Beiträge von Bousset

    Postmodern aufgeschickt ist gut. Gerade gestern fiel mir dort auf, wie heruntergekommen diese Pavillons aus den 80ern sind. Für Umsteiger wie mich, ist die Situation der Bushaltestellen nur erbärmlich. Die Taxen halten immer noch direkt vor dem Bahnhof, obwohl dieser kein richtiger Fernbahnhof mehr ist. Dafür muss man von der Bus-Ankunft mehrere Straßen zu Fuß überqueren, um in den Bahnhof zu kommen.

    Die abfahrenden Busse gehören direkt vor den Bahnhof und ein vernünftig überdachter Busbahnsteig mit kreuzungsfreiem Zugang zu U- und S-Bahn muss für die ankommenden Busse dahin. Zoo ist mit Abstand der größte BVG-Busknoten. Auch der Bahnhof der U2 wird seit Jahren nicht umgebaut, weil die Zukunft des Platzes und damit der Zugänge zum Bahnhof ungewiss ist. Da wird von einer Berücksichtigung von neuen Straßenbahnstrecken fabuliert, die nie kommen werden und somit der bestehende Missstand zementiert.

    Und wenn es am Alex möglich war, Parkplätze in einer Tiefgarage verschwinden zu lassen, wird das am Zoo auch möglich sein. Der gemeine Fahrgast wird insbesondere in späten Stunden durch erlebnisorientierte Jugendliche mit ausgeprägtem Dominanzverhalten in teuren Mietwagen gestört.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Fazit: Milde ausgedrückt arbeiten im Berlin-Ressort der FAZ keine großen Philosophen.

    Fun Fact: Anscheinend war die FAZ vom schlechten Abschneiden Frankfurts so überrascht, dass sie nun gleich einen Artikel nachschieben muss, nachdem es dort sehr schön soll :)

    Mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5% liegt Berlin keineswegs ein Mü über dem Durchschnitt, sondern weit vorne. Wir sind wieder beim Thema, dass Leute wie Jan85 angegangen werden, wenn sie positive Nachrichten schreiben, während es anscheinend immer besonders kompetent rüberkommt, überall Krisen zu sehen (Verfügbarkeitsheuristik). Was dagegen hilft, ist die quantitative Beobachtung einer Entwicklung über einen längeren Zeitraum, ist aber mühseliger und eignet sich nicht für kurzfristige Erregung.

    Ich halte die ganze Diskussion um die Allensbach-Umfrage für eine Füllung des Sommerlochs und würde einen Zeitraum von 1,5 Jahren auch nicht als Beleg für einen wirklichen Rückgang des Tourismus erkennen. Nur, dass die Umfrage bei Berlinern und Deutschen durchgeführt wurde belegt für mich, dass die innerdeutsche Stimmung wiedergegeben wird. Und da ist die Landespresse gerne dabei Berlin als linksgrün versifften Kostgänger und dysfunktional niederzuschreiben, voran der Spiegel und die FAZ. Das ist vermutlich der Unterschied zu München, wo sich Abfälliges fast ausschließlich in der bayerischen Presse findet, für Berlin sozusagen der Malus der Bundeshauptstadt. Ausländische Touristen interessiert das nicht, so wie ich auch keine Zeit und Lust habe vor einem Besuch die Meinung der Landespresse zu einer Stadt im Ausland zu lesen.

    Nichts gegen Hamburg und seine Lage am Wasser bzw. Küstennähe. Was für Berlin relevant ist, ist der Freizeitwert, den seine Gewässer bieten. Ausgedehnte Kanu- oder Bootstouren, Inseln wie Valentinswerder mit nur beschränktem Zugang und Wochenendhäuschen. Da sind Köpenick und Tegel chronisch unterbewertet. Was aber prioritär noch besser vermarktbar wäre ist die Potsdamer Seenlandschaft rund um die Glienicker Brücke. Das ist sagenhaft schön und weit entfernt von allen genannten Klischees. Übrigens liegt in Brandenburg noch sehr viel mehr Potenzial jenseits des Wochenendtourismus aus Berlin, was Freizeit auf und am Wasser angeht. Die Renaturierung der Braunkohle-Fördergebiete kommt dazu und beginnt gerade erst.

    Herzerweichend was hier zu lesen ist. Ich kenne das Nachtleben von Madrid und Lissabon, südliches Nachtleben ist was Anderes als bei uns, mal unabhängig von der Beleuchtung. Aber schon mal nachts in Kreuzkölln gewesen? Es ist schon reichlich was los da, soweit ich dass bei der dunklen Beleuchtung erkennen konnte.

    In Berlin bin ich in 30 Minuten mit den Öffis an der Grenze zum Grunewald, Tegeler Forst oder Müggelbergen, ganz ohne Regionalexpress sowie innerhalb der Stadtgrenzen. Problem: Das steigert die Lebensqualität der Berliner, aber nicht die Tourismuszahlen denn die wollen nun mal Stadt Pur. Ich wage mal die provokante These, dass die Clubkultur bei den Tourismuszahlen immer etwas überbewertet war. Man sah und sieht Massen an Familien und Leute, die aus dem Club-Alter raus sein dürften und andere Ziele ansteuern.

    Das Image Berlins leidet auch sehr stark durch den Regierungssitz und dem damit verbundenem Hass (ich muss es leider so nennen, nach den aktuellen Kommentaren in der FAZ; da kommt der gemeine Spießer gerade richtig in Fahrt) der Provinz auf die da oben in der Hauptstadt. Dabei braucht man mit dem Rad nicht mal 10 Minuten vom Regierungsviertel, um sich in einem städtischen Umfeld wiederzufinden, dass wahlweise auch in Dortmund, Stuttgart oder sogar München sein könnte.

    Ich war gerade in Nordfrankreich. Die Bretagne ist für ihre Abneigung ggü. Paris bekannt. Man fährt lieber gerne nach Brüssel. Da war ich dann auch. Sehr schön und empfehlenswert, aber deutlich dreckiger und krimineller als Berlin. Das wird der Rest Belgiens bestimmt wieder an seiner Hauptstadt hassen usw..

    Der Vibe von Berlin ist immer noch da, so wie auch Hamburg, München und Köln jeweils ihren eigenen Vibe haben, keine Sorge.

    Deutsche Städte sind relativ zu anderen europäischen Städten betrachtet dunkler. Daher ist der Vergleich mit Polen irgendwie witzig, da die Städte dort mitunter auch wesentlich heller sind. Eine helle Beleuchtung kann erwiesenermaßen zu einem besseren Sicherheitsgefühl beitragen, allerdings nur als eine Maßnahme von vielen. Zur Sicherheit von Touristen gibt es im Netz viel mehr oder minder Brauchbares an Statistik. Da schneiden deutsche Städte generell alle gut ab.

    Beim Alex war genau das Problem, dass eine gewisse Aussteifung der Baugrube Schäden an der U-Bahn vermeiden sollte und es passte leider nicht zeitlich in der Bauausführung. Ich würde gerne glauben, dass Baufirmen bei prominenten Projekten besser arbeiten, aber auch am Alex war die Reputation des Bauvorhabens erstmal ziemlich lädiert, zum Ärger des Investors. Die Ursachen der Feuchteschäden bei diesem Bauvorhaben kenne ich nicht und will nicht spekulieren. Aber wie bereits der Kritiker schrieb, waren Tiefbauvorhaben im Bereich des Urstromtals (und der ist ja ziemlich groß) in den letzten Jahrzehnten unspektakulär, was ungeplanten Wassereintritt betrifft. Kürzlich beim Bau des U-Bahn-Tunnels am Bahnhof Krumme Lanke wurde erwähnt, dass WU-Beton (wasserundurchlässig) heute qualitativ kein Thema mehr ist. In den 90ern war das noch anders, da hat man vorsorglich Platz für spätere Nachbesserungen vorgehalten, wenn möglich.

    Bei fehlenden Hauptstadtverbindungen würde ich mir noch Ljubljana (zurück)wünschen. Ansonsten interessante Aussage, dass BER auch für Low-Cost-Airlines interessant ist, weil dort ein Turnaround von 30 Minuten möglich ist.

    Bei den größeren Flughäfen der EU mit mehr als 25 Zielen und geeigneter Entfernung ab BER fehlt in dessen Flugplan noch Iasi, Verona, Krakau, Danzig, Shannon, Cork, Santorin, Mykonos, Brindisi, Lamezia Terme, Alghero, Cagliari, Toulouse, Montpellier, Asturias, Santander, Santiago de Compostela, Menorca, Genua, Turin.

    Wobei nicht alle Ziele damit automatisch attraktiv für den BER sein werden, ist klar.

    Das tiefe Bauen im Berliner Urstromtal ist keineswegs risikobehaftet. Das hört sich so an, als ob man auch bei bester Planung mit Unwägbarkeiten rechnen muss. Es gab in den 90ern etliche Fälle, wo Dichtsohlen nachgedüst werden mussten, weil der Pumpversuch fehlschlug. Das sind aber Erfahrungswerte, aus denen man lernen konnte. Vielmehr nützt die beste Planung nichts, wenn bei der Ausführung geschlampt wird, siehe auch Covivio am Alex. Wenig präzise Ausführung der Schlitzwände, zu spätes Aussteifen aufgrund von Zeitmangel, etc. da gibt es viele Gründe.

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    Weil Straßenbahn und U-Bahn nach dem Gesetz Straßenbahnen sind und die TSI für Eisenbahnen gelten. Die aktuellen Türwarntöne wurden in Berlin selbstverständlich mit den Behinderten-Verbänden abgestimmt, die btw auch nicht ungeteilter Freude über die Töne der neuen S-Bahn sind. Was bei der U-Bahn neu ist, sind Türauffindetöne, gab es vorher nicht.

    Ein weiterer Grund liegt im für die Berliner S-Bahn neuen Verfahren der Türschließung. Jede Tür überwacht sich selbst und schließt automatisch, u. a. wegen der effizienten Klimatisierung. Deshalb hatte diese grundlegende Änderung der Abfertigung auch zur Folge, dass über eine Ausnahmeregelung zur Übernahme der alten Töne nachvollziehbar nicht nachgedacht wurde. Während des gesamten Abfertigungsvorgangs müssen die S-Bahntüren deshalb immer einen Ton von sich geben, an dem der Zustand der Tür erkannt werden kann.

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    Das liegt daran, dass die TSI PRM (Technische Spezifikation Interoperabilität - People with reduced mobility) nur für Bahnen gilt, die grenzüberschreitend in der EU Betrieb durchführen. Und das sind Eisenbahnen. Ein Fahrzeug-Hersteller und/oder Betreiber muss diese Regeln einhalten, wenn er EU-weit tätig werden will. Die Berliner S-Bahn ist da ein ziemlicher Grenzfall, aber aufgrund zahlreicher Streithansel in solchen Rechtsfragen wollte man da bei der Ausschreibung vermutlich safe sein.

    Edit: Betonkopf hat gleichzeitig gesendet.

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    Nee, sorry. Das geplante zweite Sechseck sollte zum Ende der 1980er Jahre tatsächlich auch gebaut werden. Aber aus heutiger Sicht wäre diese Erweiterung nicht sinnvoll gewesen. Das Konzept des so genannten Drive-In-Flughafens war in den 1960ern wegweisend, aufgrund der stark steigenden Fluggastzahlen aber schon in den 1980ern überholt. Sonst wären ja auch viele weitere Flughäfen später so gebaut worden (und ja, Köln und Hannover haben Flughäfen mit ähnlichem Konzept gehabt und dann anders erweitert). Mit dem zweiten Sechseck wäre die Haupthalle nach heutigen Gesichtspunkten komplett überlastet. Das konnte man damals aber nicht wissen und ikonisch ist das Gebäude sowieso.

    Fw-Akademie und Umsiedlung der BHT sind anscheinend gesetzt und funktionieren auch aus sich selbst. Tropfnase hat aber einen wichtigen Punkt angesprochen. Siemens-Campus und Adlershof sind Liegenschaften, die seit Jahrzehnten in Verbindung mit Forschung und Industrie stehen, über Oberschöneweide ließe sich Ähnliches sagen. Schon zu DDR-Zeiten war die Akademie der Wissenschaften in Adlershof angesiedelt.

    Insofern ist ein ehemaliger Flughafen tatsächlich per sé keine ideale Startfläche für einen Tech-Campus. Solche historischen Beziehungen sind durchaus nicht zu vernachlässigen. Euref hat trotzdem funktioniert, Cleantech in Marzahn aber eher nicht.

    Ich meine, dass TXL den Reiz hatte und hat, eine sehr große und zentral gelegene Fläche zu sein. In München hat man diese Chance genutzt und aus Riem ein Messegelände gemacht. In Berlin dachte man daran, etwas in der Größenordnung von Tesla auch am TXL ansiedeln zu können. Kann man ja durchaus so wollen, ist aber eben nicht so gekommen und es gilt m. E. darauf zu achten, dass sich TXL, Siemens-Campus, Adlershof etc. nicht gegenseitig Konkurrenz machen bzw. man mit der Entwicklung aller Areale dann irgendwann überfordert ist.

    Immerhin. Bei meinem Besuch neulich habe ich mich ernsthaft gefragt, ob man in der heutigen Zeit so einen gewaltigen Bau abreißen soll, zumal er ja gut genutzt wird. Der öffentliche Ausblick vom Dach wäre wirklich ein Gewinn und hoffentlich geht der Charakter des Gebäudes durch die neue Fassade nicht verloren.

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    Ja, so ist es. Der mit Blech eingehauste und schlicht mit Hbf. gekennzeichnete Zugang ist der aus Brandschutzgründen provisorisch notwendige zweite unabhängige Zugang, verbunden mit einem Aufenthaltsort für Rollstuhlfahrer im Sinne der barrierefreien Rettung. Das wird sicher wieder rückgebaut. Die andere Treppe hat eine ordentliche Glaseinhausung mit komplettem Bahnhofsnamen Hauptbahnhof drauf und führt in die Vorhalle, die weiter genutzt werden wird.

    Allerdings frage ich mich, ob von dem Interimsbahnsteig überhaupt etwas überbleibt, nach der Verlängerung zum Potsdamer Platz. Blickt man vom Bahnsteig in Richtung Tunnelende, erkennt man massive Betonwände, die einer Fortführung des Bahnsteigs im Weg stehen. Anscheinend sind das bereits die Seitenwände für die später anzuordnenden Bahnsteigtreppen des eigentlichen Bahnsteigs. Die derzeitige Verteilerhalle müsste dann nach Süden hin geöffnet werden um den neuen Bahnsteig zu erschließen. Der aktuell errichtete Aufzug wäre dann vermutlich auch Geschichte im Falle des Weiterbaus.

    Emirates möchte auch Stuttgart anfliegen. Soviel zum auch in diesem Forum kolportierten Argument, es sei nur ein Berliner Problem. Anscheinend wird der ADV durch die Leitung von Frau von Massenbach nun deutlicher wahrgenommen und sie vertritt eben die Interessen der Flughäfen, welche wiederum durch die Länder mitfinanziert werden. Die wiederum wollen, dass sich ihr finanzieller Einsatz in Wachstum niederschlägt. Hier verschieben sich die Lobby-Gewichte langsam von der Lufthansa zum ADV und das ist auch gut so. Inwieweit wird die Lufthansa noch als deutsche Marke wahrgenommen, wenn der Kranich außerhalb von FRA und MUC wenig präsent ist und man sich vorwiegend auf Eurowings stützt. Von Eurowings kann es gerne noch viel mehr am BER geben...

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    Ich meine mich zu erinnern, dass es bei der Diskussion um die Errichtung eines zweiten Busbahnhofs für Berlin auch immer um den Standort BER ging, neben Hbf., Ostbf. und Südkreuz. Dann kam die Entscheidung zur langwierigen Sanierung und Erweiterung des ZOB. Als Ergänzung zum ZOB macht der Standort BER schon Sinn für Busverkehr in Richtung Osten oder Süden. Ich bin mir auch nicht sicher, ob der derzeit als Busbahnhof genutzte Parkplatz am BER als Dauerlösung gedacht ist. Möglicherweise wird an anderer Stelle am BER neu gebaut werden, wenn das Wachstum anhält.

    Edit: Auch für die östlichen Stadtbezirke ist ein Busbahnhof am BER möglicherweise besser zu erreichen als der ZOB.