieb investieren kann und will?

    Ich kann tegula nur zustimmen. Wie Rohne bereits hier in #45 mahnte, hätte der Altbau erhalten bleiben müssen und das Hochhaus aus dem Gebäudekern wachsen müssen. Das wäre dann auch tatsächlich das so oft beschworene Zusammenspiel aus Alt und Neu und vielleicht sogar noch spektakulärer geworden.

    Was mir mit dem Streetview-Link aus dem Vorbeitrag zudem aufgefallen ist, ist, dass das Eckgebäude zusammen mit dem k.26 – wie ich finde – ein sehr harmonisches Tor zur Neuen Mainzer Straße bildet, da beide mit Sand- und Brauntönen arbeiten und die bestehenden Altbauten an allen drei Ecken der Kreuzung einbinden. Das geht mit dem Gloria als Glasbruch zwischen den Altbauten und ohne braune Fassade dann auch verloren.

    Ich befürchte, wir werden in den nächsten Jahren mit den neuen Auflagen zu Energieklasse und Gebäudedämmung noch so einige Altbauten und ihren Sandstein hinter Styropor verlieren. Hier bedürfte es eigentlich auch einer Gestaltungsaufsicht und anderen Sanierungsvorgaben (z.B. nur Innendämmung bei Altbauten), um nicht in allen deutschen Großstädten die noch wenigen Gründerzeitviertel gänzlich zu verunstalten.

    Ich muss sagen, ich finde diese künstlichen Höhenunterschiede vollkommen lächerlich. Ein Gründerzeitviertel kommt auch ohne andauernden Wechsel von Geschosshöhen aus, weil sie durch ihre Fassengliederung nicht von ihrer Monotonie ablenken müssen. Man sieht durchaus, dass sich einige Architekten in dem Viertel wenigstens die Mühe gemacht haben, mit Wandfarben und Steinen etwas zu gestalten, aber ohne Dach und Struktur in den Fassaden bleiben es dann doch nur bunte Schuhkartons.

    Ich muss sagen, ich bin insgesamt enttäuscht von der gesamten Gestaltung des Areals - insbesondere im Zusammenspiel mit "Das Präsidium" nebenan. Wie man auf der ersten Visualisierung sieht, wird der komplette Blockrand vom ehemaligen Polizeipräsidium zerstört. Bisher bilden historisches Polizeigebäude, Präsidium-Anbau und Kirche alle eine Einheit in der Höhe und Tiefe, was nun alles zerstückelt wird.

    Die gesamte Form des Kirchengebäudes, sowie die leicht schräge Drehung zur Straße hin lassen es eher nach einem in der Perspektive schlecht eingesetzten KI-Entwurf aussehen. Auch die frei hingewürfelten Schießscharten auf der Wandfläche sind in meinen Augen vollkommen geschmacklos. Manche sind so klein, dass sie nur noch als Taubennest oder Dreckansammlung dienen werden.

    Ich muss sagen, die dunklere Farbe schreckt mich nicht ab und kann im Vergleich zu einer schmutzanfälligen, weißen Fassade auch länger Wertigkeit ausstrahlen. Allerdings bleibt hier offen, ob es sich um dunkelbraune Metallverkleidungen oder dunklen Stein handelt. Die alten Renderings sahen noch nach hellem Naturstein aus. Wenn das nun gegen braunes Metall getauscht werden würde, wäre das tatsächlich ein immenser Rückschritt.

    Wie viele hier lese ich seit Wochen die vollkommen berechtigte Kritik zu diesen schrecklichen Planungen und frage mich, ob mit den 40+ Kommentatoren und zig Lesern hier sich nicht auch etwas bewegen ließe. Durch Bürgerinitiativen und Unterschriften wurde ja auch von der von Schmittchen erwähnten Planung zum technischen Rathaus 2.0 abgesehen und heute haben wir eine neue Altstadt. Ich würde sagen, das Denkmalamt liest hier nicht mit. Also sollte diese Kritik auch aktiv an sie herangetragen werden.