Beiträge von stadtbeobachter-LE

    Zeichen und Wunder!

    Zu meiner erstaunten Freude habe ich heute entdeckt, dass an der Fassade des Hotelneubaus tatsächlich Figurenschmuck angebracht wird! Ich erinnere mich, dass dieses Vorhaben in den Planungsinformationen zur Sprache kam - ich habe aber nicht im Entferntesten damit gerechnet, dass so etwas umgesetzt wird. Das, was man bislang erkennen kann, sieht vielversprechend aus - thematisch könnte es in Richtung "Luther" und "Leipziger Disputation" gehen, was eine schöne Referenz an die Pleißenburg wäre; ich meine mich zu erinnern, dass genau das in Rede stand. Aber sehet selbst:

    Hat irgendein Neubau nach 1990 in Leipzig etwas derartiges vorzuweisen?

    Ich darf an dieser Stelle hoffentlich auf eine Neuerscheinung zur Leipziger Stadtgeschichte hinweisen (falls das als Werbung den Regeln widerspricht, bitte löschen), die mit 150 großartigen historischen Ansichten und Vergleichen aufwartet: Sebastian Ringels Ende 2018 erschienenes Werk „Wie Leipzigs Innenstadt verschwunden ist. 150 verlorene Bauten aus 150 Jahren“. Es handelt sich um eine akribische Fotosammlung, die die 150 Objekte nach sieben Bauepochen gegliedert (1860-2018) jeweils einzeln vorstellt.

    Dabei ist jedem Bauwerk eine Seite gewidmet, auf der sich eine große historische Fotografie zu ihm findet, eine kleinere Vergleichsfotografie mit der Situation 2018 sowie ein Textkasten nebst präziser Verortung auf einem wiederum kleinen Kartenausschnitt.

    Eine Vielzahl der Objekte dürfte bislang einem breiteren Publikum unbekannt sein und selbst eingefleischte Leipzig-Feinschmecker könnten hier auf Unbekanntes stoßen.
    Ich habe das Buch gestern zufällig bei Lehmanns Buchhandlung entdeckt, erstanden und kann es nur jedem empfehlen, der sich für die bauliche Entwicklung der Leipziger Innenstadt im 19. und 20. Jahrhundert interessiert, vor allem auch für den radikalen Umbau zur modernen "Mustermessestadt" in der Gründerzeit.

    Die Universität teilt mit, dass der Grundsatzbeschluss zum Neubau eines Fakultätsgebäudes für die Juristenfakultät im Landtag gefallen sei und erwartet nächste konkrete Planungsschritte. Der genaue Standort ist weiterhin offen, man hofft auf eine „zentrale Stelle am oder in der Nähe des Leuschner-Platzes“. Der Bau soll die von 19 auf 26 Professuren angewachsene Juristenfakultät wieder zusammenführen (momentan verteilt sie sich auf mehrere Standorte) und auch eine Mensa umfassen – hier die Pressemitteilung:


    https://www.uni-leipzig.de/newsdetail/art…aet-2018-12-19/

    Bezüglich der Mendelssohnstraße 9 frage ich mich gerade, ob die hier veröffentlichten drei Visualisierungen im Forum bereits gezeigt wurden - mir wären sie in diesem Falle entgangen:

    https://www.kern-toth.de/project/neubau…aus-in-leipzig/

    Die Fantasiegebäude links und rechts irritieren mich - da ist man bei solchen Darstellungen doch andere Standards gewohnt.

    Wenn die Chose jedenfalls wirklich so gebaut wird, gäbe es einmal mehr Grund für ernüchterte Verzweiflung...

    Diese Information zum nicht schließbaren Blockrand der Nummer 52-54 ist recht vage - wahrscheinlich kann das auf Grundlage des bisher Bekannten einstweilen auch niemand präzisieren?

    Es ist insgesamt bedauerlich, dass es für diese Grundstücke entlang der Käthe-Kollwitz-Straße vom "Thomasium" bis zur Kreuzung Westplatz kein langfristiges Entwicklungskonzept zu geben scheint, mit dem die Schäden der "Nachkriegsstraßenverlegung" zumindest moderat behoben werden - oder ist mir da etwas entgangen? (Gleiches gilt für die Seite gegenüber ab dem derzeitigen PWC-Gebäude, wozu hier im Forum meist nur Einzelvorhaben diskutiert werden.)

    "Umstritten" dürfte für meinen Geschmack noch vorsichtig ausgedrückt sein - Michael Fischer Art polarisiert eben nicht nur durch seinen... nennen wir es einmal: seriell reduzierten Kunstansatz, sondern auch durch seine persönliche Art und sein Auftreten. Ich selbst gehöre auch in das Lager, in dem schon die Nennung des Namens Schnappatmung auslöst. Insofern bin ich sehr gespannt, ob tatsächlich Aufwände für einen wie auch immer gearteten Erhalt des Wandbildes betrieben werden, das im Vergleich zu den anderen Arbeiten des Künstlers immerhin noch einen Inhalt vermittelt.

    ... das würde erklären, warum das besagte Eckhaus bereits entkernt zu werden scheint und vor ca. zwei Wochen, als ich dort vorbeifuhr, sämtliche Fenster entfernt waren.

    Jetzt wäre interessant zu erfahren, ob das Bauvorhaben so ausgelegt ist, dass der Blockrand in einem Zug vollständig geschlossen wird. In dieser perforierten Ecke könnte das ein echter Schritt nach vorn sein, wobei die Lage für ein Wohngebäude mit Blick auf die Kreuzung und deren Verkehrslärmbelastung für meinen Geschmack schon eine unfeine ist.

    Die LWB-Geschäftsführerin Wolke-Haupt hat sich in einer Pressekonferenz am 3. Mai zur Zukunft des Wohnblocks in der Gerberstraße geäußert: Demnach beabsichtige man derzeit, das Gebäude nach einer Sanierung wieder in Betrieb zu nehmen – wolle aber dem absehbaren Astoria-Vorhaben zeitlich den Vorrang lassen, um nicht zwei parallele Großbaustellen zu eröffnen. Fragen oder Aussagen zu möglichem Abriss und Neubau gab es im Rahmen dieser Veranstaltung offenbar nicht. Hier die Quelle, inkl. Interview-Mitschnitt am Ende:

    https://www.l-iz.de/politik/brennp…se-Video-216235

    Der Traum des "Wohnhochhauses in Planung" scheint demnach bis auf Weiteres ausgeträumt?

    ^ Ich war kürzlich auch dort und es handelt sich bislang ausschließlich um Grau, die Ausführung der Sichtbetonabschnitte wirkte zudem einmal mehr minderwertig - der Vor-Ort-Eindruck war für mich daher einfach nur öde und trist; es ist sehr bedauerlich, dass das an sich nüchtern-akzeptabel konzipierte Bauwerk durch das derzeitige und hoffentlich noch nicht finale "Farbkonzept" so stark in Mitleidenschaft gezogen wird.

    Als farbpsychologische oder besser: farbpädagogische Strategie im Sinne Loriots ("Schüler neigen in grauen Schulgebäuden zu einer unaufgeregten Sicht auf ihre Zukunft; außer wenn sie geblümt ist, also die Zukunft.") wird die Chose ja wohl nicht gedacht sein, obwohl ein Zuviel an Lebensfreude an einem solchen Ort definitiv gedämpft werden dürfte...

    In der Innenstadt scheint es am lange ruhenden Verbundvorhaben "Brühl 56-60 und Nikolaistraße 38" endlich weiter zu gehen.

    (Die letzte Nachricht hier im Strang war dazu meines Erachtens diese:

    http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost…6&postcount=735 )

    Vor beiden Gebäuden ist eine Baustellenabsperrung eingerichtet, neue Fassadenplanen künden von den Baufirmen und am Brühl wird eine in die zu füllende schmale Baulücke ragende Schuttrutsche seit Tagen fleißig benutzt. (Mein Arbeitsfußweg führt mich dort vorbei.)

    Eine oberflächliche Netzsuche ergab zur Nikolaistraße 38 eine Meldung zu einem künftigen Mieter:

    http://www.immobilien-zeitung.de/profile/projek…asse_38_Leipzig

    Weiß jemand insgesamt mehr? Am meisten darf man natürlich auf die Entwürfe für die besagte Baulücke gespannt sein.

    Die Vorstellung einer Art "Airport-City" in kleinen Leipziger Maßstäben ist sicher naheliegend und stadt- sowie regionalplanerisch sinnvoll - das wäre dann die Auferstehung wohl vor allem der Flächen des fast ausgelöschten Ortes Kursdorf. Ganz abgeschlossen ist die Auslöschung aber noch nicht - entsprechend mangelt es meines Erachtens noch an einer grundsätzlichen Planungsidee. Oder bin ich da nicht mehr auf dem Laufenden und es gibt entsprechende Ansätze - in welchem Stadium auch immer?

    Jetzt haben es die Kamenzer endlich geschafft, sich bei den landesstatistischen Einwohnerzahlen für Sachsen bis zum 31. Dezember 2016 vorzukämpfen - mich würden einmal Details der ominösen Softwareprobleme interessieren, die zu den Verspätungen im Vergleich zu den früheren Meldezyklen geführt haben sollen. Hier die detaillierte Gemeindeübersicht zum genannten Stichttag:

    https://www.statistik.sachsen.de/download/010_G…emeinde_akt.pdf

    Das Gelände ist jetzt vollständig abgesperrt und die Abrissarbeiten haben mit schwerem Gerät begonnen (einer der bekannten großen "Beißbagger" ist im Einsatz): ein stadtwärtig gelegenes Gebäude der Anlage, dessen frühere Nutzung ich nicht kenne, ist bereits größtenteils verschwunden. Am alten Krichgebäude sowie dem Glockenturm tut sich äußerlich noch nichts.

    Nachdem die amtliche Einwohnerstatistik seit einiger Zeit mit Verfahrensumstellungen und Softwareproblemen zu kämpfen hat (Näheres findet man in öffentlichen Quellen meines Wissens zu diesen Schwierigkeiten nicht, außer Hinweisen wie diesem: https://www.statistik.sachsen.de/download/010_G…len2016_neu.pdf), kommt es im Vergleich zu den bislang üblichen Meldezyklen zu erheblichen Verzögerungen bei der Feststellung der offiziellen Einwohnerzahlen durch die Statistischen Ämter der Länder.

    Nun wurden in Kamenz still und heimlich endlich die Zahlen für das erste und zweite Quartal 2016 veröffentlicht. Für Leipzig heißt das: 564.305 Einwohner am 30. Juni 2016

    Quelle: https://www.statistik.sachsen.de/html/358.htm

    Die Abweichung zum Wert des Melderegisters der Stadt ist weiter erheblich, dort werden für den 30. Juni 2016 genau 572.890 Einwohner festgestellt. (Statistischer Quartalsbericht II/2017, S. 36: http://www.leipzig.de/fileadmin/medi…pzig_2017_2.pdf)