Beiträge von Bousset

    Wobei der Ausbau der Ostbahn eher das Ziel hätte, die vorhandene Strecke über Frankfurt/Oder nach Polen zu entlasten. Der Güterverkehr könnte das hervorragend gebrauchen. Im Prinzip ist eine Hauptbahnstrecke, auf der zwei Züge pro Richtung und Stunde unterwegs sind, elektrifizierungswürdig. Es gibt Pläne für einen weiteren Teilausbau der Ostbahn auf zwei Gleise. Insbesondere zwischen Mahlsdorf und Strausberg wäre so ein Ausbau aber mit großem Aufwand verbunden, da dann alle Bahnübergänge durch Unter-Überführungen ersetzt werden müssten. Aber trotzdem ja, bitte machen. Die S-Bahn würde auch davon profizieren.

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    Im Bereich der Oderstraße und südlich des Columbiadamms gab es eine historisch gewachsene Stadtstruktur. Das Tempelhofer Feld, als ehemaliges Exerzierfeld, war wesentlich kleiner als der heutige Bereich, der durch den Bau des 2.Flughafens in den 1930ern entstand, zzgl. der durch die Alliierten vorgenommenen Erweiterungen für die Landebahn auf der Ostseite. Ich bin kein Blockrandfetischist, aber auf der Ostseite des Feldes wäre dies m. E. die richtige Ergänzung, wenn es gewollt ist. Veranstaltungen auf dem Tempelhofer Feld werden dann aber schwieriger umzusetzen sein, aufgrund höherer Anforderungen an den Lärmschutz.

    Zum aktuell geplanten Rückzug der IAV aus Berlin bleibt zu sagen, dass an dieser Stelle nicht der Wandel zur E-Mobilität verschlafen wurde, was ja ein gängiges Bonmot der Presse ist. Vielmehr werden Entwicklungsaufträge jetzt nach China vergeben, weil die Leistung dort zwar schlechter aber unschlagbar günstig ist. Das ist kein ausschließliches Berlin-Thema, aber insgesamt besorgniserregend für einen Hochtechnologie-Standort wie Deutschland.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ich versuche wirklich jedem Neubauprojekt einen positiven Aspekt abzugewinnen, aber hier fällt es mir sehr schwer. Nun das Budget mag arg begrenzt gewesen sein, aber müssen die zufällig verteilt eingefärbten Fensterstürze wirklich grau sein? Selbst dezenter Einsatz von Farbe würde hier eine Verbesserung der doch sehr trostlosen Situation bedeuten. Von der Leistungsschau der Feuerverzinkungsindustrie mag ich gar sprechen, und die Fallrohre...

    Ich bin kein Architekt. Aber ich wundere mich auch über diesen exzessiven Gebrauch weißer/grauer Farbe ohne jeglichem Einsatz von farblichen Akzenten. Mir war so, als wäre es Allgemeingut, dass einfarbige große Flächen automatisch dunkler wahrgenommen werden, als sie sind. Durch einen farblichen Akzent wird die Hauptfarbe aufgewertet. Überhaupt, warum muss es immer dieses trostlose weißgrau sein? Früher hat man Braun- oder Gelbtöne verwendet, weil diese unter realen Umweltbedingungen besser altern. Man sieht bei weiß jede Schliere sofort.

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    Lufthansa und Allianz wären vermutlich bessere Beispiele gewesen aber Du hast Recht. Beim Blick nach vorne bringt das nichts. Als Berliner kann man auf einen endgültigen Umzug der Bundesbediensteten aus Bonn abheben, dies wäre zumindest ein reales Ziel.

    Dann fällt mir aber auf, dass sich Berlin vergleichsweise wenig bis gar nicht beim Bund über reales oder vermeintliches Benachteiligtsein beklagt, im Gegensatz zu weiten Teilen Ostdeutschlands. Entscheidend ist für mich dabei, dass die Wachstumszahlen seit Jahren über dem deutschen Durchschnitt liegen und dass die Wirtschaft der Region Berlin-Brandenburg sehr divers aufgestellt ist. An der Stelle hat Giffey Recht, wenn Sie sagt, dass Berlin die Deindustrialisierung schon lange hinter sich hat. Faktisch gibt es wenig Gründe in Berlin in die verbreiteten Untergangsszenarien einzustimmen.

    Die 4 Stunden Berlin-München hatte ich kürzlich auch in der Bahn, ohne jede Panne oder Verspätung. Das sind dann die Sprinter-Züge. Dabei fiel mir auf, dass auf dieser Strecke noch Potential für Zeitersparnis ist. Der Knoten Bamberg wird noch ertüchtigt, bei Fürth muss noch die S-Bahn vom Fernverkehr separiert werden, dann sind auch dort durchgängig 230 km/h möglich. Langsam wird es zwischen Ingolstadt und München, was ja irgendwann durch die Neubaustrecke auch schneller gehen könnte. Zwischen Berlin und Halle sind an vielen Stellen zusätzliche Gleise notwendig, was nicht nur den ICE beschleunigen würde, sondern auch den S-Bahnverkehr von Leipzig/Halle zuverlässiger machen würde. Alles keine Spinnereien, sondern seit Jahren geplante Maßnahmen der DBAG.

    Die Verbindung nach Kopenhagen wird nochmal interessanter, wenn irgendwann die direkte Verbindung über Schwerin und Lübeck möglich ist, dann mit Elektrifizierung und Bau einer Kurve bei Bad Kleinen, übrigens ein Projekt aus den 1990er Jahren. Zur Verbindung Berlin-Danzig über Stettin mus gesagt werden, dass weite Teile der Strecke in Polen eingleisig sind, auch wenn ein Teil davon demnächst zweigleisig wird. Man könnte wohl Mittel aus dem SAFE-Programm der EU nutzen. Aber dennoch wird es dann auf absehbare Zeit nur einen 4-Stunden-Takt Berlin-Danzig geben können.

    Edit: Kann es sein, dass die Autobahn S6 Via Hanseatica jetzt von Stettin bis Danzig fertig ist?

    Ein Versuch der faktenbasierten Einordnung:

    1)Ryanair hat am BER die einzige Basis mit Betriebsrat, der einem neuen Schichtmodell nicht zugestimmt haben soll (Quelle aero). Dann kündigen sie also die Schließung der Basis an, werden sich aber nicht vom BER komplett zurückziehen.

    2) Flughafengebühren werden nicht willkürlich festgelegt. Sie richten sich auch nach dem Aufwand, der an jedem Flughafen betrieben werden muss. Man darf daran erinnern, dass der BER nicht als Billigflughafen konzipiert wurde und obendrein auch noch haufenweise Schulden hat.

    3) Gebühren sind abhängig von vielen Faktoren und lassen sich schlecht in Form eines Rankings vergleichen. Nach 2) haben die großen Hubs FRA und MUC hohe Gebühren. Es folgen DUS, HAM, STR, CGN und BER mit etwas weniger. Danach wird es dann entsprechend immer günstiger, bis hin zu Standorten wie Memmingen, Weetze, Hahn usw.

    4) Von den großen unter 3) genannten Standorten operiert Ryanair nur noch von HAM, BER und CGN aus! BER hat mit Abstand die meisten Flugverbindungen von Ryanair.

    Fazit: Es ist nicht schön für den BER bei Ryanair Einbußen zu haben, er kann aber auch nicht von seinen Gebühren runter (es sei denn man subventioniert das mit Steuergeldern). Ryanair selbst müsste erkennen, dass ihr Geschäftsmodell a la Weetze, Memmingen und Hahn am BER nicht mehr in diesem Maß funktionieren kann. Wäre vielleicht was für einen Flughafen Berlin-Neuhardenberg

    Es war etwas anders. Auch vor Eröffnung der U7 im Jahr 1980 war die S-Bahn nach Gartenfeld eine Strecke im ohnehin schwach genutzen S-Bahnnetz West-Berlins, die extrem wenig Fahrgäste aufwies. Sie pendelte nur zwischen Jungfernheide und Gartenfeld, eine Weiterführung auf dem nördlichen S-Bahnring war im geteilten Berlin nicht mehr sinnvoll. Außerdem fuhr sie in Siemensstadt am Kern der Besiedlung vorbei, was daran lag, dass sie in den 1920ern nachträglich oberirdisch in die Besiedlung eingefügt wurde. Ihre Rechtfertigung hatte sie aufgrund der großen Beschäftigtenzahlen bei Siemens in den 1920ern und 30ern, die gab es in West-Berlin nicht mehr. Heute ist die Situation anders. Insbesondere der Wohnungsbau in Gartenfeld macht die S-Bahn wieder attraktiv. An einer Fortführung nach Hakenfelde glaube ich aber nicht mehr.

    Gehe ich davon aus, dass Ryanair Berlin mehr braucht als der BER? Habe ich nicht geschrieben. Es scheint so, dass mittlerweile alle von Ryanair genervt sind und am BER wird das nachgeholt, was anderernorts in D schon passiert ist, dass schrieb ich. Die Gebühren sind ja keine willkürliche Preisgestaltung.

    Ryan Air hat sich auch von anderen deutschen Flughäfen zurückgezogen, nämlich solchen, die nicht in ihr Beuteschema passen (DUS, STR). Übrigens solchen Flughäfen, die ähnlich hohe Gebühren wie der BER haben. Die Aufteilung TXL = normal, SXF = billig, gibt es nun seit 2020 nicht mehr. Sollten die ernsthaft so blöd gewesen sein, zu glauben, sie könnten die FBB mit medialem Getöse erpressen?

    Ich bin ebenfalls weit davon entfernt, in einen Abgesang auf die Industrie einzustimmen. Nur muss man erkennen, dass in unserer heutigen Zeit, verbunden mit Auflagen und Protesten, Industrieflächen außerhalb der Stadt, eben in Brandenburg, entstehen werden. Der dem ggü. erhebliche Verkehr, den Wohngebiete erzeugen, ist jedenfalls ökonomisch und ökologisch sinnvoller zu bewältigen, wenn er in der Stadt bleibt. Industrie braucht Fläche, aber keine soziale Infrastruktur. Brandenburg punktet deutschlandweit mit noch verfügbaren Flächen für Gewerbeansiedlung, auch wenn diese dort ebenso nicht konfliktfrei errichtet werden können.

    Natürlich gibt es im Bestand noch Potenzial für Verdichtungen, es ist aber wichtig, den Prozess der Umwidmung jetzt anzustoßen, weil es Jahre dauern wird, bis er umgesetzt ist. Unter dem Eindurck sinkender Einwohnerzahlen wurden für den Wohungsbau vorgesehene Flächen des FNP 94 in den 2000er Jahren, insbesondere im Nordosten, in Gewerbeflächen umgewandelt. Ebenso wurden unverständlicherweise ehem. landwirtschaftlich genutzte Flächen in Landschaftsschutzgebiete umgewandelt, obwohl jenseits der Stadtgrenze Landschaft, nun ja, mehr als ausreichend vorhanden ist. Das war ein Luxus, den sich die Stadt nicht mehr leisten kann.